Zum Inhalt springen

Strontiumcarbonat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. Februar 2026 um 18:48 Uhr durch imported>Orci (+weiterer Name).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Strontiumion  Carbonation
Allgemeines
Name Strontiumcarbonat
Andere Namen
  • Kohlensaures Strontium
  • Strontianit
  • Strontium carbonicum
  • Pigment White 34
Summenformel SrCO3
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 216-643-7
ECHA-InfoCard 100.015.131
PubChem 15407
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 147,63 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,5 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

1497 °C (6 MPa)<ref name="GESTIS"/>

Siedepunkt

Zersetzung ab 1200 °C<ref name="GESTIS"/>

Löslichkeit

sehr schlecht in Wasser (0,01 g·l−1 bei 18 °C)<ref name="Richard C. Ropp">Richard C. Ropp: Encyclopedia of the Alkaline Earth Compounds. Newnes, 2012, ISBN 0-444-59553-8, S. 367 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="GESTIS" />
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−1220,1 kJ/mol<ref name="CRC90_5_20">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-20.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Datei:SrCO3.jpg
Strontiumcarbonat

Strontiumcarbonat, auch veraltet Kohlensaures Strontium, ist das Carbonat des Strontiums. Es besitzt die Summenformel SrCO3.

Vorkommen

Strontiumcarbonat findet sich in der Natur als Mineral Strontianit.

Darstellung

Die Darstellung von Strontiumcarbonat erfolgt durch Verschmelzen des Minerals Cölestin (SrSO4) mit Soda (Natriumcarbonat):

<math>\mathrm{SrSO_4 + Na_2CO_3 \rightarrow SrCO_3 + Na_2SO_4}</math>

Eigenschaften

Strontiumcarbonat ist ein feines, weißes Pulver, das ähnliche Eigenschaften wie Calciumcarbonat besitzt. Das Salz dient als Ausgangsmaterial für die Gewinnung der meisten Strontiumverbindungen.

Strontiumcarbonat löst sich nicht in reinem, jedoch in Kohlendioxid/Kohlensäure-haltigem Wasser. Dabei bildet sich Strontiumhydrogencarbonat:

<math>\mathrm{SrCO_3 + H_2O + CO_2 \rightarrow Sr(HCO_3)_2}</math>

In Mineralsäuren entstehen aus Strontiumcarbonat lösliche Strontiumsalze. Man beobachtet die Entstehung von Kohlensäure, die weiter zu Wasser und Kohlendioxid zerfällt.

<math>\mathrm{SrCO_3 + 2 \ HCl \rightarrow SrCl_2 + \ H_2O + CO_2 \uparrow}</math>

Bei 1268 °C unter normalem Luftdruck spaltet sich die chemische Verbindung in Strontiumoxid und Kohlendioxid:

<math>\mathrm{SrCO_3\ _{\overrightarrow {1268\,^{\circ}\mathrm C }}\ SrO + CO_2 \uparrow}</math>

Erhöht man den Luftdruck auf ca. 70 bar, so schmilzt Strontiumcarbonat bei 1497 °C.

Verwendung

Strontiumcarbonat wird in Ferritmagneten eingesetzt und dient in Farbfernsehröhren als Absorber für Röntgenstrahlung.<ref name="Binnewies">M. Binnewies et alii: Allgemeine und Anorganische Chemie. 2. Auflage. Spektrum, 2010, ISBN 3-8274-2533-6, S. 383.</ref> Elektrolyse-Zink lässt sich mit Strontiumcarbonat reinigen. Zudem findet es in Glasuren und wegen der roten Flammenfärbung in der Pyrotechnik Verwendung.

In der Medizin wurde es früher gelegentlich zur Behandlung von Schizophrenien eingesetzt. Wegen der Verfügbarkeit verträglicherer Mittel wird es jedoch nicht mehr angewandt. Heute ist der Stoff nur noch in der Homöopathie unter dem Namen Strontium carbonicum im Einsatz, zum Beispiel bei Arthrose und Zerebralsklerose.

In der organischen Synthese kann Strontiumcarbonat zusammen mit Wasserstoff und Palladium zur selektiven Reduktion von Doppelbindungen eingesetzt werden.<ref name="Organic Synthesis">Michael B Smith: Organic Synthesis. Academic Press, 2011, S. 431 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Quellen

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Erdalkalimetallcarbonate

Vorlage:Hinweisbaustein