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Joachim Wanke

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Datei:Joachim-Wanke-Klueschen-2007a.jpg
Bischof Joachim Wanke (2007)

Joachim Wanke (* 4. Mai 1941 in Breslau, Provinz Niederschlesien; † 12. März 2026 in Erfurt<ref>Das Evangelium auf Mitteldeutsch buchstabiert. In: Domradio.de. 12. März 2026, abgerufen am 12. März 2026.</ref>) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Bischof von Erfurt.

Leben

Wanke wurde als Sohn eines Beamten geboren, der 1944 starb. Seine Familie siedelte sich nach der Vertreibung aus Schlesien in Ilmenau in Thüringen an. 1960 legte er dort das Abitur ab und studierte am Priesterseminar Erfurt. Am 26. Juni 1966 spendete ihm Weihbischof Hugo Aufderbeck das Sakrament der Priesterweihe.

Als Neupriester wurde er zunächst Kaplan in Dingelstädt im Eichsfeld, kehrte 1969 aber zu Promotionsstudium und Habilitation nach Erfurt zurück. Am Priesterseminar Erfurt war er als Assistent und Präfekt tätig. 1980 wurde er als ordentlicher Professor für neutestamentliche Exegese am Seminar in Erfurt berufen.<ref name="Marienwallfahrt">Gerhard Best/Michael Feldmann/Ralf Preker (Hrsg.), 350 Jahre Marienwallfahrt Werl, Bonifatius Verlag, Paderborn 2011, ISBN 978-3-89710-482-2, S. 117.</ref>

Am 2. Oktober 1980 ernannte Papst Johannes Paul II. Joachim Wanke zum Koadjutorbischof des Apostolischen Administrators im Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen und zum Titularbischof von Castellum in Mauretania. Die Bischofsweihe spendete ihm der damalige Bischof von Berlin, Joachim Meisner, am 26. November 1980 im Erfurter Dom. Mitkonsekratoren waren der Apostolische Administrator von Görlitz, Bernhard Huhn, und Georg Weinhold, Weihbischof in Dresden-Meißen. Wanke wählte sich den Wahlspruch Vestigia Christi sequi („Den Spuren Christi folgen“). Das Amt des Apostolischen Administrators des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen übernahm er am 17. Januar 1981 mit dem Tod Hugo Aufderbecks. 1994 erfolgte die Neugründung des Bistums Erfurt, und Wanke wurde durch Papst Johannes Paul II., der bei den Feierlichkeiten zu diesem Anlass (Bistumswallfahrt) in Erfurt durch Erzbischof Giovanni Lajolo vertreten wurde, zum residierenden Diözesanbischof ernannt.

Papst Benedikt XVI. nahm am 1. Oktober 2012 sein aus gesundheitlichen Gründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an.<ref>Rinuncia di Vescovo di Erfurt (Germania), in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 1. Oktober 2012.</ref> Joachim Wanke starb am 12. März 2026 im Katholischen Krankenhaus Erfurt, auf dessen Palliativstation er wenige Tage vor seinem Tod verlegt wurde.<ref>„Bedeutender Theologe“: Früherer Bischof Joachim Wanke gestorben. Mitteldeutscher Rundfunk, 12. März 2026, abgerufen am 12. März 2026.</ref> Am 21. März 2026 fand ein Requiem für Wanke im Erfurter Dom statt, das von Bischof Ulrich Neymeyr, Bischof Gerhard Feige und Weihbischof Reinhard Hauke geleitet wurde. Wanke wurde im Kreuzgang des Doms beigesetzt; am Ende der Beisetzung ertönte die Gloriosa.<ref>Altbischof Wanke im Kreuzgang des Erfurter Mariendoms beigesetzt. In: domradio.de. 21. März 2026, abgerufen am 21. März 2026.</ref>

Wirken

Datei:Bischofswappen Bischof Joachim Wanke.jpg
Wappen als Bischof von Erfurt

Wanke war Mitglied und von 1998 bis 2010 Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz sowie Mitglied in den Kommissionen für Glaubensfragen und für Ökumene. Seit 1993 war Wanke Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.<ref>Mitglieder. In: Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Februar 2019; abgerufen am 12. März 2026.</ref> Von 1995 bis 2001 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK).<ref name="Marienwallfahrt" /> Zudem war er ab 2005 stellvertretender Vorsitzender und von 2008 bis 2016 Vorsitzender der Kommission der deutschsprachigen Bischöfe für die Revision der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift,<ref>Bischof em. Joachim Wanke. In: Bistum Erfurt. Abgerufen am 12. März 2026.</ref> deren Abschlussbericht Wanke 2012 kurz vor der Annahme seine Rücktrittsgesuches bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vorstellte.<ref>Erzbischof Zollitsch würdigt Bischof Wanke. Deutsche Bischofskonferenz, 1. Oktober 2012, abgerufen am 30. April 2023.</ref>

Eines der Hauptanliegen Wankes war die Mission. Große Beachtung fand sein Brief eines Bischofs aus Ostdeutschland, der dem missionstheologischen Dokument Zeit zur Aussaat der Deutschen Bischofskonferenz beigefügt war. Um die christliche Botschaft im Bistum Erfurt neu zu verkündigen, müsse man laut Wanke „das Evangelium auf Mitteldeutsch buchstabieren“.

Ansichten

Im Rahmen der Kontroversen und Proteste vor dem Papstbesuch in Deutschland 2011 äußerte Wanke Verständnis dafür, dass „sich Menschen an den Positionen ihrer Kirche reiben. Die sexualethischen Weisungen der Kirche könnten ‚schon irritieren, die ganze Bibel kann irritieren.‘“<ref>Behörden verbieten Proteste gegen Papstbesuch. Spiegel Online, 28. August 2011, abgerufen am 17. September 2011.</ref>

Literatur

  • Clemens Brodkorb: Wanke, Joachim. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
  • Jörg Seiler: „Das Evangelium Jesu Christi auf mitteldeutsch buchstabieren“. Joachim Wanke (*1941). In: Justus Geilhufe (Hrsg.): Das Leben suchen: Bischöfe, Pröpste und Theologen in der DDR. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2023, ISBN 978-3-374-07413-6, S. 197–218.
  • Klaus Zeh: Bischof der Wende. Joachim Wanke war als Oberhirte von Erfurt an der friedlichen Revolution in der DDR maßgeblich beteiligt. Nun ist er im Alter von 85 Jahren verstorben. Ein Nachruf. In: Die Tagespost vom 19. März 2026, S. 30.

Weblinks

Commons: Joachim Wanke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Hugo AufderbeckApostolischer Administrator des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen
1981–1994
Bischöfliches Amt wurde Bistum
zuvor Bischöfliches AmtBischof von Erfurt
1994–2012
Ulrich Neymeyr

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