Reitsch
Reitsch Gemeinde Stockheim
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(683)&title=Reitsch 50° 18′ N, 11° 18′ O
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| Höhe: | 338–365 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 683 (2016)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gemeinde Stockheim: offizielle Einwohnerzahlen der Gemeinde Stockheim ( vom 8. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 8. März 2016</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1975 | |||||
| Postleitzahl: | 96342 | |||||
| Vorwahl: | 09261 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Reitsch ist ein Gemeindeteil von Stockheim im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref>
Geographie
Das Kirchdorf liegt am linken Ufer der Haßlach und am Grünerbach, einem linken Zufluss der Haßlach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wolfersdorf (1,2 km nordwestlich) bzw. nach Gundelsdorf zur Bundesstraße 85 (1,1 km südlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Glosberg (1,8 km südöstlich). Ein Anliegerweg führt nach Büttnerszeche (0,8 km östlich).<ref>Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 10. Oktober 2023 (Die gemessenen Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie.).</ref>
Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Reitsch 1180 mit dem aus dem Slawischen stammenden Namen „Richs“, als der Bamberger Bischof Otto II. den Ort zusammen mit den Dörfern „Pascik“ (Posseck) und „Richcendorf“, „Reiczendorf“ oder „Reisendorf“, einem später abgegangenen Ort, der zwischen Neukenroth und Reitsch gelegen war, dem Kloster Langheim übergab.<ref name="pfadenhauer_teuschnitz">Rudolf Pfadenhauer: Geschichte der Stadt Teuschnitz. Von den Anfängen bis zur Säkularisation. Hrsg.: Stadt Teuschnitz. Buch- und Offsetdruck Wilhelm Ehrhardt, Ludwigsstadt 1990, S. 20, 25.</ref> Von 1417 bis 1647 befand sich Reitsch im Besitz thüringischer Edelleute. Im 17. Jahrhundert wurde auf dem Gebiet der sogenannten Büttnerszeche Steinkohlebergbau betrieben.<ref>Reitsch auf der Website stockheim-online.de</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reitsch 26 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Kronach. Grundherren waren das Kastenamt Kronach (4 Güter, 8 Halbgüter, 1 Fünfachtelgut, 1 Dreiachtelgut) und die Stadt Kronach (Stadtlehen: 2 Halbgüter; ehemaliges Rittergut Haßlach: 1 Zinshof, 7 Sölden, 2 Häuser). Neben den Anwesen gab es noch ein Gemeindehirtenhaus und eine Gemeindeschmiede.<ref>H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 500. Hier werden unter Einberechnung der kommunalen Gebäuden abweichend 28 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.</ref>
Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Reitsch gebildet, zu dem Birkach, Glosberg, Letzenberg, Letzenhof und Vonz gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Reitsch. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Büttnerszeche gegründet. Ab 1862 gehörte Reitsch zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt.<ref name="D597">H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 597.</ref> Die Gemeinde hatte eine Fläche von 4,527 km².<ref name="OV 1961" /> Im Jahr 1870 wurde der Name der damaligen Gemeinde Raitsch amtlich in Reitsch geändert.<ref></ref> Am 1. Januar 1975 wurde Reitsch im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Stockheim eingegliedert.<ref></ref>
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Reitsch
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 147 | 196 | 216 | 213 | 230 | 246 | 253 | 280 | 302 | 294 | 282 | 277 | 303 | 319 | 333 | 319 | 348 | 338 | 371 | 433 | 442 | 461 | 547 | 571 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> | 28 | 37 | 39 | 42 | 38 | 47 | 60 | 90 | ||||||||||||||||
| Quelle | <ref name="D597" /> | <ref name="HGV1">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 148, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV1" /> | <ref name="HGV1" /> | <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 889, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> | <ref>
Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 139 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1062, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1007 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1057 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1091 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 941 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 692 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 159 (Digitalisat).</ref> |
Ort Reitsch
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 147 | 230<templatestyles src="FN/styles.css" /> * | 243 | 284 | 281 | 302 | 405 | 518 | 546 | 526 |
| Häuser<ref name="Häuser" /> | 28 | 37 | 36 | 42 | 55 | 86 | 140 | |||
| Quelle | <ref name="D597" /> | <ref name="OV 1861" /> | <ref name="OV 1875" /> | <ref name="OV 1885" /> | <ref name="OV 1900" /> | <ref name="OV 1925" /> | <ref name="OV 1950" /> | <ref name="OV 1961" /> | <ref name="OV 1970" /> | <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 312 (Digitalisat).</ref> |
Bauwerke
Katholische Filialkirche Heilig Kreuz
Im Jahr 1933 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der ab 1952 an Stelle einer Kapelle aus dem Jahr 1894 die Heilig-Kreuz-Kirche errichten ließ. Am 2. August 1953 konsekrierte der Bamberger Erzbischof Joseph Otto Kolb das vom Kronacher Architekten Lothar Porzelt geplante Gotteshaus. 1970/71 folgte eine Erweiterung durch den Anbau von zwei Seitenflügeln nach Plänen des Kronacher Architekten Baptist Detsch. Den völlig neu gestalteten Kirchenbau weihte am 13. Juni 1971 der Weihbischof in Bamberg Martin Wiesend. Das Altarwandgemälde und die farbigen Glasfenster entwarf der Kronacher Künstler Horst Böhm.<ref>Robert Wachter: Kirchenbauten im Erzbistum Bamberg während der Amtszeit von Erzbischof Dr. Josef Schneider (1955–1976). Band 2. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2017, ISBN 978-3-7319-0084-9, Seiten 875–877.</ref> Der 25,5 Meter hohe Glockenturm entstand 1976. Im Jahr 1992 wurde die Filialkirche Reitsch von Neukenroth nach Glosberg umgepfarrt.<ref>Die Geschichte der Kirchengemeinde Reitsch im Überblick</ref>
Baudenkmäler
In der Bayerischen Denkmalliste sind zwei Baudenkmäler aufgeführt:
- Gedenksäule
- Bildstock
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Die folgenden Häuser listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit ihren ursprünglichen Hausnummern als Kunstdenkmale auf. Sie werden in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgebrochen oder stark verändert wurden.
- Haus Nr. 6: Von einem eingeschossigen Wohnstallbau des 17./18. Jahrhunderts mit Satteldach ist der Wohnteil als verschieferter Blockbau erhalten; auf der Hofseite befinden sich profilierte Balkenköpfe, die Verschieferung ist dekorativ bemalt.<ref name="B225">T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 225.</ref>
- Haus Nr. 18: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Mansard-Satteldach, wohl vom Anfang des 19. Jahrhunderts, der Wohnteil ist ein verschieferter Blockbau.<ref name="B225" />
- Haus Nr. 23: Eingeschossiger Wohnstallbau, im Kern aus dem 18. Jahrhundert. Die Umfassungsmauern wurden massiv erneuert, auf der Hofseite befinden sich profilierte Balkenköpfe. Die Verschieferung des Giebels hat eine dekorative Bemalung des 19. Jahrhunderts. Der Stallteil wurde völlig erneuert.<ref name="B225" />
Religion
Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und war bis 1992 nach St. Katharina in Neukenroth gepfarrt.<ref>H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 500.</ref> Die protestantische Minderheit ist nach St. Laurentius in Burggrub gepfarrt.<ref name="OV 1875" />
Literatur
- Vorlage:Breuer Landkreis Kronach
- Johann Kaspar Bundschuh: Reitsch. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 469–471 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Reush. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 497 (Digitalisat).
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3769696980 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3929364085 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Reitsch. In: stockheim-online.de. Abgerufen am 10. Oktober 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Reitsch in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Reitsch im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references responsive />
Burggrub | Büttnerszeche | Haig | Haßlach | Mostholz | Neukenroth | Reitsch | Rittersmühle | Stockheim | Wolfersdorf
Sonstiger Wohnplatz: Hagermühle
Wüstungen: Kreuzgrube | Maxschacht | Neumühle | Schirmersmühle | Traindorf
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- MediaWiki:Gadget/annotationPair
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:BibISBN
- Geographie (Stockheim, Oberfranken)
- Ort im Landkreis Kronach
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach)
- Ersterwähnung 1180
- Gemeindegründung 1818
- Gemeindeauflösung 1974
- Kirchdorf (Siedlungstyp)
- Deutscher Ortsname slawischer Herkunft