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Parpan

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Parpan
Datei:Parpan wappen.svg
Wappen von Parpan
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton GraubündenDatei:CHE Graubünden COA.svg Graubünden (GR)
Region: Plessurw
Politische Gemeinde: Churwaldeni2
Postleitzahl: 7076
frühere BFS-Nr.: 3913
Koordinaten: 761867 / 180958Koordinaten: 46° 45′ 36″ N, 9° 33′ 28″ O; CH1903: 761867 / 180958
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Höhe: 1493 m ü. M.
Fläche: 9,28 km²
Einwohner: 242 (31. Dezember 2009)
Einwohnerdichte: 26 Einw. pro km²
Datei:Parpan Dorf.JPG
Parpan
Parpan
Karte
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Parpan, im deutschen Ortsdialekt <templatestyles src="IPA/styles.css" />[pɐrˈpɔːn], {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ist eine Ortschaft in der Bündner Gemeinde Churwalden, Schweiz. Bis Ende 2009 war sie eine eigenständige politische Gemeinde. Seither ist Parpan zusammen mit Malix Teil der politischen Gemeinde Churwalden.

Geographie

Datei:2016-Parpan-Zentrum.jpg
Blick zum Dorfkern

Parpan liegt zehn Kilometer (Luftlinie) südlich der Kantonshauptstadt Chur im Churwaldnertal an der Strasse über die Lenzerheide, wobei die Passhöhe nur wenige hundert Meter jenseits der Gemeindegrenze liegt. Das Territorium umfasst die breite Mulde des obersten Churwaldner Tales und die östliche Flanke, wo am Parpaner Schwarzhorn mit 2683 m ü. M. die grösste Höhe erreicht wird.

Neben der Hauptsiedlung, im Kern ein Strassendorf auf einem Wiesenrücken zwischen zwei Bächen, gehören zur Gemeinde die Hofgruppen Tschuggen und Gadenstatt sowie mehrere Maiensässe auf der Hangterrasse Oberberg am Fuss des Schwarzhorns.

Geschichte

Datei:2016-Parpan-Eisfeld.jpg
Schlössli, davor Eisfeld
Datei:Parpan Kirche.jpg
Reformierte Kirche Parpan
Datei:Karte Gemeinde Parpan 2009.png
Gemeindestand vor der Fusion am 31. Dezember 2009
Datei:2016-Parpan-Schulhaus-Kirche.jpg
Schulhaus und Kirche
Datei:2016-Parpan-Oberbergstrasse.jpg
Überbauung Oberbergstrasse und Loipe
Datei:ETH-BIB-Parpan v. N. W. aus 1500 m-Inlandflüge-LBS MH01-005345.tif
Luftbild von Walter Mittelholzer von 1927

Aus der Bronzezeit stammt ein Einzelfund.<ref name="HLS" /> In deutscher Sprache findet sich der Ort 1208 als Partipan erwähnt, bereits früher (und heute noch) rätoromanisch als Parpaun. Die Lenzerheide wurde als Teil der Transitroute von Chur nach Oberitalien bereits in römischer Zeit viel begangen.

Das einst ausgedehnte Waldgebiet an der Septimerroute war hochmittelalterliches Neusiedlungsland des Klosters Churwalden. Im 13. Jahrhundert gründeten romanische Kolonisten in Parpan die ersten Hofsiedlungen. 1275 erscheinen die Vazer als Inhaber der Herrschaft Strassberg, nach 1338 die Toggenburger, Montforter und Matscher.<ref name="HLS" />

Das aus der Herrschaft Strassberg entstandene Gericht Churwalden mit der Nachbarschaft Parpan schloss sich 1436 dem Zehngerichtenbund an. 1649 wurden die österreichischen Rechte ausgekauft. Die Kapelle St. Peter gehörte zu Obervaz; St. Anna wurde Ende des 15. bzw. zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut. Die Pfarrei Parpan existiert seit 1517. Um 1560 erfolgte die Reformation.<ref name="HLS" />

Im 16. Jahrhundert war Parpan völlig germanisiert. Traditionelle Erwerbsquellen bildeten die Viehwirtschaft, der im Grenzbrief zwischen Churwalden und Obervaz von 1489 urkundlich erstmals<ref>Paul Fravi: Bergwerke und Bergbau in Graubünden. In: Verein für Bündner Kulturforschung (Hrsg.): Bündner Monatsblatt. Jg. 1978, Nr. 7-8, 1978, S. 3, doi:10.5169/seals-39823 (1978-07/08).</ref> bezeugte Kupfer- und Silberbergbau vom 15. bis 19. Jahrhundert, die Töpferei im 18. Jahrhundert, sowie der Transitverkehr.<ref name="HLS" /> Ab 1605 begann eine Genossenschaft zwischen dem aus Chur stammenden Münzmeister Peter Wegerich, dem Bergbaufachmann Hans Empel und dem Montanunternehmer Johann von Salis-Samedan (auch Gian Travers von Salis genannt<ref>Dolf Kaiser: Salis, Gian Travers (Samedan). In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Bern. SAGW Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, Bern, 6. Januar 2012, abgerufen am 8. Dezember 2025.</ref>) mit den Vorbereitungen, die Bergwerke bei den «roten Hörnern» (Parpaner Rothorn) auszubeuten.<ref name=":0">Peter Conradin von Planta: Die Bergwerksunternehmungen des Johann von Salis (1546-1624). In: Historische Gesellschaft Graubünden, Chur (Hrsg.): Jahrbuch. Band 130, 2000, S. 53 f.</ref><ref>Bergbauforschung Graubünden | Martin Schreiber. Abgerufen am 7. Dezember 2025.</ref> Nachdem Wegerich aber bereits am 23. September 1605 in Chur verstorben war,<ref>Wegerich, Peter (1562–1605), Münzmeister. In: Biographisches Lexikon der Münzmeister und Wardeine, Stempelschneider und Medailleure (MMLO). Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften, Historisches Seminar, Ludwig-Maximilians-Universität München, 9. Dezember 2025, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref> löste sich die Genossenschaft 1606 auf. Darauf kam es am 21. Juni 1606 zur Bildung einer Gewerkschaft zwischen Salis, Agostino Losio und den Vettern Nicolò und Ottavio «Vertema-Franchi» (Vertemate-Franchi), alle aus «Plurs» (Piuro bei Chiavenna), die auch die Eisenerzbestände des Rothorns ausbeutete.<ref name=":0" />

1834 bis 1840 erfolgte der Bau der Fahrstrasse. Ende des 19. Jahrhunderts etablierte sich Parpan als Sommerkurort. Seit 1953 werden Skilifte betrieben.<ref name="HLS" />

Wappen

Wappen von Parpan
Wappen von Parpan
Blasonierung: „In Blau goldener Bergmannsschlägel, beseitet von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen

Das Werkzeug verweist auf den früheren Bergbau am Parpaner Rothorn, die Sterne auf die Zugehörigkeit zum Kreis Churwalden. Die Farben sind jene des Zehngerichtenbundes.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1623 1850 1900 1950 2000<ref name="HLS" /> 2009
Einwohner 220 92 62 89 263 242

1850 lebten 92 Personen in Parpan, 1900 waren es noch 62, 1950 wieder 89. Im Sog des benachbarten Sport- und Freizeitortes Lenzerheide nahm Parpan ab der Mitte des 20. Jahrhunderts einen stürmischen Aufschwung. Seit 1950 hat sich die Einwohnerzahl verdreifacht und liegt seit manchen Jahren konstant bei etwa 265 Personen.

Wirtschaft und Verkehr

Parpan liegt an der Hauptstrasse 3 und ist durch die Postautolinie Chur–Lenzerheide ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Tourismus

Die Gemeinde zählt zur Tourismusregion Lenzerheide. Vom Dorf ist der Einstieg in die Skigebiete beider Talflanken, Rothorn und Danis Stätz, möglich. In Parpan befindet sich auch das Ziel der nach dem Schweizer Skirennfahrer Silvano Beltrametti benannten Weltcuppiste. Seit dem Winter 2013/14 ist Parpan Teil des Skigebiets Arosa Lenzerheide.

Sehenswürdigkeiten

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Sonstiges

Parpan ist ein in Graubünden verbreiteter Nachname.

Literatur

Weblinks

Commons: Parpan – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="HLS"> Jürg Simonett: Parpan. In: Historisches Lexikon der Schweiz.Vorlage:HLS-Hinweis </ref> </references>

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