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Angola

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Angola (deutsch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />aŋˈgoːla], portugiesisch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɐŋˈgɔlɐ]; auf Kimbundu, Umbundu und Kikongo „Ngola“ genannt)<ref group="Anmerkung">In Angola selbst ist die Aussprache im Portugiesischen wie in den meisten afrikanischen Sprachen [<templatestyles src="IPA/styles.css" />aŋˈgɔːla]</ref> ist ein Staat im Südwesten Afrikas. Nationalfeiertag ist der 11. November, der Jahrestag der 1975 erlangten Unabhängigkeit. Angola grenzt an Namibia, Sambia, die Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo und den Atlantischen Ozean – die zu Angola gehörige Exklave Cabinda liegt im Norden zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo am Atlantik.

Der Name Angola leitet sich von dem Titel Ngola der Könige von Ndongo ab, einem östlich von Luanda gelegenen Vasallenstaat des historischen Kongoreiches. Die Region um Luanda erhielt diesen Namen im 16. Jahrhundert durch die ersten portugiesischen Seefahrer, die an der dortigen Küste anlandeten und ein Padrão, ein steinernes Kreuz als Zeichen der Inbesitznahme für den portugiesischen König, errichteten. Die Bezeichnung wurde Ende des 17. Jahrhunderts auf die Region um Benguela ausgedehnt, im 19. Jahrhundert dann auf das damals noch nicht umgrenzte Territorium, dessen koloniale Besetzung sich Portugal vornahm.

1961 begannen Kämpfe für die Unabhängigkeit, die 1975 gewonnen wurden. Seither beherrscht die Partei MPLA das Land autoritär; Korruption und Menschenrechtsverletzungen sind bis heute weit verbreitet.

Geografie

Geografische Lage

Die Republik Angola liegt zwischen 4° 22′ und 18° 02′ südlicher Breite sowie 11° 41′ und 24° 05′ östlicher Länge. Das Land gliedert sich grob in eine schmale Niederung entlang der Atlantikküste, die Gebirgsregion der angolanischen Großen Randstufe mit dem höchsten Berg Angolas, dem Môco (2619 m), und die zentralen Hochlandebenen (Planoalto) wie dem Hochland von Bié, das den größten Teil Angolas ausmacht und nach Süden hin niedriger wird. Der Osten Angolas wird vom Sambesi durchflossen. Die Landesfläche von Angola beträgt etwa das 3½-Fache der Fläche von Deutschland.

Klima

Angola ist in drei Klimazonen eingeteilt:

An der Küste und im Norden des Landes ist es tropisch, das heißt, es gibt das ganze Jahr hohe Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 °C, nachts ist es nur unwesentlich kühler. Von November bis April ist Regenzeit. Das Klima wird stark durch den kühlen Benguelastrom (17–26 °C) beeinflusst, sodass Nebel häufig ist. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 500 mm, im Süden kaum bei 100 mm jährlich.

Das Hochland im Zentrum und Süden des Landes ist gemäßigt-tropisch, es gibt vor allem im Winter deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. So liegen etwa in Huambo die Temperaturen im Juli zwischen 25 °C tagsüber und 7–8 °C nachts. Dazu kommt noch enorme Trockenheit. Ähnlich wie an der Küste ist die Regenzeit von Oktober bis April. Es fallen im Schnitt rund 1000 mm Regen pro Jahr.

Im Südosten des Landes ist es überwiegend heiß und trocken mit kühlen Nächten im Winter bzw. Hitze und gelegentlichen Niederschlägen im Sommer. Die Jahresniederschläge schwanken um 250 mm.

Hydrologie

Datei:Clima Angola Catchments.png
Die Klimazonen Angolas mit den Haupt-Einzugsgebieten (gepunktete Linien)

Den „Wasserturm“ des Landes bildet das Hochland von Bié. Von dort teilt sich Angola in 5 Haupteinzugsgebiete auf. Die beiden größten sind die des Kongo und des Sambesi. Zusammen entwässern sie über 40 % der Landesfläche. Die Flächen, die über den Okavango abfließen, liegen bei etwa 12 %. Somit entwässert gut die Hälfte des Landes über sehr große Einzugsgebiete aus dem Land hinaus. Hinzu kommen der Cuanza, mit ebenfalls etwa 12 %, und der Cunene mit knapp 8 %. Zu erwähnen ist noch das Cuvelai-Etosha-Einzugsgebiet, das nach Süden entwässert. Die restlichen knapp 20 % des Landes sind Küstenflüsse.<ref>On Africa’s River Basin Organisation – Source Book. (PDF) Abgerufen am 23. März 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Wasserressourcen im Süden Angolas haben für die Nachbarländer Botswana und Namibia große Bedeutung. Daher gründeten sie 1994 zusammen die Permanent Okavango River Basin Water Commission.

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Flora und Fauna

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Die Vegetation reicht klimabedingt von tropischem Regenwald im Norden und in Cabinda über Baumsavannen im Zentrum bis zur trockenen Grassavanne, die durchsetzt ist mit Euphorbien (Wolfsmilchgewächsen), Akazien und Affenbrotbäumen. Von Namibia ausgehend zieht sich entlang der Südwestküste ein Wüstenstreifen. Die Fauna Angolas ist reich an Wildtieren, es finden sich Elefanten, Flusspferde, Geparde, Gnus, Krokodile, Strauße, Nashörner und Zebras. Die Ausweitung der Landwirtschaft, aber auch die Zerstörungen durch die Bürgerkriege und der Handel mit Elfenbein gefährden das Überleben vieler Arten.

In Angola gibt es 13 Naturschutzgebiete (Nationalparks und Naturreservate) mit einer Gesamtfläche von 162.642 km², die 12,6 % des Staatsgebiets ausmachen.<ref>Angola aumenta áreas de conservação ambiental terrestre. In: angop.ao, 6. Februar 2019, abgerufen am 12. Mai 2019 (portugiesisch).</ref>

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Humangeografie – Städte

Im Jahr 2023 lebten 69 Prozent der Einwohner Angolas in Städten.<ref name="BevStadt">Urban population (% of total population). Weltbank, abgerufen am 3. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die größten Städte des Landes sind:<ref>Angola – Die größten Städte. CITY POPULATION, 20. April 2022, abgerufen am 3. Juli 2025.</ref>

Rang Stadt Einwohner
(Zensus 2014)
1 Luanda 6.759.313
2 Lubango 600.751
3 Huambo 595.304
4 Benguela 555.124
5 Cabinda 550.000
6 Malanje 455.000

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Bevölkerung

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In Angola gab es bisher erst zwei Volkszählungen in den Jahren 1970 und 2014. 2020 veröffentlichte das nationale Statistikamt eine Projektion. Demnach betrug die Bevölkerung 31,13 Millionen.<ref>Einwohnerzahlen der Provinzen von Angola gemäß den letzten Volkszählungen und neuesten amtlichen Projektionen. Abgerufen am 25. Januar 2021.</ref> Die Bevölkerung Angolas ist eine der am schnellsten wachsenden der Welt. Im Jahr 2021 betrug das Bevölkerungswachstum 3,2 %. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 5,2, die der Region Sub-Sahara-Afrika betrug 4,5.<ref>Fertility rate, total (births per woman). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 8. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 16,2 Jahren.<ref>World Population Prospects 2022 – Population Dynamics -Download Files. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, 2021, abgerufen am 8. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2023 waren 44,8 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre,<ref>Population ages 0-14 (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 8. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> während der Anteil der über 64-Jährigen 2,6 Prozent der Bevölkerung betrug.<ref>Population ages 65 and above (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 8. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ein akutes demografisches Problem mit unabsehbaren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen hat sich in Angola aus dem Kriegszustand ergeben, der sich über vier Jahrzehnte hingezogen hat.<ref group="Anmerkung">Anti-kolonialer Krieg 1961–1974, Entkolonisierungskonflikt 1974/75, Bürgerkrieg 1975–2002.</ref> Um das Jahr 2000 war ein erheblicher Teil der Landbevölkerung in die Städte, in unwegsame Gebiete (Berge, Wald, Sumpfland) oder ins benachbarte Ausland (Namibia, Botswana, Sambia, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo) geflohen. Entgegen allen Erwartungen ist es nach dem Friedensschluss nicht zu einem massiven Rückfluss gekommen. Zwar ist ein Teil der Bevölkerung in ihre Ursprungsorte zurückgekehrt, doch hat das Binnenland – wie die Erhebungen der letzten Jahre zeigen<ref>Siehe die weiter unten zitierte Untersuchung von Manuel Alves da Rocha.</ref>  – per Saldo sogar weiter an Bevölkerung verloren. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass sich die Wirtschaft mit Ausnahme der Landwirtschaft und der Förderung von Diamanten ganz überwiegend auf den Küstenstreifen konzentriert. Die Volkszählung von 2014 hat allerdings aufgedeckt, dass der Rückgang der ländlichen Bevölkerung trotz generell schlechter Lebensbedingungen weniger drastisch war als befürchtet; sie macht knapp über 60 % der Gesamtbevölkerung aus.<ref group="Anmerkung">Siehe den Artikel von Fernando Pacheco, einem sehr guten Kenner der Materie, in der angolanischen Zeitung Novo Jornal vom 15. Mai 2015.</ref>

Volksgruppen

Datei:Angola Ethnic map 1970-de.svg
Karte der Volksgruppen in Angola, 1970
Datei:Quimbo Estrada Luanda Uige.JPG
Ein „Quimbo“, ein typisches Dorf entlang der Überlandstraße Luanda-Uíge, Oktober 2008

Die meisten Angolaner sind Bantu und gehören drei Ethnien an: Mehr als ein Drittel sind Ovimbundu, ansässig auf dem Zentralhochland, dem angrenzenden Küstenstreifen und nunmehr ebenfalls stark präsent in allen größeren Städten auch außerhalb dieses Gebietes; ein knappes Viertel sind Ambundu (Sprache: Kimbundu), die in einem breiten Landstrich von Luanda bis Malanje überwiegen; schließlich gehören 10 bis 15 % den Bakongo an, einem Volk, das im Westen von Kongo-Brazzaville und der Demokratischen Republik Kongo sowie im Nordwesten Angolas angesiedelt ist und nunmehr auch in Luanda eine starke Minderheit darstellt.<ref name=":0">CIA World fact Book Angola. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Mai 2020; abgerufen am 20. Juni 2017.</ref>

Zahlenmäßig kleinere Volksgruppen sind die Ganguela, eigentlich ein Konglomerat aus kleineren Gruppen Ostangolas, dann Nyaneka-Nkhumbi im Südwesten, die zumeist Hirtenbauern sind, die Ovambo (Ambo) und Herero Südangolas (mit Verwandten in Namibia) sowie die Tshokwe (einschließlich der Lunda) aus dem Nordosten Angolas (und aus dem Süden der DR Kongo sowie dem Nordwesten Sambias), die im Verlaufe des letzten Jahrhunderts in kleinen Gruppen südwärts gewandert sind. Einige kleine Gruppen im äußersten Südwesten werden als Xindonga bezeichnet. Schließlich gibt es noch residuale Gruppen der Khoisan (San), die verstreut in Südangola leben und nicht zu den Bantu gehören.

Etwa 2 % der Bevölkerung sind mestiços, also Mischlinge von Afrikanern und Europäern. Die Portugiesen waren mit 320.000 bis 350.000 Menschen am Ende der Kolonialzeit die größte europäischstämmige Volksgruppe im Land.<ref>Gerald Bender, Stanley Yoder: Whites in Angola on the Eve of Independence: The politics of numbers. In: Africa Today. 21 (4) 1974, S. 23–37.</ref> Über die Hälfte von ihnen war im Lande geboren, nicht selten in der zweiten oder dritten Generation, und fühlte sich mehr Angola zugehörig als Portugal. Die anderen waren in der spätkolonialen Phase zugewandert oder als Angestellte/Beamte staatlicher Einrichtungen (einschließlich des Militärs) dorthin versetzt worden. Die meisten Portugiesen flohen kurz vor oder nach der Unabhängigkeitserklärung Angolas von Ende 1975 nach Portugal, Brasilien oder Südafrika, doch ist ihre Zahl inzwischen wieder auf rund 170.000 angewachsen,<ref>Portugal und Angola schalten von Krimi auf Kooperation nzz.ch, 19. September 2018, abgerufen am 15. Juni 2019.</ref> zu denen möglicherweise 100.000 andere Europäer sowie Latein- und Nordamerikaner hinzukommen.<ref>Franz-Wilhelm Heimer, Cristina Udelsmann Rodrigues, Carlos Manuel Lopes: Angola Country Report. In: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Bertelsmann Transformation Index 2010. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2010 (Text auf DVD). Siehe auch: BTI 2010 | Angola Country Report. In: bertelsmann-transformation-index.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. November 2011; abgerufen am 25. April 2019.</ref><ref>Jonas A. Müller: Angola als Migrationsziel in der portugiesischen Imagination. BA-Abschlussarbeit, Humboldt-Universität, Berlin 2013.</ref> Zu den Europäern kommt inzwischen eine große, auf etwa 300.000 Menschen geschätzte Gruppe von Chinesen, die im Zuge einer Immigrationswelle nach Afrika kamen und kommen.<ref>Dilma Estêves: Relações de cooperação China – África: O caso de Angola. Lissabon 2008; Chinas Griff nach Afrika. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Juni 2010; abgerufen am 9. August 2010.</ref> Im Jahre 2017 waren 2,1 % der Bevölkerung im Ausland geboren.<ref>Migration Report 2017. (PDF) UN, abgerufen am 30. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Origins and Destinations of the World’s Migrants, 1990–2017. In: pewglobal.org. 2017, abgerufen am 2. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bis 1974/75 lebten auch etwa 130 deutsche Familien (Angola-Deutsche) als Farmer oder Unternehmer im Land, vor allem in den Regionen um Huambo und Benguela; in der Stadt Benguela gab es seinerzeit sogar eine deutsche Schule. Fast alle haben seither aber das Land verlassen.

Die ethnischen Unterschiede haben, im Gegensatz zu anderen (afrikanischen und nicht afrikanischen) Ländern, in Angola nur in Maßen für gesellschaftlichen Zündstoff gesorgt. Als sich Bakongo, die in den 1970er Jahren in den Kongo-Kinshasa geflohen waren, bei ihrer Rückkehr in großer Zahl in Luanda niederließen, hat das zwar zu gegenseitigem „Fremdeln“ zwischen ihnen und den ansässigen Ambundu geführt, nicht aber zu massiven oder gar gewalttätigen Konflikten. Als sich im Bürgerkrieg Ambundu und Ovimbundu gegenüberstanden, bekam der Konflikt auf seinem Höhepunkt auch ethnische Untertöne; seit Frieden herrscht, sind diese deutlich abgeklungen. Bei Konflikten aller Art können solche Abgrenzungen aber wieder ins Spiel kommen. Außerdem ist das Problem der Rassenbeziehungen zwischen Schwarzen, Mischlingen und Weißen noch in keiner Weise ausgestanden, zumal es von der Politik her manipuliert wird und seinerseits die Politik bedingt.<ref>Siehe die Dissertation des angolanischen Historikers Fidel Raul Carmo Reis: Das politicas de classificação à classificações políticas (1950–1996): A configuração do campo político angolano. Contributo para o estudo das relações raciais em Angola. ISCTE-Instituto Universitário de Lisboa, Lissabon 2010.</ref>

Sprachen

Amtssprache in Angola ist Portugiesisch. Es wird zu Hause von 85 % der Bevölkerung in den Städten und von 49 % der Landbevölkerung gesprochen.<ref name="censo2014-51">Resultados Definitivos do Recenseamento Geral da População e Habitação de Angola. (PDF; 13,8 MB) Ergebnis der Volkszählung 2014. In: embajadadeangola.com. März 2016, S. 51, abgerufen am 20. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von allen afrikanischen Ländern hat sich Angola vermutlich die Sprache der ehemaligen Kolonialmacht am stärksten zu eigen gemacht. Fast alle der in Angola gesprochenen afrikanischen Sprachen gehören zur Bantu-Sprachfamilie. Davon am weitesten verbreitet sind das Umbundu, das von 23 % der Bevölkerung, besonders von der ethnischen Gruppe der Ovimbundu gesprochen wird, das Kikongo (8,24 %) der Bakongo, das Kimbundu (7,82 %) der Ambundu und das Chokwe (6,54 %) der Chokwe.<ref name="censo2014-51" /><ref>Seite 4: Gesellschaft & Kultur Angola. In: inwent.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2007; abgerufen am 25. Oktober 2018.</ref> Andere Sprachen sind Ngangela, Oshivambo (Kwanyama, Ndonga), Mwila, Nkhumbi, Otjiherero sowie das im 20. Jahrhundert von Rückwanderern aus dem Zaire eingeführte Lingala. In Angola werden insgesamt (je nach Einteilungskriterien) rund 40 verschiedene Sprachen/Dialekte gesprochen.<ref>Languages of Angola Ethnologue: Languages of the World, Fifteenth edition (englisch)</ref>

Religionen

Datei:Muxima pilgrimage.JPG
Wallfahrtskirche „Nossa Senhora da Conceição“ aus dem 16. Jahrhundert am Rio Kwanza, November 2009

In Angola gibt es knapp 1000 Religionsgemeinschaften.<ref>Fátima Viegas: Panorama das Religiões em Angola Independente (1975–2008). Ministério da Cultura/Instituto Nacional para os Assuntos Religiosos, Luanda 2008.</ref> Nach dem Zensus 2014 gehören den oft schon während der Kolonialzeit gegründeten protestantischen Kirchen 38,1 % der Bevölkerung an, während 41,1 % der Bevölkerung Anhänger der römisch-katholischen Kirche sind. Keiner Religionsgemeinschaft gehören 12,3 % der Einwohner an.<ref>Resultate des Zensus 2014 S. 52 (PDF; 14 MB)</ref>

Methodisten sind besonders im Gebiet von Luanda bis Malanje vertreten, Baptisten im Nordwesten und Luanda. In Zentralangola und den angrenzenden Küstenstädten ist vor allem die Igreja Evangélica Congregacional em Angola (Evangelisch-Kongregationalistische Kirche in Angola) vertreten. Aus der Kolonialzeit stammen auch verschiedene kleinere Gemeinschaften, so Lutheraner (z. B. in Südangola) und Reformierte (vor allem in Luanda).<ref>Lawrence W. Henderson: The Church in Angola: A river of many currents. Pilgrim Press. Cleveland/Ohio 1989; Benedict Schubert: Der Krieg und die Kirchen: Angola 1961–1991. Exodus, Luzern 1997.</ref> Dazu kommen Adventisten, neuapostolische Christen sowie (nicht zuletzt durch Einflüsse aus Brasilien) seit der Unabhängigkeit eine Vielfalt pfingstlich-charismatischer Freikirchen und die Zeugen Jehovas. Die neuen Gemeinschaften, darunter die als Wirtschaftsunternehmen organisierte „Igreja Universal do Reino de Deus“<ref>IURD Angola Online. Abgerufen am 6. März 2019.</ref> (IURD, Vereinigte Kirche des Reichs Gottes), die in Brasilien entstand und sich von dort aus in die anderen portugiesischsprachigen Länder ausbreitete, sind besonders in den größeren Städten vertreten und haben zum Teil erheblichen Zulauf.

Aufgrund von Einflüssen aus Südafrika und Namibia hat sich in den 2000er Jahren ein kleiner Ableger der anglikanischen Kirche des südlichen Afrika gebildet. Am 24. September 2021 gründete sich daraus die Anglikanische Kirche von Mosambik und Angola. Schließlich gibt es zwei christlich-synkretistische Gemeinschaften, die in der DR Kongo verwurzelten Kimbanguisten und die im kolonialen Angola entstandenen Tokoisten.<ref>Angola – Länderinformationsblätter. Schweizerisches Staatssekretariat für Migration, 1. Februar 1998, abgerufen am 14. März 2019.</ref>

Nur noch ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung hängt ausschließlich traditionellen Religionen an, aber unter den Christen finden sich nicht selten Bruchstücke von Vorstellungen, die aus diesen Religionen stammen.

Der Anteil der Muslime (fast alle sunnitisch) beträgt laut Zensus 2014 nur 0,4 Prozent. Er setzt sich aus Einwanderern aus verschiedenen, meist afrikanischen Ländern zusammen, die aufgrund ihrer Verschiedenartigkeit keine Gemeinschaft bilden. Saudi-Arabien bemühte sich um eine Ausbreitung des Islams in Angola. So kündigte es 2010 an, dass es in Luanda die Errichtung einer islamischen Universität finanzieren werde.<ref>O País Online (Luanda) Ausgabe vom 11. Oktober 2010.</ref> Im November 2013 wurde jedoch dem Islam und zahlreichen anderen Organisationen die Anerkennung als Religionsgemeinschaft verweigert, da sie nicht mit dem Christentum vereinbar seien. Zudem wurden Gebäude, die ohne Baugenehmigung errichtet worden waren, zum Abriss vorgesehen. Mehr als 60 Moscheen im Land wurden geschlossen.<ref>William Turvill: Angola bans Islam and shuts down all mosques across the country because it 'clashes with state religion of Christianity'. dailymail.co.uk vom 25. November 2013 (englisch), abgerufen am 6. März 2019.</ref><ref>Religion in Afrika – Angola geht gegen islamische Minderheit vor. In: spiegel.de. 26. November 2013, abgerufen am 22. April 2019.</ref>

Die katholische Kirche, die traditionellen protestantischen Kirchen und einige Freikirchen unterhalten soziale Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Mängel in der gesellschaftlichen oder staatlichen Versorgung auszugleichen. Die katholische Kirche und die traditionellen protestantischen Kirchen äußern sich gelegentlich zu politischen Fragen und finden dabei unterschiedliches Gehör.<ref>Siehe den Hirtenbrief der katholischen Bischofskonferenz von Angola und São Tomé und Príncipe vom März 2011, in O País vom 29. März 2011, opais.net.</ref>

Gesundheit

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Die Ernährungs- und Gesundheitssituation der angolanischen Bevölkerung ist – aus europäischer Perspektive – größtenteils katastrophal. Nur rund 30 % der Bevölkerung haben Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung und nur 40 % haben Zugang zu ausreichend reinem Trinkwasser. Jährlich sterben tausende Menschen an Durchfallerkrankungen oder Atemwegsentzündungen. Daneben sind Malaria, Meningitis, Tuberkulose und Erkrankungen durch Wurmbefall verbreitet. Die Infektionsrate mit HIV liegt nach Schätzungen von UNAIDS bei 2 %<ref>HIV and AIDS estimates (2014). In: unaids.org, abgerufen am 1. Oktober 2015 (englisch).</ref> und damit für die Region sehr niedrig. Als Grund hierfür wird die Abschottung des Landes während des Bürgerkrieges genannt.

Im Jahr 2021 betrugen die Gesundheitsausgaben des Landes 3,0 % des Bruttoinlandsprodukts.<ref>Current health expenditure (% of GDP). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 8. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2017 praktizierten in Angola 2,1 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner.<ref>Global Health Workforce statistics database. In: The Global Health Observatory. Weltgesundheitsorganisation, 2023, abgerufen am 8. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahr 1987 wurde ein erster großer Cholera-Ausbruch in Angola gemeldet, welcher 16.222 Fälle und 1.460 Todesfälle umfasste. Er begann am 8. April 1987 in der Provinz Zaire und breitete sich auf viele andere Gebiete einschließlich der Provinz Luanda aus. Nachdem die Zahl der Fälle zwischen Juli und Oktober zurückgegangen war, kam es ab November zu einem Anstieg. Die Cholera galt damit als endemisch, wobei die Ausbrüche 1988 in zahlreichen Provinzen weiter anhielten. Im Jahr 1988 wurden zwei Drittel der Cholerafälle in Afrika von Angola gemeldet (15.500 Fälle gegenüber 23.223 in ganz Afrika). Zwischen 1997 und 2005 wurde kein Cholerafall mehr gemeldet.<ref name="WHO International">WHO – World Health Organization. Website der WHO Global Task Force on Cholera Control. Abgerufen am 6. September 2020 (englisch).</ref>

Zwischen dem 13. Februar 2006 und dem 9. Mai 2007 erlebte Angola einen seiner schlimmsten Cholera-Ausbrüche in der Geschichte und meldete 82.204 Fälle mit 3092 verbundenen Todesfällen und einem Gesamt-Fall-Verstorbenen-Anteil (FVA) von 3,75 %. Der Höhepunkt des Ausbruchs wurde Ende April 2006 mit einer täglichen Inzidenz von 950 Fällen erreicht.<ref name="WHO International" />

Aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung ist die Zahl der Frauen, die während der Geburt sterben, extrem hoch. Die Lebenserwartung der Einwohner Angolas ab der Geburt lag 2022 bei 61,9 Jahren<ref name="LebErw">Life expectancy at birth, total (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 8. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (Frauen: 64,5<ref>Life expectancy at birth, female (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 8. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Männer: 59,4<ref>Life expectancy at birth, male (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 8. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Nachdem die Lebenserwartung von 2000 bis 2010 noch um 23 % angestiegen war, flachte der Anstieg in den vergangenen 10 Jahren auf 6 % ab.<ref name="LebErw" />

Bildungswesen

Datei:Kuito class.jpg
Schulklasse in Kuito

Während der Kolonialzeit wurde das Bildungswesen bis auf das letzte Jahrzehnt vernachlässigt und war stets ein Instrument der Kolonialpolitik.<ref>Elisete Marques da Silva: O papel societal do sistema de ensino na Angola colonial (1926–1975). In: Revista Internacional de Estudos Africanos. 16/17, 1992–1994, S. 103–120.</ref> Nach der Unabhängigkeit setzte ein systematischer Neubeginn ein, bei dem die Zusammenarbeit mit Kuba eine wichtige Rolle spielte.<ref>Christine Hatzky: Kubaner in Angola: Süd-Süd-Kooperation und Bildungstransfer 1976–1991. Habilitationsschrift in Geschichte, Universität Duisburg-Essen, 2009, 423 S.</ref> Der Bürgerkrieg behinderte diese Anstrengungen und führte vor allem in ländlichen Regionen zu einem eklatanten Lehrermangel.<ref>Issa Sikiti da Silva: Angola: A Decidedly Mixed Bag. In: chalkboard.tol.org. 3. Mai 2010, abgerufen am 12. Dezember 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Aufbau eines neuen Bildungswesens wurde insgesamt jedoch fortgesetzt, besonders in den Städten, in denen sich nach und nach die Hälfte der Bevölkerung konzentrierte. Seit dem Frieden 2002 wurden und werden große Anstrengungen unternommen, um die Situation zu verbessern und die enormen Defizite auszuräumen.<ref>Siehe etwa bei <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. (Archivversion).</ref> In der gleichen Zeit begann in Angola eine Schulreform mit der Absicht, die Inhalte der Schule für die Kinder relevanter zu machen und bessere Ergebnisse zu erzielen.

In Angola gehen weniger als zwei Drittel der Kinder im schulpflichtigen Alter zur Schule. In den Grundschulen wiederholen 54 % der Kinder eine oder mehrere Klassen. Wenn die Kinder die fünfte Klasse erreichen, gehen nur noch 6 % der Kinder ihrer Altersgruppe in die Schule. Dies hat auch mit dem Umstand zu tun, dass für die Versetzung in höhere Klassen ein gültiger Personalausweis vorzulegen ist, den viele nicht haben. Diese hohe Schulabbrecherquote entspricht dem Mangel an Schulen mit fünfter und sechster Klasse. 2015 betrug die Alphabetisierungsrate der erwachsenen Bevölkerung 71,1 % (Frauen: 60,2 %, Männer: 82,0 %)

Von der Bevölkerung >18 Jahre verfügen 47,9 % über keinen Schulabschluss, 19,9 % über einen Primarschulabschluss, 17,1 % über einen mittleren Schulabschluss (I ciclo do ensino secundário), 13,2 % über einen Sekundarschulabschluss (II ciclo do ensino secundário) und 2,0 % über einen Hochschulabschluss. Bei den 18–24-Jährigen liegen die Quoten bei 25 % (kein Schulabschluss), 34 % (Primarschulabschluss), 29 % (mittlerer Schulabschluss), 13 % (Sekundarschulabschluss) und 0 % (Hochschulabschluss).<ref>Resultate des Zensus 2014 S. 55 (PDF; 14 MB)</ref> Die Quote der Bevölkerung über 24 Jahre mit Hochschulabschluss ist von Provinz zu Provinz sehr unterschiedlich. Den höchsten Anteil verzeichnen Luanda (5,4 %) und Cabinda (3,8 %), den niedrigsten Cunene (0,6 %) und Bié (0,5 %).<ref>Resultate des Zensus 2014 S. 58 (PDF; 14 MB)</ref>

In Zusammenarbeit mit dem angolanischen Bildungsministerium betreibt die Hilfsorganisation Ajuda de desenvolvimento de Povo para Povo em Angola sieben Lehrerausbildungsstätten in Huambo, Caxito, Cabinda, Benguela, Luanda, Zaire und Bié, die sogenannten Escolas dos Professores do Futuro, an denen bis Ende 2006 mehr als 1000 Lehrer für den Einsatz in den ländlichen Gebieten ausgebildet wurden. Bis 2015 sollen acht weitere dieser Lehrerausbildungsstätten eingerichtet und 8000 Lehrer ausgebildet werden.<ref>Expansionsplan des Ministeriums mit ADPP (PDF; 1,9 MB) Ajuda de Desenvolvimento de Povo para Povo em Angola (ADPP, eine NGO)</ref>

Das Hochschulwesen bestand bis in die späten 1990er Jahre aus der staatlichen Universidade Agostinho Neto, deren etwa 40 Fakultäten über das ganze Land verteilt waren und sich insgesamt in einem schlechten Zustand befanden.<ref>Franz-Wilhelm Heimer, Paulo de Carvalho, Víctor Kajibanga: Angola. In: D. Teferra, P. Altbach (Hrsg.): African Higher Education: An International Reference Handbook. Bloomington & Indianapolis: Indiana University Press, 2003, S. 162–175.</ref> Daneben gab es nur noch die Universidade Católica de Angola (UCAN) in Luanda.

Inzwischen gibt es, vor allem in Luanda, eine wachsende Anzahl privater Universitäten. Dazu zählen unter anderem die Universidade Lusíada de Angola,<ref>0.io - This is a premium name. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Juni 2023; abgerufen am 11. November 2025.</ref> die Universidade Lusófona de Angola,<ref>Bem-vindo ao Ensino Lusófona — ENSINO LUSÓFONA. Abgerufen am 11. November 2025.</ref> und die Universidade Jean Piaget de Angola,<ref>Universidade Jean Piaget de Angola: Licenciaturas, Mestrados e Serviços Comunitários. Abgerufen am 11. November 2025.</ref> die allesamt eng mit den gleichnamigen Universitäten in Portugal verbunden sind. Mit Unterstützung einer Lissaboner Universität ist auch die Angola Business School entstanden.<ref>アフィリエイト 集客 コツ. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juli 2024; abgerufen am 11. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Rein angolanische Initiativen sind die Universidade Privada de Angola,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Universidade Privada de Angola (Memento vom 12. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref> die Universidade Metodista de Angola,<ref>Universidade Metodista de Angola</ref> die Universidade Metropolitana de Angola,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Universidade Metropolitana de Angola (Memento vom 1. Juli 2012 im Internet Archive)</ref> die Universidade Independente de Angola,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Universidade Independente de Angola (Memento vom 21. Mai 2019 im Internet Archive)</ref> die Universidade Técnica de Angola,<ref>Universidade Técnica de Angola</ref> die Universidade Gregório Semedo<ref>Universidade Gregório Semedo.</ref> die Universidade Óscar Ribas,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Universidade Óscar Ribas (Memento vom 26. April 2012 im Internet Archive)</ref> die Universidade de Belas<ref>Universidade de Belas. In: angolaformativa.com. Abgerufen am 7. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und das Instituto Superior de Ciências Sociais e Relações Internacionais.

Alle diese Universitäten sind in Luanda angesiedelt, obwohl einige auch „pólos“ genannte Außenstellen in anderen Städten haben, so die Universidade Privada de Angola in Lubango, die Universidade Lusófona de Angola in Huambo und die Universidade Jean Piaget in Benguela. Im Sinne einer Dezentralisierung des Hochschulwesens war es jedoch entscheidend, dass 2008/2009 aus der Universidade Agostinho Neto sechs Regionaluniversitäten mit je eigenem Namen ausgegliedert wurden, die die bestehenden Fakultäten übernahmen und meist weitere gründeten, und die innerhalb ihres jeweiligen Zuständigkeitsgebiets in anderen Städten „pólos“ einrichteten. In Benguela entstand so die Universidade Katyavala Bwila, in Cabinda die Universidade 11 de Novembro, in Huambo die Universidade José Eduardo dos Santos mit „pólo“ in Bié, in Lubango die Universidade Mandume ya Ndemufayo (siehe auch Mandume yaNdemufayo) mit „pólo“ in Ondjiva, in Malanje mit Saurimo und Luena die Universidade Lueij A’Nkonde und in Uíge die Universidade Kimpa Vita.

In den meisten Fällen waren die Namensgeber afrikanische Führungsfiguren aus vorkolonialer Zeit oder aus der Zeit des Primärwiderstands gegen die koloniale Eroberung. Sämtliche Universitäten haben mit Aufbauschwierigkeiten zu kämpfen. Der Zuständigkeitsbereich der Universidade Agostinho Neto wurde auf die Provinzen Luanda und Bengo beschränkt. Die qualitativen Unzulänglichkeiten des Hochschulwesens sind durch diese Entwicklung jedoch bislang nur teilweise überwunden worden. In Luanda haben aufgrund der Vielfalt der Universitäten einige von ihnen mit einer abnehmenden Nachfrage zu kämpfen.

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Geschichte

Datei:Queen Nzinga 1657.png
Königin Nzinga von Matamba verhandelt mit portugiesischen Kolonialherren

Die ersten Bewohner des heutigen Angola waren Khoisan, die ab dem 13. Jahrhundert weitgehend von Bantu-Volksgruppen verdrängt wurden.<ref>Bernardo Kessongo Menezes: Harmonização da grafia toponímica do município de Benguela. (PDF; 1,4 MB) Masterarbeit. In: run.unl.pt. Fakultät für Sozial- und Humanwissenschaften der Neuen Universität Lissabon, 12. Juni 2015, S. 24, 33, abgerufen am 6. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Abschnitt 2.1: Penetração dos Bantu em Angola. S. 24 unten rechts, bzw, S. 33 auf der Zählleiste oben links).</ref> 1483 begann die Errichtung portugiesischer Handelsposten an der Küste, vor allem in Luanda und dessen Hinterland,<ref>David Birmingham: Trade and Conflict in Angola. The Mbundu and their Neighbours under the Influence of the Portuguese. 1483–1790. Oxford 1966.</ref> ein Jahrhundert später auch in Benguela. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts begann die systematische Eroberung und Besetzung des heutigen Territoriums, die erst Mitte der 1920er Jahre abgeschlossen war.<ref>René Pélissier: Les guerres grises. Band I, Résistance et revoltes en Angola (1845–1941). Eigenverlag, Montamets/Orgeval 1977. 1885 wurde das heutige Cabinda als Portugiesisch-Kongo unter portugiesische Herrschaft gestellt.</ref>

Von der Mitte der 1920er Jahre bis Anfang der 1960er Jahre war Angola einem klassischen Kolonialsystem unterworfen. Die Kolonialmacht Portugal wurde von 1926 bis zur Nelkenrevolution 1974 von einer Militärdiktatur regiert (bis 1932 Carmona, bis 1968 Salazar, bis 1974 Caetano).<ref>Franz-Wilhelm Heimer: Der Entkolonisierungskonflikt in Angola. Weltforum Verlag, München 1979 und René Pélissier: La colonie du minotaure: Nationalismes et revoltes en Angola (1926–1961). Band II, Selbstverlag, Montamets/Orgenval 1978.</ref>

Die wichtigste ökonomische Grundlage Angolas waren bis zum Ende der Kolonialzeit die Landwirtschaft und Viehzucht, die sowohl in Großbetrieben europäischer Siedler als auch in den Familienbetrieben der Afrikaner stattfand. Die Förderung von Diamanten war für den Kolonialstaat von zentraler Bedeutung. Eine weitere wichtige Komponente war der Handel. Zu bescheidener Industrialisierung und Entwicklung des Dienstleistungssektors kam es erst in der spätkolonialen Phase, also in den 1960er und 1970er Jahren. In den 1950er Jahren wurden auf dem Festland Erdölvorkommen geortet, in den 1960er Jahren auch im Meer vor Cabinda, doch setzte erst ganz am Ende der Kolonialzeit eine Förderung größeren Ausmaßes ein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Petroleum Sector (Memento vom 3. Oktober 2015 im Internet Archive), Banco Kwanza Invest Online, abgerufen am 1. Oktober 2015.</ref>

In den 1950er Jahren begann sich nationalistischer Widerstand zu formieren, der 1961 in einen bewaffneten Befreiungskampf mündete (1960 – im „Afrika-Jahr“ – hatten 18 Kolonien in Afrika (14 französische, zwei britische, eine belgische und eine italienische) die Unabhängigkeit von ihren Kolonialmächten erlangt; siehe auch Dekolonisation Afrikas).

Ab 1962 führte Portugal deswegen einschneidende Reformen durch und leitete eine spätkoloniale Phase ein, die in Angola eine neue Situation schuf,<ref>Elisete Marques da Silva: O papel societal do sistema de ensino na Angola colonial, 1926–1974. Revista Internacional de Estudos Africanos (Lissabon), 16/17, 1992–1994, S. 103–130 (Wiederabdruck in Kulonga (Luanda), Sondernummer 2003, S. 51–82)</ref> den Unabhängigkeitskrieg jedoch nicht zum Erliegen brachte. Der Unabhängigkeitskrieg kam abrupt zu einem Ende, als am 25. April 1974 ein Militärputsch in Portugal die Nelkenrevolution auslöste sowie die dortige Diktatur zum Einsturz brachte und das neue demokratische Regime sofort mit der Entkolonisierung begann.

Der Umsturz in Portugal löste in Angola bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den Befreiungsbewegungen FNLA, MPLA und UNITA aus, deren ethnische Verwurzelung im Lande unterschiedlich war.<ref>Johanna Götz: Ethnische Grenzen und Frontlinien in Angola. Rüdiger Köppe, Köln 2002.</ref> In diese Auseinandersetzungen griffen die USA, Zaire (seit 1997 Demokratische Republik Kongo) und Südafrika (noch unter dem Apartheid-Regime) auf Seiten von FNLA und UNITA ein, die Sowjetunion und Kuba auf Seiten der MPLA. Letztere behielt die Oberhand und rief 1975 in Luanda die Unabhängigkeit aus, gleichzeitig FNLA und UNITA in Huambo.<ref>Eine detaillierte Rekonstruktion findet sich in Franz-Wilhelm Heimer: Der Entkolonisierungskonflikt in Angola. Weltforum Verlag. München 1979.</ref>

Die Gegenregierung von FNLA und UNITA löste sich zwar rasch auf, aber sofort nach der Unabhängigkeitserklärung setzte ein Bürgerkrieg zwischen den drei Bewegungen ein, aus dem die FNLA nach kurzer Zeit ausschied, während ihn die UNITA bis zum Tode ihres Anführers Jonas Savimbi im Jahre 2002 weiterführte. Gleichzeitig errichtete die MPLA ein politisch-ökonomisches Regime, das dem der damals sozialistischen Länder nachempfunden war.<ref>Siehe M. R. Bhagavan: Angola’s Political Economy 1975–1985. Nordiska Afrikainstitutet, Uppsala 1986. Philippe Le Billon: Angola’s economy of war. The role of oil and diamonds. In: African Affairs. Band 100, 2001, S. 55–80 und ders.: Thriving on war: The Angolan conflict and private business. In: Review of African Political Economy. 90, 2001, S. 629–652. Die konkreten Lebensbedingungen, die damals herrschten, illustriert Edith Laudowicz: Ich werde arbeiten und kämpfen: Frauen in Angola. In: dies. (Hrsg.): Befreites Land – befreites Leben? Frauen in Befreiungsbewegungen und Revolutionen. Pahl-Rugenstein, Köln 1987, S. 57–93.</ref> Bemerkenswert war die zivile Entwicklungshilfe Kubas während dieser Zeit.<ref>Siehe Christine Hartzky: Kubaner in Angola: Süd-Süd-Kooperation und Bildungstransfer 1976–1991. Oldenbourg, München 2012.</ref>

Dieses Regime wurde 1990/91 während einer Unterbrechung des Bürgerkriegs zugunsten eines Mehrparteiensystems aufgegeben.<ref>Leonid Futini: The collapse of the socialist state: Angola and the Soviet Union. In: W. Zartman (Hrsg.): Collapsed states: The disintegration and restoration of legitimate authority. Lynne Rienner, Boulder 1995, S. 143–156.</ref> Im September 1992 fanden Wahlen statt, an denen auch die UNITA teilnahm. Die MPLA erhielt 53,74 Prozent der Stimmen und 129 der 220 Parlamentssitze. Der Präsidentschaftskandidat der MPLA, José Eduardo dos Santos, erhielt 49,56 Prozent der Stimmen; gemäß der Verfassung wäre eine Stichwahl gegen Jonas Savimbi notwendig gewesen.

Daraus ergab sich eine bizarre Situation, die bis 2002 anhielt. Einerseits nahmen Vertreter der UNITA und der FNLA am Parlament und sogar der Regierung teil,<ref>Hermann Pössinger: Angola: ein Neuanfang? In: Peter Meyns (Hrsg.): Demokratie und Strukturreformen im portugiesischsprachigen Afrika. Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg 1992, S. 97–117.</ref> andererseits kämpfte der militärische Arm der UNITA nach der Wahl weiter. Das politische System entwickelte sich zu einer autoritären Präsidialdemokratie, während im Lande Zerstörungen zum Teil erheblichen Ausmaßes vor sich gingen.<ref>Margaret Anstee: Orphan of the Cold War: The inside story of the collapse of the Angolan peace process, 1992–1993. New York: St. Martin’s Press, 1996, Die Verquickung von Bürgerkrieg und Ölförderung analysieren George Jedrzy Frynas & Geoffrey Wood, Oil and war in Angola, Review of African Political Economy, 90, 2001, S. 587–606. Die internationale Dimension wird angesprochen in Dominic Johnson: Warlords außer Kontrolle: Angolas andauernde Tragödie und der Krieg in der Region, Blätter für deutsche und internationale Politik, 44 (3), 1999, S. 121–134.</ref>

Am 22. Februar 2002 entdeckte die Armee Jonas Savimbi im Osten des Landes und erschoss ihn. Danach stellte die UNITA den Kampf sofort ein.<ref>Zur Situation Angolas am Ende des Bürgerkriegs siehe die Bilanz angolanischer Autoren in Manuel Ennes Ferreira (Hrsg.): Angola à procura do seu passo. Sondernummer der Zeitschrift Política Internacional (Lissabon), 25/2002.</ref> Sie löste ihren militärischen Arm auf, der teilweise in die angolanische Armee übernommen wurde.<ref>Der Generalstabschef der Armee ist seit 2010 ein ehemaliger General der UNITA, Geraldo Ndunda</ref> Unter einem neuen Vorsitzenden, Isaias Samakuva, übernahm sie die Rolle einer normalen Oppositionspartei. Bei der Parlamentswahl im September 2008 erhielt die MPLA 81,64 % der Stimmen (UNITA 10,39 %, FNLA 1,11 %).

2002 begann der Wiederaufbau der zerstörten Städte, Dörfer und Infrastruktur. Dank der Erdölförderung und des zeitweise hohen Ölpreises gab es dafür genug Devisen. Die regierende Gruppe um den Präsidenten nutzte dies aber auch zur starken eigenen Bereicherung, ein Beispiel für die herrschende Kleptokratie.<ref>Bernd Dörries: Angola: Europa muss auf der Seite der Hungernden stehen. Abgerufen am 16. Juli 2021.</ref>

Eine im Januar 2010 verabschiedete neue Verfassung<ref>Uni Bern, siehe auch englische Wikipedia und wipo.int</ref> hat die Stellung der MPLA und besonders des Staatspräsidenten gestärkt. Vom Typ der Regierungslehre handelt es sich um ein autoritäres Präsidialsystem. Seit 2017 ist João Lourenço Präsident und scheint teilweise mit der Korruption seines Vorgängers aufzuräumen, obwohl dieser noch Vorsitzender der Regierungspartei ist und Lourenço sein Stellvertreter. Im Dezember 2019 wurde das auf 2,2 Milliarden US-Dollar geschätzte Vermögen von Isabel dos Santos, der Tochter des alten Präsidenten, eingefroren und entzogen.<ref>Isabel dos Santos – Einst reichste Frau Afrikas hat Angolas Regierung nun gegen sich. 25. April 2021, abgerufen am 16. Juli 2021.</ref>

Politik

Politisches System

Datei:João Lourenço 2023.jpg
João Lourenço Präsident von Angola

Zurzeit ist die politische Macht auf die Präsidentschaft konzentriert. Die Gouverneure der 21 Provinzen werden vom Präsidenten ernannt und handeln nach seinen Vorstellungen. Das Verfassungsrecht von 1992 begründet die wesentlichen Merkmale der Regierungsstruktur und nennt die Rechte und Pflichten der Bürger. Das Rechtssystem, das auf dem portugiesischen Recht und dem Gewohnheitsrecht basiert, ist schwach und bruchstückhaft. Gerichte sind nur in zwölf von mehr als 140 Stadtverwaltungen tätig. Das oberste Gericht dient als Rechtsmittelinstanz. Ein Verfassungsgericht – mit der Fähigkeit einer unparteiischen Bewertung – wurde bis 2010 nicht ernannt, obwohl es das Gesetz vorsieht. Seit 2017 ist João Lourenço Präsident.

Die 2010 vom Parlament angenommene Verfassung hat die autoritären Züge des politischen Systems nochmals verschärft. Die Präsidentschaftswahl wurde abgeschafft und der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende derjenigen Partei, die bei den Parlamentswahlen die meisten Stimmen erhält, sind automatisch Staatspräsident bzw. Vizepräsident. Der Staatspräsident kontrolliert über verschiedene Mechanismen sämtliche Staatsorgane, einschließlich des nunmehr geschaffenen Verfassungsgerichts; von einer Gewaltenteilung kann man infolgedessen nicht sprechen. Es handelt sich also nicht mehr um ein Präsidialsystem, wie es das etwa in den USA oder Frankreich gibt, sondern um ein System, das verfassungsrechtlich in dieselbe Kategorie fällt wie die Herrschaft Napoleons, das korporative System António de Oliveira Salazars nach der portugiesischen Verfassung von 1933, die brasilianische Militärregierung nach der Verfassung von 1967/1969 sowie verschiedene autoritäre Regime im gegenwärtigen Afrika.<ref>Vgl. das ausführliche Fachgutachten des bekannten portugiesischen Verfassungsrechtlers Jorge Miranda, das unbestritten geblieben ist: Jorge Miranda: A Constituição de Angola de 2010. veröffentlicht in der Zeitschrift O Direito (Lissabon), 142. Jahrgang, 2010 – 1 (Juni).</ref>

Der 27 Jahre andauernde Bürgerkrieg in Angola hat die politischen und gesellschaftlichen Einrichtungen des Landes stark beschädigt. Die UN vermutet, dass es in Angola 1,8 Millionen Flüchtlinge gab. Mehrere Millionen Menschen waren direkt von Kriegshandlungen betroffen. Täglich spiegelten die Lebensbedingungen im ganzen Land, besonders in Luanda (durch immense Landflucht ist die Hauptstadt auf über fünf Millionen Einwohner angewachsen), den Zusammenbruch der Verwaltungsinfrastruktur und der vielen gesellschaftlichen Einrichtungen wider. Krankenhäuser hatten oft weder Medikamente noch eine Grundausstattung, Schulen hatten keine Bücher, und Angestellte im öffentlichen Dienst besaßen keine Ausstattung, um ihrer täglichen Arbeit nachzugehen. Seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahre 2002 sind massive Bemühungen um Wiederaufbau unternommen worden, doch finden sich dessen Spuren überall im Lande. Die vielfältigen Probleme und Möglichkeiten des Wiederaufbaus werden in großer Ausführlichkeit beschrieben vom Angolaportugiesen José Manuel Zenha Rela.<ref>Siehe sein Angola: O futuro já começou, Luanda: Nzila, 2005. Eine kritische Bilanz zieht einige Jahre später Didier Péclard (Hrsg.): L’Angola dans la paix: Autoritarisme et reconversions, Sondernummer der Zeitschrift Politique africaine, 110, 2008.</ref>

Die zwei einflussreichsten Gewerkschaften sind:

  • UNTA (União Nacional dos Trabalhadores Angolanos; „Nationale Union der angolanischen Arbeiter“)
  • CGSILA (Confederação Geral dos Sindicatos Independentes e Livres de Angola; „Allgemeiner Bund der freien und unabhängigen Gewerkschaften Angolas“)

Parlament

Datei:National Assembly Building (19898889148).jpg
Gebäude der Nationalversammlung

Am 5. und 6. September 2008 wählten die Angolaner erstmals seit Ende des Bürgerkrieges eine neue Nationalversammlung. Die jüngsten Wahlen fanden am 24. August 2022 statt. Nachdem sich die größte Oppositionspartei UNITA mit dem Demokratischen Block (Bloco Democrático, BD) und dem Projekt PRA-JA Servir Angola im Oktober 2021 zu einem Wahlbündnis unter dem Namen „Frente Patriótica Unida“ (FPU, „Vereinte Patriotische Front“) zusammengeschlossen hatte,<ref>Borralho Ndomba: Frente Patriótica pede mais tempo para registo eleitoral. In: Deutsche Welle. 30. März 2022, abgerufen am 10. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wurden der Opposition gute Chancen eingeräumt, erstmals die regierende MPLA abzulösen. Im Vorfeld der Wahl ging die Regierung jedoch gezielt mit Hausdurchsuchungen und Verhaftungen gegen Oppositionelle vor, die von „Hexenjagd“ und Willkür sprachen. Die Regierung warf den Oppositionsparteien vor, die Bevölkerung aufzuhetzen und machte sie für Straßenproteste und Angriffe auf MPLA-Büros verantwortlich.<ref>Antonio Cascais: Angola im Wahljahr: Hexenjagd auf Oppositionelle. In: Deutsche Welle. 31. März 2022, abgerufen am 2. April 2022.</ref> Nach der Wahl zweifelte die UNITA das vorläufige Wahlergebnis an und forderte eine internationale Kommission zur Überprüfung der Wahlzettel. Die Wahlkommission von Angola billigte jedoch am 29. August das endgültige Wahlergebnis, nach dem die MPLA mit rund 51 % die Mehrheit der Stimmen gewonnen habe, die UNITA erhielt demnach rund 44 %. Auch bei den umstrittenen, nachgezählten Stimmen habe die Regierungspartei die Mehrheit gewonnen. Sie erhielt allerdings eine Million Stimmen weniger als bei den Wahlen 2017.<ref>Comissão eleitoral de Angola aprova resultado final: MPLA ganha mais de metade dos votos reclamados publico.pt, 29. August 2022, abgerufen am 29. August 2022 (portugiesisch)</ref>

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 85,6 von 120 38 von 179 Stabilität des Landes: große Warnung
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024<ref>Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2024, abgerufen am 2. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Demokratieindex 4,05 von 10 107 von 167 Hybridregime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2024<ref>The Economist Intelligence Unit’s Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, 2024, abgerufen am 2. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Freedom in the World Index 28 von 100 Freiheitsstatus: unfrei
0 = unfrei / 100 = frei
2024<ref>Countries and Territories. Freedom House, 2025, abgerufen am 2. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rangliste der Pressefreiheit 52,7 von 100 100 von 180 Schwierige Lage für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2025<ref name="RangPres">Rangliste der Pressefreiheit. Reporter ohne Grenzen, 2025, abgerufen am 2. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 32 von 100 121 von 181 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2024<ref>CPI 2024: Tabellarische Rangliste. Transparency International Deutschland e. V., 2025, abgerufen am 2. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Menschenrechte

Nach den Nationalversammlungswahlen 2017 haben sich unter dem neuen Präsidenten João Lourenço die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit verbessert. Die staatlichen Medien berichten freier und unabhängiger, deren Führungspersonal, das aus hohen Funktionären der Regierungspartei MPLA bestand, wurde ausgetauscht und Verträge mit Medienunternehmen, die Familienangehörigen des ehemaligen Präsidenten gehörten und als Sprachrohr der Partei agierten, wurden gekündigt. Bereits während des Wahlkampfs berichteten die Medien über die Wahlauftritte der Opposition und alle Parteien erhielten Sendezeit im staatlichen Fernsehen. Auch die Versammlungsfreiheit wurde weitgehend gewährleistet. Seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten gibt es keine Erkenntnisse über Verurteilungen oder Verhaftungen regierungskritischer Journalisten.<ref>Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (PDF; 388 kB) S. 5, Deutscher Bundestag, 3. Dezember 2018, abgerufen am 7. Oktober 2019.</ref>

Homosexualität ist in Angola seit 2018 nicht mehr strafbar. Die Diskriminierung auf Basis der sexuellen Orientierung wurde verboten. Arbeitgeber, die sich weigern, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung einzustellen, können mit einer Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden.<ref>Angola: Homosexualität ohne Strafe dw.com, 8. Februar 2019.</ref> Gleichgeschlechtliche Beziehungen waren in Teilen der Gesellschaft lange tabuisiert.

„Weltweit ist die Vorstellung in Umlauf, dass Angola große demokratische Fortschritte macht. In Wirklichkeit werden die Menschen mit anderen Ideen (als jene der Regierung) verfolgt und festgenommen. Das Kundgebungsrecht existiert nicht“, klagte David Mendes von der Organisation „Associação Mãos Livres“ (Vereinigung der Freien Hände). China bekomme immer mehr Einfluss in Angola.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Request for Information on Chinese Engagement in Angola and Potential Areas for Cooperation. (Memento vom 22. Dezember 2010 im Internet Archive) Wikileaks: Cablegate, (ID:10LUANDA84) Kabel vom 26. Februar 2010, veröffentlicht am 8. Dezember 2010; abgerufen am 19. Dezember 2010.</ref> „Und jeder weiß, dass China die Menschenrechte nicht respektiert“, sagte Mendes.<ref>Clinton würdigt Wiederaufbau von Angola. In: focus.de. 9. August 2009, abgerufen am 30. November 2019.</ref><ref>Afrika-Besuch – USA wollen Beziehungen zu Südafrika intensivieren. In: tagesspiegel.de, 9. August 2009, abgerufen am 3. Mai 2020.</ref>

Beobachter im Land schätzen die Rahmenbedingungen der Lebensumstände in Angola als potenziell gewalttätig ein. Der historische Verlauf vom gewaltorientierten Handeln der ehemaligen portugiesischen Staatsmacht im Kolonialkrieg bis zur staatlichen Unabhängigkeit im Jahre 1975, ein darauf folgender 30-jähriger Bürgerkrieg und extrem ungesicherte soziale Verhältnisse mit bewaffneten Lokalkonflikten bis in die Gegenwart hat große Teile der angolanischen Bevölkerung an Gewaltwillkür von jeglichen Seiten im Alltag gewöhnt. Im Verlauf der jüngeren Landesgeschichte wurde die Achtung des individuellen Menschenlebens beeinträchtigt und es entspricht inzwischen den Alltagserfahrungen vieler Bürger, dass nur die Ziele die Mittel rechtfertigten würden.<ref name="makaangola.org">Rafael Marques de Morais: Angola's killing fields. A Report on extrajudicial executions in Luanda 2016-1017, S. 14, online auf www.makaangola.org (englisch, PDF-Dokument S. 15)</ref>

Aussagen in Medien, die Hinrichtungen unterstützen, zeigen, dass unter der Bevölkerung das „physische Aussterben“ mutmaßlicher oder tatsächlicher Krimineller begrüßt wird. Eine Orientierung auf rechtsstaatliche Standards ist nur schwach vorhanden, wie zum Beispiel auf das Recht auf Leben. Populistische Meinungsbildungen, ebenso von und in Behörden verbreitet, nutzen die gefühlte Angst der Bevölkerung vor Verbrechen, um die angolanischen Bürger von rechtsstaatlichen Denkweisen fernzuhalten, sich von Menschenrechten zu distanzieren oder ihre Bürgerrechte im Lebensalltag nicht einzufordern. Zu dieser Entwicklung gehen regional auftretende Vorfälle parallel einher, bei denen es zu Überfällen und Morden unter der Zivilbevölkerung kommt, auf die keine Aufklärung und keine strafrechtlichen Konsequenzen für die Täter folgen. Diese Alltagserfahrungen stehen im Widerspruch zu den politischen Proklamationen der angolanischen Regierung zugunsten von vermeintlich garantierten rechtsstaatlichen Normen im Land.<ref name="makaangola.org" />

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Außenpolitik

Angola ist seit 1976 Mitglied der Vereinten Nationen, seit 1996 Mitglied der WTO<ref>Der Fischer Weltalmanach 2008, Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2007, ISBN 978-3-596-72008-8.</ref> und seit 2007 bei der OPEC sowie Gründungsmitglied der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC, als auch bei der AU (Afrikanische Union) und der CPLP, der Gemeinschaft der Staaten portugiesischer Sprache.

Militär

Die Streitkräfte Angolas unterhalten ein etwa 107.000 Mann starkes Militär, die Forças Armadas Angolanas (FAA). Angola gab 2020 knapp 1,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,04 Mrd. US-Dollar für seine Streitkräfte aus.<ref name=":IISS">International Institute for Strategic Studies: The Military Balance 2021. 121. Auflage. Taylor and Francis, 2021, ISBN 978-1-03-201227-8, S. 448–449.</ref> Die Ausgaben für Verteidigung gehören damit zu den höchsten in ganz Afrika. Es gibt drei Teilstreitkräfte: Heer, Marine sowie Luftwaffe und Luftabwehrkräfte, wovon das Heer zahlenmäßig die größte darstellt. Militärisches Gerät stammt hauptsächlich aus der ehemaligen Sowjetunion. Kleine Kontingente sind in der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo stationiert. Generalstabschef ist der General Egídio de Sousa Santos.<ref name=":allafrica">Angola: Armed Forces Chief Calls On Navy for Commitment. all Africa, 5. Mai 2021, abgerufen am 25. Mai 2021.</ref>

Verwaltungsgliederung

Angola gliedert sich in 21 Provinzen (portugiesisch: províncias, Singular – província):

Provinz Hauptstadt Einwohnerzahl

2020<ref name=":1">Angola: Verwaltungsgliederung (Provinzen und Municípios) – Einwohnerzahlen, Grafiken und Karte. Abgerufen am 15. Januar 2021.</ref>

Provinz Hauptstadt Einwohnerzahl

2020<ref name=":1" />

Karte
Bengo Caxito 465.000 Huíla Lubango 3.000.000 <imagemap>

Bild:Angola, administrative divisions - de - colored (2024).svg|190px|Karte

poly 45 1272 117 1269 203 1244 261 1291 680 1281 761 1359 846 1342 939 1336 1242 1291 1263 1296 1259 1333 1189 1380 1160 1344 941 1376 927 1386 88 1384 Namibia poly 1215 648 1229 859 1036 860 1030 1166 1164 1297 1262 1281 1260 707 1245 701 1247 675 Sambia poly 20 0 81 92 166 28 196 60 221 81 246 36 322 16 315 78 369 73 389 19 419 13 417 2 Republik Kongo poly 101 161 122 199 182 168 522 170 614 383 721 368 781 380 770 332 804 325 785 282 838 273 871 260 902 263 901 305 1019 307 1019 353 1024 382 1037 434 1026 501 1024 542 1052 575 1055 643 1051 664 1051 682 1078 670 1134 665 1188 654 1234 662 1263 676 1253 702 1262 710 1262 1 424 6 408 31 384 26 339 80 309 72 305 22 242 38 242 73 218 80 186 52 137 87 137 159 Demokratische Republik Kongo poly 933 1385 933 1368 992 1368 1137 1337 1188 1384 1256 1336 1263 1334 1262 1386 Botswana poly 70 87 74 166 139 160 131 99 190 50 161 25 Provinz Cabinda poly 88 193 155 367 273 338 258 277 366 226 369 199 348 171 184 164 Provinz Zaire poly 199 504 173 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624 Provinz Cuanza Sul poly 467 333 521 309 543 357 566 313 607 380 622 429 623 488 581 506 625 564 681 575 673 604 699 614 724 646 729 706 676 715 653 712 632 688 620 731 608 736 589 680 586 650 530 629 508 610 496 578 482 546 459 530 404 533 379 534 379 515 401 491 418 486 437 483 435 449 431 437 432 423 444 416 458 397 478 386 476 365 Provinz Malanje poly 611 390 661 385 708 367 722 367 726 376 782 376 779 341 803 328 793 309 800 284 865 284 870 272 904 267 898 302 1016 307 1022 323 1009 358 1027 402 1011 423 992 418 969 443 960 429 921 439 914 457 879 478 881 501 856 517 837 524 837 543 812 559 798 527 777 531 784 554 749 575 733 557 717 552 712 538 694 536 668 557 643 557 620 552 604 536 592 506 604 497 613 478 611 423 Provinz Lunda Norte poly 731 666 712 638 717 626 703 601 717 575 717 554 731 554 745 573 779 554 779 536 798 527 810 559 823 554 835 545 835 529 877 501 877 478 909 466 911 439 958 429 974 443 997 420 1011 427 1011 411 1025 411 1025 434 1016 501 1018 529 1032 554 1046 557 1064 596 1057 624 1006 626 997 654 997 675 969 686 932 709 863 691 810 691 766 705 768 689 742 677 Provinz Lunda Sul poly 1032 1163 1032 902 1025 888 1009 885 946 839 923 830 928 809 937 781 928 756 918 730 888 709 888 698 860 689 805 691 784 705 754 707 735 751 735 765 719 786 701 788 687 814 687 828 671 844 673 851 659 867 666 885 650 890 654 915 703 934 722 948 738 990 768 994 763 973 789 976 812 999 844 1034 872 1045 900 1047 932 1052 972 1084 1018 1154 Provinz Moxico poly 1029 902 1029 860 1222 858 1210 846 1215 818 1235 802 1228 786 1219 777 1219 735 1222 705 1222 654 1205 666 1173 659 1141 675 1108 677 1080 670 1078 679 1060 686 1046 654 1060 642 1055 628 1041 626 1013 628 999 661 1006 677 985 679 960 689 941 707 898 696 893 705 907 716 925 735 928 756 937 774 932 795 935 823 925 834 946 841 997 885 Provinz Moxico Leste poly 400 718 400 758 370 769 372 812 356 828 368 886 413 910 427 931 459 898 524 895 510 833 496 810 524 770 511 734 476 707 Provinz Huambo poly 131 912 130 864 242 733 284 747 296 764 318 742 348 775 365 781 372 803 352 823 376 902 357 917 334 922 318 915 307 943 294 946 246 935 228 935 220 936 208 920 216 911 193 904 186 912 Provinz Benguela poly 461 661 436 708 489 712 517 768 499 795 498 819 512 834 502 957 553 957 600 994 662 909 769 688 735 664 729 697 611 733 588 647 523 629 Provinz Bié poly 97 896 204 908 236 953 232 1014 208 1048 196 1072 233 1100 241 1161 208 1198 210 1230 212 1248 135 1276 38 1273 52 1071 Provinz Namibe poly 229 936 245 999 225 1034 201 1060 218 1091 236 1124 219 1193 263 1189 327 1131 382 1144 390 1165 429 1085 476 1086 502 1077 531 1056 510 978 508 895 464 895 434 916 419 937 407 911 387 893 359 901 336 917 316 914 303 935 Provinz Huíla poly 207 1244 192 1198 215 1172 264 1185 326 1139 362 1127 398 1161 441 1075 500 1072 523 1062 556 1087 580 1114 604 1163 594 1189 572 1245 575 1263 578 1277 299 1282 280 1296 253 1274 239 1261 Provinz Cunene poly 1166 1304 1141 1297 1046 1193 1025 1165 979 1096 953 1071 911 1052 858 1047 816 1010 793 980 768 976 763 992 747 985 738 987 747 1013 717 1022 733 1073 726 1096 735 1108 759 1112 759 1140 756 1177 747 1189 763 1223 800 1253 826 1288 819 1307 835 1332 874 1332 916 1341 953 1334 976 1344 Provinz Cuando poly 580 1283 590 1270 578 1242 587 1205 599 1184 597 1135 576 1108 530 1066 523 1029 511 1017 504 957 553 955 557 969 585 987 599 964 617 955 631 946 631 929 648 922 680 922 719 950 726 973 738 990 745 1015 715 1022 722 1059 729 1098 731 1112 759 1112 761 1138 754 1175 742 1186 763 1226 830 1288 810 1307 835 1327 821 1332 807 1327 789 1327 770 1323 745 1323 717 1311 687 1283 Provinz Cubango </imagemap>

Benguela Benguela 2.610.000 Luanda Luanda 8.525.000
Bié Cuito 1.765.000 Lunda Norte Dundo 1.030.000
Cabinda Cabinda 850.000 Lunda Sul Saurimo 650.000
Cuando Mavinga 2 Malanje Malanje 1.175.000
Cuanza Norte N’dalatando 525.000 Moxico Luena 1
Cuanza Sul Sumbe 2.253.000 Moxico Leste Cazombo 2
Cubango Menongue 2 Namibe Moçâmedes 610.000
Cunene Ondjiva 1.195.000 Uíge Uíge 1.760.000
Huambo Huambo 2.470.000 Zaire Mbanza Kongo 720.000
Icolo e Bengo Catete 2

1 Die Provinz wurde zum 5. September 2024 geteilt, neue Daten wurden noch nicht veröffentlicht
2 Die Provinz entstand zum 5. September 2024, neue Daten wurden noch nicht veröffentlicht.

Diese 21 Provinzen untergliedern sich weiter in 326 Municípios, 378 Kommunen und 27.641 Örtlichkeiten (Localidades).<ref>Lei n.º 14/24 – Lei da Divisão Político-Administrativa, Portal da Legislação Angolana (angolex.com), abgerufen am 31. März 2025.</ref><ref>Resultate der Volkszählung 2014 S. 28 (PDF; 14 MB)</ref>

Wirtschaft

Allgemein

Datei:GDP per capita development of Angola.svg
Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 115 Milliarden US-Dollar (2024)<ref name="BIP IMF" /> ist Angola nach Südafrika, Nigeria und Äthiopien die viertgrößte Volkswirtschaft Subsahara-Afrikas. Gleichzeitig lebt ein großer Teil der Bevölkerung in Armut.<ref>„Viele Menschen werden in die Armut zurückfallen“. In: domradio.de. 11. Mai 2009, abgerufen am 27. Mai 2009.</ref>

Angolas Wirtschaft leidet unter den Folgen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs. Dank seiner Bodenschätze – vorrangig der Ölvorkommen und Diamantenabbau – gelang dem Land jedoch während der letzten Jahre ein großer wirtschaftlicher Aufschwung. Das Wirtschaftswachstum Angolas ist im Jahr 2019 das größte in Afrika. Allerdings kommen die Einkünfte aus den Rohstoffvorkommen nicht bei dem Großteil der Bevölkerung an, sondern bei korrupten Nutznießern innerhalb der politisch und ökonomisch Herrschenden des Landes sowie einer sich langsam bildenden Mittelschicht. Der Mittelschicht gehörten 2015 nur 4,4 Millionen der damals 26 Millionen Einwohner an.<ref>Meet The Angolan Fast Fashion Retailer That's Ready To Take Over Europe forbes.com, 29. Oktober 2015, abgerufen am 28. Juli 2019.</ref> Ein großer Teil der Bürger ist arbeitslos und etwa die Hälfte leben unterhalb der Armutsgrenze, wobei es drastische Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Eine Erhebung des Instituto Nacional de Estatística von 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass auf dem Lande rund 58 % als arm zu betrachten waren, in den Städten jedoch nur 19 %, insgesamt 37 %.

In den Städten, in denen sich inzwischen mehr als 50 % der Angolaner zusammenballen, ist die Mehrheit der Familien auf Überlebensstrategien angewiesen.<ref>Siehe Cristina Udelsmann Rodrigues: O Trabalho Dignifica o Homem: Estratégias de Sobrevivência em Luanda. Lissabon: Colibri: 2006</ref> Dort wird auch die soziale Ungleichheit am deutlichsten greifbar, insbesondere in Luanda.<ref>Siehe etwa Luanda: A vida na cidade dos extremos. In: Visão, 11/11/2010, S. 88–106.</ref> Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zählt Angola zu den Ländern mit mittlerer menschlicher Entwicklung.<ref name="HDI" />

Die Arbeitslosigkeit liegt landesweit bei 24,2 %, wobei es kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Große Unterschiede sind jedoch zwischen den Provinzen zu verzeichnen. Während die Arbeitslosigkeit in Lunda Sul (43 %), Lunda Norte (39 %), Luanda (33 %) und Cabinda (31 %) am höchsten ist, liegt sie in Namibe und Huíla (17 %), Malanje (16 %), Cuanza Sul und Benguela (13 %) am niedrigsten.<ref>Resultate Zensus 2014 S. 63–64 (PDF; 14 MB)</ref>

Datei:Marginal Avenida 4 de Fevreiro Luanda March 2013 03 (cropped).JPG
Neubauten in Luanda

Die wichtigsten Handelspartner für den Export von Gütern und Rohstoffen sind die USA, China, Frankreich, Belgien und Spanien. Importpartner sind überwiegend Portugal, Südafrika, USA, Frankreich und Brasilien. 2009 entwickelte sich Angola für Portugal zum größten Exportmarkt außerhalb Europas, und rund 24.000 Portugiesen übersiedelten in den letzten Jahren nach Angola, suchten dort Beschäftigung oder gründeten Unternehmen.<ref>Raphael Minder: Portugal Turns to Former Colony for Growth. In: nytimes.com. 14. Juli 2010, abgerufen am 29. Oktober 2020 (englisch).</ref> Erheblich wichtiger ist jedoch die Präsenz Chinas in Form einer ganzen Reihe großer Unternehmen.<ref>Sabine Fandrych: China in Angola: Nachhaltiger Wiederaufbau, kalkulierte Wahlkampfhilfe oder globale Interessenpolitik. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2006.</ref> Nach dem Ende des Bürgerkriegs 2002 ersuchte Angola bei China einen Kredit von 60 Milliarden US-Dollar für Infrastrukturmaßnahmen wie Eisenbahn-, Straßen-, Wohnungs- und Krankenhausbau. Er soll mit Erdöllieferungen zurückgezahlt werden. Die von den chinesischen Firmen – einschließlich chinesischer Arbeitskräfte – ausgeführten Projekte sind jedoch von sehr schlechter Qualität. Neu gebaute Straßen und Eisenbahnstrecken müssen alle zwei Jahre repariert werden, die Wohnungen weisen nach wenigen Jahren Risse und Wasserinfiltrationen auf,<ref>Obras chinesas em Angola são sinónimo de má qualidade dw.com, 8. August 2018, abgerufen am 6. September 2019.</ref> das von den Chinesen 2006 fertiggestellte städtische Krankenhaus Hospital Geral de Luanda musste schon sechs Jahre nach der Einweihung abgerissen und 2015 neu eröffnet werden.<ref>Hospital Geral de Luanda reinaugurado após problemas estruturais na construção dn.pt, 8. Juni 2015, abgerufen am 6. Oktober 2019.</ref><ref>Bartholomäus Grill: Ach, Afrika: Berichte aus dem Inneren eines Kontinents 21. Mai 2014, Siedler Verlag</ref>

Von grundlegender Bedeutung für die Bevölkerung Angolas ist die Schattenwirtschaft, die sich schon während der „sozialistischen“ Phase entwickelte<ref>Siehe Daniel dos Santos: The Second Economy in Angola: „Esquema“ and „Candonga“. In: Maria Los: The Second Economy in Marxist States, Houndsmilles/Basingstoke & London: Macmillan, 1990, S. 157–174.</ref> und in der Phase der Liberalisierung exponentiell angewachsen ist<ref>Siehe Carlos Manuel Lopes: Roque Santeiro: Entre a ficção e a realidade. Princípia, Lissabon 2007.</ref> und die zurückzudrängen sich die Regierung gegenwärtig bemüht.

Lange Zeit war Angola abhängig von seinen Erdölexporten. Fast alles wird importiert, sogar Mineralwasser, obwohl das Land über unzählige Wasserquellen verfügt. Der Verfall des Ölpreises Mitte der 2010er Jahre drückte empfindlich auf den Staatshaushalt des südwestafrikanischen Landes. Seit einigen Jahren bemüht es sich, seine Wirtschaft zu diversifizieren, um sie vom Erdöl unabhängiger zu machen. Dafür sind der Ausbau der Infrastruktur, die Modernisierung der Energieversorgung und bessere Bedingungen für private Investoren nötig.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Angola Platz 137 von 140 Ländern (Stand 2018). Außerhalb der Ölförderung ist die Leistungsfähigkeit der einheimischen Industrie sehr schwach.<ref>At a Glance: Global Competitiveness Index 2017–2018 Rankings. In: Global Competitiveness Index 2017–2018. (weforum.org [abgerufen am 6. Dezember 2017]).</ref> Der Staat nimmt großen Einfluss auf das wirtschaftliche Geschehen. Gleichzeitig ist Korruption im staatlichen Sektor sehr ausgeprägt. Der Index für wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 118 höchste von 176 Ländern.<ref>Index of Economic Freedom: All Country Scores. The Heritage Foundation, abgerufen am 2. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und anderer Kennzahlen<ref name="BIP IMF" />
Jahr 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
BIP in Mrd. USD
(Kaufkraftparität)
177,8 240,0 238,2 242,1 259,1 277,6 261,8 306,0 341,6 358,8 383,9
BIP pro Kopf in USD
(Kaufkraftparität)
7.611 8.532 8.169 8.014 8.285 8.579 7.833 8.870 9.599 9.779 10.112
BIP-Wachstum
(real)
5,3 % 0,8 % −1,7 % −0,1 % −0,6 % −0,2 % −4,0 % 2,1 % 4,2 % 1,3 % 4,4 %
Inflation
(in Prozent)
14,5 % 9,2 % 30,7 % 29,8 % 19,6 % 17,1 % 22,3 % 25,8 % 21,4 % 13,6 % 28,2 %
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
33 % 50 % 67 % 60 % 83 % 101 % 119 % 74 % 56 % 72 % 60 %

Fischfabrik

In ihre Fischfabrik von Solmar investierte Elizabete Dias Dos Santos 25 Millionen US-Dollar. Die Verarbeitungsanlage eröffnete im Herbst 2016. Diese Art von Fließbandproduktion ist in dem Sektor einzigartig in Angola. 120 Menschen arbeiten in der Fabrik. Daneben profitieren die Zulieferer, denn mehr als 50.000 Menschen leben vom traditionellen Fischfang in Angola. 40 % der Ankäufe erfolgt bei den Kleinfischern. Um private Investoren zu gewinnen, hatte die angolanische Regierung die Bedingungen für einheimische und ausländische Unternehmen verbessert durch unter anderem Steuervergünstigungen, Hilfe bei der Finanzierung und vereinfachte Verfahren zur Firmengründung.<ref>Weg vom Öl: Angola diversifiziert seine Wirtschaft. In: de.euronews.com. 10. Juli 2017, abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref>

Stahlwerk

Bei Aceria de Angola, nördlich der Hauptstadt Luanda, ging 2015 ein Stahlwerk mit einer Kapazität von 500.000 Tonnen pro Jahr in Betrieb. 350 Millionen Dollar wurden investiert. Das Werk hat mehr als 500 Arbeitsplätze und bietet vielen Menschen eine Ausbildung. In dem Werk wird vornehmlich Schrott recycelt und daraus Baustahl für Betonbauten hergestellt. Ziel des libanesisch-senegalesischen Betreibers Georges Fayez Choucair ist es, zu exportieren. Daher ist die Kapazität des Werkes doppelt so hoch wie der angolanische Bedarf.<ref>Jan-Philippe Schlüter: Neues Geschäftsmodell in Angola – Aus Panzer zu Stahl. In: deutschlandfunk.de. 14. April 2020, abgerufen am 14. April 2020.</ref>

Mit dem Werk wurde auch die Region elektrifiziert und die Wasserversorgung erschlossen. Es musste eigens eine Hochspannungsleitung hierher gelegt werden. Die Arbeitslosigkeit in der Region sank von circa siebzig auf etwa zwanzig Prozent. Fayez Choucair ist überzeugt: „Man kann nicht in einem neuen Land investieren, in einer völlig neuen Bevölkerung und ankommen und sich einnisten nach dem Motto ‚ich bin reich‘ – nein! Man muss heute die Bevölkerung für sich gewinnen, das ist kein Projekt eines Einzelnen, sondern ein Gemeinschaftsprojekt!“

Privatisierungsprogramm

Ende 2018 wurde mit dem Präsidialdekret Nº141/18 die Privatisierungsbehörde IGAPE (Instituto de Gestão de Activos e Participação do Estado) gegründet,<ref>IGAPE – História igape.minfin.gov.ao, abgerufen am 20. März 2020 (portugiesisch)</ref> mit der die Regierung 195 staatliche Unternehmen komplett oder teilweise privatisieren will, um den Privatsektor zu stärken und somit das Wachstum des Landes zu fördern. Das Programm umfasst die wichtigsten Wirtschaftszweige wie den Energiesektor (Sonangol), Telekommunikation und IT, den Finanzbereich (Bankwesen (BAI), Versicherungen (ENSA), Kapitalfonds), den Transportsektor (TAAG), den Tourismus sowie das verarbeitende Gewerbe einschließlich der Nahrungsmittelverarbeitung und der Landwirtschaft. Die meisten Unternehmen sollen 2020 verkauft werden.<ref>Fausi Najjar: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Angola verkauft Staatsfirmen. (Memento vom 15. Februar 2021 im Internet Archive) In: gtai.de, 11. Oktober 2019, abgerufen am 20. März 2020.</ref>

Elektrizitätsversorgung

Vorlage:Hinweisbaustein

Für die Geschichte der Stromversorgung in Angola siehe PRODEL#Geschichte

Im Jahre 2011 lag Angola bezüglich der jährlichen Erzeugung mit 5,512 Mrd. kWh an Stelle 119 und bzgl. der installierten Leistung mit 1.657 MW an Stelle 114 in der Welt.<ref name="CIA" /> 2014 betrug die installierte Leistung 1.848 MW, davon 888 MW in Wärmekraftwerken und 960 MW in Wasserkraftwerken.<ref name="gtai" />

Bis 2014 waren nur 30 bis 40 % der Bevölkerung an das Stromnetz angeschlossen.<ref name="re" /><ref name="gtai" /> Daher begann die Regierung mit der Planung erheblicher Investitionen (23,4 Mrd. US-Dollar bis 2017)<ref name="gtai" /> im Bereich der Stromversorgung. Dies beinhaltet den Bau neuer Kraftwerke, Investitionen in die Übertragungsnetze sowie die ländliche Elektrifizierung.<ref name="gtai" /> Es sollen eine Reihe von Wasserkraftwerken an Cuanza und Kunene errichtet werden, um das Wasserkraftpotenzial (geschätzt 18.000 MW) auszuschöpfen.<ref name="gtai" /><ref name="po" /><ref name="an" /> Das Wasserkraftpotenzial des Kunene war schon in der Vergangenheit eine Basis für Projekte und Teilinvestitionen umfangreicher und nie komplett verwirklichter Planungen, die im Rahmen des ehemaligen Cunene-Projektes zwischen Südafrika und Angola bzw. Portugal entstanden. Die Talsperre Laúca mit einer geplanten Leistung von 2.070 MW wird zurzeit errichtet. Sie soll voraussichtlich im Juli 2017 in Betrieb gehen.

Gegenwärtig (Stand April 2015) gibt es in Angola kein nationales Verbundnetz, sondern es existieren drei voneinander unabhängige regionale Netze für den Norden, das Zentrum und den Süden des Landes sowie weitere isolierte Insellösungen.<ref name="gtai" /><ref name="re" /> Dadurch können die Überschüsse aus dem nördlichen Netz nicht in die übrigen Netze eingespeist werden. Das bei weitem wichtigste Netz ist das nördliche, das auch die Hauptstadt Luanda umfasst.<ref name="re" /> Nach Fertigstellung der Talsperre Laúca sollen auch die drei Stromnetze miteinander verbunden werden.

Die Stromversorgung ist im ganzen Land unzuverlässig und verbunden mit regelmäßigen Stromausfällen, die durch den Betrieb teurer Generatoren kompensiert werden müssen.<ref name="gtai" /> Der Preis je kWh liegt bei 3 AOA (ca. 2,5 €-cent),<ref name="re" /> wird jedoch erheblich subventioniert und ist nicht kostendeckend.<ref name="gtai" />

Seit der Neugründung des staatlichen Stromversorgers PRODEL 2014 unternimmt Angola verstärkte Anstrengungen zur Verbesserung der Stromversorgung. So werden Kapazitäten ausgebaut, das Stromnetz verbessert und Infrastrukturprojekte mit Namibia angegangen (s. o.). Angola ist im Southern African Power Pool integriert, dem gemeinsamen Strommarkt des Südlichen Afrikas.

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Regionale Disparitäten

Datei:Rolls Royce in Porto Amboim, Angola.JPG
Straßenszene in Porto Amboim, Mai 2010

Ein strukturelles Problem der angolanischen Wirtschaft sind die extremen Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen, die zum Teil auf den langanhaltenden Bürgerkrieg zurückzuführen sind. Rund ein Drittel der wirtschaftlichen Tätigkeit konzentriert sich auf Luanda und die angrenzende Provinz Bengo, die immer stärker zum Expansionsraum der Hauptstadt wird. Auf der anderen Seite herrscht in verschiedenen Regionen des Binnenlandes Stillstand oder gar Rückschritt.<ref>Siehe Manuel Alves, da Rocha: Desigualdades e assimetrias regionais em Angola: Os factores da competitividade territorial. Luanda: Centro de Estudos e Investigação Científica/Unidade Católica de Angola, 2010.</ref> Mindestens ebenso gravierend wie die soziale Ungleichheit sind die deutlichen wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Regionen.<ref>Siehe Manuel Alves da Rocha: Desigualdades e assimetrias regionais em Angola: Os factores da competitividade territorial. Luanda: Centro de Estudos e Investigação Científica da Universidade Católica de Angola, 2010.</ref> 2007 konzentrierten sich in Luanda 75,1 % aller geschäftlichen Transaktionen und 64,3 % der Arbeitsplätze in (öffentlichen oder privaten) Wirtschaftsunternehmen. 2010 waren 77 % aller Unternehmen in Luanda, Benguela, Cabinda, der Provinz Kwanza Sul und Namibe angesiedelt. Das BIP pro Kopf war 2007 in Luanda samt angrenzender Provinz Bengo auf rund 8000 US-Dollar angewachsen, während es im westlichen Mittelangola dank Benguela und Lobito etwas unter 2000 US-Dollar lag, im übrigen Land jedoch deutlich unter 1000 US-Dollar. Die Tendenz zur Ballung der Wirtschaft im Küstenstreifen, insbesondere im „Wasserkopf“ Luanda/Bengo, hat seit dem Ende des Bürgerkriegs nicht etwa abgenommen, sondern sich fortgesetzt und bringt eine „Entleerung“ eines großen Teils des Binnenlandes mit sich. Die globalen Wachstumszahlen täuschen also darüber hinweg, dass die Wirtschaft Angolas unter extremen Ungleichgewichten leidet.

Korruption

Eines der am stärksten ausgeprägten Merkmale des heutigen Angola ist eine allgegenwärtige Korruption. In den ersten fünf Jahren des 21. Jahrhunderts wurde geschätzt, dass Öleinnahmen im Wert von vier Milliarden US-Dollar oder 10 % des damaligen Bruttoinlandsprodukts durch Korruption versickerten.<ref>Ian Taylor: China’s oil diplomacy in Africa. In: International Affairs 82. 2006, S. 946.</ref>

Seit Jahren steht der Kampf gegen die Korruption im Regierungsprogramm, doch nur ganz selten ist nachzuweisen, dass diese Absichtserklärung in die Tat umgesetzt wird. Eine aufsehenerregende Ausnahme war Ende 2010 die Entlassung von zehn Abteilungsleitern und fast 100 Beamten der Fremden- und Grenzpolizei SME (Serviço de Migrações e Estrangeiros), die nicht nur für die Grenzkontrolle, sondern auch für die Erteilung von Einreise-, Aufenthalts- und Ausreisegenehmigungen zuständig ist.<ref>Luís Fernando: Tempestade no SME. In: opais.net. 29. Dezember 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. März 2011; abgerufen am 17. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der neue Staatspräsident João Lourenço geht offenbar entschieden gegen Korruption und Vetternwirtschaft vor. Bereits im ersten Amtsjahr ersetzte er mehrere Provinz-Gouverneure, Minister, hohe Beamte und Verwalter von Staatsbetrieben, wie beispielsweise die Leiterin des staatlichen Ölkonzerns Sonangol, Isabel dos Santos, Tochter des vorangegangenen Staatspräsidenten oder den Aufsichtsratsvorsitzenden des staatlichen Öl-Fonds mit einem Wert von 5 Milliarden US-Dollar, José Filomeno dos Santos, Sohn des Vorgängers. José dos Santos wurde im September 2018 verhaftet und steht unter Verdacht, 500 Mio. US-Dollar des Staatsfonds illegal ins Ausland überwiesen zu haben. Er wurde im März 2019 aus der Untersuchungshaft entlassen und wartete seitdem zu Hause auf seinen Prozess, der am 9. Dezember 2019 in Luanda begann.<ref>Angola: Der tiefe Fall des dos-Santos Clans dw.com, 26. September 2018, abgerufen am 28. Juni 2019.</ref><ref>Ex-CEO of Angolan Sovereign Fund awaits trial at home angop.ao, 26. März 2019, abgerufen am 28. Juni 2019.</ref><ref>José Filomeno dos Santos começa a ser julgado em Luanda dw.com, 9. Dezember 2019, abgerufen am 10. Dezember 2019.</ref>

Wirtschaftszweige

Datei:Offshore platform on move to final destination, Ilha de Luanda.JPG
Erdölplattform vor Luanda
  • Bergbau: Angola besitzt reiche Erdöl-Offshore-Vorkommen und Diamantminen im Nordosten des Landes sowie weitere Mineralvorkommen im Land. Die Bodenschätze machen Angola zu einem der reichsten Länder Afrikas. Angola verkauft jährlich Rohdiamanten im Wert von rund einer Milliarde Euro. Die Edelsteine sollen ab 2019 auch im Land selbst bearbeitet werden, um den Verkaufserlös zu steigern.<ref>Angola investe mais de 70 MEuro em fábrica para lapidar diamantes no leste sapo.pt, 28. März 2019, abgerufen am 17. Juni 2019.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Production Statistics (Memento vom 17. Juni 2019 im Internet Archive) diamondproducers.com, Zahlen von 2017, abgerufen am 17. Juni 2019.</ref> Der Großteil der angolanischen Wirtschaft lebt jedoch vom Öl und seinen Produkten. Das Land war im Jahr 2016 mit einer Fördermenge von 87,9 Millionen Tonnen nach Nigeria Afrikas zweitgrößter Erdölproduzent und -exporteur (siehe Erdöl/Tabellen und Grafiken). Die Erlöse aus der Erdölförderung machen nach Angaben der OPEC etwa 95 % der Exporte und 45 % des Bruttoinlandsproduktes Angolas aus.<ref>Gemma Parellada: „Die Krise könnte sogar zu einer Revolution führen“. In: welt.de. 4. September 2017, abgerufen am 11. Oktober 2018.</ref> Wichtigster Abnehmer von Erdöl ist die Volksrepublik China, die die Vereinigten Staaten als Haupthandelspartner abgelöst hat. Zum 1. Januar 2007 wurde Angola als 12. Mitglied der OPEC aufgenommen, nimmt an dem Quotaregime allerdings erst seit März 2007 teil.<ref>Resolutions of the 143rd (Extraordinary) Meeting of the OPEC Conference. In: opec.org. 14. Januar 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juni 2007; abgerufen am 29. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1975 wurden zusätzlich Uranvorkommen an der Grenze zu Namibia entdeckt. Im April 2019 wurden in der Provinz Huambo Vorkommen von rund 23 Milliarden Tonnen mineralischer Rohstoffe mit wirtschaftlich interessanten Gehalten an Seltenerdmetallen entdeckt, die ab 2020 abgebaut werden sollen.<ref>Descoberto metal raro no Huambo angop.ao, 26. April 2019, abgerufen am 11. Juni 2018.</ref>
  • Landwirtschaft: Etwa 85 % der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Das wichtigste Agrarprodukt für den Export ist Kaffee, gefolgt von Zuckerrohr. Weitere wichtige Ausfuhrgüter sind Mais und Kokosöl. Die Produktion von Kartoffeln, Reis und Kakao ist ebenfalls erwähnenswert. Die Zucht von Rindern und Ziegen ist relativ weit verbreitet. Insgesamt leidet die Landwirtschaft immer noch schwer unter den Folgen des Bürgerkrieges. Wegen der Gefahr durch übriggebliebene Landminen weigern sich viele Bauern, ihre Felder zu bewirtschaften. So reicht die agrarische Produktion nicht aus, um den eigenen Bedarf zu decken, und das Land ist auf den Import von Lebensmitteln angewiesen. Die Landwirtschaft befindet sich in einem leichten Aufschwung.
  • Industrie: Die Industrie des Landes ist kaum entwickelt und litt unter dem Bürgerkrieg. Der tragende Industriezweig Angolas ist die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, vorrangig Getreide, Fleisch, Baumwolle, Tabak und Zucker; zusammen mit der Raffinierung von Erdöl. Wichtige Produkte sind weiterhin Dünger, Zellulose, Klebstoffe, Glas und Stahl.

Finanzwirtschaft

Die einzige Wertpapierbörse des Landes ist die Bolsa de Dívida e Valores de Angola (BODIVA), welche seit 2014 in Betrieb ist. Außerdem investiert der Staat Angola über seinen Staatsfonds, den Fundo Soberano de Angola um das Vermögen der Bevölkerung langfristig zu sichern und zu vermehren.

Außenhandel und Auslandsinvestitionen

Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2019 2020 2021
Mrd. US$ % gg. Vj. Mrd. US$ % gg. Vj. Mrd. US$ % gg. Vj.
Einfuhr 14,2 −13,1 9,3 −34,0 11,4 21,6
Ausfuhr 34,8 −17,2 21,0 −39,6 33,7 60,4
Saldo 20,6 11,7 22,3
Quelle: GTAI<ref name=":2">Germany Trade and Invest GmbH: Wirtschaftsdaten kompakt – Angola. In: GTAI. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>

Seit Ende des Bürgerkriegs steigen die privaten Investitionen von Angolanern im Ausland ständig an. Dies hängt damit zusammen, dass sich im Lande die Akkumulation auf eine kleine gesellschaftliche Gruppe konzentriert und dieser daran gelegen ist, ihren Besitz aus Gründen der Sicherheit und der Profitmaximierung zu streuen. Bevorzugtes Anlageziel ist Portugal, wo angolanische Anleger (einschließlich der Familie des Staatspräsidenten) in Banken und Energieunternehmen, in der Telekommunikation und in der Presse präsent sind, aber auch z. B. Weingüter und Tourismusobjekte aufkaufen.<ref>Siehe „A força do kwanza“, Visão (Lissabon), 993, 15/3/2012, S. 50–54.</ref>

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 33,50 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 27,27 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 6,5 % des BIP.<ref name="CIA" />

Angolas Schulden beliefen sich im Dezember 2011 auf insgesamt 31,4 Milliarden Dollar. Nahezu die Hälfte davon, ca. 17,8 Milliarden, waren nach Aussage von Finanzminister Carlos Alberto Lopes Auslandsschulden. Hauptgläubiger der angolanischen Regierung waren China mit 5,6 Milliarden, Brasilien mit 1,8 Milliarden, Portugal mit 1,4 Milliarden und Spanien mit 1,2 Milliarden. Die Inlandsschulden in Höhe von 13,6 Milliarden Dollar resultieren hauptsächlich aus Anleihen und Schatzanweisungen zur Unterstützung der laufenden staatlichen Investitions-Programme.<ref>Rainer Dzoesch (Red.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Angola startet Fünf-Milliarden-Dollar Staatsfonds (Memento vom 8. April 2014 im Internet Archive) Deutsch-Angolanische Wirtschaftsinitiative (Hrsg.), Stand: 18. Oktober 2012.</ref>

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit:<ref name="Fischer">Autorenteam: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer. Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4.</ref> 2,6 %
  • Bildung:<ref name="CIA" /> 2,4 % (2005)
  • Militär:<ref name="CIA" /> 5,7 %

Im Oktober 2019 wurde eine Mehrwertsteuer (IVA) von 14 % eingeführt, um den Staatshaushalt unabhängiger von den Erdölexporten zu machen. Zuvor gab es nur eine Konsumsteuer (IC) von 10 %, die damit abgeschafft wurde. Die berechneten Mehreinnahmen für 2020 durch die IVA betragen 432,4 Milliarden Kwanzas, die berechneten Staatseinnahmen für 2020 ohne den Erdölsektor betragen 712,3 Milliarden Kwanzas.<ref>Cristóvão Neto: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Introdução do IVA e privatizações influenciam a solvência da Nação (Memento vom 16. Februar 2020 im Internet Archive) jornaldeangola.sapo.ao, 31. Dezember 2019, abgerufen am 16. Februar 2020 (portugiesisch).</ref>

Der Staatshaushalt für das Jahr 2020 beträgt 15,9 Billionen Kwanzas (27 Milliarden Euro). Dabei geht die Regierung von einem mittleren Erdölpreis von 55 US-Dollar/Barrel, einer Inflationsrate von 24 % und einem realen Wirtschaftswachstum von 1,8 % aus. Die Sozialausgaben betragen 40,7 % der Gesamtausgaben. Dazu zählt auch der Umweltschutz, dessen Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 180 % erhöht wurden.<ref>Parlamento aprova OGE para 2020 angop.ao, 12. Dezember 2019, abgerufen am 19. Februar 2020 (portugiesisch).</ref>

Infrastruktur

Datei:Angola Map.jpg
Angola mit Straßen- und Schienennetz

Verkehr

Schienenverkehr

Der Schienenverkehr in Angola ist auf die Häfen ausgerichtet. Er wird auf drei Netzen betrieben, die nicht verbunden sind. Eine weitere, nicht mit den drei Netzen verbundene Strecke wurde inzwischen eingestellt. Es finden sowohl Güter- als auch Personenverkehr statt. Die gesamte Streckenlänge beträgt 2764 Kilometer, davon 2641 Kilometer in der im südlichen Afrika üblichen Kapspur und 123 Kilometer in 600-Millimeter-Spur (Stand 2010).<ref>indexmundi.com (englisch), abgerufen am 10. Dezember 2010.</ref> Alleiniger Betreiber ist die staatliche Gesellschaft Caminhos de Ferro de Angola (CFA).

Fernbusverkehr

Es gibt Fernverkehrsbusse der Unternehmen Macon und Grupo SGO, die Luanda mit den größten Städten des Landes verbinden. Macon bietet internationale Verbindungen nach Windhoek und Kinshasa an.<ref>Augusto Cuteta: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Macon reabre amanhã a rota internacional (Memento vom 3. Juli 2019 im Internet Archive) jornaldeangola.sapo.ao, 18. Oktober 2018, abgerufen am 3. Juli 2019.</ref><ref>Anonym: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Macon abre rota internacional Luanda-Kinshasa (Memento vom 3. Juli 2019 im Internet Archive) portalangop.co.ao, 15. März 2019, abgerufen am 3. Juli 2019.</ref>

Flugverkehr

In Angola verfügen 10 Fluggesellschaften über die Lizenz für Inlandsflüge: Aerojet, Air Guicango, Air Jet, Air 26, Bestfly, Heliang, Heli Malongo, SJL, Sonair und TAAG. Sonair besitzt mit sechs Flugzeugen die größte Flotte für den Binnenmarkt. TAAG ist die internationale Fluglinie von Angola.

Der wichtigste Flughafen des Landes ist der 2023 eröffnete Flughafen Luanda. Weitere Flughäfen existieren unter anderen in Cabinda, Soyo, Catumbela und Lubango. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Seeverkehr

Es bestehen Katamaranverbindungen für Passagiere vom Zentrum Luandas in die Vororte Benfica, Samba, Corimba, Cacuaco und Panguila sowie eine Schnellfährverbindung für den Personen-, Fahrzeug- und Gütertransport von Luanda nach Cabinda, die vom staatlichen Instituto Marítimo e Portuário de Angola durchgeführt werden. Geplant sind weitere Schiffsverbindungen nach Lobito, Namibe und Porto Amboim.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Serviços marítimos angolanos com novas embarcações para investigação e transporte (Memento vom 8. Juli 2019 im Internet Archive) noticias.sapo.ao, 22. Dezember 2015, abgerufen am 8. Juli 2019.</ref><ref>Fast Ferry for Angolan Transport Ministry launched at Damen Shipyards Singapore damen.com, 25. April 2018, abgerufen am 8. Juli 2019.</ref>

Telekommunikation

In Angola gibt es 14 Millionen Benutzer von Mobiltelefonen, das entspricht 46 % der Bevölkerung. Der Markt wird unter den beiden Unternehmen Unitel (82 %) und Movicel (18 %) aufgeteilt. Über einen Internetzugang verfügen 20 % der Einwohner, auch hier sind die beiden Marktführer Unitel (87 %) und Movicel (12 %). Das Telefonfestnetz wird nur von 0,6 % der Einwohner genutzt. Dieser Markt wird von der Angola Telecom (58 %) angeführt, gefolgt von MsTelecom (21 %), TV Cabo (19 %) und Startel (2 %). Das Fernsehen wird nur von 7 % der Bevölkerung genutzt, der Marktführer ist in diesem Segment das Unternehmen ZAP (69 %), gefolgt von DStv (28 %) und TV Cabo (3 %).<ref>País tem mais de 14 milhões de usuários de telefonia móvel novojornal.co.ao, 23. Dezember 2019, abgerufen am 25. Februar 2020 (portugiesisch)</ref>

Am 26. Dezember 2017 wurde AngoSat-1, der erste angolanische Kommunikationssatellit, vom russischen Raketenstartplatz Baikonur in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht. Die geplante Orbitalposition konnte jedoch nicht erreicht werden und er wurde einige Monate später aufgegeben.<ref>Angola loses first telecoms satellite, starts building replacement commsupdate.com, 25. April 2018, abgerufen am 25. Februar 2020 (englisch)</ref>

Am 26. September 2018 nahm das South Atlantic Cable System, ein 6165 km langes Seekabel, das Angola mit Brasilien in 63 Millisekunden verbindet, den Betrieb auf. Es ermöglicht auch die Verbindung Luanda – Miami (über Fortaleza) in 128 Millisekunden.<ref>The South Atlantic Cable System goes live capacitymedia.com, 26. September 2018, abgerufen am 25. Februar 2020 (englisch)</ref>

Kultur

Literatur

Einige bekannte angolanische Schriftsteller sind Mário Pinto de Andrade, Luandino Vieira, Arlindo Barbeitos, Alda Lara, Agostinho Neto, Pepetela, Ondjaki und José Eduardo Agualusa.

Unter dem Eintrag Arquivos dos Dembos / Ndembu Archives wurden 1160 Manuskripte aus Angola vom 17. bis frühen 20. Jahrhundert in die UNESCO-Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen.<ref>Arquivos dos Dembos / Ndembu Archives | United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization. Abgerufen am 15. März 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Musik

In der Musik verfügt Angola über eine reiche Vielfalt an regionalen Stilen. Die Musik hat über die von dort deportierten Sklaven großen Einfluss auf die afroamerikanische Musik, vor allem auf die brasilianische Musik genommen. Aber auch kontemporäre angolanische Popmusik wird in den anderen portugiesischsprachigen Ländern gehört.<ref>Como Te Sentes Tu – Ary (Zouk Music) auf YouTube, 4. Februar 2013, abgerufen am 29. März 2020.</ref> Kizomba und Kuduro sind Musik- und Tanzstile, die sich von Angola aus in der Welt verbreitet haben.<ref>Daniel Haaksman: Modetanz Kizomba – In spielerischer Umarmung faz.net, 5. Dezember 2015, abgerufen am 4. Oktober 2019.</ref> Andersherum ist im modernen Musikleben und der Jugendkultur Luandas ein zunehmender Einfluss aus den US-amerikanischen und brasilianischen Musikmärkten zu spüren.

Zu den bekanntesten Pop-Musikern zählen Waldemar Bastos, Paulo Flores, Bonga, Vum Vum Kamusasadi, Maria de Lourdes Pereira dos Santos Van-Dúnem, Ana Maria Mascarenhas, Mario Gama, Pérola, Yola Semedo, Anselmo Ralph und Ariovalda Eulália Gabriel.

Medien

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen sieht in Angola erkennbare Probleme für die Pressefreiheit.<ref>2022 World Press Freedom Index. Reporter ohne Grenzen, 2022, abgerufen am 27. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Fernsehen

Televisão Pública de Angola (angolanisch, staatlich), TV Zimbo (angolanisch, privat), AngoTV (angolanisch, privat), Rádio Televisão Portuguesa (portugiesisch, öffentlich-rechtlich), Rádio Televisão Portuguesa Internacional (portugiesisch, öffentlich-rechtlich), Televisão Comercial de Angola (angolanisch, staatlich), ZON Multimédia (privat), TV Record (brasilianisch, privat) TV Globo (brasilianisch, privat), Televisão de Moçambique (TVM) (mosambikanisch, staatlich)

Radio

RNA (Rádio Nacional de Angola) (staatlich), Rádio LAC (Luanda Antena Comercial), Rádio Ecclesia (katholischer Radiosender), Rádio Cinco (Sportradio), Rádio Despertar (der UNITA nahestehend), Rádio Mais (privat), TSF (portugiesisches Radio), Rádio Holanda (auf Portugiesisch)

Internet

Im Jahr 2022 nutzten 39 Prozent der Einwohner Angolas das Internet.<ref>Individuals using the Internet (% of population) – Angola. In: data.worldbank.org. Weltbank, abgerufen am 3. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zeitungen

Jornal de Angola (staatlich)

Wochenzeitungen (alle privat): Semanário Angolense, O País, A Capital, Folha 8, Agora, Angolense, Actual, Independente, Cara, Novo Jornal, O Apostolado (kirchlich), Gazeta de Luanda

Wirtschaftswochenzeitungen: Jornal de Economia & Finanças (staatlich), Semanário Económico (privat), Expansão (privat)

Zeitschriften

Rumo (Wirtschaftszeitschrift, privat)

Nachrichtenagenturen

Agência Angola Press (ANGOP; staatlich)

Sport

Fußball
Datei:Fans of the Angolan national football team in Cologne.jpg
Fans der angolanischen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006

Am 8. Oktober 2005 gelang es der angolanischen Fußballnationalmannschaft, sich unerwartet für die WM 2006 in Deutschland zu qualifizieren. Ein knappes 1:0 beim Gruppenletzten in Ruanda reichte aus, um das Ticket zu lösen und Nigeria, das seit 1994 an jeder WM-Endrunde teilnahm, aus dem Wettbewerb zu werfen. Das angolanische Team nahm damit zum ersten Mal an einer WM-Endrunde teil, wo es nach einem 0:1 gegen Portugal, einem 0:0 gegen Mexiko und einem 1:1 gegen den Iran als Gruppendritter in der Vorrunde ausschied. Weiterhin nahm die Mannschaft an den Afrikameisterschaften (Afrika-Cup) 1996, 1998, 2006, 2008, 2010 (als Ausrichter), 2012, 2013 und 2019 teil.

Basketball

Die angolanische Basketballnationalmannschaft der Herren hat elf der letzten dreizehn Austragungen der Afrikameisterschaft gewonnen, womit sie die erfolgreichste Mannschaft der Wettbewerbsgeschichte ist. Daher nimmt sie regelmäßig an der Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen teil. Bei den Spielen 1992 war Angola der erste Gegner des US-amerikanischen Dream Teams. Die größten sportlichen Erfolge waren bislang das Überstehen der Vorrunde bei den Weltmeisterschaften 2002, 2006 und 2010.

Handball

Die Frauen-Handballnationalmannschaft hat bereits elfmal den Afrikameistertitel geholt und ist zudem als erste afrikanische Mannschaft bei einer WM in die Endrunde gelangt.

Rollschuh-Hockey

Diese Sportart wird schon seit der portugiesischen Kolonialzeit in Angola betrieben. Im März 2019 wurde in Luanda die erste Afrikanische Meisterschaft im Rollschuh-Hockey veranstaltet. Angola gewann dabei den Titel nach einem Sieg gegen Mosambik.<ref>Hóquei em patins: Angola conquista africano e está no mundial de Barcelona angop.ao, 10. März 2019, abgerufen am 7. Juni 2019.</ref>

Wellenreiten

Das Surfen wird in Angola immer beliebter. Seit 2013 wird jedes Jahr im Oktober das Social Surf Weekend mit Teilnehmern aus dem In- und Ausland in Cabo Ledo mit Unterstützung des Tourismus-Ministeriums veranstaltet.<ref>Armindo Pereira: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Praia de Cabo Ledo acolhe prova de surf (Memento vom 6. Juni 2019 im Internet Archive) jornaldeangola.sapo.ao, 28. September 2015, abgerufen am 6. Juni 2019.</ref> Im Jahr 2018 hat es sich mit über 4000 Teilnehmern zum größten Sommer-Festival Angolas entwickelt.<ref>Silvio Costa: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SSW’18 recebe mais de 4.000 festivaleiros na “Meca do surf” em Angola (Memento vom 6. Juni 2019 im Internet Archive) platinaline.com, 25. Oktober 2018, abgerufen am 6. Juni 2019.</ref> Im September 2016 fand die erste nationale Surf-Meisterschaft des Landes ebenfalls in Cabo Ledo statt. Sie wurde vom Angolanischen Wassersportverband organisiert.<ref>Cabo Ledo vai ser palco do 1° campeonato de surf novojornal.co.ao, 15. September 2016, abgerufen am 6. Juni 2019.</ref> Im Juli 2018 wurde Angola Mitgliedsstaat der International Surfing Association (ISA).<ref>Anonym: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Angola Joins ISA as 104th Member Nation (Memento vom 16. September 2019 im Internet Archive) isasirf.org, 10. Juli 2018, abgerufen am 10. Juni 2019.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Tom Burgis: Der Fluch des Reichtums – Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas. Westend, Frankfurt 2016, ISBN 978-3-86489-148-9.
  • Eugénio da Costa Almeida: Angola: Patência regional em emergência. Lissabon 2011.
  • Jonuel Gonçalves: A economia ao longo da história de Angola. Luanda 2011.
  • Rainer Grajek: Religion in Angola, In: Markus Porsche-Ludwig und Jürgen Bellers (Hrsg.): Handbuch der Religionen der Welt. Bautz Verlag 2012
  • Rainer Grajek: Angola, In: Markus Porsche-Ludwig, Wolfgang Gieler, Jürgen Bellers (Hrsg.): Handbuch Sozialpolitiken der Welt, LIT Verlag 2013, S. 82–87.
  • Tony Hodges: The Anatomy of an Oil State. Bloomington, Indianapolis 2004.
  • Assis Malaquias: Rebels and Robbers: Violence in Post-Colonial Angola. Nordiska Afrikainstitutet, Uppsala 2007.
  • Daniel Metcalfe: Blaue Dahlie, schwarzes Gold. Eine Reise durch Angola. Ostfildern, DuMont Reiseverlag, 2015, ISBN 978-3-7701-8274-9.
  • Christine Messiant: L’Angola post-colonial: Guerre et paix sans démocratisation. Karthala, Paris 2008.
  • Christine Messiant: L’Angola post-colonial: Sociologie politique d’une oléocratie. Karthala Paris 2009.
  • Ricardo Soares de Oliveira: Magnificant and Beggar Land: Angola since the Civil War. Hurst, 2015.
  • Elmar Windeler: Angolas blutiger Weg in die Moderne: Portugiesischer Ultrakolonialismus und angolanischer Dekolonisationsprozess. trafo Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-89626-761-0.

Weblinks

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Weitere Links

Anmerkungen

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Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="an"> Angola – Significant development in a highly promising market. In: andritz.com. Abgerufen am 30. April 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="CIA"> The World Factbook. CIA, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Mai 2020; abgerufen am 30. April 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="gtai"> Angolas Energiesektor hat noch einen weiten Weg vor sich. Germany Trade and Invest, 9. Mai 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Februar 2015; abgerufen am 30. April 2015. </ref> <ref name="po"> Energia: As barragens do futuro. In: portaldeangola.com. 21. April 2013, abgerufen am 29. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="re"> Vi Conferencia Relop – A Qualidade de regulação da energia e dos serviços nos palop – ene-ep e os desafios da regulação. (PDF) www.relop.org, Mai 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. März 2016; abgerufen am 30. April 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>

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Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen:

Ägypten<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Eswatini | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Jemen<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Demokratische Republik Kongo | Republik Kongo | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Südsudan | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik

Abhängige Gebiete:

Îles Éparses | Kanarische Inseln | Madeira | Mayotte | Plazas de soberanía (mit Ceuta und Melilla) | Réunion | St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha

Umstrittene Gebiete:

Demokratische Arabische Republik Sahara | Somaliland

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1 
Liegt zum Teil auch in Asien.
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2 
Liegt größtenteils in Asien.
Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Mitgliedstaaten:

Ägypten | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Eswatini | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Demokratische Republik Kongo | Republik Kongo | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Südsudan | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik

International nicht
anerkannte Mitglieder:

Demokratische Arabische Republik Sahara

Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Mitgliedstaaten:

Angola | Äquatorialguinea | Brasilien | Guinea-Bissau | Kap Verde | Mosambik | Osttimor | Portugal | São Tomé und Príncipe

Beobachter:

Andorra | Argentinien | Chile | Elfenbeinküste | Frankreich | Georgien | Griechenland | Indien | Irland | Italien | Japan | Kanada | Katar | Luxemburg | Macau (Kandidat) | Mauritius | Namibia | Paraguay | Peru | Rumänien | Senegal | Serbien | Slowakei | Spanien | Tschechien | Türkei | Ungarn | Uruguay | Vereinigtes Königreich

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Koordinaten: 12° S, 17° O

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