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Walchsee (See)

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Walchsee
Datei:Walchsee (Ostufer, Juni 2025).jpg
Blick über den See Richtung Westen
Geographische Lage Tirol, Österreich
Zuflüsse Ramsbach, Erzbach, Moosbach, Daxerbach
Abfluss Walchseebach → Weißenbach → KohlenbachGroßacheChiemsee
Inseln Walchsee Insel (kleine Insel am Westufer, in den 1850er Jahren künstlich geschaffen)
Orte am Ufer Walchsee
Daten
Koordinaten 47° 38′ 45″ N, 12° 19′ 30″ OKoordinaten: 47° 38′ 45″ N, 12° 19′ 30″ O
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Höhe über Meeresspiegel 655 m ü. A.
Fläche 95,3 ha<ref name="tiefenkarte">Landesvermessungsdienst: Tiefenkarte Walchsee (PDF; 1,3 MB).</ref>
Länge 1,2 km<ref name="tiefenkarte" />
Breite 1,2 km<ref name="tiefenkarte" />
Volumen 11,782.56 Mio. m³<ref name="tiefenkarte" />
Umfang 5,6 km<ref name="tiefenkarte" />
Maximale Tiefe 21,2 m<ref name="tiefenkarte" />
Mittlere Tiefe 12 m<ref name="bgprofil">Bundesministerium für Gesundheit und Amt der Tiroler Landesregierung (Hrsg.): Badegewässerprofil Walchsee, Uferpromenade. Wien 2011 (PDF; 2,1 MB).</ref>
Einzugsgebiet 26,3 km²<ref name="bgprofil" />
Datei:Walchsee.jpg
Blick über den See Richtung Osten

Der Walchsee ist ein See in der gleichnamigen Gemeinde in Tirol, Österreich. Er liegt zur Gänze in der Gemeinde Walchsee im Bezirk Kufstein, das Ostufer gehört jedoch zur Gemeinde Kössen im Bezirk Kitzbühel. Mit einer Fläche von etwa 1 km² ist er der viertgrößte natürliche See Tirols.

Geographie

Es handelt sich um einen See innerhalb eines Trogtals mit natürlichen Ursprung, der zwischen dem Kaisergebirge im Süden und den Chiemgauer Alpen im Norden liegt. Seine Fläche beträgt 95 ha, die maximale Tiefe 21 m. Im Bundesland Tirol nimmt der Walchsee größenmäßig hinter dem Achensee, dem Plansee und dem Heiterwanger See den vierten Platz ein. Der Walchsee besitzt mehrere Zuflüsse, der bedeutendste ist der in den Chiemgauer Alpen auf bayerischem Gebiet entspringende Ramsbach, der am nordwestlichen Ende des Sees einmündet. Der Abfluss erfolgt an der Ostseite über den nur rund 500 m langen Walchseebach in den Weißenbach, der wiederum über den Kohlenbach in die Großache fließt.

Geschichte und Name

Der See wird im bairischen Herzogsurbar von 1280 erstmals als landesfürstlicher Besitz genannt.<ref>Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 43.</ref> Der Name wurde lange, wie beim bayerischen Walchensee, auf die Walchen, die nach der bajuwarischen Landnahme im 5. Jahrhundert sesshaft gebliebene romanische Bevölkerung bezogen.<ref>Otto Mayr: Die Wassernamen Nordtirols und verwandte Bezeichnungen. In: Veröffentlichungen des Museums Ferdinandeum. Band 6, Innsbruck 1927, S. 243 (Vorlage:ZOBODAT).</ref> Die Walchentheorie wird in der jüngeren Wissenschaft zurückhaltender gesehen. „Walch“ gilt als mehrdeutiger Namensbestandteil. Er kann als Hinweis auf „romanisch“ gelten (Hinweis auf noch vorhandene romanische Bevölkerung im Frühmittelalter oder als geographischer Hinweis einer Örtlichkeit, die vom namengebenden Betrachter aus Richtung Welschland liegt, aber zum Zeitpunkt der Namensgebung selbst keine romanische Bevölkerung hatte), oder für „feucht, lau, mild“ oder auch für „wälzen, quetschen“.<ref>Jaqueline Reber: Strukturen und Muster in der Namenwelt, Quantitative und qualitative Untersuchungen zum Toponymenbestand der beiden Solothurner Amteien Dorneck-Thierstein und Olten-Gösgen. A. Francke, Tübingen 2014, ISBN 978-3-7720-8533-8, S. 216.</ref> Sowohl Makro- als auch Mikrotoponomatik der Gemeinde Kössen sprechen gegen die Walchentheorie. Die Gegend gehört zu den Gebieten des heutigen Tirols, die als erste im frühen Mittelalter durch die bajuwarische Landnahme deutsch besiedelt wurden. Seit dem touristischen Aufschwung in der Nachkriegszeit ist der Walchsee zu einem bei Touristen und Einheimischen beliebten Ausflugsziel geworden.

Ökologie

Rund 64 % des Einzugsgebietes bestehen aus Wäldern und naturnahen Flächen, 26 % werden landwirtschaftlich genutzt. Der Walchsee wird als oligotroph bis schwach mesotroph eingestuft, die Sichttiefe beträgt (im Jahresmittel 2003–2005) 3,5 m.<ref name="seenatlas">Bundesamt für Wasserwirtschaft (Hrsg.): Atlas der natürlichen Seen Österreichs mit einer Fläche ≥ 50 ha. Morphometrie - Typisierung - Trophie. Stand 2005. Schriftenreihe des Bundesamtes für Wasserwirtschaft, Band 29, Wien 2008, S. 102–104 (PDF; 9 MB).</ref> Die zum Teil geringen Sichttiefen sind nicht auf hohe Dichten von Schwebealgen, sondern auf organische Partikel, wie abgestorbenes und zersetztes Pflanzenmaterial oder mineralische Partikel, zurückzuführen.<ref name="bgprofil" /> Die (theoretische) Wassererneuerungszeit beträgt 0,3 Jahre.<ref name="seenatlas" />

Fischfauna

Zu den im Walchsee vorkommenden Fischarten gehören Hecht, Zander, Renken, Karpfen, Flussbarsch, Forelle und Schleie.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fischen in Tirol im Kaiserwinkl (Memento des Vorlage:IconExternal vom 25. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kaiserwinkl.com</ref><ref>Bundesamt für Wasserwirtschaft, Institut für Gewässerökologie, Fischereibiologie und Seenkunde (Hrsg.): Die Fischartengemeinschaften der großen österreichischen Seen. Vergleich zwischen historischer und aktueller Situation. Fischökologische Seentypen. Schriftenreihe des Bundesamtes für Wasserwirtschaft, Band 18, Wien 2003, S. 151 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF; 2,8 MB (Memento des Vorlage:IconExternal vom 20. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.baw.at).</ref>

Nutzung

Die Wassertemperatur erreicht im Sommer etwa 24 °C<ref name=":0">Baden am Walchsee in Tirol • Kaiserwinkl • Österreich. Abgerufen am 21. Mai 2025.</ref>, was ihn zu einem beliebten Badesee macht. Am Ufer des Walchsees gibt es drei öffentliche zahlungspflichtige Badestrände und zwei Campingplätze. Am Nordufer befindet sich die Seepromenade mit einem Wassertrampolin und einem im See befestigten Iceberg. Der Badeplatz Ostufer am Ostufers des See hat eine Beachbar, weiträumige Liegeflächen und einen Beachvolleyballplatz. Einzigartig ist der 800 m² große Wibit Aqua-Funpark mit Boulderwand, Trampolin, Rutschen und Blobbing.<ref name=":0" /> Zudem gibt es am Südufer noch einen kleineren Badestrand mit schattigen Liegeflächen. Daneben wird der See auch gerne für andere Wasseraktivitäten wie SUP fahren, Elektrobootfahren und Angeln genutzt. Zudem ist der Walchsee der einzige See Nordtirols an dem hinter einem Motorboot Wasserski gefahren wird. Da der Walchsee sich in Privatbesitz befindet sind private Boote und SUPs gebührenpflichtig und jegliche Boote mit Motor außer das Wasserskiboot und die Elektroboote des Wassersportzentrums sowie Einsatzboote der Wasserrettung auf dem See verboten. Der Walchsee ist auch Schauplatz von Sportereignissen wie dem Triathlon Challenge Walchsee-Kaiserwinkl.

Sagen

Nach einer Sage lag an der Stelle des Walchsees früher ein schöner, ertragreicher Wald, der von mehreren Anwohnern für sich beansprucht und so zum Zankapfel wurde. Eine Sennerin, die eines Tages durch den Wald ging, um auf der anderen Seite die Kühe zu melken, sah auf dem Hinweg eine kleine mit Wasser gefüllte Grube. Als sie zurückkehren wollte, hatte sich an der Stelle des Waldes ein großer See ausgebreitet. Eine andere Sage berichtet von einer unheimlichen Seefackel, der Seele eines betrogenen Mädchens, das sich mit seinem ungeborenen Kind im Walchsee ertränkt haben soll.<ref>Sagen aus Tirol. Gesammelt und herausgegeben von Ignaz V. Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 641, S. 364–365 (online auf sagen.at).</ref><ref>Anton Karg: Sagen aus dem Kaisergebirge, Kufstein 1926, S. 24 (online auf sagen.at).</ref>

Weblinks

Commons: Walchsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />