Der Ort liegt an einem Hang westlich der Thaya zwischen Karlstein und Raabs an der Thaya. Zur Ortschaft zählt auch das Jagdhaus Valerienau im Westen. Am Vorlage:HWD umfasste die Ortschaft Vorlage:HWZAdressen.Vorlage:HWR Im Westen befindet sich der Häuslberg (610 m ü. A.), auf dessen Gipfel im 18. Jahrhundert ein Eremit lebte.<ref name="kersch">Erich Kerschbaumer: Speisendorf. Katastralgemeinden der Stadtgemeinde Raabs an der Thaya. Stadtgemeinde Raabs an der Thaya, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Geschichte
Erstmals urkundlich wurde die Siedlung im Jahr 1204 erwähnt. Es gab hier früher auch einen Adelssitz, der nach 1300 nicht mehr erwähnt wurde und heute nur mehr über Schriftstücke erschlossen werden kann. Die um 1200 errichtete Speisendorfer Mühle verfügte um 1800 über drei Mahlgänge.
Die Markterhebung erfolgte 1837.<ref>Dehio Niederösterreich – nördlich der Donau. Anton Schroll & Co, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2.</ref> Markttage sind der 4. Mai und der 6. Dezember.<ref name=":0">Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 456</ref> Marktveranstaltungen finden schon länger keine mehr statt.
Vorlage:Hinweisbaustein1919 erfolgte die Lostrennung der Gemeinde Pommersdorf von der Gemeinde Speisendorf. Der Niederösterreichische Landtag beschloss, die Ortsgemeinde Speisendorf in zwei selbständige Ortsgemeinden zu teilen, von denen die eine die bisherige Katastralgemeinden Liebnitz und Speisendorf, die andere die bisherige Katastralgemeinde Pommersdorf zu umfassen hat.<ref>ÖNB-ALEX - Landesgesetzblatt NÖ 1848-1971. Abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
1831 wird Speisendorf beschrieben als ein Dorf von 54 Häusern, mit der nächsten Poststation Göpfritz. Die Bevölkerung begründete sich damals in 71 Familien, welche 125 männliche, 152 weibliche Personen und 22 Schulkinder zählten. Der Viehstand beträgt 5 Pferde, 60 Ochsen, 49 Kühe, 84 Schafe, 9 Ziegen und 34 Schweine, beschrieb Franz Xaver Schweickhardt im 19. Jahrhundert den Ort<ref name=":1">Friedrich Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten, C., C., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearb., und nach den bestehenden vier Kreisvierteln gereihet. Wien, Gedruckt bei den PP. Mechitaristen, 1831 (archive.org [abgerufen am 20. Februar 2025]).</ref>.
Zum Jahreswechsel 1979/1980 befanden sich in der Katastralgemeinde Speisendorf insgesamt 79 Bauflächen mit 46.344 m² und 89 Gärten auf 47.249 m², 1989/1990 gab es 79 Bauflächen. 1999/2000 war die Zahl der Bauflächen auf 133 angewachsen und 2009/2010 bestanden 95 Gebäude auf 203 Bauflächen.<ref name="bev">BEV: Regionalinformation 31.12.2018 auf bev.gv.at (online)</ref>
Gebäude mit historischer Funktion
Datei:Plan Speisendorf 1892.jpgPlan von Speisendorf von 1892Nr. 3: Ehemalige Volksschule bis 1971<ref name="kersch" /> (im Jahre 1787 wurde das Schulhaus an dem westlichen Ende des Dorfes neu erbaut, das alte aber neben dem Pfarrhofe niedergerissen)<ref name=":1" />
Nr. 5: Ehemalige Greißlerei, sie wurde von der Frau Emma Pfeiffer bis ins hohe Alter betrieben. Die Ladeneinrichtung befindet sich im Stadtmuseum Waidhofen an der Thaya.<ref>Dauerausstellung. Abgerufen am 30. Dezember 2019.</ref>
Nr. 7a: Zeughaus der Freiwilligen Feuerwehr<ref>Freiwillige Feuerwehr Speisendorf. Abgerufen am 21. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nr. 8: Ehemaliges Gasthaus, Fleischer, kaiserlich-königliches Postamt<ref name="kersch" />
Nr. 9: Ehemalige Bäckerei
Nr. 15: Ehemaliger Friseur
Nr. 16: Ehemaliges Gasthaus (Gebäude nicht mehr erhalten)
Nr. 23: Ehemalige Mühle, Sägewerk, Kleinkraftwerk (Welt-Icon48.86435815.436293
Nr. 43a: Gemeindehaus, früher Arzthaus, später Bank, derzeit von der Freiwilligen Feuerwehr-Speisendorf genutzt
Nr. 44: Ehemalige Greißlerei, Eisenwarenhandlung
Nr. 45: Ehemalige Fleischerei, Gasthaus
Nr. 54: Ehemalige Bäckerei (Gebäude nicht mehr erhalten)
Nr. 56: Ehemalige Tischlerei, Tankstelle, Poststelle
Nr. 60: Pfarrhof<ref>Katholisches Pfarramt Speisendorf. Abgerufen am 21. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, zweigeschoßig, barock<ref name="dehio1101" />
Katholische Pfarrkirche Speisendorf hl. Nikolaus: erbaut 1335. Der Baukern ist romanisch, später wurde sie barockisiert mit gotischem Chor (14./15. Jahrhundert) und Turm an der Südseite. Ursprünglich war die Kirche ein Wallfahrtsort. Im Osten der Kirche befindet sich ein Abgang zu dem unter dem Chor liegenden Brunnenraum (ursprünglich Wallfahrtsfunktion).
Südlich des Ortes steht ein Steinhochkreuz aus dem 19. Jahrhundert (Welt-Icon48.861203615.4306492
Die Zeitung „Der Bote aus dem Waldviertel“ erzählt in der Ausgabe vom 15. Juli 1898 die Sage zur Entstehung des Ortsnamens.<ref>Der Bote aus dem Waldviertel: Der Bote aus dem Waldviertel. Ferdinand Bergers Buchdruckerei in Horn, 15. Juli 1898, abgerufen am 6. Mai 2022.</ref>
Unter dem Hochaltare ist eine Höhlung und in der Höhlung befindet sich ein Brünndl. Dasselbe soll durch den heiligen Nikolaus zuerst entdeckt worden sein und seit der Zeit ist sein Wasser heilsam gegen Augen-, Ohren- und Fußleiden. Zu Folge dessen sind die Menschen weit und breit nach Speisendorf gewallfahrtet. Weil hier die Menschen vom heiligen Wasser des Brünndle gespeist worden sind, hat der Ort den Namen Speisendorf erhalten. Später ist die Kirche gebaut worden, aber dadurch hat das Brünndl viel von seiner Kraft verloren und die Wallfahrten sind nach und nach abgekommen.
Bodennutzung
Speisendorf ist landwirtschaftlich geprägt. 336 Hektar wurden zum Jahreswechsel 1979/1980 landwirtschaftlich genutzt und 281 Hektar waren forstwirtschaftlich geführte Waldflächen. 1999/2000 wurde auf 337 Hektar Landwirtschaft betrieben und 283 Hektar waren als forstwirtschaftlich genutzte Flächen ausgewiesen. Ende 2018 waren 320 Hektar als landwirtschaftliche Flächen genutzt und Forstwirtschaft wurde auf 294 Hektar betrieben.<ref name="bev" /> Die durchschnittliche Bodenklimazahl von Speisendorf beträgt 34 (Stand 2010).
Verkehr
Speisendorf war niemals an bedeutenden Verkehrswegen angeschlossen. Das Dorf wird von keiner Bundesstraße, wohl aber von mehreren Landesstraßen berührt. Speisendorf lag auch niemals an einer Bahnstrecke. Der nächstgelegene Bahnhof lag mehr als 6 Kilometer entfernt in Raabs, Endpunkt der Lokalbahn Göpfritz–Raabs. Heute befindet sich der nächstgelegene Bahnhof 20 Kilometer entfernt in Göpfritz an der Wild.
Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Eva Maria Vancsa-Tironiek, Wolfgang Vogg: Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau. Hrsg.: Bundesdenkmalamt. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-364-X, S.1101–1102.
Erich Kerschbaumer: Speisendorf. Katastralgemeinden der Stadtgemeinde Raabs an der Thaya. Stadtgemeinde Raabs an der Thaya, abgerufen am 21. Februar 2025.
Einzelnachweise
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<ref name="dehio1101">Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Eva Maria Vancsa-Tironiek, Wolfgang Vogg: Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau. Hrsg.: Bundesdenkmalamt. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-364-X, S.1101–1102.</ref>
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