Zum Inhalt springen

Simon Friedrich Schill

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. Dezember 2025 um 21:34 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Simon Friedrich Schill.jpg
Simon Friedrich Schill

Simon Friedrich Schill (* 30. März 1834 in Osthofen; † 25. August 1921 ebenda) war ein Landwirt, Winzer, Unternehmer, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter.

Beruflicher Werdegang

Schill wurde als Sohn des Landwirts und Winzers Valentin Schill (* 22. Juni 1811 in Osthofen; † 8. April 1879 ebenda) und seiner Frau Susanne Margarete, geborene Grün (* 25. Oktober 1811 in Eppelsheim; † 24. März 1874 in Osthofen), im elterlichen Haus in der Tempelgasse in Osthofen geboren. Nach einer Ausbildung zum Küfer und Winzer ging er auf Wanderschaft in die Schweiz und nach Frankreich. Nach seiner Rückkehr erwarb er in Osthofen das Haus in der Mainzer Straße 7 (heute Ludwig-Schwamb-Str. 9), direkt angrenzend an das 1838 erworbene neue Stammhaus der Familie in der Mainzer Straße 9, und begann dort im Jahr 1859 mit der Malzproduktion.<ref name="WR">Willi Ruppert: Die Geschichte der sieben Generationen Schill in Osthofen, 1984</ref> Mit dem hergestellten Malz belieferte er die Brauereien in der Umgebung. Aus bescheidenen Anfängen entwickelt sich im Laufe der Jahre ein florierendes Unternehmen, das heute zu den führenden Mälzereien Deutschlands gehört und weiterhin unter dem Namen Schill Malz<ref>Schill Malz Webseite des Unternehmens</ref> betrieben wird.

Datei:July 1883, Niagra River, Simon Friedrich Schill, Jakob Gruen et al..jpg
Simon Friedrich Schill (rechts) mit Cousin Jakob Gruen et al. an der Niagra Suspension Bridge USA/Kanada im Juli 1883

Für den Ausbau der Mälzerei gab Simon Friedrich Schill die Küferei auf. Weiterhin betrieb er Landwirtschaft und Weinbau und begann mit dem Weinhandel. Bereits im Jahr 1862 erfolgte der erste Export von Osthofener Wein in die USA. Der Weinhandel in den USA wurde durch die Vettern Gruen in St. Louis vorangetrieben.<ref name="WR" /> Der dritte Vetter Dietrich Gruen gründete in den Folgejahren unter dem Namen Gruen Watch Co. einen der größten amerikanischen Uhrenhersteller in Cincinnati (Ohio).<ref>Gruen.Watch deutschsprachige Seite für Sammler von Gruen-Uhren</ref> Der Weinbau wurde durch Nachfahren der Familie bis in die Anfänge des 21. Jahrhunderts fortgeführt. Heute befinden sich noch die Osthofener Weinlage Leckzapfen mit der Leckzapfen-Burg, einem Wahrzeichen der Weinstadt Osthofen, im Familienbesitz. Das ehemalige Weingut wird heute als renommiertes Feinschmeckerrestaurant und Landhotel weitergeführt.

Datei:Leckzapfen Okt. 2013.jpg
Weinbergshaus „Leckzapfen“ in Osthofen

Politische Karriere

1883 wurde Simon Friedrich Schill zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Osthofen gewählt und übte dieses Amt neun Jahre bis zum Jahr 1892 aus. Der Kreis Worms schickte den hochangesehenen Osthofener 1899 als national-liberalen Abgeordneten in den Landtag.<ref name="WR" /> Auf der konstituierenden Sitzung der zweiten Kammer des 32. Landtags des Großherzogtums Hessen am 24. November 1902 wird Simon Friedrich Schill als Mitglied geführt.<ref>Hof- und Staats-Handbuch des Grossherzogtums Hessen, Staatsverlag, Darmstadt 1904, S. 105</ref>

Familie

Aus der am 31. März 1859 geschlossenen Ehe von Simon Friedrich Schill mit Ehefrau Barbara, genannt Babette, geb. Grittmann (* 30. März 1838 in Osthofen; † 5. August 1900 in Andernach), gingen fünf Kinder hervor. Die älteste Tochter Margarethe (* 13. Februar 1860 in Osthofen; † 11. Juni 1944 in Andernach) heiratete den ebenfalls aus Rheinhessen stammenden Carl Weissheimer, Inhaber der Friedrich Weissheimer Malzfabrik in Andernach. Das dritte, Carl Schill (* 5. November 1862 in Osthofen; † 22. Oktober 1944 ebenda) übernahm später die Geschäfte des Vaters, erlangte als Turnvater eine gewisse Berühmtheit und wurde 1915 durch den Großherzog von Hessen und bei Rhein Ernst Ludwig zum Kommerzienrat ernannt.

Literatur

  • Brigitte Kazenwadel-Drews: Osthofen: ein Rundgang durch die Geschichte, Heidelberg 2006, ISBN 3-00-019378-2
  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 330.
  • Klaus-Dieter Rack, Bernd Vielsmeier: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biografische Nachweise für die Erste und Zweite Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen 1820–1918 und den Landtag des Volksstaats Hessen 1919–1933 (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 19 = Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission. NF Bd. 29). Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-88443-052-1, Nr. 762.
  • Willi Ruppert: Die Geschichte der sieben Generationen Schill in Osthofen, Zur Gründung der Mälzerei vor 125 Jahren, Eigenverlag 1984

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Jakob Pistorius (1820–1824) | Nikolaus Mahlerwein (1826–1830) | Theodor Schacht (1832–1833) | Nikolaus Mahlerwein (1834) | Conrad Heinrichs (1835–1849) | Johann Glaubrech (1849–1850) | Christoph Reichert (1850) | Eduard Lehne (1851–1856) | Georg Jakob Hirsch (1856–1865) | Christian Orb (1865–1866) | Friedrich Dernburg (1866–1872) | Jacob Stephan (1872–1890) | Friedrich Ludwig Hirsch (1890–1899) | Simon Friedrich Schill (1899–1905) | Franz Best (1905–1918)

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein