Muschenheim
Muschenheim Stadt Lich
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1038)&title=Muschenheim 50° 29′ N, 8° 48′ O
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dim=10000 | globe= | name=Muschenheim | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 163 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 7,81 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 1038 (Dez. 2024)<ref name="DF">Steckbrief Lich. In: Webauftritt. Stadt Lich, abgerufen im März 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 133 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1970 | |||||
| Postleitzahl: | 35423 | |||||
| Vorwahl: | 06404 | |||||
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Muschenheim ist ein Stadtteil von Lich im mittelhessischen Landkreis Gießen.
Geographie
Muschenheim liegt rund vier Kilometer südlich der Kernstadt Lich am linken, östlichen Ufer der Wetter in der nördlichen Wetterau. Die nördliche Gemarkungsgrenze und der Ortsrand grenzen an das Umfeld von Kloster Arnsburg. Die Gemarkungsfläche beträgt 781 Hektar, davon sind 110 Hektar bewaldet (Stand: 1961). Es gibt zwei Waldflächen, den kleineren Vorderwald mit etlichen Hügelgräbern auf einer bis 175 Meter ansteigenden Anhöhe und den größeren Hinterwald, der sich jenseits der südlichen Gemarkungsgrenze weiter fortsetzt und mit dem 199 Meter hohen Wetterbergskopf die höchste Erhebung der Gemarkung aufweist. Am nicht bewaldeten Nordhang des Wetterbergkopfes liegt das Megalithgrab Heiliger Stein. Am Südrand von Muschenheim liegt der Burgstall Muschenheim, eine abgegangene Wasserburg von der fast nichts mehr zu sehen ist, da das Burggelände größtenteils überbaut wurde.
Ortsgeschichte
Früh- und Vorgeschichte
Frühere Besiedlungen lassen sich aus dem 4000–5000 Jahre alten Megalithgrab „Heiliger Stein“ ableiten. Nordwestlich des Ortes bestand ein Römerkastell, das Kastell Arnsburg.
Mittelalter
Das Bestehen des Ortes lässt sich bis in den Zeitraum 650 bis 802 durch eine Erwähnung im Codex Eberhardi urkundlich zurückverfolgen. „ein gewisser Ivo und seine Frau Reginhilt übertrugen … bona sua in Musgenheim“ (seine/ihre Güter in Muschenheim).<ref>Edmund Ernst Stengel: Fuldisches Urkundenbuch. Nr. 348, S. 441.</ref> Bereits hier wird die Siedlungsform des Ortes als villa angegben. In der Zeit zwischen 774 und 800 schenkt Gotefrit dem Kloster Fulda seinen Besitz in Muschenheim. In einem anderen bedeutenden Kopiar, dem Codex Laureshamensis, wird Muschenheim drei mal genannt. 785 heißt es Lorscher Codex: „… in pago Wetdereiba in uilla Muskenheim …“ (im Gau Wetterau im Dorf Muschenheim).<ref>Karl Glöckner: Codex Laureshamensis (CL) (Arbeiten der historischen Kommission für den Volksstaat Hessen. = CL III, Nr. 2987, S. 236.), Darmstadt 1929.</ref> Ein weiterer Eintrag im gleichen Jahr lautet: „… in Muschenheimer marca“ (in der Mark Muschenheim).<ref>Karl Glöckner: CL III, Nr. 3752 c. S. 236.</ref> Schließlich folgt 798: „...in pago Wedereiba in uilla Moseknheim …“<ref>Karl Glöckner: CL III, Nr. 2985. S. 247.</ref> Das Kloster Lorsch erhält im Zeitraum von 774 bis um 800 insgesamt fünf Privatschenkungen in Muschenheim.<ref>s. auch:Karl Glöckner: CL III, Nr. 2946 = 3758; CL III 2986 = 3758.</ref>
Der Ortsname wird in der Namensforschung als „Siedlung des Musco“ erklärt.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 265 f, S. 266.</ref>
Bereits 1151 heißt es in einer Urkunde: „… a matre ecclesia Muschenheim“ (von der Mutterkirche Muschenheim).<ref>Peter Acht: Mainzer Urkundenbuch. Bd. 2,1 (1137 – 1175). Darmstadt 1968. Nr. 159, S. 295.</ref> Die Muschenheimer Pfarrkirche wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut. In einem Insert wird zwischen 1216 und 1229 ein „Cunrado pastore in Mussenheim“ (Pfarrherr Konrad in Muschneheim) erwähnt.<ref>Ludwig Baur: Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau. Darmstadt 1851. Nr. 66, S. 48.</ref>
Seit 1401 fielen Muschenheim, Birklar und Bettenhausen in den Mühlenbann der Mühle von Muschenheim. In diesem Jahr erneuerte Philipp VIII. von Falkenstein die Schenkung Philipps I. von Falkenstein. Dieser hatte die Muschenheimer Mühle 1261 an das Kloster Arnsburg geschenkt.<ref> Andreas Kuczera: Grangie und Grundherrschaft. Zur Wirtschaftsverfassung des Klosters Arnsburg zwischen Eigenwirtschaft und Rentengrundherrschaft 1174–1400. Dissertation. Darmstadt und Marburg 2003. Hrsg.: Hessische Historische Kommission Darmstadt und Historische Kommission für Hessen. = Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte 129. S. 212, vgl. Ludwig Baur: AUB. Nr. 43.</ref>
Neuzeit
In Muschenheim gab es seit 1575 eine Schule. Hierhin kamen auch Schüler aus den Nachbarorten, wovon der „Schülerpfad“ nach Bettenhausen kündet. Bis in den Dreißigjährigen Krieg hinein wirkten studierte Theologen hier als Lehrer.
Die Reformation in Muschenheim wurde von Graf Konrad zu Solms 1582 mit der Einführung des reformierten Bekenntnisses „vollendet“. Der Altar in der Kirche wurde durch einen Tisch für die Abendmahlsfeier ersetzt. Trotz der Einführung des reformierten statt des vorherigen lutherischen Bekenntnisses konnten fast alle Pfarrer in der Grafschaft in ihren Gemeinden bleiben. Pfarrer Hermann Pistorius war ab 1576 Pfarrer in Muschenheim; seine Tochter Sibylle heiratete 1597 den reformierten Pfarrer Anton Praetorius, Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Muschenheim zum 31. Dezember 1970 auf freiwilliger Basis in die Stadt Lich eingegliedert.<ref>Eingliederung von Gemeinden in die Stadt Lich, Landkreis Gießen vom 6. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 141, Punkt 174 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Für Muschenheim wurde, wie für alle Stadtteile von Lich, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 95 kB) § 4. In: Webauftritt. Stadt Lich, abgerufen im März 2024.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Muschenheim angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1742: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Solms-Braunfels (Anteil an der Herrschaft Münzenberg), Amt Hungen
- ab 1742: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Braunfels (Anteil an der Herrschaft Münzenberg), Amt Hungen
- ab 1806: Großherzogtum Hessen,<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Oberhessen, Amt Hungen (des Fürsten Solms-Braunfels)<ref name="PR" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Hungen (des Fürsten Solms-Braunfels)<ref name="NLVK" />
- ab 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Hungen<ref group="Anm.">Patrimonialgericht: Standesherrliches Amt Hungen des Fürsten Solms-Braunfels.</ref>
- ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen<ref name="STH-Oberhessen" /><ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Hungen; 1822 gingen die Rechte des „standesherrlichen Amts Hungen“ an das Landgericht über, wo sie im Namen der Standesherren ausgeübt wurden) und Verwaltung.</ref>
- ab 1841: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Hungen
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1867: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied.</ref> Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Gießen<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen, Stadt Lich<ref group="Anm.">Am 31. Januar 1970 als Ortsbezirk zur Stadt Lich.</ref>
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Lich
- ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Stadt Lich
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen, Stadt Lich
Gerichte seit 1803
In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Muschenheim ab 1806 das „Patrimonialgericht der Fürsten Solms-Braunfels“ in Hungen zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übertragen. Ab 1822 ließen die Fürsten Solms-Braunfels ihre Rechte am Gericht durch das Großherzogtum Hessen in ihrem Namen ausüben. „Landgericht Hungen“ war daher die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht, das für Muschenheim zuständig war. Auch auf sein Recht auf die zweite Instanz, die durch die Justizkanzlei in Hungen ausgeübt wurde verzichtete der Fürst 1823.<ref name="PF" /> Erst infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem „Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren“ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgültig aufgehoben.<ref>Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren vom 7. August 1848. In: Großherzog von Hessen (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1848 Nr. 40, S. 237–241 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 42,9 MB]).</ref> Durch die Neuordnung der Gerichtsbezirke in der Provinz Oberhessen mit Wirkung vom 15. Oktober 1853 wurde Muschenheim dem Landgericht Lich zugelegt.<ref>Bekanntmachung vom 15. April 1853, betreffend:
1) die Aufhebung der Landgerichte Großkarben und Rödelheim, und die Errichtung neuer Landgerichte zu Darmstadt, Waldmichelbach, Vilbel und Altenstadt, ferner die Verlegung des Landgerichtssitzes von Altenschlirf nach Herbstein;
2) die künftige Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichts-Bezirke in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen. (Hess. Reg.Bl. S. 221–230)</ref>
Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Lich“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Am 1. Juni 1934 wurde das Amtsgericht Lich aufgelöst und Muschenheim dem Amtsgericht Gießen zugeteilt.<ref>Verordnung über die Umbildung von Amtsgerichtsbezirken vom 11. April 1934. In: Der Hessische Staatsminister (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1934 Nr. 10, S. 63 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 13,6 MB]).</ref>
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Muschenheim 939 Einwohner. Darunter waren 24 (2,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 168 Einwohner unter 18 Jahren, 375 zwischen 18 und 49, 195 zwischen 50 und 64 und 201 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 381 Haushalten. Davon waren 93 Singlehaushalte, 102 Paare ohne Kinder und 129 Paare mit Kindern, sowie 46 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 75 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 243 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Muschenheim: Einwohnerzahlen von 1830 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1830 | 519 | |||
| 1834 | 575 | |||
| 1840 | 580 | |||
| 1846 | 627 | |||
| 1852 | 630 | |||
| 1858 | 603 | |||
| 1864 | 666 | |||
| 1871 | 691 | |||
| 1875 | 702 | |||
| 1885 | 654 | |||
| 1895 | 655 | |||
| 1905 | 691 | |||
| 1910 | 732 | |||
| 1925 | 702 | |||
| 1939 | 651 | |||
| 1946 | 1.183 | |||
| 1950 | 1.015 | |||
| 1956 | 879 | |||
| 1961 | 874 | |||
| 1967 | 966 | |||
| 1970 | 929 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1988 | 966 | |||
| 2000 | ? | |||
| 2008 | 939 | |||
| 2011 | 936 | |||
| 2015 | 967 | |||
| 2020 | 933 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; 1970:<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"></ref>; 1988–2008:<ref name="HB">Heimatbuch der Stadt Lich, Stadtverwaltung Lich</ref>; nach 2011: Stadt Lich<ref name="EW2015" /><ref name="EW2020" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Erwerbstätigkeit
Im Jahr 1961 wurden die folgenden Erwerbspersonen gezählt: 214 in Land- und Forstwirtschaft; 187 im produzierenden Gewerbe; 35 in Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung; 30 im Dienstleistungsbereich oder sonstigen Gewerbe.<ref name="lagis" />
Religion
Die zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaute Kirche erhebt sich am Kirchberg im Osten hoch über das Dorf und ist von weither zu sehen. Das alte Pfarrhaus steht mitten im Dorf an einem großen Platz an der Hauptstraße, ca. 300 m von der Kirche entfernt. Es war bis zum Verkauf im Jahr 1990 Wohnsitz der reformierten Pfarrer. Der Pfarrer bewohnt seitdem einen Neubau am Ortsrand. Die Pfarrgemeinde Muschenheim gehört der Propstei Oberhessen in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an.
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1830: | 487 evangelische, 23 katholische und 9 jüdische Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 708 evangelische, 154 römisch-katholische Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Ortsbeirat
Für den Stadtteil Muschenheim besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Muschenheim) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,11 %. Dabei wurden gewählt: Je ein Mitglied der CDU, der SPD und des Bündnis 90/Die Grünen, sowie zwei Mitglieder der „Freien Wähler“ (FW) und der Liste „Bürger für ein lebenswertes Lich“ (BfL).<ref>Ortsbeiratswahl Ortsbezirk Muschenheim. In: Votemanager. Stadt Lich, abgerufen im März 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Josef Benner (FW) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Muschenheim. In: Ratsinformationssystem. Stadt Lich, abgerufen im März 2024.</ref>
Wappen
| [[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|DEU Muschenheim COA.png]] | Blasonierung: „Am 30. April 1964 wurde der Gemeinde Muschenheim im Landkreis Gießen ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Auf goldenem damaszierten Schild in blauem Schrägrechtsbalken ein goldenes archaisches Schwert mit Ortband.<ref>Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Muschenheim, Landkreis Gießen, Regierungsbezirk Darmstadt vom 30. April 1964. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1964 Nr. 20, S. 628, Punkt 555 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,3 MB]).</ref>“ |
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Bedeutung Das Schwert im Wappen bezieht sich auf Funde von prähistorischen Bestattungsplätzen u. a. dem „Heiligen Stein“ und einem Grab mit einem „goldenen Schwert“. |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kulturhistorischer Wanderweg Muschenheim
Die Stadt Lich hat den Kulturhistorischer Wanderweg Muschenheim mit 4 Routen ausgewiesen, die vom Naturschutzverein Muschenheim gepflegt und unterhalten werden. Die Strecken führen u. a. an dem römischen Kastell Arnsburg-Alteburg, Hügelgräbern und dem Megalithgrab „Heiliger Stein“ vorbei. Auf den Internetseiten der Stadt und des Naturschutzvereins gibt es Informationen, sowie an den ausgewiesenen Parkplätzen entlang des Wanderweges sind entsprechende Flyer ausgelegt.<ref>Kulturhistorischer Wanderweg Muschenheim auf www.lich.de</ref>
Sehenswürdigkeiten
- Megalithgrab Heiliger Stein
- Kastell Arnsburg-Alteburg
- Hügelgräber im Vorderwald
- Ruine Burg Arnsburg
- Ausgrabungen Villa Arnesburg
- Aussichtsturm am Limes zwischen Birklar, Bettenhausen und Muschenheim
Vereine
- Freiwillige Feuerwehr Muschenheim (gegründet 1934)
- Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Muschenheim (gegründet 1960)
- Freundes- und Förderkreis des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Muschenheim e. V.
- Naturschutzverein Muschenheim e. V. mit der bislang deutschlandweit einzigen Naturschutzkönigin
- Faschingsverein Muschem Helau e. V.
- Obst und Gartenbauverein Muschenheim e. V.
- Tischtennis-Gemeinschaft Eberstadt-Muschenheim e. V.
- Verein für Leibesübungen 1946 Muschenheim e. V.
- Dorfverein Muschenheim 2018 e. V.
- Kleintierzuchtverein Muschenheim
- Landfrauenverein Muschenheim
Verkehr und Infrastruktur
Für den überörtlichen Verkehr wird Muschenheim durch die Landesstraße 3131 erschlossen, welche in der Nähe des Klosters Arnsburg von der Landesstraße 3053 (ehm. Bundesstraße 488) abzweigt und jenseits der Wetter am Ort vorbeiführt. Von der L 3131 zweigt die Kreisstraße K 167 als Brückgasse ab und führt über die Wetter von Süden in den Ort. Am „Alten Rathausplatz“ biegt die K 167 als Hessengasse nach Osten ab in Richtung Bettenhausen, während die K 166 geradeaus weiter über Birklar zur Bundesstraße 457 und zur Kernstadt Lich führt. In der Schulstraße zweigt eine weitere Kreisstraße ab, die K 165 als Klosterweg nach Kloster Arnsburg.
Südlich von Muschenheim liegt in Flussnähe eine Kläranlage am tiefstgelegenen Punkt des Stadtgebietes von Lich.
Persönlichkeiten
- Charlie Becker (1887–1968), deutsch-amerikanischer Schauspieler
- Wieland Schulz-Keil (* 1945), Filmproduzent, Regisseur
Anmerkungen
<references group="Anm." />
Literatur
- Max Brückel, Paul Görlich, Muschenheim. In: Licher Heimatbuch. Die Kernstadt und ihre Stadtteile. Bearbeitet von Paul Görlich, herausgegeben vom Magistrat der Stadt Lich 1989.
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Stadtteil Muschenheim In: Webauftritt der Stadt Lich.
- Muschenheim, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
<references> <ref name="lagis">Muschenheim, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EW2020">Steckbrief Lich. In: Webauftritt. Stadt Lich, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im März 2024. </ref> <ref name="EW2015">Steckbrief Lich (ab 2015). In: Webauftritt. Stadt Lich, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Februar 2019. </ref> <ref name="PF"> Theodor Hartleben (Hrsg.): Allgemeine deutsche Justiz-, Kameral- und Polizeifama, Band 2, Teil 1. Johann Andreas Kranzbühler, 1832, S. 271 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 424 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 135 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 8 und 48, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>