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Bahnhof Finnentrop

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Finnentrop
Bahnhof Finnentrop (neues Gebäude).jpg
Bahnhof Finnentrop (2014)
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Anschlussbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung EFP
IBNR 8000102
Preisklasse 4
Eröffnung 1861
Profil auf bahnhof.de Finnentrop
Lage
Stadt/Gemeinde Finnentrop
Ort/Ortsteil Finnentrop (Ort)
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 10′ 24″ N, 7° 57′ 53″ OKoordinaten: 51° 10′ 24″ N, 7° 57′ 53″ O
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Höhe (SO) 215 m
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Finnentrop
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Der Bahnhof Finnentrop ist ein Anschlussbahnhof an der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Hagen und Siegen. Der Bahnhof befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Finnentrop im Kreis Olpe. Hier zweigt die Biggetalbahn nach Olpe ab, ebenso befand sich hier der Startpunkt der 1996 stillgelegten Nebenbahn Finnentrop–Wennemen.

Geschichte

Der Bahnhof Finnentrop entstand im Zuge des Baus der Ruhr-Sieg-Strecke von 1858 bis 1861, die Bauten der Haltestelle wurden bereits 1860 fertig gestellt.<ref name="bitter66" /> Am Ort Neubrücke gelegen, erhielt er nach einem nahegelegenen Gut den Namen Finnentrop, der erst 1908 zur Bezeichnung des Gesamtortes wurde.<ref name="bitter7" /> 1870 wurde ein erstes Empfangsgebäude erbaut. Dieses wurde 1898 wegen des gestiegenen Verkehrsaufkommen durch einen Neubau abgelöst und diente bis zu seinem Abriss 1937 als Wohnraum für Eisenbahnerfamilien.<ref name="bitter66">Franz Bitter: Finnentrop. Seite 66</ref> Eine dem Bahnhof angegliederte Lokstation entstand in den 1870er Jahren in Verbindung mit den Zweigstrecken nach Olpe und Wennemen, 1892 war hier jedoch nur eine Lokomotive stationiert.<ref name="bitter7">Franz Bitter: Finnentrop. Seite 7</ref> Gemeinsam mit Altenhundem entwickelte der Bahnhof sich nach und nach zu einem der Betriebsmittelpunkte der Ruhr-Sieg-Strecke. 1914, nach der Schließung der auf dem dafür benötigten Gelände befindlichen Finnentroper Hütte 1901, wurde aus der Lokstation ein selbständiges Bahnbetriebswerk.<ref name="bitter67" /> Im Ersten Weltkrieg wurde neben dem Bahnhof eine Feldküche eingerichtet, im Wartesaal des Empfangsgebäudes eine Sanitätskolonne ins Leben gerufen.<ref>Franz Bitter: Finnentrop. Seite 17</ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 660 Personen am Bahnhof beschäftigt.<ref>Franz Bitter: Finnentrop. Seite 68</ref>

Im Jahr 2002 stellte die Deutsche Bahn AG den Fahrkartenverkauf im Bahnhofsgebäude ein, zwei Jahre später übernahm die Gemeinde das Gebäude. Im Rahmen der Modernisierungsoffensive für Bahnhöfe investierten Bund und Deutsche Bahn rund 3,2 Millionen Euro, das Land Nordrhein-Westfalen über eine Million Euro in die Umgestaltung des Bahnhofs. Im ersten Bauabschnitt wurde Ende 2007 das Empfangsgebäude abgerissen<ref>Abriss des Empfangsgebäudes am Bahnhof schon im November. In: Westfalenpost. Funke Mediengruppe, 23. Oktober 2007, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> und der Bahnhofsplatz vollkommen umgestaltet. Die Alte Bahnmeisterei wurde saniert und neu gestaltet.<ref>Alte Bahnmeisterei ist wegen Vandalismus geschlossen. 17. Januar 2013, abgerufen am 27. September 2020.</ref> Eine Bürgerinitiative hatte vorher Vorschläge zur Neunutzung der Gebäude rund um den Bahnhof gemacht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.. In: Sauerlandkurier, 15. April 2007.</ref><ref>Website der Bürgerinitiative</ref> Der Hausbahnsteig an Gleis 1 wurde auf 76 Zentimeter erhöht und als Kombibahnsteig ausgebaut: Linienbusse halten nun direkt gegenüber der Züge, wodurch ein barrierefreier Umstieg möglich ist. Weitere Baumaßnahmen an dem Inselbahnsteig mit Gleis 2 und 3 und dem Inselbahnsteig mit Gleis 4 und an der neuen Fußgängerbrücke wurden ab 2015 durchgeführt. Dabei wurden sie im südlichen Bereich erhöht und erneuert. Aufzüge zur Fußgängerüberführung wurden am Hausbahnsteig und am großen Inselbahnsteig eingebaut.<ref>Modernisierung des Bahnhofs ist nun abgeschlossen. 3. November 2017, abgerufen am 27. September 2020.</ref>

Infrastruktur

Datei:Finnentrop Bahnhof FFSN-3366.jpg
Luftaufnahme des Bahnhofs Finnentrop während der Modernisierung
Datei:Bahnhof Finnentrop 2.jpg
Das 2007 abgerissene Bahnhofsgebäude

1874 wurde ein zunächst vier Fahrzeuge fassender Ringlokschuppen erbaut, der nach dem Ersten Weltkrieg erweitert wurde. Um 1921 wurde eine 20-Meter-Drehscheibe ergänzt.<ref>Vorlage:ZentralblBauverw</ref> 1944 wurde er teilzerstört, 1982 stillgelegt. Am 6. Februar 2010 stürzte der Schuppen wegen Schneelast ein.<ref name="stuerz">WP: Ringlokschuppen in Finnentrop eingestürzt. In: Westfalenpost. Funke Mediengruppe, 8. Februar 2010, abgerufen am 9. Februar 2010.</ref> Infolgedessen wurde auch die nach dem Ersten Weltkrieg angebaute<ref name="bitter67" /> Wagenausbesserungshalle gesperrt.<ref name="stuerz" /> Die Mauern des Lokschuppens sollen allerdings erhalten bleiben.<ref name="derweste-845173">Peter Plugge: Ringlokschuppen und Busdepot werden abgerissen. In: Westfalenpost. Funke Mediengruppe, 7. Januar 2014, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref> Das Bahnbetriebswerk verfügte außerdem über eine Entseuchungsanstalt zur Reinigung und Desinfektion von Viehwagen.<ref name="bitter67">Franz Bitter: Finnentrop. Seite 67</ref>

1913 wurde das mechanische Stellwerk Fr am Rangierbahnhof in Betrieb genommen, 1924 (Fs), 1928 (Ff) und 1937 (Fn) drei weitere. 2002 wurden die letzten drei durch ein elektronisches Stellwerk von Siemens ersetzt.<ref>Liste deutscher Stellwerke, abgerufen am 5. Januar 2013</ref> Das denkmalgeschützte Reiterstellwerk Ff sollte nach den Plänen der Bahn im Zuge des Bahnhofsumbaus ab 2010 abgerissen werden,<ref>Hubertus Heuel: Bahn will Reiterstellwerk abreißen lassen. 24. April 2009, abgerufen am 27. September 2020.</ref> ist nach Protesten aber erhalten geblieben, auch die Stellwerke Fn und Fs sind in die Denkmalliste der Gemeinde Finnentrop eingetragen.

Der zentrale Omnibusbahnhof direkt neben den Bahngleisen verfügt über sechs überdachte Bushalteplätze, davon zwei an einem Kombibahnsteig mit der Bahn. An einer weiteren, nicht überdachten Halteinsel gibt es Plätze für Taxis und den Bürgerbus.<ref>Peter Plugge: Neuer Busbahnhof und Alte Bahnmeisterei. 14. September 2011, abgerufen am 27. September 2020.</ref>

Bedienung

Datei:DreiLänderBahn Finnentrop.jpg
LINT-Triebwagen in Finnentrop

Im Schienenpersonennahverkehr wird Finnentrop von den Linien RE 34, RB 91 und RB 92 bedient. Zusätzlich verkehren doppelstöckige Intercity 2 der IC-Linie 34. Sechs Zugpaare ersetzen zwischen Siegen und Letmathe den RE 34 und bedienen fast alle Halte des Regionalverkehrs. Sie können zwischen Dortmund und Dillenburg mit Nahverkehrsfahrkarten benutzt werden und haben in Letmathe Anschluss an die Linie RE 16 Richtung Hagen, Bochum und Essen.

Linie Linienverlauf Takt Betreiber
RE 34 Dortmund-Siegerland-Express:
Dortmund Hbf – Witten Hbf – Hagen-Hohenlimburg – Iserlohn-Letmathe – Altena (Westf) – Werdohl – Plettenberg – Finnentrop – Lennestadt-Grevenbrück – Lennestadt-Altenhundem – Kirchhundem-Welschen Ennest – Kreuztal – Siegen-Weidenau – Siegen Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2024
60 min, 120 min DB Regio
HLB
VIAS
IC 34 von Münster kommend: Dortmund Hbf – Witten Hbf – Iserlohn-Letmathe – Altena (Westf) – Werdohl – Plettenberg – Finnentrop – Lennestadt-Grevenbrück – Lennestadt-Altenhundem – Kreuztal – Siegen-Weidenau – Siegen Hbf – Dillenburg, dann weiter nach Frankfurt (Main)
Freigabe für Nahverkehrstickets nur zwischen Dortmund und Dillenburg
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2024
120 min, 240 min DB Fernverkehr
RB 91 Ruhr-Sieg-Bahn:
Hagen Hbf – Hohenlimburg – Iserlohn-Letmathe – Altena (Westf) – Werdohl – Plettenberg – Finnentrop – Lennestadt-Grevenbrück – Lennestadt-Meggen – Lennestadt-Altenhundem – Kirchhundem – Kirchhundem-Welschen Ennest – Kreuztal-Littfeld – Kreuztal-Eichen – Kreuztal – Siegen-Geisweid – Siegen-Weidenau – Siegen Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2025
60 min (werktags)
120 min (sonn-/feiertags)
VIAS
RB 92 Biggesee-Express:
Finnentrop – Heggen – Attendorn – Kraghammer – Listerscheid – Attendorn-Hohen Hagen – Sondern – Eichhagen – Olpe
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2021
60 min HLB Hessenbahn

Vom Zentralen Omnibusbahnhof verkehren mehrere Regionalbuslinien.

Sonstiges

2008 veröffentlichte Christian Linder das Buch Der Bahnhof von Finnentrop über Carl Schmitt, der seine Besucher dort „nach durchdiskutierter Nacht“ am anderen Mittag verabschiedete.<ref>Der Sprachmachtmensch. In: dradio.de, 13. April 2008</ref>

Literatur

  • Franz Bitter – überarbeitet von Robert J. Sasse: Die Geschichte von Finnentrop. (PDF; 1,9 MB) Das Pfarrdorf / seine Industrie – Der Eisenbahnknotenpunkt und seine Bewohner. Heimatbund Gemeinde Finnentrop e. V., 20. Dezember 2012, S. 133, abgerufen am 1. Januar 2018.
  • Wolf-Dieter Grün: Der Bau der Ruhr-Sieg-Strecke vor 150 Jahren. (PDF; 1,6 MB) In: Heimatbund Gemeinde Finnentrop e. V. 3. Dezember 2010, S. 21, abgerufen am 1. Januar 2018.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />