Zum Inhalt springen

Acokanthera

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. November 2025 um 21:49 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Acokanthera
Datei:Acokanthera rotundata, habitus, Louwsburg.jpg

Acokanthera rotundata im Habitat in der Nähe von Louwsburg in KwaZulu-Natal, Südafrika

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Rauvolfioideae
Tribus: Carisseae
Gattung: Acokanthera
Wissenschaftlicher Name
Acokanthera
G.Don

Die Acokanthera sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die etwa fünf Arten sind im tropischen bis südlichen Afrika sowie in Arabien verbreitet.<ref name="FoC" /> Manche Arten werden Schöngift genannt.

Beschreibung

Datei:Acokanthera schimperi - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-150.jpg
Illustration des Pfeilspitzen-Schöngifts (Acokanthera schimperi) aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen, 1897: „Acokanthera schimperi. A blühender Zweig. B Fruchtzweig. 1 Kelch; 2 Korolle, aufgeschnitten; 3 Staubblatt; 4 Pistill; 5 Ovar; 6 Frucht, zum Teil aufgeschnitten; 7 Samen; 8 Querschnitt; 9 Längsschnitt in der Richtung a bis c; 10 Längsschnitt in der Richtung b bis d. A, B verkleinert, 1 bis 10 vergrößert.“
Datei:Acokanthera oblongifolia 02.jpg
Seitenständige Blütenstände des Afrikanischen Schöngifts (Acokanthera oblongifolia)
Datei:Acokanthera oblongifolia 1.jpg
Früchte des Afrikanischen Schöngifts (Acokanthera oblongifolia)

Erscheinungsbild und Blätter

Acokanthera-Arten wachsen als immergrüne Bäume oder Sträucher. Sie enthalten weißen Milchsaft.<ref name="FoC" />

Die (fast<ref name="biodiversitylibrary" />) gegenständig angeordneten Laubblätter besitzen einen mehr oder weniger kurzen Blattstiel. Die Blattspreite ist einfach.<ref name="FoC" />

Blütenstände und Blüten

Die schirmrispigen Blütenstände stehen seitenständig, höchstens auf kurzen Blütenstandsschäften oder sind sitzend, oft in Bündeln. Ein Blütenstiel ist kaum erkennbar.<ref name="FoC" />

Die meist süß duftenden,<ref name="PlantZAfrica" /> zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf kleinen Kelchblätter sind nur kurz verwachsen<ref name="biodiversitylibrary" /> und besitzen auf der Innenseite keine Drüsen. Die fünf weißen oder rosafarben getönten Kronblätter sind stieltellerförmig verwachsen und die Kronröhre weitet sich etwas in der Nähe des Kronschlundes. Die fünf kurzen Kronlappen überlappen nach links. Es ist keine Nebenkrone vorhanden. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die kurzen Staubfäden sind im geweiteten Bereich der Kronröhre inseriert. Die Staubbeutel sind eiförmig bis länglich und bespitzt; das Konnektiv entsteht in einem kurzen, winzig behaarten Punkt und ist an der Basis kurz zweilappig. Ein Diskus ist nicht vorhanden. Die zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält nur eine Samenanlage. Der fadenförmige Griffel ist im oberen Bereich zylindrisch oder kurz konisch mit einem Ring aus Papillen und endet in einer kurz zweilappigen Narbe.<ref name="FoC" />

Früchte und Samen

Die kugeligen bis elliptischen Beeren besitzen ein holziges Endokarp und enthalten ein oder zwei Samen.<ref name="FoC" />

Die Samen besitzen kein Haarbüschel und enthalten den Embryo mit zwei breit eiförmigen oder fast herzförmigen Keimblättern (Kotyledonen) und eine oberständige Radikula.<ref name="FoC" />

Datei:Acokanthera oppositifolia01.jpg
Laubblätter von Buschmanns Schöngift (Acokanthera oppositifolia)
Datei:Acokanthera oppositifolia02.jpg
Blütenstände von Buschmanns Schöngift (Acokanthera oppositifolia)
Datei:Gardenology.org-IMG 1940 rbgs11jan.jpg
Panaschierte Sorte ‘Variegata’ des Afrikanischen Schöngifts (Acokanthera oblongifolia)

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Acokanthera wurde 1837 durch George Don in A General History of the Dichlamydeous Plants, 4, S. 485.<ref name="biodiversitylibrary" /> aufgestellt.<ref name="tropicos" /> Ein Synonym für Acokanthera <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Don ist Toxicophlaea <templatestyles src="Person/styles.css" />Harv.<ref name="GRIN" /><ref name="WCSP" /> Der Gattungsname Acokanthera leitet sich von den griechischen Wörtern acoce für stachelspitzig und anthera für Staubbeutel, steht also für einen stachelspitzigen Staubbeutel.<ref name="biodiversitylibrary" /><ref name="PlantZAfrica" />

Die Acokanthera-Arten sind im tropischen und südlichen Afrika sowie Arabien beheimatet.<ref name="FoC" />

Die Gattung Acokanthera gehört zur Tribus Carisseae in der Unterfamilie Rauvolfioideae innerhalb der Familie Apocynaceae.<ref name="GRIN" />

Es gibt etwa fünf Acokanthera-Arten:<ref name="WCSP" /><ref name="GRIN" />

  • Acokanthera laevigata <templatestyles src="Person/styles.css" />Kupicha: Sie kommt nur in Tansania und nördlichen Malawi vor.<ref name="WCSP" />
  • Afrikanisches Schöngift (Acokanthera oblongifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hochst.) Codd, Syn.: Acokanthera spectabilis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sond.) Hook.f., Carissa oblongifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Hochst., Toxicophlaea spectabilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Sond.): Sie kommt nur im südlichen Mosambik und den südafrikanischen Provinzen Ostkap sowie KwaZulu-Natal<ref name="RedListSA" /> vor.<ref name="GRIN" /><ref name="WCSP" />
  • Buschmanns Schöngift (Acokanthera oppositifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Codd, Syn.: Acokanthera longiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Stapf, Acokanthera venenata auct., Cestrum oppositifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam., Cestrum venenatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Thunb.): Sie ist weitverbreitet in Kenia, Tansania, in der südlichen Demokratischen Republik Kongo, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Eswatini und weiten Teilen Südafrikas (Gauteng, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, North West, Ost- sowie Westkap<ref name="RedListSA" />).<ref name="GRIN" /><ref name="WCSP" />
  • Acokanthera rotundata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Codd) Kupicha (Syn.: Acokanthera schimperi var. rotundata <templatestyles src="Person/styles.css" />Codd): Sie kommt in Simbabwe, Eswatini und den südafrikanischen Provinzen KwaZulu-Natal, Limpopo sowie Mpumalanga vor.<ref name="WCSP" /><ref name="RedListSA" />
  • Pfeilspitzen-Schöngift (Acokanthera schimperi <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.DC.) Benth. & Hook.f. ex Schweinf., Syn.: Acokanthera ouabaio <templatestyles src="Person/styles.css" />Cathel. ex L.Lewin, Carissa schimperi <templatestyles src="Person/styles.css" />A.DC.): Sie kommt in Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Somalia, Jemen, Kenia, nördlichen Tansania, Uganda, Ruanda und in der östlichen Demokratischen Republik Kongo vor.<ref name="GRIN" /><ref name="WCSP" />

Inhaltsstoffe

Das Holz von Acokanthera ouabaio enthält Ouabain, das mit dem aus Strophanthus gratus gewonnenen offizinellen g-Strophanthin identisch ist.<ref name="Gilg1904" />

Nutzung

Acokanthera oblongifolia und Acokanthera oppositifolia werden als Zierpflanze verwendet.<ref name="Botanica2003" />

Der Milchsaft von Acokanthera schimperi und Acokanthera oppositifolia wird als Pfeilgift bei der Jagd verwendet.<ref name="PlantZAfrica" /> An 6000 Jahre alten Pfeilspitzen aus Ägypten wurde eine giftige schwarze Substanz gefunden, bei der es sich vermutlich um eine Substanz aus Acokanthera spec. handelt.<ref name="spiegel.de" />

Quellen

  • Bingtao Li, Antony J. M. Leeuwenberg, David J. Middleton: Apocynaceae. Acokanthera. S. 147 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="RedListSA"> Artenliste zu Acokanthera in der Red List of South African Plants </ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="tropicos"> Acokanthera bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="FoC"> Bingtao Li, Antony J. M. Leeuwenberg, David J. Middleton: Apocynaceae. Acokanthera. S. 147 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 53–54. </ref> <ref name="PlantZAfrica"> Acokanthera oppositifolia und Acokanthera oblongifolia bei PlantZAfrica des South African National Biodiversity Institute = SANBI. </ref> <ref name="spiegel.de"> 6000 Jahre alte Giftpfeile bei www.spiegel.de. </ref> <ref name="Gilg1904"> Ernst Friedrich Gilg, Herbert Thoms, Hans Schedel: Die Strophanthus-Frage. Berlin 1904, S. 31. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Acokanthera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ergänzende Literatur

  • S. Nazimuddin, Mohammad Qaiser: Flora of Pakistan 148: Apocynaceae. Department of Botany, University of Karachi, Karachi 1983, S. 3 (online auf: efloras.org [abgerufen am 27. Dezember 2012] Mit zu vielen Arten, hat also nicht den gleichen Umfang).

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten