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Alpen-Klee

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Alpen-Klee
Datei:Glacier d'Aletsch avec fleurs.jpg

Alpen-Klee (Trifolium alpinum)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Klee (Trifolium)
Sektion: Lotoidea
Art: Alpen-Klee
Wissenschaftlicher Name
Trifolium alpinum
L.

Der Alpen-Klee (Trifolium alpinum), auch Westalpen-Klee genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klee (Trifolium) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung

Datei:Trifolium alpinum 2 RF.jpg
Blütenstände im Habitat

Vegetative Merkmale

Der Alpen-Klee ist eine kahle, überwinternd grüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern erreicht. Die zähe Pfahlwurzel schmeckt süßlich und wird bis zu einem Zentimeter dick.

Alle Laubblätter sind grundständig und in Blattstiel sowie Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel hat eine Länge von etwa 5 Zentimetern. Die Blattspreite ist dreiteilig gefiedert. Die drei Teilblättchen sind bei einer Länge von 1 bis 4 (bis 7) Zentimetern und einer Breite von 3 bis 6, selten bis zu 9 Millimetern linealisch-lanzettlich und fast ganzrandig.<ref name="HegiGams1964" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der bei einem Durchmesser von 3 bis 5 Zentimetern kopfige Blütenstand enthält drei bis zwölf gestielte, relativ große Blüten.

Die bei Sonnenschein balsamisch duftenden, zwittrigen Blüten sind als Schmetterlingsblüte zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die kahle und zehnnervige Kelchröhre ist länger als die Blütenstiele. Die fleischrosafarbenen bis purpurroten Blütenkronblätter sind 18 bis 25 Millimeter lang und überragen die Kelchröhre um das Achtfache.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />

Phytochemie

Die Blüten von T. alpinum verströmen einen starken Duft, der als angenehm und würzig beschrieben wird<ref name="alplains">Alplains Fall 2012 / Spring 2013 Catalog. In: Alplains. Abgerufen am 10. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>: die Hauptquelle für das unverwechselbare Aroma der Almwiesen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Summer Flowers of the High Alps. (deutsch: Sommerblumen der Hochalpen). Hrsg.: Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name. Vorlage:Cite book/Date, [ ], S. 22 (englisch, Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am -05-]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Dieses Aroma resultiert aus einer komplexen Mischung von flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs). Untersuchungen von Weiden, die von dieser Art dominiert werden, haben gezeigt, dass ihr volatiles Profil für ein Mitglied der Familie der Fabaceae ungewöhnlich reich ist, die allgemein als arm an solchen Verbindungen gilt<ref name="lombardi"></ref>. Die Pflanzengewebe enthalten auch eine Vielzahl nichtflüchtiger phenolischer Verbindungen, darunter Flavonoide, Isoflavone und Clovamide.<ref name="stochmal"></ref>

Ökologie

Der starke Duft der Pflanze ist eine multifunktionale Anpassung an ihre hochalpine Umgebung. Als Art ist sie zur Samenproduktion vollständig auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen<ref name="ferns">Trifolium alpinum - Useful Temperate Plants. In: temperate.theferns.info. Abgerufen am 10. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Der intensive Duft dient als chemisches Fernsignal, um Bestäuber, insbesondere Honigbienen und Hummeln, anzulocken.<ref name="jelitto">TRIFOLIUM alpinum Portion(s). In: Jelitto Perennial Seed. Abgerufen am 10. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":0">Robert R. Junker, Nico Blüthgen: Floral scents repel facultative flower visitors, but attract obligate ones. In: Annals of Botany. Band 105, Nr. 5, Mai 2010, ISSN 1095-8290, S. 777–782, doi:10.1093/aob/mcq045, PMID 20228087, PMC 2859918 (freier Volltext) – (nih.gov [abgerufen am 24. September 2025]).</ref><ref name=":1">Rose N. Kigathi, Sybille B. Unsicker, Michael Reichelt, Jürgen Kesselmeier, Jonathan Gershenzon, Wolfgang W. Weisser: Emission of Volatile Organic Compounds After Herbivory from Trifolium pratense (L.) Under Laboratory and Field Conditions. In: Journal of Chemical Ecology. Band 35, Nr. 11, 1. November 2009, ISSN 1573-1561, S. 1335–1348, doi:10.1007/s10886-009-9716-3, PMID 20013039, PMC 2797619 (freier Volltext).</ref>

Dieselben flüchtigen Verbindungen, die den Duft erzeugen, können auch als chemische Abwehr dienen, um Herbivore abzuschrecken<ref name="war"></ref>. Darüber hinaus ist die Produktion dieser (Terpene und Phenole) eine physiologische Reaktion auf hohen, wie intensive, die für große Höhen charakteristisch ist.<ref name="encyclopedie-environnement">How do plants cope with alpine stress? In: Encyclopédie de l'environnement. Abgerufen am 10. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="scialert"></ref><ref name=":0" /><ref name=":1" />

Datei:Trifolium alpinum.jpg
Habitus im Habitat

Vorkommen

Der Alpen-Klee kommt besonders in den Silikatketten der zentralen und der südlichen Alpen vor. Er kommt auch in den Pyrenäen bis Apennin in Höhenlagen zwischen 1400 und 3100 Metern vor. Er gedeiht meist in Höhenlagen von über 1700 Metern, er geht aber örtlich auch etwas tiefer (Kanton Uri bei 980 Metern).<ref name="HegiGams1964" /> Am Col du Géant in der Mont-Blanc-Gruppe erreicht er 3100 Meter.<ref name="HegiGams1964" /> Die Ostgrenze seiner Verbreitung entspricht etwa einer gedachten Linie von Arlberg zum Gardasee.<ref name="Aichele2000" /> Westlich dieser Linie fehlt er in den Nördlichen Kalkalpen fast überall, in den Südlichen Kalkalpen in größeren Gebieten; insgesamt kommt er in Mitteleuropa zerstreut vor.<ref name="Aichele2000" /> Er fehlt in Deutschland. In der Schweiz kommt er außerhalb der Alpen im Jura am Chasseron vor.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Der Alpen-Klee gedeiht am besten auf kalkfreien, sauren, mäßig stickstoffhaltigen, nicht allzu flachgründigen Böden. Sie kommt in Mitteleuropa in alpiner Klimalage vor.<ref name="Aichele2000" /> Der Alpen-Klee besiedelt borstgrasreiche Matten und lockere Zwergstrauch-Bestände.<ref name="Aichele2000" /> Zu seinen natürlichen Standorten zählen Borstgras-Rasen und Krumm-Seggen-Rasen. Er ist eine Charakterart des Verbands Nardion.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Datei:Nouvelle flore coloriée de poche des Alpes et des Pyrénées (6298800544).jpg
Illustration aus Nouvelle flore coloriée de poche des Alpes et des Pyrénées

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Trifolium alpinum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 767. Diesen Namen hatte er von Caspar Bauhins Pinax Theatri botanici von 1623 übernommen.

Nutzung

Der Absud der Pfahlwurzel wird in der Volksmedizin gegen Brustbeschwerden verwendet. Der Alpen-Klee ist als beliebt bei Kühen, Gämsen und Murmeltieren.<ref name="smagy">Alpen-Klee (Trifolium alpinum). In: Smagy. Abgerufen am 10. August 2024.</ref> Aufgrund seiner tiefen Pfahlwurzel und seiner Fähigkeit zur wird er auch bei der zur Stabilisierung von Erosionsflächen in Hochlagen eingesetzt.<ref name="ferns"/>

Literatur

Weblinks

Commons: Alpen-Klee (Trifolium alpinum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Trifolium alpinum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="HegiGams1964"> Gustav Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, S. 1314–1316. Verlag Carl Hanser, München 1964. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Birgit Nordt: Fabaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 391.</ref> </references>