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Kacem El Ghazzali

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Datei:Kacem El Ghazzali, portrait.jpg
Kacem El Ghazzali, 2020

Kacem El Ghazzali ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); geb. 24. Juni 1990) ist ein Schweizer Essayist, Islamwissenschaftler<ref>Kacem El Ghazzali: Die Emirate stecken Millionen in den Kampf gegen den Islamismus. 7. März 2026, abgerufen am 22. März 2026.</ref> und Menschenrechtsaktivist marokkanischer Herkunft. In seinen Schriften betont er unter anderem die Wichtigkeit der individuellen Freiheit, liberaler Werte und Gedankenfreiheit, die in den islamischen Ländern oft fehlen.<ref name=":2">Autor: Kacem El Ghazzali - Schweizer Monat. In: Schweizer Monat. Abgerufen am 30. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Tagi">Jean-Martin Büttner: Allah und der Standhafte. In: Tages-Anzeiger. 18. Juni 2011, ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 8. April 2017]).</ref>

Seine Artikel werden in der Richard Dawkins Foundation, Fair Observer, Huffington Post, Le Monde, NZZ, FAZ, Basler Zeitung u. a. veröffentlicht. Er wurde von der Basler Zeitung zu einem der 15 einflussreichsten Schweizer Intellektuellen des Jahres 2017 gewählt.<ref name=":0">Erik Ebneter, Hansjörg Müller: Die 15 wichtigsten Denker 2017. (PDF) In: Basler Zeitung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Februar 2018; abgerufen am 16. Februar 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mbl.unisg.ch</ref> El Ghazzali wurde auch von der Sonntagszeitung des Tages-Anzeiger unter 30 weiteren Persönlichkeiten zum Schweizer des Jahres 2018 ernannt.<ref>Besonderes erreicht – unsere Schweizer des Jahres 2018. In: tagesanzeiger.ch. 29. Dezember 2018, abgerufen am 9. März 2024.</ref>

Leben

Kacem El Ghazzali stammt aus einer sufistischen marokkanischen Berber-Familie.<ref name="Tagi" /> Sein Grossvater baute in seinem Dorf eine Moschee; sein Vater, ein Zahnarzt, wollte, dass er ein Imam wird. Doch er verliess die Koranschule, unterstützt darin von seinem heimlich atheistischen Onkel, der ihm auch westliche Literatur vermittelte, von Marx, Darwin, Spinoza, Voltaire. Die Aufklärung fasziniert ihn, denn er entdeckte, dass «der Westen» einst genauso geknechtet war von religiösen Dogmen.<ref name="nzz170929">Lucien Scherrer: Der Islam-Kritiker, der sich auch mit Linken anlegt – Kacem El Ghazzali war Koranschüler und Marxist, heute lebt er in der Schweiz und gehört zu den profiliertesten Kritikern des Islam. Das hat dem Flüchtling heftige Feindschaften eingebracht. Nicht nur von Islamisten, NZZ 29.9.17</ref> Auch wenn der Sufismus, innerhalb des strengen Islams, einen mystischen, «undogmatischen» Islam predigt, empfand El Ghazzali die Religion seiner Familie als restriktiv und kontrollierend.<ref name="Tagi" />

Kurz wandte er sich den Linken zu – «für die war Marx wie ein Imam» – und begann als 17-Jähriger anonym zu bloggen, kritisierte die Unterdrückung und Verfolgung von Frauen, Homosexuellen und Apostaten in der islamischen Welt. Nachdem er geoutet worden ist, begann seine Verfolgung. Er versteckte sich in der Grossstadt Rabat, wo er den Schweizer Botschafter mit schriftlichen Belegen davon überzeugen konnte, dass er aus religiösen Gründen verfolgt wurde. 2011 flog er mit Unterstützung schweizerischer Freidenker nach Genf.<ref name="nzz170929" /> Bis zur 2017 erfolgten Zuerkennung der schweizerischen Staatsbürgerschaft lebte er als anerkannter Flüchtling in der Schweiz.

Blogging und Aktivismus

Datei:Silent Heroes - Kacem El Ghazzali (English subtitles).webm
HUMAN-Interview mit El Ghazzali über seinen Aktivismus in Zürich 2014

El Ghazzali war bis 2012 der Autor des Bahmut-Blogs<ref>Bahamut's Blog. Bahmut.blogspot.com, abgerufen am 23. November 2012.</ref> und hat wegen seiner Ansichten eine Reihe von Todesdrohungen erhalten. Sein Blog diskutierte Themen von Meinungsfreiheit bis zum politischen Islam.<ref>Atheists and Islam: No God, not even Allah. The Economist, 24. November 2012, abgerufen am 23. November 2012.</ref>

Er war früher Leiter des Jugendverbandes des marokkanischen Zentrums für Menschenrechte und ist Vorstandsmitglied des marokkanischen Blogger-Verbandes und des Bloggerzirkels cyberdissidents.org, wobei er von letzterem auch einer seiner Gründer ist.<ref>Launches Blogger Board – News & Analysis. CyberDissidents.org, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2012; abgerufen am 23. November 2012.</ref>

Im Jahr 2012 startete er die Initiative „Mayasaminch“,<ref>Moroccan Blogger Pushes Limits – News & Analysis. CyberDissidents.org, 17. Juli 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. August 2013; abgerufen am 23. November 2012.</ref> die sich an Marokkaner wendet, die den Ramadan nicht befolgen, und sie auffordert, öffentlich zu essen. Marokkanern in nichtjüdischen Familien ist es per Gesetz verboten, während des Ramadans in der Öffentlichkeit zu trinken, zu essen oder zu rauchen. El Ghazzali war ein Redner auf der 47. Session des St. Gallen Symposium und war Mitglied des „Leaders of Tomorrow-Knowledge Pool“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 17. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.symposium.org</ref>

In der Schweiz erschienen von Kacem El Ghazzali Artikel in der NZZ,<ref name=":1">Kacem El Ghazzali: Warum die Linke muslimische Islamkritiker lieber ausgrenzt | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 9. Dezember 2017, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 14. Juni 2018]).</ref> BaZ<ref>Kacem El Ghazzali: Das doppelte Spiel der Linken. In: Basler Zeitung, Basler Zeitung. 19. September 2017, ISSN 1420-3006 (bazonline.ch [abgerufen am 14. Juni 2018]).</ref>, Schweizer Monat<ref name=":2" /> und Weltwoche.<ref>Weltwoche: Die Weltwoche | Weltwoche Online – www.weltwoche.ch: Eilmeldung:Auf der falschen Seite der Geschichte | Die Weltwoche, Ausgabe 22/2018. Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref> Auch in der Huffington Post<ref>Kacem El Ghazzali. Abgerufen am 14. Juni 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> hat Kacem El Ghazzali Artikel veröffentlicht. In seinen Beiträgen thematisiert er unter anderem Demokratiedefizite in der islamischen Welt<ref>Kacem El Ghazzali: Nach Asads Sturz: Wie gehen Islamismus und Demokratie zusammen? In: NZZ. 16. Januar 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.</ref>, oder – wie er betont – die unterdrückerische und patriarchale Symbolik des Kopftuchs im Islam<ref>Kacem El Ghazzali: Das islamische Kopftuch ist ein Symbol des Patriarchats und nicht der Selbstbestimmung. In: NZZ. 12. Oktober 2017, abgerufen am 30. Dezember 2025.</ref>, sowie die Ausgrenzung von Islamreformern und liberalen Islamkritikern seitens europäischer linksliberaler Kräfte in Form einer kollektivistischen Doppelmoral (Regressive left).<ref name=":1" /> El Ghazzali bezeichnet sich selbst als Feminist, der gegen Kriege sei, den Islam und Religionen im Allgemeinen.<ref name="Tagi" /> Entsprechend drehen sich Themen, mit denen er sich beschäftigt, oft im Spannungsfeld zwischen Islam, der Aufklärung, dem Westen und individueller Freiheit.<ref>Kacem El Ghazzali: Islamisten sehen die Europäer noch immer als feindliche Kreuzfahrer. In: NZZ. 27. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.</ref>

Menschenrechte am UNO-Menschenrechtsrat

Datei:Kacem El Ghazzali 2014 3.png
El Ghazzali mit Blick auf Zürich, 2014

Seit 2012 ist El Ghazzali als Repräsentant der International Humanist and Ethical Union bei den Vereinten Nationen in Genf tätig, wo er unter anderem Saudi-Arabien für die Verfolgung von Freidenkern und Liberalen wie des Poeten Hamza Kaschgari und des Bloggers Raif Badawi anklagte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />iheu.org (Memento vom 10. November 2013 im Internet Archive)</ref> El Ghazzali kritisierte auch sein Heimatland Marokko dafür, dass es mit nicht-rechtsstaatlichen Mitteln die Stimmen von Atheisten zum Schweigen bringe.<ref>iheu.org</ref> Während der 25. Sitzung des Menschenrechtsrats kritisierte El Ghazzali die Tatsache, dass mehrere Staaten, in denen verurteilte „Gotteslästerer“ derzeit im Gefängnis sitzen, auch aktuelle Mitglieder des Menschenrechtsrats sind.<ref>International Humanist and Ethical Union – IHEU laments Human Rights Council member states who imprison “blasphemers”. In: iheu.org. Abgerufen am 12. März 2015.</ref>

Raif Badawi Foundation

Im September 2015 kündigte Ensaf Haidar die Gründung der Raif-Badawi-Stiftung an, die nach ihrem Ehemann benannt wurde. Dieser sitzt in Saudi-Arabien eine jahrzehntelange Gefängnisstrafe ab und ist wegen seiner religiösen und politischen Meinungsäusserungen zu 1000 Peitschenhieben verurteilt. El Ghazzali wurde als wissenschaftlicher Leiter der Raif-Badawi-Stiftung für Freiheit gewählt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fondationraifbadawi.org</ref>

Veröffentlichungen

  • Casablanca Geneva flight number: 8J540 (Roman auf Arabisch), 2013.<ref>goodreads.com</ref>

Weblinks

Commons: Kacem El Ghazzali – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kacem El Ghazzali: https://www.nzz.ch/feuilleton/statt-ueber-verfolgte-christen-sprechen-sie-lieber-ueber-islamophobie-wie-westliche-kirchen-ihre-glaubensbrueder-in-afrika-und-asien-verraten-ld.1883694 abgerufen am 20. Mai 2025</ref>

Einzelnachweise

<references />

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