Reinecke-Salz
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Struktur des Reinecke-Salzes | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Reinecke-Salz | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
| ||||||||||||||||||
| Summenformel | NH4[Cr(SCN)4(NH3)2]<ref name="CRC90_5_6">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Inorganic Compounds, S. 4-48.</ref> | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
dunkelrote Kristalle<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | |||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
268–272 °C (Zersetzung)<ref name="Alfa" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
löslich in heißem Wasser und Ethanol<ref name="Römpp">Eintrag zu Reinecke-Salz. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Das Reinecke-Salz ist eine Komplexverbindung des dreiwertigen Chroms mit der Konstitutionsformel NH4[Cr(SCN)4(NH3)2]. Es bildet dunkelrote Kristalle, die in heißem Wasser und Ethanol löslich sind.<ref name="Römpp" /> Das Salz wurde erstmals 1863 von Albert Reinecke aus Detmold<ref>Akademie der Wissenschaften in Göttingen (Hrsg.): Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften und der Georg-Augusts-Universität zu Göttingen. Dieterichsche Verlagsbuchhandlung, Göttingen 1867, S. 394 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> durch Zusammenschmelzen von Ammoniumthiocyanat und Kaliumdichromat hergestellt.<ref>Albert Reinecke: Über Rhodanchromammonium-Verbindungen. Annalen der Chemie und Pharmazie, Band 126, Seiten 113–118 (1863). doi:10.1002/jlac.18631260116.</ref>
Eigenschaften
Das Salz besteht aus einem Ammoniumion und einem Komplexanion, welcher aus einem Cr3+-Ion als Zentralatom und sechs Liganden besteht. Der Komplex ist oktaedrisch koordiniert.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1452.</ref>
Verwendung
Das Reinecke-Salz wird in der Analytik zum Nachweis von Kationen verwendet.<ref>Jander/Blasius: Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie. 5. Auflage, S. Hirzel, Stuttgart-Leipzig 1965, S. 263, 272.</ref> Beispielsweise fällt mit Quecksilber(II)-ionen ein schwerlöslicher hellroter Niederschlag von sogenanntem Quecksilber(II)-Reineckat aus:
- <math>\mathrm{Hg^{2+} + 2\ NH_4[Cr(SCN)_4(NH_3)_2] \longrightarrow }</math><math>\mathrm{Hg[Cr(SCN)_4(NH_3)_2]_2 \downarrow + 2\ NH_4^+}</math>
Kupfer(I)-ionen bilden einen gelben schwerlöslichen Niederschlag:
- <math>\mathrm{Cu^+ + NH_4[Cr(SCN)_4(NH_3)_2] \longrightarrow }</math><math>\mathrm{Cu[Cr(SCN)_4(NH_3)_2] \downarrow + NH_4^+}</math>
Der Nachweis mit Reinecke-Salz ist sehr empfindlich. So lässt sich diese Methode auch zur quantitativen Bestimmung über die Photometrie benutzen. Fällt man beispielsweise Quecksilber(II)-Reineckat in Gegenwart von Thioharnstoff, so entsteht ein Komplex, der in Ketonen löslich ist und der sich bei 520–540 nm photometrieren lässt.<ref> Bruno Lange, Zdenĕk J. Vejdĕlek: Photometrische Analyse. Verlag Chemie Weinheim 1980, S. 222.</ref>
Neben anorganischen Kationen sind inzwischen eine Vielzahl von Reaktionen mit organischen Kationen bekannt, insbesondere mit Ammoniumionen von primären und sekundären Aminen.<ref>Tim Peppel, Christin Schmidt, Martin Köckerling: Synthesis, Properties, and Structures of Salts with the Reineckate Anion, [CrIII(NCS)4(NH3)2]−, and Large Organic Cations. Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie 2011, 637, 1314–1321, doi:10.1002/zaac.201100091.</ref>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Hautkontakt
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Einatmen
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Chromverbindung
- Ammoniumverbindung
- Amminkomplex
- Thiocyanat