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Reinecke-Salz

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Das Reinecke-Salz ist eine Komplexverbindung des dreiwertigen Chroms mit der Konstitutionsformel NH4[Cr(SCN)4(NH3)2]. Es bildet dunkelrote Kristalle, die in heißem Wasser und Ethanol löslich sind.<ref name="Römpp" /> Das Salz wurde erstmals 1863 von Albert Reinecke aus Detmold<ref>Vorlage:Literatur</ref> durch Zusammenschmelzen von Ammoniumthiocyanat und Kaliumdichromat hergestellt.<ref>Albert Reinecke: Über Rhodanchromammonium-Verbindungen. Annalen der Chemie und Pharmazie, Band 126, Seiten 113–118 (1863). Vorlage:Doi.</ref>

Eigenschaften

Das Salz besteht aus einem Ammoniumion und einem Komplexanion, welcher aus einem Cr3+-Ion als Zentralatom und sechs Liganden besteht. Der Komplex ist oktaedrisch koordiniert.<ref>Vorlage:Holleman-Wiberg</ref>

Datei:Reinecke's-salt.jpg
Reinecke-Salz
Datei:Mit Reinecke-Salz gefälltes Hg2+.jpg
Mit Reinecke-Salz gefälltes Hg2+ bildet einen flockigen rosafarbenen Niederschlag.

Verwendung

Das Reinecke-Salz wird in der Analytik zum Nachweis von Kationen verwendet.<ref>Jander/Blasius: Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie. 5. Auflage, S. Hirzel, Stuttgart-Leipzig 1965, S. 263, 272.</ref> Beispielsweise fällt mit Quecksilber(II)-ionen ein schwerlöslicher hellroter Niederschlag von sogenanntem Quecksilber(II)-Reineckat aus:

<math>\mathrm{Hg^{2+} + 2\ NH_4[Cr(SCN)_4(NH_3)_2] \longrightarrow }</math><math>\mathrm{Hg[Cr(SCN)_4(NH_3)_2]_2 \downarrow + 2\ NH_4^+}</math>

Kupfer(I)-ionen bilden einen gelben schwerlöslichen Niederschlag:

<math>\mathrm{Cu^+ + NH_4[Cr(SCN)_4(NH_3)_2] \longrightarrow }</math><math>\mathrm{Cu[Cr(SCN)_4(NH_3)_2] \downarrow + NH_4^+}</math>

Der Nachweis mit Reinecke-Salz ist sehr empfindlich. So lässt sich diese Methode auch zur quantitativen Bestimmung über die Photometrie benutzen. Fällt man beispielsweise Quecksilber(II)-Reineckat in Gegenwart von Thioharnstoff, so entsteht ein Komplex, der in Ketonen löslich ist und der sich bei 520–540 nm photometrieren lässt.<ref> Bruno Lange, Zdenĕk J. Vejdĕlek: Photometrische Analyse. Verlag Chemie Weinheim 1980, S. 222.</ref>

Neben anorganischen Kationen sind inzwischen eine Vielzahl von Reaktionen mit organischen Kationen bekannt, insbesondere mit Ammoniumionen von primären und sekundären Aminen.<ref>Tim Peppel, Christin Schmidt, Martin Köckerling: Synthesis, Properties, and Structures of Salts with the Reineckate Anion, [CrIII(NCS)4(NH3)2], and Large Organic Cations. Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie 2011, 637, 1314–1321, Vorlage:DOI.</ref>

Einzelnachweise

<references />