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Gottfried Sonnholz

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Datei:2005.12.26 - Mariazell - Basilika - 04.jpg
Basilika Mariazell

Gottfried Sonnholz (* 1695 in Bad Warmbrunn bei Hirschberg/Schlesien<ref name="OML">Gottfried Allmer, Christian Fastl: Gottfried Sonnholz. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 3-7001-3067-8.</ref>; † 5. September 1781 in Wien<ref>Sterbebuch - 03-34 | 01., St. Stephan (Stephansdom) | Wien/Niederösterreich (Osten): Rk. Erzdiözese Wien | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 28. April 2024.</ref><ref>Bahrleihbuch - 03a-105 | 01., St. Stephan (Stephansdom) | Wien/Niederösterreich (Osten): Rk. Erzdiözese Wien | Österreich | Matricula Online. Bahrleihbuch bzw. Totengebührenbuch. Abgerufen am 22. Juni 2024.</ref>) war ein österreichischer Orgelbauer im Zeitalter des Barock.

Leben und Werk

Sonnholz heiratete am 1. November 1724<ref>Trauungsbuch - 02-044 | 01., St. Stephan (Stephansdom) | Wien/Niederösterreich (Osten): Rk. Erzdiözese Wien | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 28. April 2024.</ref> in Wien Eva Rosina Römer, die Witwe des Orgelbauers Ferdinand Joseph Römer und wurde 1725 Bürger dieser Stadt. Nach der Hochzeit wurden Johann Gottfried Franz Paul (* 9. Mai 1726<ref>Taufbuch - 01-063 | 01., St. Stephan (Stephansdom) | Wien/Niederösterreich (Osten): Rk. Erzdiözese Wien | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 28. April 2024.</ref>), Joseph Franz Michael (* 29. September 1728<ref>Taufbuch - 01-065 | 01., St. Stephan (Stephansdom) | Wien/Niederösterreich (Osten): Rk. Erzdiözese Wien | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 28. April 2024.</ref>) und Maria Magdalena Barbara (* 2. Dezember 1731<ref>Taufbuch - 01-066 | 01., St. Stephan (Stephansdom) | Wien/Niederösterreich (Osten): Rk. Erzdiözese Wien | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 28. April 2024.</ref>) geboren.

Seit 1742 wohnte er in Wieden, Wiedner Hauptstraße 7. Als das Haus im Zuge des großen Brandes der Vorstadt Wieden im Juni 1759 abbrannte<ref name=":0">Goldenes Lamm (4, Wiedner Hauptstraße 7) im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref>, errichtete Sonnholz es neu und erhielt drei Jahre Steuerfreiheit.<ref name="Schütz">Schütz: Der Wiener Orgelbau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 1969, S. 16f.</ref>

Sein Sohn Johann war kaiserlich-königlicher Oberleutnant<ref>Trauungsbuch - 02-056 | 01., St. Stephan (Stephansdom) | Wien/Niederösterreich (Osten): Rk. Erzdiözese Wien | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 28. April 2024.</ref> und bezog nach dem Tod des Vaters dessen Haus. Seit 1784 wohnte dort die Tochter Maria Anna Visconti.<ref name="Schütz" />

Werk

Auf hohem künstlerischen und handwerklichen Niveau schuf er bedeutende Orgelwerke und gehörte zu den besten Wiener Orgelbauern des Hochbarock.<ref>Eberstaller: Orgeln und Orgelbauer in Österreich. 1955, S. 69.</ref> Seine barocken Orgeln weisen einen prächtigen, großzügig vergoldeten Prospekt auf und sind mit reichem Schleierwerk verziert.

Werkliste

In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale und ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal. Die arabische Zahl gibt die Anzahl der klingenden Register an. Die letzte Spalte bietet Angaben zum Erhaltungszustand oder zu Besonderheiten.

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1726 Wien-Mariabrunn Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariabrunn I/P 9 seit 1827 in Pfarrkirche Enzersdorf an der Fischa<ref>https://organindex.de/index.php?title=Enzersdorf_(Fischa),_St._Thomas</ref>
1728 Trautmannsdorf an der Leitha Pfarrkirche hl. Katharina I/P 9 Neubau ursprünglich für die Wiener Augustinerkirche im Loretto-Chor, 1784 umgesetzt; erhalten<ref>Orgel in St. Augustin in Wien, S. 7 (PDF-Datei; 561 kB), abgerufen am 22. Oktober 2023.</ref>
ca. 1728 Klosterneuburg Martinskirche (Klosterneuburg)
Datei:Martinskirche Klosterneuburg Richtung Orgelempore.JPG
II/P 20 Orgelgehäuse erhalten
1729 Wien Mariahilfer Kirche
Datei:Wien - Mariahilferkirche, Orgel.JPG
nicht erhalten, nur Orgelhäuse erhalten
1730 Wien Stephansdom Erneuerung und Erweiterung der Orgel von Jacob Kunigschwert (1544) im Südchor, was einem Neubau gleichkam
1731–1732 Melk Stiftskirche Peter und Paul Datei:StiftMelkDeckenfresken.jpg II/P 28 Neubau für 6350 fl.; Gehäuse erhalten, das in zwei separate Gehäuse aufgeteilt ist, die durch ein Positiv verbunden sind
1732 Maria Enzersdorf Kloster- und Wallfahrtskirche Datei:Maria Enzersdorf - Klosterkirche, Orgel.JPG I/P 13 Gehäuse erhalten.
1732 Tulbing Pfarrkirche Tulbing I/P 8
1734 Hadersdorf-Weidlingau Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariabrunn Datei:Orgelempore Mariabrunn, Wien.jpg II/P 19 Neubau; Gehäuse und Großteil des Pfeifenwerks erhalten; nicht restauriert<ref>Orgel in Mariabrunn, abgerufen am 22. Oktober 2023.</ref>
1734 Mariazell Basilika Mariazell (Chorpositiv) I 4 erhalten<ref name="Mariazell">Gottfried Allmer: Die neuen Orgeln der Basilika Mariazell, S. 11 f (PDF-Datei; 353 kB), abgerufen am 22. Oktober 2023.</ref>
1739 Mariazell Basilika von Mariazell („Wiener Orgel“) Datei:2005.12.26 - Mariazell - Basilika - 04.jpg III/P 36 Neubau; Gehäuse ohne Rückpositiv erhalten<ref name="Mariazell" />
1739<ref name="OML" /> Wien Karlskirche Datei:Wien - Karlskirche, Orgel.JPG II 18
aktuell 31<ref>Oesterreichisches Musiklexikon: St. Karl (Wien)</ref>
1847 wurde die Orgel von Joseph Seyberth (Josef Seibert) umgebaut und durch den Anbau seitlicher Flügel vergrößert.<ref>Wien, Karlskirche. In: Organ index. Abgerufen am 23. Oktober 2023.</ref>
1740 Ravelsbach Pfarrkirche Datei:Pfarrkirche Ravelsbach Orgel.jpg II/P 12 Neubau; Prospekt erhalten
1740 Wien Rathauskapelle I/P 9
1742 Wien Michaelerkirche Datei:Wien.Michaelerkirche14.jpg III/P 40 Umbau der Orgel von Johann David Sieber (1714): Aus dem Rückpositiv wurde ein Hinterwerk und der Spieltisch gedreht und nach hinten versetzt. 1986/87 durch Jürgen Ahrend Rückführung auf den ursprünglichen Zustand.<ref>Wien, Michaelerkirche. In: Organ index. Abgerufen am 23. Oktober 2023.</ref>
1744 Maria-Lanzendorf Wallfahrtskirche Maria Lanzendorf Datei:Maria Lanzendorf 06.JPG II/P 16 Neubau unter Einbeziehung älteren Materials; Prospekt erhalten, dessen Pfeifen einen hohen Zinnanteil aufweisen (82,68 %)<ref>Orgel in Lanzendorf, abgerufen am 22. Oktober 2023.</ref><ref>https://web.archive.org/web/20030808071347/http://www.odb.at/Niederoesterreich.htm</ref>
1747 Mürzzuschlag Franziskanerkirche II/P 14
1750 Wien Salvatorkapelle im Alten Rathaus
Datei:Wien - Salvatorkirche, Orgel.JPG
I/P 7 Zuschreibung; weitgehend erhalten<ref>Orgel in der Kapelle St. Salvator im Alten Rathaus, Wien. In: Organ index. Abgerufen am 23. Oktober 2023.</ref>
1751 Wien Peterskirche Datei:Wien - Peterskirche, Orgel (a).JPG III/P 30 Neubau; Gehäuse erhalten<ref>Organ index: Wien/Innere Stadt, Peterskirche (Hauptorgel), abgerufen am 22. Oktober 2023.</ref>
1752 Mariazell Basilika Mariazell I/P 6 Seitenorgeln auf den Emporen, nunmehr: Orgelgehäuse der Konrad-Orgel und Marienorgel
1752 Weikendorf Pfarrkirche Weikendorf I/P 12
1752 Kőszeg St. Emmerichskirche I/P 8 Im original erhaltenen Orgelgehäuse installierte 1940 die Fünfkirchner Firma Angster und Sohn eine neue Orgel.<ref>Kilián Szigeti: Régi magyar orgonák - Kőszeg (Alte ungarische Orgeln - Güns). Zeneműkiadó, Budapest 1974, ISBN 963-330-041-X, S. 23–24. – Laut Szigeti es ist wahrscheinlich, dass die ältere Orgel der kőszeger St. Jakobkirche wurde 1748 auch vom Meister Sonnholz gebaut, aber es gibt keinen Beweis dafür.</ref>
1761 Großstelzendorf Pfarrkirche II/P 14 Pfeifen zur Gänze erhalten, 1866 mit neuem Spieltisch von Franz Ullmann ausgestattet
1767 Wien Malteserkirche
Datei:Malteserkirche - 1.jpg
I/P 8 die 1950 erfolgte Erweiterung um ein 2. Manual wurde 2017 wiederum rückgängig gemacht
1770 Wien Sankt Salvator (Wien)
Datei:Wien - Salvatorkirche, Orgel.JPG
I/P 6

Trivia

Im von Sonnholz errichteten Gebäude an der Wiedner Hauptstraße hielt sich etwa hundert Jahre später der tschechische Komponist Antonín Dvořák auf. Dieses ist als das Hotel Goldenes Lamm bekannt.<ref name=":0" />

Literatur

  • Oskar Eberstaller: Orgeln und Orgelbauer in Österreich (= Wiener musikwissenschaftliche Beiträge. Band 1). Böhlau, Graz 1955.
  • Alois Forer: Orgeln in Österreich. 2. Auflage. Schroll, Wien, München 1983, ISBN 3-7031-0583-6.
  • Wolfgang Karner: Die Orgeln von Gottfried Sonnholz. Typische Baumerkmale und Zuschreibungskriterien. In: Das Orgelforum. Nr. 19/20, 2016, S. 116–143.
  • Günter Lade: Orgeln in Wien. Edition Lade, Wien 1990, ISBN 3-9500017-0-0.
  • Rudolf Scholz: Organa Austriaca. Band 1. Braumüller, Wien 1976, ISBN 3-7003-0132-4.
  • Karl Schütz: Der Wiener Orgelbau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Notring, Wien 1969.

Weblinks

Commons: Gottfried Sonnholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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