Hans-Joachim Merker
Hans-Joachim Merker (* 7. Oktober 1929 in Merseburg; † 17. August 2014<ref>Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 563.</ref>) war ein deutscher Anatom und Hochschullehrer an der Freien Universität Berlin.
Leben
Herkunft und Ausbildung
Hans-Joachim Merker, Sohn des Arztes Rudolph Merker und seiner Ehefrau Hertha Merker, geborener Stelling, wuchs in ländlicher Umgebung in Frankleben bei Merseburg auf, wo sein Vater praktizierte. Dort ging er zur Grundschule, bevor er auf das Domgymnasium zu Merseburg wechselte. Hier bestand er Ende 1947 das Abitur. Sein Berufswunsch war ihm von Anfang an klar: Medizin. Wegen seiner akademischen Herkunft war in der Sowjetischen Besatzungszone eine Zulassung zur Universität nicht möglich. Er begann deshalb eine Krankenpflegeausbildung. 1948 wurde er an der neuen Freien Universität Berlin zum Studium zugelassen, allerdings nur für die Fächer Archäologie und Kunstgeschichte. Der Wechsel zur Medizin gelang 1950. Er studierte in Berlin und Gießen. Das Staatsexamen erfolgte 1956. Die Pflichtassistentenzeit absolvierte Merker am Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin-Schmargendorf in den Fächern Chirurgie, Innere Medizin und Gynäkologie.
Akademischer Werdegang
Ab 1957 arbeitete er am Anatomischen Institut der Freien Universität Berlin in der Abteilung von Willy Schwarz. 1958 wurde er zum Dr. med. promoviert, 1964 folgte, ebenfalls in Berlin, die Habilitation, 1968 die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor. 1973 übernahm er als ordentlicher Professor den Lehrstuhl für Anatomie an der FU Berlin.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte der Anatomie an der FU Berlin ( vom 16. April 2014 im Internet Archive), abgerufen am 14. September 2014</ref> Von 1980 bis 1981 war er Vorsitzender des Fachbereichs (Dekan). 1998 wurde er emeritiert.
Merker hat mehr als 250 Publikationen verfasst, drei Bücher geschrieben und fünf herausgegeben. Dazu war er als Gutachter für die Zeitschriften Teratology und Naunyn-Schmiedeberg's Archives of Pharmacology tätig.
Ehe und Tod
Hans-Joachim Merker war evangelisch, ab 1966 verheiratet mit Antje Merker, geborener Hellenschmied, unt hatte eine Tochter (Ulrike). Er starb 2014 im Alter von 84 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem St.-Annen-Kirchhof in Berlin-Dahlem.<ref>Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. S. 563.</ref>
Forschung
Die ersten eigenen Arbeiten betrafen das Bindegewebe sowie über Wirkung und Mangel an Magnesium. Unterbrochen wurde diese Entwicklung durch einen einjährigen Forschungsaufenthalt in Israel 1965 am Weizmann-Institut zur Erforschung des Familiären Mittelmeerfiebers. In den folgenden Jahren fanden Aufenthalte in England und Schweden statt. Hauptthemen von 1968 bis 1995 waren: Die Aufklärung der Entwicklung und Eignung des Weißbüschelaffens (Callithrix jacchus) für teratologische Untersuchungen, die Probleme des physiologischen und teratogen ausgelösten Zelltodes und die Aufklärung vieler teratogener Embryonalschäden. Die Zusammenarbeit mit der HNO-Klinik betrachtete er als „Kür“. In seiner späteren Tätigkeit stand die Beschäftigung mit den Problemen der epithelio–mesenchymalem Interaktionen und der zwischen beiden Geweben liegenden Grenzschicht (Basalmembran) im Vordergrund. Merker war Mitglied der Anatomischen und Europäischen Gesellschaft sowie weiterer Fachgesellschaften.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Als Autor
- Knorpel und Knochen. In: Alfred Benninghoff, Kurt Goerttler (Hrsg.): Lehrbuch der Anatomie des Menschen. Dargestellt unter Bevorzugung funktioneller Zusammenhänge. 7. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München 1964.
- mit Köpf und Maier: Elektronenmikroskopischer Atlas. Blackwell – Wissenschaft, Berlin 1989, ISBN 978-3-8941-2054-2.
- mit Staudt: Anatomie für medizinische Hilfsberufe. W. de Gruyter, Berlin 1989.
- mit Dennhardt und anderen: Anatomie für Anästhesisten. Blackwell, Berlin 1990, ISBN 978-3-8941-2101-3.
Als Herausgeber
- Risk assessment of prenatally – induced adverse health effects (mit Neubert, Kavlock und Klein). Springer, Berlin et al. 1992.
- Methods in prenatal toxicology (mit Neubert und Kwasigroch). G. Thieme, Stuttgart 1977.
- Teratology of the limbs (mit anderen). W. de Gruyter, Berlin 1981.
- Culture techniques (mit Neubert). W. de Gruyter, Berlin 1981.
Literatur
- Ibrahim Chahoud, Francisco José Roma Paumgartten: An appreciation of Diether Neubert and Hans-Joachim Merker's contributions to Reproductive and Developmental Toxicology on their 80th birthday. In: Reproductive Toxicology. Band 29, Nr. 3, 2010, S. 257–261, doi:10.1016/j.reprotox.2010.02.004, PMID 20206254.
- Merker, Hans-Joachim. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 830.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Merker, Hans-Joachim |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Anatom |
| GEBURTSDATUM | 7. Oktober 1929 |
| GEBURTSORT | Merseburg |
| STERBEDATUM | 17. August 2014 |