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Martin-Luther-Krankenhaus (Berlin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Martin-Luther-Krankenhaus

Datei:Logo Martin Luther Krankenhaus.svg
Trägerschaft Johannesstift Diakonie
Ort Berlin-Schmargendorf

Bundesland Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 29′ 27″ N, 13° 17′ 30″ OKoordinaten: 52° 29′ 27″ N, 13° 17′ 30″ O
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Geschäftsführung Frederike Fürst
Betten 260
Gründung 1931
Website https://www.johannesstift-diakonie.de/medizinische-versorgung/martin-luther-krankenhaus
Lage
Martin-Luther-Krankenhaus (Berlin) (Berlin)
Martin-Luther-Krankenhaus (Berlin) (Berlin)
Datei:Martin-Luther-Krankenhaus - Berlin.JPG
Martin-Luther-Krankenhaus in der Caspar-Theyß-Straße, Berlin-Schmargendorf (2009)

Das Martin-Luther-Krankenhaus (Eigenschreibweise: Martin Luther Krankenhaus) im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist ein evangelisches Krankenhaus der Regel- und Akutversorgung sowie akademisches Lehrkrankenhaus der Charité. Es wurde 1931 in Betrieb genommen und war architektonisch wegweisend.<ref>Daniela Martens: Auf dem Dach steht das Kreuz. In: Der Tagesspiegel. 7. Januar 2013, S. 12.</ref> Das Krankenhaus ist ein Unternehmen der Johannesstift Diakonie.

Das Martin-Luther-Krankenhaus verfügt nach eigenen Angaben über 260 Betten. Zum Haus gehören zehn Kliniken, etwa für Chirurgie und Innere Medizin. Dazu kommen mehrere zertifizierte medizinische Zentren.

Geschichte

Hintergrund des Neubaus

In den 1920er-Jahren gab es immer wieder Diskussionen um die Errichtung eines Krankenhauses in Wilmersdorf. Hintergrund waren das Bevölkerungswachstum und Veränderungen der Bevölkerungsstruktur im Bezirk. Gleichzeitig führte das Verbot der Krankenhausseelsorge in städtischen Kliniken zur Errichtung mehrerer katholischer Krankenhäuser. Daraufhin gründeten Vertreter der Evangelischen Kirche in Berlin den Verein zur Errichtung Evangelischer Krankenhäuser (kurz VzE).

1929 konkretisierten sich Pläne zur Errichtung eines evangelischen Krankenhauses an der Caspar-Theyß-Straße in Schmargendorf. Mit der Planung wurde Ernst Kopp beauftragt, ein aus Bad Saarow stammender Architekt. Er legte den Entwurf eines Zentralgebäudes vor, das in Blöcke eingeteilt war. Die Abweichung von der bisher verbreiteten Pavillonbauweise führte zu kurzen Wegen und erwies sich als architektonisch wegweisend für weitere Neubauten von Kliniken.<ref>Falk Jaeger: Kurze Wege im kompakten Organismus. Liegestühle auf der Dachterrasse: Der Architekt des Berliner Luther-Krankenhauses erfand den Klinikbau neu – auch für Ägypten. In: Der Tagesspiegel. 5. Februar 2014, S. 21 (tagesspiegel.de [abgerufen am 19. Januar 2026]).</ref>

Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1930 wurde das Martin-Luther-Krankenhaus am 1. April 1931 eröffnet. Mit rund 400 Betten handelte es sich um ein Großkrankenhaus nach damaligen Maßstäben. Die Betriebsführung wurde dem Evangelischen Diakonieverein übertragen. Charakteristisch für das Haus war das Wirken der Diakonieschwestern.<ref>Ulrike Gaida, Margret Rüsen, Constanze Schlech: 125 Jahre Evangelischer Diakonieverein: Wir erinnern uns an gestern, feiern das Heute und haben die Zukunft fest im Blick! (PDF) Abgerufen am 8. August 2024.</ref> Bis 1957 leitete die Oberin alleinverantwortlich die Geschicke des Krankenhauses; ihr stand ein ärztlicher Leiter zur Seite.

Renovierung und Erweiterung

Im Laufe der Jahrzehnte erfolgten mehrere kleinere Baumaßnahmen im Martin-Luther-Krankenhaus, die primär dem Erhalt der Substanz dienten. 1992 wurde das Haus zum ersten Mal erweitert, um zusätzlichen Platz für Operationssäle, die Rettungsstelle, das Labor und die Patientenaufnahme zu schaffen. 1997 wurde ein neuer Kreißsaal eröffnet.<ref>Neuer Kreißsaal in der Martin-Luther-Klinik. In: Der Tagesspiegel. 26. Juni 1997, S. 15.</ref> 1999 wurden die Stationen umfassend modernisiert, unter anderem die Vierbettzimmer zu Zweibettzimmern mit Bad umgebaut.<ref>Danja Braecklein: Viel Lärm beim Umbau der Martin-Luther-Klinik. In: Berliner Morgenpost. 19. Juli 1999, S. 12.</ref>

1999 wurden Pläne des Berliner Senats zur Schließung von sieben Krankenhäusern bekannt. Dies hätte auch das Martin-Luther-Krankenhaus betroffen.<ref>Sieben Kliniken auf interner Streichliste: Deutliche Abweichungen von Krankenhaus-Gutachten. In: Der Tagesspiegel. 5. Januar 1999, S. 7.</ref> Obwohl das Vorhaben letztlich verworfen wurde, reduzierte man die Bettenzahl. Im Kontext der Umbaumaßnahmen Ende der 1990er Jahre wurden 80 Betten abgebaut. Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten sank auf zehn Tage.<ref>Ole Kröning: Für 400 Millionen renoviert. Berliner Krankenhaus deluxe. In: B.Z. 15. September 2000, abgerufen am 8. August 2024.</ref> Diese frühzeitigen Veränderungen halfen dem Träger, bis in die Gegenwart erfolgreich zu wirtschaften.<ref>Joachim Fahrun: Das Erfolgsrezept des Johannesstifts. Viele Krankenhäuser stehen vor der Pleite. Berlins größter kirchlicher Klinikkonzern ist die Ausnahme. In: Berliner Morgenpost. 10. Mai 2024, S. 13.</ref>

Aktuellere Entwicklungen

2017 eröffnete ein zentraler OP-Bereich mit moderner Ausstattung.<ref>Neuer zentraler OP-Bereich im Martin-Luther-Krankenhaus. Hochmoderne OP-Abteilung mit innovativen medizinischen Leistungen. In: Verbrauchermagazin Gazette. November 2017, abgerufen am 10. September 2024.</ref> Um die steigende Nachfrage nach Einzelzimmern zu bedienen, wurde 2018 ein Komfortbereich in der obersten Etage für Privatversicherte und Patienten mit Zusatzversicherung in Betrieb genommen.<ref>Privatpatienten: Berliner Klinik mit neuer Komfortstation. In: Ärzte Zeitung. 23. Oktober 2018, abgerufen am 10. September 2024.</ref>

Die größte Veränderung der letzten Jahre stellte die Eröffnung der Klinik für Kardiologie im Jahr 2019 dar.<ref>Carolin Brühl: Klinik für Kardiologie am Martin-Luther-Krankenhaus eröffnet. In: Berliner Morgenpost. 12. September 2019, abgerufen am 8. August 2024.</ref> Zudem baute das Martin-Luther-Krankenhaus 2021 seine Kompetenz im Bereich der Notfallmedizin mit einem standortübergreifenden Angebot weiter aus.<ref>Martin-Luther-Krankenhaus eröffnet neue Klinik für Notfallmedizin. In: Klinik Management aktuell. Thieme, 15. Dezember 2010, abgerufen am 8. August 2024 (Pressemitteilung).</ref>

2023/2024 führte das Krankenhaus klimaschonendes Essen ein.<ref>Simon Schwarz: Einmal pro Woche Fleisch und zweimal Fisch: Neun Berliner Kliniken führen klimaschonendes Essen ein. In: Der Tagesspiegel. 29. Februar 2024, abgerufen am 8. August 2024.</ref> Die Versorgung mit Wärme, Warmwasser und Strom erfolgt über ein Blockheizkraftwerk, das den Kohlenstoffdioxidausstoß reduzierte.<ref>Smart City: „Sauber und voll geladen“. In: Der Tagesspiegel. 29. Juni 2016, abgerufen am 10. September 2024.</ref>

Organisationsstruktur

Rechtsform und Zweck

Das Krankenhaus firmiert als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).<ref>Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 8. August 2024.</ref> Ihr Zweck erstreckt sich auf die Förderung und Unterstützung des öffentlichen Gesundheitswesens. Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung und der Betrieb des Martin-Luther-Krankenhauses in Berlin. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung.

Gesellschafter

Das Martin-Luther-Krankenhaus ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Johannesstift Diakonie und zählt zum Konsolidierungskreis des Konzerns.<ref>Geschäftsbericht 2023. (PDF) Johannesstift Diakonie, S. 79, abgerufen am 8. August 2024.</ref>

Leitung

Die Geschäftsführung hat Frederike Fürst übernommen.<ref>Frederike Fürst Geschäftsführerin von Martin Luther Krankenhaus und Evangelische Elisabeth Klinik. In: Management & Krankenhaus. 27. Januar 2023, abgerufen am 8. August 2024.</ref> Ärztlicher Direktor ist Enrique Lopez Hänninen. Zudem gehören die Pflegedirektorin Kerstin Patt und die Klinikmanagerinnen Inka Dobberphul und Romy Blumenröder zum Führungskreis des Martin-Luther-Krankenhauses.

Leistungsspektrum

Das Martin-Luther-Krankenhaus ist ein Plankrankenhaus des Landes Berlin.<ref>Krankenhausplan 2020. Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, S. 212, abgerufen am 10. November 2025.</ref> 2022 hatte das Krankenhaus 834 Mitarbeiter, davon 179 im ärztlichen Dienst und 300 in der Pflege. Sie kümmerten sich um 16.769 stationäre und 37.074 ambulante Fälle.<ref>Qualitätsbericht 2022. (PDF) Martin-Luther-Krankenhaus, S. 12, abgerufen am 8. August 2024.</ref> Gemessen an der Bettenzahl zählt das Martin-Luther-Krankenhaus zu den mittelgroßen Krankenhäusern in Deutschland.

Fachbereiche

Das Martin-Luther-Krankenhaus hat zehn Fachabteilungen:

  • Klinik für Interdisziplinäre Notaufnahmen und Notfallmedizin (KINN)
  • Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie
  • Klinik für Gefäßmedizin
  • Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe mit der Klinik für Neugeborenenmedizin
  • Klinik für Innere Medizin
  • Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
  • Klinik für Kardiologie
  • Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie
  • Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin

Medizinische Zentren

Die Expertise der Fachabteilungen erfolgt zudem in medizinische Zentren:

  • Adipositaszentrum
  • Brustzentrum
  • Diabetisches Fußzentrum
  • Endometriosezentrum
  • Endoprothetikzentrum
  • Gynäkologisches Krebszentrum
  • Rekonstruktives Brustzentrum
  • Wundzentrum
  • Zentrum für Schilddrüsenchirurgie
  • Zentrum für Septische und Rekonstruktive Chirurgie
  • Alterstraumazentrum

Literatur

  • Clemens Tangerding: Geschichte des Martin-Luther-Krankenhauses Berlin. Hrsg.: Paul-Gerhardt-Diakonie. Berlin 2011, ISBN 978-3-00-035560-8.

Weblinks

Commons: Martin-Luther-Krankenhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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