Dankelshausen
Dankelshausen Gemeinde Scheden
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(241)&title=Dankelshausen 51° 28′ N, 9° 42′ O
{{#coordinates:51,468608333333|9,7072527777778|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Dankelshausen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 290 (290–334) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,29 km²<ref name="Gemeindeverzeichnis1956" /> | |||||
| Einwohner: | 241 (31. Dez. 2024)<ref name="Bevoelkerung">Statistisches Berichtsheft des Landkreises Göttingen – Ausgabe 2025. (PDF; 229 kB) Landkreis Göttingen, abgerufen im September 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 38 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1973 | |||||
| Postleitzahl: | 37127 | |||||
| Vorwahl: | 05546 | |||||
Lage von Dankelshausen in Niedersachsen
| ||||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Dankelshausen ist ein Dorf in Südniedersachsen und ein Ortsteil der Gemeinde Scheden, die zur Samtgemeinde Dransfeld im niedersächsischen Landkreis Göttingen gehört. Dankelshausen hat etwa 260 Einwohner.<ref name="Bevoelkerung" />
Geographie
Lage
Dankelshausen liegt im Naturpark Münden am Osthang des Bramwaldes im Tal der Schede, die den Ort östlich passiert.<ref name="geolife" />
Der höchste Punkt der Gemarkung liegt am Hang des Klagesbergs auf einer Höhe von 334 m ü. NHN.<ref name="geolife" />
Nachbarorte
Benachbarte Orte sind Scheden im Südosten und Bühren im Nordwesten. Ohne direkte Straßenverbindung sind Mielenhausen im Südwesten und das Gut Wellersen im Nordosten benachbart.<ref name="geolife" />
Geschichte
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Dancolueshusen ist in einer Urkunde des Jahres 1309 überliefert.<ref name="Ortsnamenbuch" /> In älterer Literatur wurde auch 1332 als Jahr der urkundlichen Ersterwähnung angegeben<ref name="Denkmaltopographie" /> oder Erwähnungen von Tanckwardishusen beziehungsweise Danquardeshusen des 12. oder 13. Jahrhunderts zu Dankelshausen gezählt, die heute der Wüstung Dankwardeshusen bei Wiebrechtshausen zugeordnet werden.<ref name="Ortsnamenbuch" /> Dankelshausen war spätestens zu Anfang des 14. Jahrhunderts Pfarrdorf, denn in beiden Urkunden aus dieser Zeit ist ein plebanus (Priester) genannt.<ref name="Ortsnamenbuch" /> Zur Parochie gehörten neben dem Ort selbst auch Ober- und Niederscheden, Mielenhausen und Wellersen. Seit dem Mittelalter waren Grundherrschaft, adliges Gericht und Kirchenpatronat in den Händen der Herren von Stockhausen, die hier auch ein Gut mit 83 Hektar Land besaßen.<ref name="Denkmaltopographie" /> Die soziale Ortsstruktur war von Tagelohnarbeitern des Gutshofs und Kleinstbauern geprägt. Die Gemarkungsfläche des gesamten Dorfes betrug etwa 240 Hektar.<ref name="Dankelshausen" />
Im Jahr 1927 gehörte Dankelshausen zum Gericht und Finanzamt der damaligen Kreisstadt Münden, die Post befand sich in Oberscheden.<ref name="Rademacher" />
Herkunft des Ortsnamens
Alte Bezeichnungen von Dankelshausen sind 1309 Engelfridus plebanus in Dancolueshusen, 1332 Johannis in Dankolueshoßen plebanorum, 1347 Dankolvishusen, 1350 rector ecclesie in Dankelueshusen und 1397 Dankelshusen. Es handelt sich um eine Bildung mit dem Grundwort -hūsen für -hausen. Das Bestimmungswort enthält den stark flektierenden zweigliedrigen Personennamenstamm Thankulf, Dankolf. Er besteht aus dem Erstelement Thank-, Dank-, zu altsächsisch thank „Dank“, und dem Zweitelement -ulf, -olf, das zum Personennamen-Stamm wulfa, zu altsächsisch wulf „Wolf“, gehört.<ref name="Ortsnamenforscher" />
Eingemeindungen
1932 wurde der bis dahin selbständige Gutsbezirk Wellersen nach Dankelshausen eingemeindet.<ref name="Dankelshausen" />
Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. Januar 1973 stattfand, wurde die zuvor selbständige Gemeinde Dankelshausen in die Gemeinde Scheden eingegliedert.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982" />
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1910 | 1925 | 1933 | 1939 | 1950 | 1956 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 226 | 229 | 272 | 259 | 442 | 371 | 260 |
| Quelle | <ref name="Gemeindeverzeichnis" /> | <ref name="Rademacher" /> | <ref name="Gemeindeverzeichnis1956" /> | <ref name="Bevoelkerung" /> | |||
| <timeline>
ImageSize = width:auto height:140 barincrement:28 PlotArea = left:50 bottom:20 top:10 right:10 AlignBars = justify DateFormat = yyyy Period = from:0 till:500 TimeAxis = orientation:vertical ScaleMajor = increment:50 start:0 ScaleMinor = increment:25 start:0 PlotData= color:orange width:21 bar:1910 from:start till:226 bar:1925 from:start till:229 bar:1933 from:start till:272 bar:1939 from:start till:259 bar:1950 from:start till:442 bar:1956 from:start till:371 bar:2021 from:start till:260 </timeline> |
Religion
Die Mehrzahl der Einwohner und die einzige Kirche im Ort gehören zum Kirchenkreis Münden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Das Patronat über die Pfarrstelle der St.-Matthäus-Kirche hat die Familie von Stockhausen. Die Kirche ist heute mit der Markuskirche in Scheden und der Johanneskapelle in Mielenhausen zur Kirchengemeinde Scheden-Dankelshausen zusammengeschlossen.<ref name="kirche" />
Seit etwa 1765 lebten in Dankelshausen jüdische Bewohner, als Oberst von Stockhausen drei jüdische Familien aufnahm und Schutzbriefe für sie erlangte. Etwa um 1770 wurde östlich des Dorfes der jüdische Friedhof eingerichtet, wahrscheinlich wurde ebenfalls in dieser Zeit auch eine kleine Synagoge errichtet, die 1845 schon wieder baufällig wurde.<ref name="Handbuch" /> Nach anderen Angaben erfolgte die erste Bestattung auf dem Friedhof 1797.<ref name="Friedhöfe" /> 1843 wurde offiziell die Synagogengemeinde Dankelshausen-Oberscheden-Mielenhausen gebildet, die Anfang 1878 von der Landdrostei Hildesheim wieder aufgelöst wurde. Die Synagogengemeinde Dransfeld übernahm die wertvolle Tora, das restliche Vermögen und den Friedhof, auf dem 1881,<ref name="Handbuch" /> nach anderen Angaben 1891,<ref name="Friedhöfe" /> die letzte Beerdigung stattgefunden haben soll. Eine Instandsetzung des Friedhofs erfolgte Anfang der 1960er Jahre.<ref name="Handbuch" /> Auf dem jüdischen Friedhof Dankelshausen sind noch 28 liegende Grabsteine erhalten.<ref name="Friedhöfe" /> Vorlage:Klappleiste/Anfang
Adelebsen | Bovenden | Bremke (Alter Friedhof) | Bremke (Neuer Friedhof) | Dankelshausen | Dransfeld | Duderstadt | Ebergötzen | Förste | Geismar | Göttingen | Hedemünden | Mollenfelde | Münden (Alter Friedhof) | Münden (Neuer Friedhof) | Osterode am Harz (Alter Friedhof) | Osterode am Harz (Neuer Friedhof) | Rosdorf | Wöllmarshausen
Politik
Gemeinderat und Bürgermeister
Auf kommunaler Ebene wird der Ortsteil Dankelshausen vom Rat der Gemeinde Scheden vertreten. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Wappen
Das Kommunalwappen der ehemaligen Gemeinde Dankelshausen wurde am 3. April 1970 von ihrem Rat beschlossen. Durch Verfügung vom 18. August 1970 hat der Regierungspräsident in Hildesheim genehmigt, das Wappen zu führen.<ref name="Dankelshausen" />
| [[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen von Dankelshausen]] | Blasonierung: „In Silber auf grünem Hügel, aus dem eine silberne Quelle sprudelt, ein durchgehendes schwarzes Kreuz, belegt mit drei goldenen Kleestängeln, überdeckt von einem silbernen Schild, darin ein schräg gelegter schwarzer Stamm mit beiderseits je einem herabhängenden schwarzen Eichenblatt und je einer Astung.“<ref name="Dankelshausen">Geschichte und Wappen von Dankelshausen. In: Webseite Gemeinde Scheden. Abgerufen am 9. Dezember 2020.</ref> |
Wappenbegründung: Die Gemeinde Scheden schreibt hierzu auf ihrer Webseite:<ref name="Dankelshausen" />
|
Kultur und Sehenswürdigkeiten
In der Liste der Baudenkmale in Scheden sind für den Ortsteil Dankelshausen zwölf Baudenkmale aufgeführt.
Pfarrkirche St. Matthäus
Die evangelisch-lutherische Kirche in Dankelshausen ist dem Evangelisten Matthäus gewidmet. Das nur durch schmale Schießscharten gegliederte Bruchsteinmauerwerk des Westturms ist mittelalterlich, er wird auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert. Außergewöhnlich ist der am Turm angebrachte Neidkopf.<ref name="Denkmaltopographie" /> Im Untergeschoss des Turmes befindet sich die Grablege der Herren von Stockhausen, die bis heute das Patronat über die Pfarrstelle der Kirche haben. Die im Turmaufsatz hängenden Glocken wurden 1610 durch Hans Reuter aus Göttingen und 1737 durch Arnold Geyer aus Nordhausen gefertigt.<ref name="kirche" /> Der 1781 errichtete rechteckige Langhaussaal ist ebenfalls in Bruchsteinmauerwerk errichtet,<ref name="Denkmaltopographie" /> die Gliederung an den Ecken und Fenstergewänden sind als Werksteinfassungen aus Buntsandstein ausgeführt. Das Schiff besitzt fünf Fensterachsen, die Zugänge befinden sich in der mittleren Achse. Der Innenraum ist flachgedeckt mit dreiteiliger Deckengliederung mit Stuckelementen,<ref name="kirche" /> der Saal wird durch eine dreiseitig umlaufende Empore gegliedert. Die weiß gehaltene Kanzelaltarwand stammt aus der Bauzeit der Kirche.<ref name="Denkmaltopographie" /> Dahinter ist an der Ostwand eine großformatige Vorhangmalerei vorhanden.<ref name="kirche" />
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
- Carl Krohne (1836–1913), Leiter des Strafvollzuges im preußischen Innenministerium
- Theodor Krohne (1846–1925), Kaufmann und Kommunalpolitiker
Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen
- Otto Hugo Sartorius (1864–1947), evangelischer Theologe, von 1917 bis 1934 Pastor in Dankelshausen
Literatur
- Joachim von Stockhausen: Dankelshausen – Wellersen zwischen Göttingen und Hann. Münden. Ein dorf- und familiengeschichtlicher Streifzug. Disserta Verlag, Hamburg 2014, ISBN 978-3-95425-796-6.
- Dankelshausen. Ev. Kirche. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1992, Seite 373; ISBN 3-422-03022-0
Weblinks
- Geschichte und Wappen von Dankelshausen. In: Webseite Gemeinde Scheden. Abgerufen am 8. Dezember 2020.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Denkmaltopographie">
Peter Ferdinand Lufen: Landkreis Göttingen, Teil 1. Altkreis Münden mit den Gemeinden Adelebsen, Bovenden und Rosdorf. In: Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 5.2. CW Niemeyer Verlag, Hameln 1993, ISBN 3-87585-251-6, S. 250–251.
</ref> <ref name="Friedhöfe">
Dankelshausen. Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland – Niedersachsen. In: uni-heidelberg.de. Abgerufen am 8. Juli 2023.
</ref> <ref name="Gemeindeverzeichnis">
Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Münden. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. August 2024; abgerufen am 9. Dezember 2020.
</ref> <ref name="Gemeindeverzeichnis1956">
Vorlage:Gemeindeverzeichnis Deutschland 1956
</ref> <ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"> </ref> <ref name="geolife">
Navigator. In: geolife.de. Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN), abgerufen am 9. Dezember 2020.
</ref> <ref name="Handbuch">
Gisela Schucht: Dankelshausen. In: Herbert Obenaus in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel (Hrsg.): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band 1. Wallstein Verlag, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-753-5, S. 443–447.
</ref> <ref name="kirche">
Ev.-luth. Kirchengemeinde Scheden-Dankelshausen-Mielenhausen. In: Webseite Kirchenkreis Münden. Abgerufen am 9. Dezember 2020.
</ref> <ref name="Ortsnamenbuch">
Kirstin Casemir, Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Göttingen. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil IV. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, ISBN 3-89534-494-X, S. 90 ff.
</ref> <ref name="Ortsnamenforscher">
Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Januar 2016; abgerufen am 3. August 2019.
</ref> <ref name="Rademacher">
Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de
</ref> </references>
Dankelshausen | Meensen | Scheden