Margitta Gummel
Margitta Gummel (* 29. Juni 1941 in Magdeburg als Margitta Helmbold; † 26. Januar 2021 in Wietmarschen<ref name="n-tv.de 27. Januar 2021">Olympiasiegerin Margitta Gummel ist tot. In: n-tv.de. 27. Januar 2021, abgerufen am 27. Januar 2021.</ref>) war eine deutsche Leichtathletin und Olympiasiegerin von 1968, die in den 1960er- und 1970er-Jahren zu den weltbesten Kugelstoßerinnen gehörte.
Leben
Sie startete bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio und wurde mit 16,91 m Fünfte. Bei den ersten Europäischen Hallenspielen gewann sie 1966 in Dortmund mit 17,30 m Gold und bei den Europameisterschaften in Budapest im selben Jahr Silber (17,05 m). Im Jahr darauf belegte sie beim Europacup in Kiew den zweiten Platz (17,66 m). In Havanna verbesserte sie in diesem Jahr den DDR-Rekord auf 17,69 m.
Im September 1968 verbesserte Margitta Gummel den DDR-Rekord zunächst auf 18,43 m und stieß kurz danach mit 18,87 m Weltrekord.<ref>Brigitte Berendonk: Doping. Von der Forschung zum Betrug. Rowohlt, Reinbek 1992, ISBN 3-499-18677-2, S. 134–135.</ref> Im Oktober gewann sie bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt die Goldmedaille. In ihrem olympischen Wettkampf gelangen ihr zwei weitere Weltrekorde: Mit 19,07 m und 19,61 m (aufgestellt am 20. Oktober 1968) war sie die erste Frau, die die 19-Meter-Marke übertraf. Damit hatte Margitta Gummel im Alter von 27 Jahren ihre persönliche Bestleistung innerhalb eines Jahres um fast zwei Meter gesteigert. Im selben Jahr wurde sie zur DDR-Sportlerin des Jahres gewählt.
Ihre größte Rivalin war Nadeschda Tschischowa (UdSSR). Hinter ihr wurde sie 1966 in Dortmund, 1969 in Athen jeweils Zweite und 1971 Dritte bei den Europameisterschaften. Am 11. September 1969 gelang Margitta Gummel in Berlin mit einer Weite von 20,11 m ein weiterer Weltrekord, den aber Nadjeschda Tschischowa fünf Tage später verbesserte. Und auch bei den Olympischen Spielen 1972 in München gewann Margitta Gummel hinter ihr Silber.
Ab 1959 startete Margitta Gummel für den SC DHfK Leipzig und trainierte bei Karl-Heinz Bauersfeld. In den nach der Wende öffentlich gewordenen Unterlagen zum Doping in der DDR fanden sich auch Dopingdosierungen von ihr.<ref>Brigitte Berendonk: Doping. Von der Forschung zum Betrug. Rowohlt, Reinbek 1992, ISBN 3-499-18677-2, S. 131–144.
Die Doping-Erkenntnisse der DDR-Wissenschaftler werden weltweit bis heute genutzt Doping in der DDR (6): Die Geschichte der Anabolika -- von Margitta Gummel bis zum Amerikaner Mike Stulce: Aus Jena rund um den Globus. In: Berliner Zeitung. 11. April 1994, abgerufen am 28. Januar 2021.</ref>
Nach den Olympischen Spielen 1972 trat sie vom aktiven Sport zurück. Sie wurde 1976 Mutter einer Tochter; 1977 promovierte sie. Sie war zunächst in einem Sport-Forschungsinstitut in Leipzig tätig und arbeitete später als Sportfunktionärin im DTSB-Bundesvorstand und im DVfL (Deutscher Verband für Leichtathletik der DDR) sowie nach dem Ende der DDR bis 1993 beim Landessportbund Brandenburg. Sie gehörte dem NOK der DDR und bis 1993 dem NOK für Deutschland an. Danach zog sie nach Bad Bentheim.
Margitta Gummel starb in Wietmarschen im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit.<ref name="n-tv.de 27. Januar 2021" />
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1968: Vaterländischer Verdienstorden in Silber
- 1972: Vaterländischer Verdienstorden in Gold
Darstellung Margitta Gummels in der bildenden Kunst
- Petra Flemming: Margitta Gummel (Mischtechnik, 1976/1977)<ref>Flemming, Petra: Porträt Margitta Gummel. 1976, abgerufen am 27. Juni 2022.</ref>
Literatur
- Volker Kluge: Das große Lexikon der DDR-Sportler. Die 1000 erfolgreichsten und populärsten Sportlerinnen und Sportler aus der DDR, ihre Erfolge und Biographien. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-348-9.
- Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft.
- Gummel, Margitta. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
- Karl-Heinz Keldungs: Margitta Gummel. In: ders.: Die deutsche Leichtathletik in 100 Porträts von Hanns Braun bis Malaika Mihambo. Arete Verlag Christian Becker, Hildesheim 2022, ISBN 978-3-96423-081-2, S. 55f.
Weblinks
- Vorlage:Olympedia
- Margitta Gummel im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- Margitta Gummel-Helmbold. In: sports-reference.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Januar 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Einzelnachweise
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Vorlage:Klappleiste/Anfang 1948: Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Micheline Ostermeyer | 1952: Datei:Flag of the Soviet Union (1936–1955).svg Galina Sybina | 1956: Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Tamara Tyschkewitsch | 1960: Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Tamara Press | 1964: Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Tamara Press | 1968: Datei:Flag of the German Olympic Team (1960-1968).svg Margitta Gummel | 1972: Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Nadeschda Tschischowa | 1976: Datei:Flag of Bulgaria (1971-1990).svg Iwanka Christowa | 1980: Datei:Flag of East Germany.svg Ilona Slupianek | 1984: Datei:Flag of Germany.svg Claudia Losch | 1988: Datei:Flag of the Soviet Union.svg Natalja Lissowskaja | 1992: Datei:Olympic flag.svg Swetlana Kriweljowa | 1996: Datei:Flag of Germany.svg Astrid Kumbernuss | 2000: Datei:Flag of Belarus (1995-2012).svg Janina Karoltschyk | 2004: Datei:Flag of Cuba.svg Yumileidi Cumbá | 2008: Datei:Flag of New Zealand.svg Valerie Vili | 2012: Datei:Flag of New Zealand.svg Valerie Adams | 2016: Datei:Flag of the United States.svg Michelle Carter | 2020: Datei:Flag of the People's Republic of China.svg Gong Lijiao | 2024: Datei:Flag of Germany.svg Yemisi Ogunleye
Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Halleneuropameisterinnen im KugelstoßenVorlage:Klappleiste/Anfang
1958: Karin Beyer | 1959: Gisela Birkemeyer | 1960: Ingrid Krämer-Gulbin | 1961: Ute Starke | 1962–1964: Ingrid Krämer-Gulbin | 1965: Hannelore Suppe | 1966: Gabriele Seyfert | 1967: Karin Janz | 1968: Margitta Gummel | 1969: Petra Vogt | 1970: Erika Zuchold | 1971: Karin Balzer | 1972: Karin Janz | 1973–76: Kornelia Ender | 1977: Rosemarie Ackermann | 1978/79: Marita Koch | 1980: Maxi Gnauck | 1981: Ute Geweniger | 1982/83: Marita Koch | 1984: Katarina Witt | 1985: Marita Koch | 1986: Heike Drechsler | 1987: Silke Möller | 1988/89: Kristin Otto
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gummel, Margitta |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Leichtathletin und Olympiasiegerin |
| GEBURTSDATUM | 29. Juni 1941 |
| GEBURTSORT | Magdeburg |
| STERBEDATUM | 26. Januar 2021 |
| STERBEORT | Wietmarschen |
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