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Karin Büttner-Janz

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Karin Büttner-Janz Vorlage:SportPicto
Datei:Bundesarchiv Bild 183-L0817-0318, DDR-Olympiamannschaft, Karin Janz.jpg

Karin Janz, DDR-Olympiamannschaft 1972

Persönliche Informationen
Nationalität: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg DDR
Disziplin Gerätturnen
Verein: SC Dynamo Berlin
Geburtstag: 17. Februar 1952
Geburtsort: Hartmannsdorf, DDR
Größe: 156 cm
Gewicht: 46 kg
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 2 × Goldmedaille 3 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
Weltmeisterschaften 1 × Goldmedaille 2 × [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: 0 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 4 × Goldmedaille 2 × [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: 1 × Bronzemedaille

Karin Büttner-Janz (* 17. Februar 1952 in Hartmannsdorf als Karin Janz), ist eine deutsche Medizinerin und ehemalige Kunstturnerin. Sie war zweifache Olympiasiegerin bei den Olympischen Spielen 1972 (Pferdsprung und Stufenbarren), Weltmeisterin 1970 (Stufenbarren), vierfache Europameisterin und 20-fache DDR-Meisterin. Mit insgesamt 17 internationalen Medaillen ist sie die erfolgreichste Turnerin der deutschen Sportgeschichte und war eine der weltbesten Turnerinnen.

Nach ihrem Studium der Medizin entwickelte sie – gemeinsam mit Kurt Schellnack – die erste künstliche Bandscheibe weltweit,<ref>Patent DE3529761C2: Bandscheibenendoprothese. Angemeldet am 20. August 1985, veröffentlicht am 16. Juni 1994, Erfinder: Karin Büttner-Janz, Bernd Derr, Klaus-Peter Erkel, Hans-Joachim Helisch, Kurt Schellnack, Roland Schumann.</ref> auch Charité-Disc genannt, wofür ihrem Team der Nationalpreis der DDR zuerkannt wurde.<ref>Jack Zigler, MD: Total Disc Replacement – Charité Artificial Disc. Spine-health.com, abgerufen am 13. August 2017.</ref> Als habilitierte Ärztin leitete sie zwei Kliniken, die Orthopädische Klinik des Vivantes Klinikums Berlin-Friedrichshain sowie die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im Vivantes Klinikum Am Urban in Berlin-Kreuzberg.

Leben

Sportliche Karriere

Bis zu ihrem zehnten Lebensjahr trainierte sie Geräteturnen unter Anleitung ihres Vaters Guido Janz, einem Lehrer für Physik und Sport. Sie besuchte bis 1966 die Kinder- und Jugendsportschule in Forst. Von 1966 bis 1972 war Karin Janz aktiv als Turnerin beim SC Dynamo Berlin (Trainer: Jürgen Heritz, Werner Pöhland), wohin sie durch den Einsatz ihres Vaters wechselte. Mit 15 Jahren begann ihre internationale Wettkampfkarriere als Kunstturnerin. Sie gewann bei den Europameisterschaften 1967 in Amsterdam Silber (Stufenbarren) und Bronze (Sprung), im Mehrkampf wurde sie Vierte. Im selben Jahr wählten Sportfunktionäre und eine Jury sie zur Sportlerin des Jahres der DDR.

Bei den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko-Stadt gewann sie die Silbermedaille am Stufenbarren und die Bronzemedaille mit der Mannschaft. Bei den Turn-Europameisterschaften 1969 in Landskrona wurde sie vierfache Europameisterin. Nachdem sie 1970 Weltmeisterin am Stufenbarren wurde, war sie 1972 bei den Olympischen Spielen in München neben Olga Korbut die Favoritin an diesem Gerät und gewann die Goldmedaille. Sie errang zudem die Goldmedaille beim Pferdsprung sowie Silber im Mehrkampf Einzel (besiegt einzig von der damals unbezwingbaren Ljudmila Turischtschewa), Silber im Mehrkampf Mannschaft und Bronze am Schwebebalken. Damit war sie die erfolgreichste deutsche Athletin.

1972 erhielt sie mit der Medaille Verdienter Meister des Sports der UdSSR die höchste Sportauszeichnung der Sowjetunion und wurde im gleichen Jahr zur Sportlerin des Jahres der DDR gewählt. Nach ihren großen Erfolgen gab sie Anfang 1973 bekannt, dass sie ihre Sportlerkarriere beendet. Ihren Trainern teilte sie dies bereits nach den Gerätefinals am 31. August 1972 mit. Der Grund dafür war, dass sie sich auf ihr Medizinstudium konzentrieren wollte.

Karin Janz gilt als „eine der Wegbereiterinnen aktiven schöpferischen Turnens“ (Götze/Zeume: Flickflack – Weltbühne des Turnens, 1987). Ihre Turnvorträge waren inhaltlich gespickt mit den schwierigsten Passagen, sie erreichte an allen Turngeräten einen hohen Stabilitätsgrad und turnte mit technischer Perfektion. Sie erfand zahlreiche Turnelemente, die später, mit ihrem Namen versehen, in die internationalen Wertungsbestimmungen eingingen. Das berühmteste davon ist ein Grätschsalto vorwärts am Stufenbarren, der so genannte Janz-Salto, der ihr 1972 zu olympischem Gold verhalf.

Karin Janz bereicherte die Entwicklung des Kunstturnens einer ganzen Generation und setzte Maßstäbe für Entwicklungstendenzen an den einzelnen Geräten. Im Jahr 2000 wurde sie zur Turnerin des Jahrhunderts gewählt, 2003 in die International Gymnastics Hall of Fame aufgenommen. Außerdem erhielt sie für ihre sportlichen Leistungen mehrmals den Vaterländischen Verdienstorden der DDR.

2011 wurde Karin Büttner-Janz in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

Akademische Laufbahn

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1986-0222-002, Berlin, Entwicklungskollektiv der künstlichen Bandscheibe.jpg
Karin Büttner-Janz (links im Bild), Kurt Schellnack (Mitte) und andere entwickelten in den 1980er Jahren an der Charité eine Prothese zum künstlichen Bandscheibenersatz.

Von 1971 bis 1978 studierte sie Medizin an der Humboldt-Universität zu Berlin;<ref>Hans-Christoph Keller: „Ich war froh, in das eigentliche Leben einsteigen zu können“. Humboldt-Universität zu Berlin, abgerufen am 13. August 2017.</ref> sie schrieb ihre Diplomarbeit über Notfallmedizin in der DDR. Anschließend absolvierte sie ihre klinischen Semester an der Orthopädischen Klinik der Charité. Ihre Wahl bei der Spezialisierung fiel auf das Fachgebiet Orthopädie. Sie promovierte zum Dr. med. mit einer Dissertation über Kniegelenkdiagnostik. 1989 habilitierte sie sich zum Dr. sc. med. über die Entwicklung der weltweit ersten Prothese für den Komplettersatz einer Bandscheibe, die als Charité-Disc bekannt wurde. Hierfür meldete sie ab 1984 im Team die ersten Patente an.<ref>MDR/ZDF: DDR genial, Folge 3 Polyplay, Superfest-Glas & Co. (online), abgerufen am 31. März 2026.</ref> Von 1987 bis 1990 war sie Oberärztin in der Orthopädieklinik der Charité Berlin. Im Jahr 1990 verließ sie die Charité und übernahm die Leitung der Orthopädie des Klinikums Hellersdorf. Der Umzug dieser Einrichtung zum Vivantes Klinikum im Friedrichshain im Jahr 2004 führte dazu, dass sie Direktorin der Klinik für Orthopädie wurde. 2008–2012 leitete sie außerdem die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Vivantes Klinikums Am Urban.

2005 erfolgte die Berufung zur außerplanmäßigen Professorin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Von 2008 bis 2009 war sie Präsidentin der Spine Arthroplasty Society<ref>Karin Büttner-Janz auf der Website der International Society for the Advancement of Spine Surgery<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 2. November 2015 im Internet Archive)</ref> (später umbenannt in International Society for the Advancement of Spine Surgery). Sie ist Ehrenmitglied der American Orthopaedic Society for Sports Medicine.

Als Spezialistin für Wirbelsäulenerkrankungen erhielt sie für Forschungen zu künstlichen Zwischenwirbelscheiben 1986 den Nationalpreis der DDR III. Klasse für Wissenschaft und Technik.<ref>zusammen mit Kurt Schellnack, Horst Waldleben und Hartmut Zippel, Meldung in der Berliner Zeitung, 8. Oktober 1986, S. 5</ref>

Die US-Zulassungsbehörde für Medizinprodukte, die Food and Drug Administration (FDA), genehmigte 2004 die von ihr mitentwickelte künstliche Bandscheibe in den USA.<ref>Stephen H. Hochschuler, MD: All About the Charité Artificial Disc: Now Approved for Use in the U.S. Spine-health.com, abgerufen am 13. August 2017.</ref> Es war die erste Bandscheibenprothese, die die FDA zuließ.

Karin Büttner-Janz ist Gründerin der Büttner-Janz Spinefoundation.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homepage der Büttner-Janz Spinefoundation (Memento vom 12. Mai 2013 im Internet Archive)</ref>

Von 2014 bis 2016 studierte sie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und wurde Master of Business Administration (MBA) in General Management.<ref>Karin Büttner-Janz, MD, MBA, Germany. In: isass.org. Abgerufen am 1. April 2026.</ref>

2011 erhielt sie den Verdienstorden des Landes Berlin.

Privat

Karin Janz heiratete Karl-Heinz Büttner, damals Mitglied der Zentralen Leitung der SV Dynamo Berlin. 1978 wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren. Mittlerweile ist sie geschieden.

Literatur

  • Andreas Götze, Hans-Jürgen Zeume: Flickflack – Weltbühne des Turnens. Sport-Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-328-00181-6.
  • Janz, Karin. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
  • Michael Reinsch: Immer weiter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 91 vom 19. April 2013, S. 33 (ganzseitiger, aktueller Beitrag über Karin Büttner-Janz).

Weblinks

Commons: Karin Janz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Vorlage:Klappleiste/Anfang 1952: Sowjetunion 1923Datei:Flag of the Soviet Union (1936–1955).svg Jekaterina Kalintschuk | 1956: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Larissa Latynina | 1960: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Margarita Nikolajewa | 1964: Tschechoslowakei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Věra Čáslavská | 1968: Tschechoslowakei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Věra Čáslavská | 1972: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Karin Janz | 1976: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Nelli Kim | 1980: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Natalja Schaposchnikowa | 1984: Rumänien 1965Datei:Flag of Romania (1965–1989).svg Ecaterina Szabó | 1988: Sowjetunion[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Swjatlana Bahinskaja | 1992: RumänienDatei:Flag of Romania.svg Lavinia Miloșovici und Ungarn[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Henrietta Ónodi | 1996: RumänienDatei:Flag of Romania.svg Simona Amânar | 2000: RusslandRussland Jelena Samolodtschikowa | 2004: RumänienDatei:Flag of Romania.svg Monica Roșu | 2008: Korea NordDatei:Flag of North Korea.svg Hong Un-jong | 2012: RumänienDatei:Flag of Romania.svg Sandra Izbașa | 2016: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Simone Biles | 2020: BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Rebeca Andrade | 2024: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Simone Biles

Liste der Olympiasieger im Turnen Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1952: Ungarn 1949Datei:Flag of Hungary 1949-1956.svg Margit Korondi | 1956: Ungarn 1956Datei:Flag of Hungary (1946-1949, 1956-1957).svg Ágnes Keleti | 1960: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Polina Astachowa | 1964: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Polina Astachowa | 1968: Tschechoslowakei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Věra Čáslavská | 1972: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Karin Janz | 1976: Rumänien 1965Datei:Flag of Romania (1965–1989).svg Nadia Comăneci | 1980: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Maxi Gnauck | 1984: China Volksrepublik[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Ma Yanhong und Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Julianne McNamara | 1988: Rumänien 1965Datei:Flag of Romania (1965–1989).svg Daniela Silivaș | 1992: China Volksrepublik[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Lu Li | 1996: RusslandRussland Swetlana Chorkina | 2000: RusslandRussland Swetlana Chorkina | 2004: FrankreichFrankreich Émilie Le Pennec | 2008: China Volksrepublik[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: He Kexin | 2012: RusslandRussland Alija Mustafina | 2016: RusslandRussland Alija Mustafina | 2020: Belgien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Nina Derwael | 2024: AlgerienDatei:Flag of Algeria.svg Kaylia Nemour

Liste der Olympiasieger im Turnen Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

1950: Anna Petersson / Gertrude Kolar | 1954: Ágnes Keleti | 1958: Larissa Latynina | 1962: Irina Perwuschina | 1966: Natalja Kutschinskaja | 1970: Karin Janz | 1974: Annelore Zinke | 1978: Marcia Frederick | 1979: Maxi Gnauck / Ma Yanhong | 1981: Maxi Gnauck | 1983: Maxi Gnauck | 1985: Gabriele Fähnrich | 1987: Daniela Silivaș / Dörte Thümmler | 1989: Fan Di / Daniela Silivaș | 1991: Kim Gwang-suk | 1992: Lavinia Miloșovici | 1993: Shannon Miller | 1994: Lou Li | 1995: Swetlana Chorkina | 1996: Swetlana Chorkina/Alena Piskun | 1997: Swetlana Chorkina | 1999: Swetlana Chorkina | 2001: Swetlana Chorkina | 2002: Courtney Kupets | 2003: Chellsie Memmel / Hollie Vise | 2005: Nastia Liukin | 2006: Elizabeth Tweddle | 2007: Xenija Semjonowa | 2009: He Kexin | 2010: Elizabeth Tweddle | 2011: Wiktorija Komowa | 2013: Huang Huidan | 2014: Yao Jinnan | 2015: Madison Kocian / Wiktorija Komowa / Darja Spiridonowa / Fan Yilin | 2017: Fan Yilin | 2018: Nina Derwael  | 2019: Nina Derwael  | 2021: Wei Xiaoyuan | 2022: Wei Xiaoyuan | 2023: Qiu Qiyuan | 2025: Kaylia Nemour

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1958: Karin Beyer | 1959: Gisela Birkemeyer | 1960: Ingrid Krämer-Gulbin | 1961: Ute Starke | 1962–1964: Ingrid Krämer-Gulbin | 1965: Hannelore Suppe | 1966: Gabriele Seyfert | 1967: Karin Janz | 1968: Margitta Gummel | 1969: Petra Vogt | 1970: Erika Zuchold | 1971: Karin Balzer | 1972: Karin Janz | 1973–76: Kornelia Ender | 1977: Rosemarie Ackermann | 1978/79: Marita Koch | 1980: Maxi Gnauck | 1981: Ute Geweniger | 1982/83: Marita Koch | 1984: Katarina Witt | 1985: Marita Koch | 1986: Heike Drechsler | 1987: Silke Möller | 1988/89: Kristin Otto

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