Laurie Penny
Laurie Penny (geboren am 28. September 1986 in London) ist eine britische Journalistin, Autorin, Bloggerin und Feministin. Sie schreibt für The Independent, The Guardian, The Times und den New Statesman. International bekannt wurde sie mit ihrem Buch Meat Market. Female Flesh Under Capitalism (2011), das 2012 in deutscher Übersetzung unter dem Titel Fleischmarkt erschien.
Leben und Themen
Laurie Penny wuchs in Brighton auf. Sie besuchte das Brighton College<ref name="pennyone">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Shut up, little girl, don't you know grown-ups are talking?] In: pennyred.blogspot.com. Laurie Penny, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 8. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="pennytwo">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The Independent, 11. Mai 2012. Abgerufen am 8. Juli 2015 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> und studierte Englische Literatur am Wadham College der Universität Oxford. Sie schloss ihr Studium 2007 ab. Seitdem betreibt sie das Weblog Penny Red, welches 2011 für den Orwell Prize nominiert war.<ref name="theorwellprize-laudatio">The Orwell Prize: Penny Red – The Orwell Prize. In: theorwellprize.co.uk. The Orwell Prize, 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Juli 2015; abgerufen am 1. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Pennys Blog-Texte sind in dem 2011 erschienenen Band Penny Red. Notes from the New Age of Dissent versammelt. Sie versteht sich als sozialistische Feministin; linke Politik und Feminismus gehören für sie zusammen.
Laurie Penny ist Kolumnistin und Reporterin bei der britischen Onlinezeitung The Independent.<ref name="independent-columnist">The Independent: Laurie Penny. In: The Independent. Abgerufen am 1. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie schreibt regelmäßig für The Guardian, The Times und New Statesman. Ihre Themen sind Popkultur, Politik und Feminismus.<ref name="zero-books-cv">Zero Books: Laurie Penny. In: zero-books.net. Zero Books, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Dezember 2018; abgerufen am 1. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="theguardian-author">The Guardian: Laurie Penny. In: The Guardian. Abgerufen am 1. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="newstatesman-articles">New Statesman: Laurie Penny. In: New Statesman. Abgerufen am 1. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im April 2014 erhielt Penny ein Nieman-Stipendium für das Studienjahr 2014–2015.<ref name="nieman.harvard-77th-class">Redaktion: Nieman Foundation announces the 77th class of Nieman Fellows. In: nieman.harvard.edu. Harvard University, 30. April 2014, abgerufen am 3. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Seit Ende 2020 ist Penny verheiratet; nach eigener Aussage führt sie eine offene Beziehung (polyamor). Penny definiert sich seit 2016 als genderqueer (nichtbinär), verwendet aber weibliche Pronomen.<ref>Susan Cox: Coming out as “non-binary” throws other women under the bus. In: Feminist Current. 11. August 2016, abgerufen am 22. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Laurie Penny im Gespräch: «Was es für guten Sex braucht? Wirtschaftliche Unabhängigkeit». In: Tagesanzeiger.ch. 15. März 2022, abgerufen am 22. März 2022 (bezahlpflichtig).</ref>
Werk
In ihrem 2011 erschienenen Buch Meat Market<ref name="feministlibrary-meat-market">Sophie Jones: Reviewed: Laurie Penny, Meat Market. In: feministlibrary.co.uk. Feminist Library, 22. Januar 2012, abgerufen am 1. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (deutscher Titel: Fleischmarkt) analysierte Laurie Penny die Strategien, mit denen Frauenkörper im Spätkapitalismus entmachtet und kontrolliert werden. Sie lege den alltäglichen Sexismus des Mainstreams offen, von den Medien bis hin zu sexistischer Werbung, Schlankheitswahn und Pornografie. Das Buch sei ein „zorniges Manifest“, das unter Frauen ein Bewusstsein für die eigene Unterdrückung schaffen soll, um ihnen den Ausbruch daraus zu ermöglichen, so die Rezensentin Antonia Kurz in der Süddeutschen Zeitung.<ref name="sueddeutsche-frauen-vieh">Antonia Kurz: Feministisches Manifest "Fleischmark" von Laurie Penny. In: Süddeutsche Zeitung. 23. Oktober 2012, abgerufen am 1. Juli 2015.</ref> Laurie Penny, die selbst Ex-Anorektikerin ist, sei dabei ebenso pointiert wie präzise, schreibt Sabine Rohlf in ihrer Rezension für die Frankfurter Rundschau. Sie sei eine junge Autorin, „die den Nerv für klare Worte hat und sich eine bessere Welt immerhin vorstellen kann“.<ref name="fr-online-aufstehen-abnehmen">Sabine Rohlf: Feminismus: Aufstehen statt abnehmen! In: Berliner Zeitung. Berliner Verlag GmbH, 20. April 2012, abgerufen am 13. Mai 2022 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).</ref> Der Spiegel bezeichnete das Buch als „brillantes Plädoyer für einen neuen Feminismus“.<ref name="spiegel-sex-performance">Christoph Twickel: Britische Feministin Laurie Penny im Interview. In: Spiegel Online. 17. Dezember 2012, abgerufen am 1. Juli 2015.</ref> Die Zeit-Rezensentin Marie Schmidt zieht das Fazit: Am utopischen Horizont des Feminismus, den Laurie Penny vertritt, liege eine Gesellschaft, in der es so viele verschiedene Geschlechteridentitäten gäbe wie Menschen. Laurie Penny fordere deshalb Solidarität zwischen „all jenen, die in der heutigen Welt an Geschlechtszuschreibungen leiden“. Ihr Buch sei eine starke Ermutigung für einen jungen, lebendigen Feminismus.<ref name="zeit-schlachtfeld-frau">Marie Schmidt: Feminismus: Schlachtfeld Frau. In: Zeit Online. 8. März 2012, abgerufen am 1. Juli 2015.</ref>
Im Vorwort eines Readers mit Texten von Pussy Riot und deren Briefen aus dem Gefängnis erinnert Laurie Penny an die Physikerin und Dichterin Irina Ratuschinskaja (1954–2017), die 1983 wegen „antisowjetischer Agitation und Propaganda“ zu sieben Jahren Straflager und fünf Jahren Verbannung verurteilt wurde.<ref name="taz-neuralgischer-punkt">Sonja Vogel: Pussy-Riot-Statements vorgelesen: Den neuralgischen Punkt getroffen. In: Die Tageszeitung. 12. Dezember 2012, abgerufen am 1. Juli 2015.</ref>
2014 veröffentlichte Laurie Penny ihr fünftes Buch Unspeakable Things. Sex, Lies and Revolution (deutscher Titel: „Unsagbare Dinge. Sex, Lügen und Revolution“), in dem sie die ihrer Meinung nach dominierenden Vorstellungen von romantischer Liebe und Partnerschaft sowie die sexuelle Unterdrückung von Frauen kritisiert.<ref name="taz-rumvögeln">Natascha Wey: Laurie Penny über Feminismus: Frauen ist nicht erlaubt, rumzuvögeln. In: Die Tageszeitung. 23. Dezember 2014, abgerufen am 1. Juli 2015.</ref><ref name="theguardian-unspeakable-rezension">Liz Hoggard: Unspeakable Things review – Laurie Penny's dissection of modern feminism. In: The Guardian. 13. Juli 2014, abgerufen am 1. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie sieht das kapitalistische System als Ursache dafür, dass der Feminismus „seit ungefähr einem Vierteljahrhundert auf der Stelle tritt“ und „bis zur Unkenntlichkeit zu einer Hochleistungsmaschinerie verdreht worden“ ist.<ref name="Vahabzadeh"></ref><ref name="sueddeutsche-unsagbare-dinge">Susan Vahabzadeh: Laurie Penny und der Feminismus – Der Körper als Kapital. In: Süddeutsche Zeitung. 29. März 2015, abgerufen am 1. Juli 2015.</ref> Vom feministischen Mainstream halte sie nichts, weil es ihm nur um die Aufstiegschancen (Konzernvorstände) von Mittelschichtsfrauen gehe.<ref name="NL2015">Nadine Lange: Rebellinnen wie wir, in: Der Tagesspiegel, 7. März 2015, S. 27.</ref> Die Genderzwangsjacke treffe auch Männer in all ihrer Härte, doch sei das Perfektionismusgebot für Aussehen, Ernährung und Interaktionsmuster für die Frauen deutlich einschränkender.<ref name="NL2015" /> Besonders wirtschaftlich gescheiterte, heterosexuelle junge Männer, von denen es viele gebe, ließen ihre Frustration an den gesellschaftlichen Gruppen aus, über die der Kapitalismus ihnen noch Macht zugestehe, nämlich Frauen und Schwule; so werde eine „Männlichkeit in der Krise“ verkauft, wo es laut Penny in Wahrheit um eine Krise des Kapitalismus gehe.<ref name="Vahabzadeh" /><ref name="sueddeutsche-unsagbare-dinge" />
2022 veröffentlichte Penny das Buch Sexuelle Revolution. Rechter Backlash und feministische Zukunft in englischer und deutscher Sprache. Sie vertritt darin die These, dass für guten Sex finanzielle Unabhängigkeit wichtig sei. Die aktuelle sexuelle Revolution bestehe darin, dass Frauen wenn sie diese Freiheit haben, zunehmend und in großer Zahl auf unbefriedigende Beziehungen und auf Kinder verzichten. Andererseits führe dies zu einem Backlash und Impuls der Kontrolle über weibliche Körper.<ref>Laurie Penny: Sexuelle Revolution. Rechter Backlash und feministische Zukunft. Abgerufen am 15. März 2022.</ref>
Rezeption
Die Zeit nannte Penny die „derzeit wichtigste junge Feministin“.<ref name="zeit-2015-03-15">Laurie Penny: Lebe wild und frei! In: zeit.de. 15. März 2015, abgerufen am 27. März 2016.</ref> Im Guardian schrieb die damalige Orwell-Prize-Jurorin Gaby Hinsliff in ihrer Rezension zu Pennys Buch Unspeakable Things (2014): „We shortlisted her because – then as now – she wrote like a dream: she had such a raw, bright, urgent voice and she was telling such different stories to everyone else.“ (deutsch: „Wir nominierten sie, weil sie – damals wie heute – wie im Traum schrieb: sie hatte solch eine raue, intelligente, eindringliche Stimme und erzählte Geschichten, die so anders waren als die aller anderen.“)<ref name="theguardian-unspeakable-things">Gaby Hinsliff: Unspeakable Things: Sex, Lies and Revolution by Laurie Penny – review. In: The Guardian. 9. Juli 2014, abgerufen am 1. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Zuge der Kampagne #ausnahmslos gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus nach den sexuellen Übergriffen von Köln, zu deren Erstunterzeichnerinnen auch Penny gehörte, wurde von der Amadeu Antonio Stiftung u. a. mit Blick auf Aufrufe Pennys zum Boykott Israels kritisiert, dass „eine Sensibilisierung beim Thema Antisemitismus bei den Initiator_innen der Kampagne nicht im ausreichenden Maße vorhanden“ sei.<ref>#ausnahmslos: Antisemitismus darf nicht übersehen werden ~ Amadeu Antonio Stiftung. In: amadeu-antonio-stiftung.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. März 2016; abgerufen am 27. März 2016.</ref> In der linken Wochenzeitung Jungle World wurde Penny für ihre Haltung und ihre Unterstützung der BDS-Kampagne kritisiert.<ref name="feministingegenisrael">Feministin gegen Israel. In: jungle-world.com. 17. März 2016, abgerufen am 27. Juni 2018.</ref><ref>Wir sind die Besseren. In: jungle-world.com. 28. Januar 2016, abgerufen am 27. März 2016.</ref> Die feministische Bloggerin Merle Stöver kritisierte den strukturellen Antisemitismus, der in Laurie Pennys Haltung zu Israel zum Ausdruck komme. In einem „Brief an die deutsche Linke“ trat Laurie Penny der Kritik entgegen. Stöver erhielt daraufhin private Nachrichten mit Gewaltandrohungen und öffentlichen Beleidigungen.<ref>Maike Brülls: Provokateurin statt Kanzlerin. Die Tageszeitung, 14. August 2016, abgerufen am 27. Juni 2018.</ref><ref name="feministingegenisrael" />
Auszeichnungen
- 2011: Longlist Orwell Prize für Penny Red. Notes from the New Age of Dissent<ref name="theorwellprize-laudatio" />
- 2012: Shortlist Bread and Roses Award für Penny Red. Notes from the New Age of Dissent<ref name="theguardian-shortlist">Alison Flood: New prize for radical writing announces shortlist. In: The Guardian. 6. März 2012, abgerufen am 1. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Publikationen
Bücher
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- Bitch Doktrin: Gender, Macht und Sehnsucht. Aus dem Englischen von Anne Emmert, Edition Nautilus, Hamburg 2017, ISBN 978-3-96054-056-4.
- Sexual Revolution. Modern Fascism and the Feminist Fightback. Bloomsbury Publishing PLC, London 2022.
- Sexuelle Revolution. Rechter Backlash und feministische Zukunft. Aus dem Englischen von Anne Emmert, Edition Nautilus, Hamburg 2022, ISBN 978-3-96054-286-5.
Buchbeiträge
- Vorwort von Laurie Penny zu:
- Vorwort von Laurie Penny zu:
Zeitschriftenartikel
Blogs
- Laurie Penny on Steubenville: this is rape culture's Abu Ghraib moment, bei New Statesman, 19. März 2013, als Auszug in deutscher Übersetzung Steubenville. Die netten Jungs von nebenan, bei: Emma, 1. Mai 2013. (Über einen Vergewaltigungsfall in Steubenville, Ohio im Jahr 2012)
- Ein Brief an die (anti-)deutsche Linke
Weblinks
- Literatur von und über Laurie Penny im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Laurie Penny in der Internet Speculative Fiction Database (englisch)
- Videos von und über Laurie Penny im AV-Portal der Technischen Informationsbibliothek
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Laurie Penny bei Perlentaucher
- Werke von Laurie Penny bei Open Library
- Biographie des Internationalen Literaturfestivals Berlin über Laurie Penny
- Interview: Laurie Penny: «Und plötzlich werde ich wahrgenommen», Neue Zürcher Zeitung, 29. April 2017
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Penny, Laurie |
| KURZBESCHREIBUNG | britische Autorin, Journalistin |
| GEBURTSDATUM | 28. September 1986 |
| GEBURTSORT | London |
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