Ursula Donath
Ursula „Ulla“ Donath (geb. Jurewitz; * 30. Juli 1931 in Frauenburg, Lettland; † 12. April 2026 in Halle (Saale)) war eine deutsche Leichtathletin und Olympiateilnehmerin, die bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom die Bronzemedaille im 800-Meter-Lauf gewann. Sie startete für die DDR in der gemeinsamen Mannschaft beider deutscher Staaten.
Leben und Wirken
Die Familie Jurewitz wurde 1941 zunächst von Lettland nach Posen in Polen umgesiedelt; nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Ursula Jurewitz in Luckenwalde auf.
Ursula Jurewitz erzielte am 19. August 1953 den ersten von der Internationalen Leichtathletik-Föderation (IAAF) anerkannten DDR-Weltrekord: 2:12,6 min über 880 Yards, gelaufen in Budapest, gleichzeitig über 800 Meter DDR-Rekord (2:11,8 min).
1952 wurde sie erstmals DDR-Meisterin im 800-Meter-Lauf. In den Jahren 1953 bis 1955 gelangen ihr drei Europarekorde im 400-Meter-Lauf (55,7 s, 25. Juni 1953 in Berlin; 55,0 s, 6. August 1954 in Budapest; 54,4 s, 5. August 1955 in Warschau), sie waren auch Weltbestleistungen (Rekorde führte die IAAF erst ab 1. Januar 1957). Bei Olympischen Spielen standen diese Strecken noch nicht im Programm, so dass ihr die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne entgingen. Bei den Europameisterschaften 1954 in Bern durften DDR-Sportler nicht starten.
Sie hatte bei einer Größe von 1,67 m ein Wettkampfgewicht von 54 kg.
1953 heiratete sie den Mittelstreckenläufer Dr. Rolf Donath,<ref>https://www.olympics.com/en/athletes/ursula-donath</ref> der später laut Dopingaufklärer Werner Franke mit dem von ihm geleiteten Zentralinstituts des Sportmedizinischen Dienstes (SMD) „eine besondere Funktion im Dopingsystem der DDR“ einnahm.<ref>Werner W. Franke: Funktion und Instrumentalisierung des Sports in der DDR: Pharmakologische Manipulationen (Doping) und die Rolle der Wissenschaft. (PDF; 2,2 MB) In: Sport: Doping und Wissenschaft. Abgerufen am 26. November 2022.</ref> 1958 wurde Ursula Donath Mutter eines Sohnes, weshalb sie nicht an den Europameisterschaften in Stockholm teilnehmen konnte. 1962 folgte die Geburt einer Tochter.
Ursula Donath gehörte dem SC Chemie Halle an und trainierte bis 1957 bei Ewald Mertens und später bei ihrem Mann, Rolf Donath (1951 DDR-Meister im 800-Meter-Lauf, 1952 DDR-Meister im 1500-Meter-Lauf). 1961 beendete sie ihre Sportlerlaufbahn. 1960 wurde sie mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Bronze ausgezeichnet.<ref>Neues Deutschland, 7. Oktober 1960, S. 4.</ref> Sie war bis 1991 als Sportlehrerin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg tätig.
Sie lebte als Rentnerin und fünffache Großmutter in Halle (Saale). Dort starb sie am 12. April 2026 im Alter von 94 Jahren.<ref>Mitteldeutsche Zeitung: Bronze in Rom: Halle trauert um Ulla Donath, die erste Medaillengewinnern bei Olympia. Abgerufen am 26. April 2026.</ref>
Literatur
- Klaus Ullrich: Momentaufnahmen. Zeitzeugen zum DDR-Sport befragt von Klaus Ullrich., Sportverlag Berlin, Berlin, 1989, S. 33–34
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Donath, Ursula |
| ALTERNATIVNAMEN | Jurewitz, Ursula (Geburtsname); Donath, Ulla; Brehme, Ulla |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Leichtathletin und Olympiamedaillengewinnerin |
| GEBURTSDATUM | 30. Juli 1931 |
| GEBURTSORT | Frauenburg, Lettland |
| STERBEDATUM | 12. April 2026 |
| STERBEORT | Halle (Saale) |
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