Zum Inhalt springen

Honigstrauch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. April 2026 um 14:31 Uhr durch imported>Dixfe92 (Verlinkung von "Süßmittel").
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Honigstrauch
Datei:Melianthus major 1.jpg

Honigstrauch (Melianthus major)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Storchschnabelartige (Geraniales)
Familie: Honigstrauchgewächse (Melianthaceae)
Gattung: Honigsträucher (Melianthus)
Art: Honigstrauch
Wissenschaftlicher Name
Melianthus major
(L.)
Datei:Melianthus major KirstenboshBotGard09292010G.JPG
Habitus mit Laubblättern, Blütenständen, Blüten und Früchten.
Datei:Melianthus major MHNT.BOT.2013.22.15.jpg
Melianthus major

Der (Große) Honigstrauch (Melianthus major) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Honigstrauchgewächse (Melianthaceae). In ihrem Verbreitungsgebiet, dem Südlichen Afrika, wird sie englisch „Honey Flower“ oder afrikaans „Kruidjie-roer-my-nie“ genannt. Der botanische Gattungsname Melianthus leitet sich von méli für Honig und ánthos für Blüte ab.

Beschreibung und Ökologie

Vegetative Merkmale

Der Honigstrauch ist ein immergrüner Strauch oder Halbstrauch, der Wuchshöhen bis 3 Meter erreicht. Die Sprossachsen haben meist einen kreisrunden Querschnitt, sind oft hohl und verholzen nicht stark. Der ursprüngliche Haupttrieb verbuscht mit der Zeit. Die Hauptwachstumszeit ist der regenreichere Winter. Bei längeren Dürreperioden oder starkem Frost sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab, bei günstigen Wetterbedingungen treibt die Pflanze aber aus dem unterirdischen Teil wieder aus.

Die wechselständig und schraubig angeordneten Laubblätter sind unpaarig gefiedert, mit 5 bis 27 Fiederblättchen. Die Fiederblättchen sind 5 bis 10 cm lang und 2,5 bis 3,5 cm breit, die Ränder sind gesägt. Die Blattrhachis im Bereich der Fiederblättchen ist manchmal gelappt, mit gesägtem Rand. Die Blätter können bis zu 50 cm lang werden. Über dem Blattstiel steht ein die Sprossachse umschließendes, spitz zulaufendes, glattrandiges Nebenblatt, das die folgenden Sprossknospe umhüllt. Die Farbe der Blätter, aber auch der frischen Zweige und Blattstiele ist ein helles Blaugrün, die Oberfläche ist bereift. Die Blätter geben bei Berührung einen unangenehmen Geruch ab (erinnert an Erdnüsse).

Generative Merkmale

Der endständige, traubige Blütenstand enthält viele Blüten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Das untere der fünf verwachsenen Kelchblätter bildet einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Sporn (Mentum) aus. Die vier rot-violetten bis rostroten Kronblätter sind frei. Es sind zwei kurze und zwei lange Staubfäden vorhanden, die kurzen sind mit einer Membran verwachsen, die sich unter der Insertion an der Basis des Fruchtknotens in eine große, braune, ledrige Honigkappe fortsetzt, welche sich im Sporn befindet. Der „Honig“ (hoch konzentrierter Nektar) fließt, sobald sich die Staubbeutel geöffnet haben<ref name="Kurr1833" />. An der Spitze des Blütenstands wird manchmal ein Kranz aus sterilen Blüten gebildet. Die Blüten sondern einen großen dunklen Nektartropfen ab, der essbar ist; alle anderen Pflanzenteile sind giftig. Die Bestäubung erfolgt durch Nektarvögel (Ornithophilie).

Es werden blasenartige, blass-grüne Kapselfrüchte gebildet, die glänzend-schwarze Samen enthalten.

Verbreitung

Die Heimat des Honigstrauches ist das südliche Afrika, insbesondere die Region Westkap, bevorzugt Standorte entlang von Bächen und Straßengräben.

Beispielsweise in Bolivien, Indien und auf den Kanarischen Inseln ist der Honigstrauch eine invasive Pflanze.

Verwendung

Die von den Blüten abgesonderten Nektartropfen werden gesammelt und als Süßmittel verwendet. Sie sind getrocknet beispielsweise als Teezusatz im Handel erhältlich.

Medizinische Verwendung

Abkochungen und Umschläge mit Blättern des Honigstrauchs werden in der südafrikanischen Volksmedizin äußerlich zur Behandlung von Rheuma, Prellungen und Wunden verwendet.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile enthalten Herzglykoside vom Bufadionelid-Typ<ref name="giftpflanzen" />.

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Kurr1833">Johann Gottlob von Kurr: Untersuchungen über die Bedeutung der Nektarien in den Blumen auf eigene Beobachtungen und Versuche gegründet, Henne Verlag, Stuttgart 1833 Online bei books.google.de., S. 71 </ref> <ref name="giftpflanzen">www.giftpflanzen.com.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Honigstrauch (Melianthus major) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien