Zum Inhalt springen

Bechlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. April 2026 um 08:35 Uhr durch imported>Der blaue Himmelsreiter (Quelle Fix).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Dorfkirche Bechlin 2016 WSW.jpg
Dorfkirche Bechlin 2016

Bechlin ist ein Wohnplatz der Stadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg.<ref name="Dienstleistungsportal"/> Bechlin war bis 1974 eine selbständige Gemeinde und wurde am 20. Mai 1974 nach Neuruppin eingegliedert.<ref name="HOV"/> Der Wohnplatz hatte am 31. Dezember 2025 383 Einwohner.<ref>Einwohner der Fontanestadt Neuruppin mit Hauptwohnsitz und Nebenwohnsitz zum Stichtag 31.12.2025. (PDF; 61 KB) Stadt Neuruppin, abgerufen am 16. April 2026.</ref>

Geographische Lage

Das ursprünglich eigenständige Dorf liegt an einer Grundmoränenplatte des letzten Eiszeitalters, von der in großem Umfang Schmelzwasser abgeflossen ist und liegt auf einer Höhe 46 m ü. NHN. Bechlin liegt ca. 1,9 Kilometer westlich von der Kernstadt Neuruppin entfernt, östlich verläuft die Bundesautobahn 24 und südlich die Bundesstraße 167.

Geschichte

Datei:Museum Pachten, SteinAxt1.jpg
Z. B. Jungsteinzeitliche Axt
Datei:Neuruppin Bechlin Dorfstraße 39 Wohnhaus eines Kleinbauern.JPG
Typisches Wohnhaus eines Kleinbauern Bechlin Dorfst. 39
Datei:Neuruppin Bechlin Dorfstraße 52 Pfarrhaus.JPG
Pfarrhaus Bechlin Dorfstr. 52

Ur- und Frühgeschichte

Schon in der Jungsteinzeit war die Gegend des heutigen Bechlin bewohnt, wie zwei Steinäxte zeigen.<ref name="zuelke" /> Ein bronzener Wendelhalsring aus der Eisenzeit wurde ebenfalls auf der Gemarkung Bechlin bei Knackhorst gefunden, der der Jastorf-Kultur angehört. In der Bechliner Mesche fand sich ein mittelslawischer Burgwall (Hünenwall), rund 1,5 Kilometer nördlich des Ortskerns. Heute ist der Wall weitgehend abgetragen, er besaß einen Durchmesser von rund 70 Meter und wurde von einem mehr als 12 Meter breiten Wassergraben umgeben.

Erstmals wird Bechlin 1291 als eine Siedlung Borkwal erwähnt und in Urkunden auch Becgelin, Bechelyn, Bechgelyhn und Bechelien benannt. Ein großes Dorf, welches in Teilen der Kirche, der Kaland Bruderschaft, den Grasen und Privatpersonen aus Neuruppin gehörte. Schon im Jahre 1456 wird ein Pfarrer Balthasar Mus für Bechlin aufgezeichnet. Im Jahre 1315 nennt man das entstandene Straßendorf Bechelin. Um 1490 gehörte Bechlin zur im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin der Grafen von Lindow-Ruppin. Durch Genehmigung der Grafen erhielt im Jahre 1502 die Pfarrkirche Neuruppin von Achim Penkow aus Bechlin und Wuthenow Erlöse (Revenüen).

Im Dreißigjährigen Krieg 1618–1648 kam es zu zwei unrühmlichen kriegerischen Vorfällen, die Kaiserliche Armee unter Führung des General Graf Matthias Gallas brannte die Pfarrei nieder und die schwedischen Soldaten hatten den verstorbenen Pfarrer ausgegraben und hinter dem Altar zur Schau gestellt.

Das Gut Bechlin kam an Hauptmann Christoph von Münchhausen, als die Vorbesitzerin Gräfin Anna Jacobine (geb. Gräfin von Stolberg und Wernigerode) im Jahre 1526 verstarb.<ref>Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. Haym, Berlin 1799, S. 221 (google.de).</ref> In der Folge kam es an die Familie Kriele und im Jahre 1637 ging es zum Erbe an Johann Arendt der es dann an die Familie Schönermark verkaufte. Der Besitz wechselte weiter an Oberamtmann Honig und danach an Christoph Friedrich Borchert, wobei eine Familie derer von Alim zu Werder auch Anteile am Dorf besaß. Im Jahre 1699 gehörten zum Bechliner Gut zwei ziegelgedeckte Häuser, eine Scheune, ein Schafstall, ein Pferdestall, ein Kuhstall, vier Ritterhufen, drei bewohnte Bauernhufen, eine wüste Bauernstelle mit Land, zwei bewohnte Kossätenhöfe, ein Baum- und ein Küchengarten mit einem Teich, ein wüster Weinberg, zwei wüste Gärten, ein Teich (Pfuhl) zum Rittersitz und mehrere Feldteiche zum Fischen. Im Jahre 1786 kam es zu einer Gemeinheitsteilung zwischen Gutsbesitzer und den Bauern.

Unter den im Jahre 1798 ansässigen Bewohnern befanden sich 8 Halbbauern (Halbhüfner), 16 Ganzbauern (Vollhüfner), 2 Halbkossäten, 10 Ganzkosätten, 30 Einlieger, 1 Schäfer, Schmidt und Schneider, 3 Leineweber und 4 Hirten. Zu dieser Zeit waren 65 Wohnungen (Feuerstellen) im Ort vorhanden und insgesamt lebten hier 106 Frauen, 83 Männer, 152 Kinder und 135 Dienstboten. Zum Gut gehörten fünf Bauern ein Kossät und zur Kirche zählte ein Kossät, die anderen unterstanden dem Amt. Der Besitz des Ackerlandes teilte sich wie folgt auf, das Gut 4 freie Hufen, das Dorf 44 Hufen und Pfarrei mit 2 Hufen. Zum Bestand an Nutztieren gehörten 103 Ochsen, 130 Schweine, 47 Jungtiere, 715 Schafe mit 210 Lämmern, 128 Pferde und 169 Kühen. Das Gut und Dorf besaßen 265 Morgen 52 Quadratruten Zinswiesen im Ort Wustrow.

Das Kirchenpatronat für die hiesige Dorfkirche hatte der König inne.<ref>Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. Haym, Berlin 1799, S. 414 bis 415 (google.de).</ref>

Für die Arbeit an der zweiten Auflage seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg besuchte Theodor Fontane im Juni 1864 Bechlin. Er skizzierte die Kirche und vermerkte die Sage um den Knief in seinem Notizbuch.<ref>Theodor Fontane: Notizbücher. Genetisch-kritische und kommentierte Edition. Hrsg. von Gabriele Radecke. 20. September 2018, abgerufen am 2. Februar 2020.</ref> Bechlin hatte allerdings nur ein kurzes Gastspiel in den Wanderungen. Denn der Ort wurde lediglich im Kapitel „Dörfer und Flecken im Lande Ruppin“ aufgenommen (Band 1, Die Grafschaft Ruppin), das Fontane in der dritten Auflage (1875) wieder herausnahm.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung in Bechlin<ref>Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. Haym, Berlin 1799, S. 414 (google.de).</ref><ref name="HOV"/>
Jahr 1766 1785 1798 1875 1890 1910 1925 1933
Einwohner 369 365 475 775 969 1003 997 1023

Historische Landwirtschaft

Aussaat und Tierbestand Bechlin im Jahre 1798<ref>Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. Haym, Berlin 1799, S. 415 (google.de).</ref>
Aussaat Weizen Roggen Gerste Hafer Erbsen Linsen Wicken Hirse Kartoffeln Leinsamen
Menge 1 Winspel 21 Scheffel 34 Scheffel 27 Winspel 21 Scheffel 11 Winspel 13 Scheffel 5 Winspel 13 Scheffel 2 Scheffel 4 Scheffel 12 Metze 8 Winspel 15 Scheffel 1 Winspel 10 Scheffel
Tierbestand Pferde Rinder Schafe Schweine Jungvieh Kälber Lämmer
Stück 128 272 715 130 43 47 210

Vereine

Sehenswürdigkeiten

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Sagen

Weblinks

Commons: Bechlin (Neuruppin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="zuelke">Vorlage:Landschaften in Deutschland</ref> <ref name="Dienstleistungsportal"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Stadt Neuruppin (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. April 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/service.brandenburg.de</ref> <ref name="HOV">Beitrag zur Statistik Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 19.15 Landkreis Ostprignitz-Ruppin PDF</ref> </references>

Koordinaten: 52° 54′ 59″ N, 12° 45′ 55″ O

 {{#coordinates:52,916329418658|12,765169143677|primary
   |dim=500
   |globe=
   |name=
   |region=DE-BB
   |type=city
  }}

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Ortsteile: Alt Ruppin | Buskow | Gnewikow | Gühlen-Glienicke | Karwe | Krangen | Lichtenberg | Molchow | Nietwerder | Radensleben | Stöffin | Wulkow | Wuthenow

Gemeindeteile: Binenwalde | Boltenmühle | Kunsterspring | Neuglienicke | Pabstthum | Radehorst | Rheinsberg-Glienicke | Seehof | Steinberge | Stendenitz | Zermützel | Zippelsförde

Wohnplätze: Alte Schäferei | Ausbau Nietwerder | Ausbau Wulkow | Bechlin | Birkenhof | Bürgerwendemark | Bütow | Dietershof | Fristow | Gentzrode | Gildenhall | Heidehaus | Hermannshof | Lietze | Musikersiedlung | Neumühle | Quäste | Rägelsdorf | Roofwinkel | Rottstiel | Stöffiner Berg | Tornow | Treskow

Vorlage:Klappleiste/Ende