Franz Wohlfahrt (Manager)
Franz Wohlfahrt (* 1959 in Klagenfurt am Wörthersee) ist ein österreichischer Manager, der von 2004 bis 2014 Generaldirektor des Glücksspielkonzerns Novomatic war. Außerdem ist er Vizepräsident des österreichischen Tennisverbandes, zuständig für den Bereich Breitensport.
Leben
Wohlfahrt wuchs in Velden am Wörthersee auf und studierte in weiterer Folge von 1978 bis 1983 an der Universität Wien Rechtswissenschaften.<ref name="IMGL">Franz Wohlfahrt: Affiliated – Counsel. International Masters of Gaming Law (IMGL), archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Februar 2015; abgerufen am 18. Juli 2012 (englisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums, Absolvierung des Gerichtsjahres und abgelegter Anwaltsprüfung, gründete er 1988<ref>Dr. Ernst Brunner. Rechtsanwalt Dr. Ernst Brunner, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Oktober 2013; abgerufen am 18. Juli 2012.</ref> gemeinsam mit Ernst Brunner die Anwaltskanzlei Brunner & Wohlfahrt, mit dem Spezialgebiet Glücksspielrecht.<ref name="WRZeitung">Zur Person. Wiener Zeitung, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref>
Von 1996 bis 1998 folgte dann der Abschluss des EURO-JUS Dual Degree Programms der Universität für Weiterbildung Krems<ref name="IMGL" /> mit Spezialisierung im Europäischen Wirtschaftsrecht und Ausbildung im Bereich General Management.<ref>AbsolventInnen der EURO-JUS Studienprogramme. (PDF; 104 kB) Universität für Weiterbildung Krems, 29. November 2011, S. 22, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Februar 2015; abgerufen am 13. Juli 2012.</ref>
Über mehrere Jahre hinweg war Wohlfahrt Unternehmensanwalt des Glücksspielkonzerns Novomatic, ehe er 2004 von Novomatic-Eigentümer Johann Graf als Nachfolger von Johannes Hahn zum Generaldirektor bestellt wurde.<ref name="WRZeitung" /> Unter seiner Führung konnte der Umsatz des Unternehmens von 470,8 Mio. Euro (2004),<ref>Jahresbericht 2006. (PDF; 2,8 MB) Novomatic, 31. Dezember 2006, S. 7, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. April 2014; abgerufen am 13. Juli 2012 (englisch).</ref> auf 1,387 Mrd. Euro (2011)<ref>Jahresbericht 2011. (PDF; 8,7 MB) Novomatic, 31. Dezember 2011, S. 6, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Februar 2015; abgerufen am 13. Juli 2012 (englisch).</ref> um beinahe 300 Prozent gesteigert werden.
2009 wurde Wohlfahrt von der International Masters of Gaming Law (IMGL) als erster Europäer zum „Gaming Executive of the Year“ gewählt.<ref>President's Message. International Masters of Gaming Law (IMGL), 1. Oktober 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2014; abgerufen am 18. Juli 2012 (englisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Franz Wohlfahrt ist außerdem Funktionär bei der Österreichischen Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung und dem Vienna Economic Forum<ref>CURRICULUM VITAE: Dr. Franz Wohlfahrt. (PDF; 54 kB) Novomatic, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Februar 2015; abgerufen am 13. Juli 2012.</ref> beziehungsweise Mitglied von IAGA (International Association of Gaming Attorneys) und IMGL (International Masters of Gaming Law).<ref>Dr. Franz Wohlfahrt. Vienna Economic Forum, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. September 2012; abgerufen am 13. Juli 2012.</ref> Wohlfahrt ist Vorstandsmitglied im Friedrich A. v. Hayek Institut.
Privatleben
Franz Wohlfahrt beherrscht seit Kindertagen das Akkordeonspiel, mit welchem er sich als Musiker bei Festen teilweise sein Studium finanzierte. Weitere Hobbys sind Schach spielen, Kochen und Pilze sammeln.<ref>Gebratene Schwammerl als Glücksspiel. orf.at, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref>
Öffentliche Kontroversen
Novomatic-Affäre
2010 kam Novomatic und Franz Wohlfahrt als ihr Generaldirektor durch den Vorwurf des Gesetzeskaufes ins Blickfeld der Öffentlichkeit (Anzeige von Grünen-Abgeordneten Peter Pilz).<ref>Pilz: Anzeige gegen Grasser, Meischberger, Novomatic. In: Die Presse. 11. Mai 2010, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref> Novomatic soll 2006 gemeinsam mit der Telekom Austria die Lobbyisten Walter Meischberger und Peter Hochegger bezahlt haben, um gemeinsam mit deren Freund und damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser die Aufweichung des Glücksspielmonopols der Casinos Austria im Parlament durchzubringen. Ab 2012 befassten sich auch die Ermittlungen des vom österreichischen Parlament eingesetzten Untersuchungsausschusses zur Klärung von Korruptionsvorwürfen mit der sogenannten Novomatic-Affäre. Dort bestätigte Wohlfahrt zwar, dass er mit Meischberger und Hochegger Beratungsverhältnisse unterhielt, bekräftigte aber immer wieder, dass diese nur Marketingkonzepte für Admiral und Novomatic erstellten sowie Beratungstätigen in der Firmen-Vorgehensweise zur Gesetzesänderung beim Glücksspielmonopol leisteten.<ref name="NEWS">Novomatic verteidigt Vorgehen. In: News. 11. Juli 2012, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref> Die Novellierung des Gesetzes ist deshalb geplatzt, da das BZÖ unerwartet bei der entscheidenden Finanzausschusssitzung am 5. Juli 2006 dagegen stimmte. Diese plötzliche Umentscheidung soll unmittelbar mit einem Auftrag zu einer Studie in der Höhe von 300.000 an die BZÖ-Werbeagentur Orange durch die Casinos Austria zusammenhängen, welche selbst durch die Novellierung benachteiligt worden wären.<ref>Peter Pilz: WIE DAS BZÖ VON DEN CASINOS GEKAUFT WURDE. 26. Juni 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juni 2012; abgerufen am 18. Juli 2012. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Für Wohlfahrt stellte das Verhalten seiner Firma aber nichts Ungewöhnliches dar, er unterstrich in seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuss sogar, dass die guten Kontakte Meischbergers zu Finanzminister Grasser für dessen Engagierung gesprochen hatte.<ref>Stickler: Lotterien waren in ihrer Existenz bedroht. In: Der Standard. 11. Juli 2012, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref>
Peter Hochegger sagte wiederum in seiner Einvernahme beim Untersuchungsausschuss aus, dass er sich durchaus vorstellen könnte, dass der Gesetzesentwurf zur Aufweichung des Glücksspielmonopols von Wohlfahrt selbst stammte.<ref>Thomas Jäkle: Hochegger: "Es war die größte Dummheit, die ich in meinem Leben gemacht habe". In: Wirtschaftsblatt. 10. Juli 2012, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. Juli 2012. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wohlfahrt, Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Jurist und Manager |
| GEBURTSDATUM | 1959 |
| GEBURTSORT | Klagenfurt, Österreich |
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