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Liebliche Weigelie

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Liebliche Weigelie
Datei:Weigela florida 03.JPG

Liebliche Weigelie (Weigela florida)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Diervilloideae
Gattung: Weigelien (Weigela)
Art: Liebliche Weigelie
Wissenschaftlicher Name
Weigela florida
(Bunge) A.DC.

Die Liebliche Weigelie<ref name="FdG" /><ref name="Fitschen2007" /> (Weigela florida) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Weigelien (Weigela) innerhalb der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in China, Korea und Japan. Sie wird sehr häufig als Zierstrauch verwendet.

Beschreibung

Datei:Weigela florida BG Tallinn.jpg
Zweig mit Blütenständen
Datei:Weigela florida002.JPG
Blüten

Vegetative Merkmale

Die Liebliche Weigelie ist ein laubabwerfender, aufrechter Strauch, der Wuchshöhen von 1 bis 3,<ref name="FoC2011" /> selten auch 4 Metern erreicht. Die Borke ist grau. Junge Zweige haben zwei Streifen mit kurzen, feinen Trichomen entlang der Internodien.<ref name="FoC2011" /> Die Winterknospen sind spitz mit drei bis vier Schuppen bedeckt und häufig glatt.<ref name="FoC2011" />

Die gegenständigen Laubblätter sind sitzend bis kurz bis zu 3 Millimeter lang gestielt.<ref name="FoC2011" /> Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 10 Zentimetern eiförmig bis verkehrt-eiförmig-elliptisch oder elliptisch, lanzettlich mit spitzem bis zugespitztem oberen Ende, mit spitzer, keilförmiger bis gerundeter Basis und gesägtem bis gekerbtem Rand. Die Blattoberseite ist spärlich und entlang der Blattadern dichter behaart. Die Blattunterseite ist dicht flaumig bis filzig behaart und verkahlend.<ref name="FdG" /><ref name="FoC2011" />

Generative Merkmale

Die Blüten befinden sich meist aufrecht einzeln oder zu dritt bis viert in achselständigen zymösen Blütenständen. Die Blütenstandsschäfte und die Blütenstiele sind kahl bis rau behaart.<ref name="FoC2011" />

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der leicht behaarte Blütenbecher ist bei einer Länge von 1 bis 1,5 Zentimeter stielartig. Die fünf Kelchblätter sind 1 bis 1,3, manchmal bis zu Zentimeter lang und bis zur Hälfte ihrer Länge verwachsen. Die Kelchröhre ist schmal-zylindrisch und spärlich flaumig behaart.<ref name="FoC2011" /> Die fünf bei einer Länge von etwa 1 Zentimeter kurzen, ungleichen<ref name="FoC2011" /> Kelchzipfel sind eiförmig bis -lanzettlich oder breit-dreieckig. Die Blütenkrone ist trichterförmig-glockig, 3 bis 4 Zentimeter lang, etwa 2 Zentimeter breit, rosafarben bis dunkelrosafarben und außen spärlich flaumig behaart.<ref name="FoC2011" /> Die innen leicht behaarte Kronröhre ist im unteren Bereich schmal und weitet sich dann, die kurzen, dachigen Kronzipfel sind ausgebreitet, innen rötlich und leicht ungleich.<ref name="FoC2011" /> Die freien Staubblätter oben in der Kronröhre inseriert sind kürzer als die Blütenkrone, die Staubbeutel sind gelb.<ref name="FoC2011" /> Der unterständige und zweikammerige Fruchtknoten besitzt im oberen Bereich eine gelb-grüne Drüse (Nektarium).<ref name="FoC2011" /> Der langen, schlanken Griffel überragt die Blütenkrone nicht und endet in eine breiten, schildförmigen, zweilappigen Narbe.

Die relativ kleine Kapselfrucht ist bei einer Länge von 1,5 bis 2,5 Zentimetern schmal, zylindrisch, spärlich behaart, holzig mit einem kurzen Schnabel; sie öffnet sich septizid und enthält viele Samen. Die kleinen Samen haben fast keinen Flügel.<ref name="FdG" /><ref name="FoC2011" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=36.<ref name="FoC2011" />

Phänologie

Die Blütezeit reicht von April bis August. Die Früchte reifen im Oktober.<ref name="FdG" /><ref name="FoC2011" />

Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in den chinesischen Provinzen Heilongjiang, Henan, im nördlichen Jiangsu, in Jilin, Liaoning, Shaanxi, im nördlichen Shandong, in Shanxi und in der Inneren Mongolei,<ref name="FoC2011" /> in Japan nur auf Kyushu und auf der Koreanischen Halbinsel.<ref name="GRIN" /> Sie hat vielleicht auch ursprüngliche Vorkommen in Russlands Fernem Osten.

Die Liebliche Weigelie wächst in China in Mischwäldern und Dickichten in Höhenlagen von 100 bis 1500 Metern auf frischen bis feuchten, schwach sauren bis alkalischen, nährstoffreichen Böden an sonnigen bis lichtschattigen Standorten.<ref name="FoC2011" /> Die Liebliche Weigelie ist frosthart und wird der Winterhärtezone 5b zugeordnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von −26,0 bis −23,4 °C (−15 bis −10 °F).<ref name="FdG" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung erfolge 1833 unter dem Namen (Basionym) Calysphyrum floridum durch Alexander von Bunge in Enumeratio Plantarum, quas in China Boreali Collegit Dr. A.L. Bunge, Seite 33.<ref name="FoC2011" /><ref name="GRIN" /> Die Neukombination zu Weigela florida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bunge) A.DC. wurde 1839 durch Alphonse Pyrame de Candolle in Annales des sciences naturelles, Botanique, Serie 2, Band 11, Seite 241 veröffentlicht.<ref name="GRIN" /> Weitere Synonyme für Weigela florida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bunge) A.DC. sind: Weigela rosea <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl.,<ref name="FdG" /> Diervilla florida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bunge) Siebold & Zucc.<ref name="GRIN" /> Diervilla praecox <templatestyles src="Person/styles.css" />Lemoine, Diervilla rosea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lindl.) Walpers, Weigela florida var. praecox <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lemoine) Y.C.Chu, Weigela pauciflora <templatestyles src="Person/styles.css" />A.DC.<ref name="FoC2011" /> Das Artepitheton florida stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „reichblühend“.<ref name="Genaust2005" />

Datei:Weigela florida 'Candida' kz02.jpg
Zweig mit Laubblättern und Blüten der Sorte ‘Candida’
Datei:Weigela florida a1.jpg
Laubblätter der Sorte ‘Variegata’

Verwendung

Die Liebliche Weigelie wird sehr häufig wegen der dekorativen Blüten als Zierstrauch verwendet.<ref name="FdG" />

Es gibt mehrere Sorten – darunter:

  • ‘Alba’ mit weißen Blüten<ref name="Fitschen2007" />
  • ‘Foliis Purpureis’ oder ‘Purpurea’ mit purpur-rosafarbenen Blüten und tief braun-roten Blättern
  • ‘Ruby Queen’ mit rosaroten Blüten mit hellen Staubblättern und tief dunkel-roten bis braun-roten Blättern
  • ‘Suzanne’ mit hell-rosafarbenen Blüten und frischgrünen und schmal und cremeweiß gesäumten Blättern
  • ‘Variegata’ mit tief-rosafarbenen Blüten und grünen, gelblich weiß gesäumten Blättern
  • ‘Victoria’ mit purpurroten, innen purpur-rosafarbenen und klein gelb gefleckten Blüten und bronzefarbenen bis purpur-braunen, lange haftenden Blättern<ref name="FdG" />

Quellen

Literatur

  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 683.
  • Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 872.
  • Peter Sell, Gina Murrell: Flora of Great Britain and Ireland. Volume 4, Cambridge University Press, 2006, ISBN 0-521-55338-5, S. 43.
  • Marilena Idžojtić: Dendrology. Academic Press, 2019, ISBN 978-0-12-819644-1, S. 732.
  • Qiner Yang, Fred R. Barrie, Charles D. Bell: Diervillaceae. In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Hong Deyuan: Flora of China, Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Luis, 9. März 2011, ISBN 978-1-930723-99-3. Weigela florida, S. 615 - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FdG"> Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 683. </ref> <ref name="Fitschen2007"> Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 872. </ref> <ref name="FoC2011"> Qiner Yang, Fred R. Barrie, Charles D. Bell: Diervillaceae. In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Hong Deyuan: Flora of China, Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Luis, 9. März 2011, ISBN 978-1-930723-99-3. Weigela florida, S. 615 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Genaust2005"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996). S. 252. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Liebliche Weigelie (Weigela florida) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien