Kepler-16b
<templatestyles src="Infobox Exoplanet/styles.css" />
| Exoplanet Kepler-16b | |
| Kepler-16.jpg | |
| Künstlerische Darstellung des Kepler-16-Systems mit Kepler-16b (schwarz; im Vordergrund) | |
| Vorlage:Sternkarte | |
| Sternbild | Schwan |
| Position Äquinoktium: J2000.0 | |
|---|---|
| Rektaszension | Vorlage:RektaszensionEasy |
| Deklination | Vorlage:DeklinationEasy |
| Orbitdaten | |
| Zentralstern | Kepler-16(AB) |
| Große Halbachse | 0,7048 ± 0,0013 AE |
| Exzentrizität | 0,0069 +0,0010−0,0015 |
| Umlaufdauer | 229 Tage |
| Weitere Daten | |
| Durchmesser | 0,7538 RJ |
| Masse | 0.333 ± 0.015 MJ |
| Inklination | (90,0322 ± 0,0023)° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | (0,003 ± 0,0013)° |
| Argument der Periapsis | (318 + 10- 22)° |
| Geschichte | |
| Entdeckung | Kepler-Mission |
| Datum der Entdeckung | 15. September 2011 |
Kepler-16b (ehemals Kepler-16 (AB)-b) ist ein zirkumbinärer Planet. Er ist ein Saturn-Masse-Planet, der je zur Hälfte aus Gas und Stein besteht<ref name=scienceNews>Nadia Drake: On Kepler-16b, shadows come in pairs. In: Science News. Society for Science & the Public, 15. September 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Oktober 2012; abgerufen am 16. September 2011.</ref>. Er umkreist den Doppelstern Kepler-16 mit einer Periode von 229 Tagen. „Kepler-16b ist das erste unzweifelhaft bestätigte Beispiel (…) eines Planeten, der nicht einen, sondern zwei Sterne umkreist“, so Josh Carter des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und Mitglied des Entdeckungsteams.<ref>From Star Wars to science fact: Tatooine-like planet discovered. In: The Smithsonian Institution. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2011; abgerufen am 24. September 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Entdeckung und Beobachtung
Der Planet wurde mithilfe des Weltraumteleskopes Kepler der NASA im September 2011 entdeckt.<ref name="laTimes">Scott Gold: Scientists find planet orbiting two suns like in 'Star Wars'. In: Los Angeles Times. 16. September 2011, abgerufen am 16. September 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wissenschaftlern war es gelungen, den Planeten mit der Transitmethode zu entdecken, nachdem sie beobachteten, dass einer der Sterne des Systems sich verdunkelte, ohne dass der andere ihn passierte.<ref name="laTimes" /> Außerdem erlaubte die genaue Aufzeichnung aller Verdunklungen und Durchgänge des Planeten und der Sterne des Systems eine ungewöhnlich genaue Berechnung der Größen und Massen der Objekte im Kepler-16-System.<ref name="nyTimes">Dennis Overbye: NASA Detects Planet Dancing With a Pair of Stars. In: The New York Times. 15. September 2011, abgerufen am 16. September 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Laurance Doyle, der Leiter des Forschungsteams, das den Planeten entdeckte, sagte über diese Genauigkeit: „Ich glaube, dies ist der am besten vermessene Planet außerhalb des Sonnensystems.“<ref name="nyTimes" /> Zum Beispiel kann der Radius des Planeten bis auf 0,3 % bestimmt werden, genauer als bei irgendeinem anderen Exoplaneten [Stand September 2011].<ref name="planetradius">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Kepler-16b ist außerdem interessant, weil der Radius seiner Umlaufbahn kleiner ist als die vermutete Grenze für Planetenbildung in binären Systemen.<ref name="nyTimes" /> Nach Sara Seager, einer Planetenexpertin am Massachusetts Institute of Technology, ging man bislang davon aus, dass ein Planet in einem Doppelsternsystem eine stetige Kreisbahn halten könne, wenn dieser mindestens siebenmal so weit von den Sternen entfernt sei, wie die Sterne untereinander voneinander entfernt sind.<ref name="nyTimes" />
Von der Erde aus gesehen passiert der Planet den ersten Stern seit 2014 nicht mehr. Er wird noch bis 2018 den zweiten, helleren Stern kreuzen, danach wird der Planet mit der Transitmethode bis etwa 2042 nicht mehr zu entdecken sein.<ref name="nyTimes" />
Der Planet kreist am äußersten Rand der habitablen Zone, ist jedoch wahrscheinlich ein Gas-Gigant mit einer Oberflächentemperatur zwischen −100 °C und −70 °C.<ref>Abel Mendez: Exoplanets Continuously Within the Habitable Zone – Planetary Habitability Laboratory @ UPR Arecibo. In: sites.google.com. 21. Oktober 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Oktober 2020; abgerufen am 26. Januar 2015.</ref>
Name
In dem Bekanntmachungsschreiben schrieb das Team: „Dem Grundsatz Ref. 22<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> folgend, können wir den dritten Körper als Kepler 16 (AB)-b, oder einfach ‚b‘ bezeichnen, sofern keine Mehrdeutigkeit besteht.“<ref>Laurance R. Doyle, Joshua A. Carter, Daniel C. Fabrycky, Robert W. Slawson, Steve B. Howell: Kepler-16: A Transiting Circumbinary Planet. In: Science. Band 333, Nr. 6049, 16. September 2011, ISSN 0036-8075, S. 1602–1606, doi:10.1126/science.1210923, PMID 21921192 (sciencemag.org [abgerufen am 4. August 2016]).</ref> In der SIMBAD-Datenbank wird er als Kepler-16(AB)-b gelistet<ref>Object query: Kepler-16b on the online SIMBAD Astronomical database [1]</ref>, in der Extrasolar Planets Encyclopaedia ist er als Kepler-16(AB) b eingetragen.<ref>Jean Schneider: Notes for Planet Kepler-16 (AB) b. In: Extrasolar Planets Encyclopaedia. 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Oktober 2011; abgerufen am 23. September 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das Smithsonian Center hat vom Kepler-16b informell als „Tatooine“ gesprochen, eine Referenz zu dem fiktiven Planeten aus der Star-Wars-Reihe, welcher zwei Sonnen umkreist.<ref name="nyTimes" /> „Wieder und wieder sehen wir, dass in der Wissenschaft etwas merkwürdiger und sonderbarer ist als Fiktion“, so John Knoll, der bei einigen der Filme an den Spezialeffekten gearbeitet hat.<ref name="nyTimes" />
Potenzielle Bewohnbarkeit
Die habitable Zone des Kepler-16 Systems befindet sich in einer Entfernung von etwa 55 bis 106 Millionen Kilometern vom Doppelstern Kepler-16(AB). Mit einem Bahnradius von rund 104 Millionen Kilometern liegt Kepler-16b knapp am äußeren Rand dieser bewohnbaren Zone. Obwohl die Chancen, auf dem Gasgiganten selbst Leben zu finden, gering sind, haben Simulationen, durchgeführt von Forschern der University of Texas, gezeigt, dass eventuell irgendwann in der Geschichte des Systems ein Planet von Erdgröße durch Störungen anderer Körper aus dem Zentrum der habitablen Zone getrieben worden sein könnte, so dass Kepler-16b ihn als Mond einfangen konnte.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: National Geographic, 9. Januar 2012 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Außerdem haben die Forscher die Möglichkeit erwogen, dass ein weiter entfernter, bewohnbarer Planet in etwa 140 Millionen Kilometern Entfernung den Doppelstern umkreisen könnte, der die Temperatur, die benötigt wird, um Wasser flüssig zu halten, durch eine dichte Mischung aus Treibhausgasen, wie Kohlenstoffdioxid und Methan, erreicht.
Weblinks
- Kepler-16 (AB) at The Extrasolar Planets Encyclopaedia
- scinexx.de: Astronomen entdecken Exoplanet mit zwei Sonnen 16. September 2011
Einzelnachweise
<references />