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Jarvis Walker

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Basketballspieler
Basketballspieler
Jarvis Walker
Spielerinformationen
Voller Name Jarvis Dale Walker
Geburtstag 30. August 1966 (59 Jahre und 271 Tage)
Geburtsort Detroit, Vereinigte Staaten
Größe 186 cm
Position Point Guard
College Ferris State
Vereine als Aktiver
1985–1989 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ferris State Bulldogs
1990–1999 DeutschlandDeutschland SSV Ratiopharm Ulm
2000–2001 DeutschlandDeutschland SSV Ratiopharm Ulm

Jarvis Walker (* 30. August 1966 in Detroit, Michigan) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Basketballspieler. Walker spielte als Profi zehn Spielzeiten für den deutschen Erstligisten SSV Ratiopharm Ulm, mit dem er 1996 Deutscher Pokalsieger und 1998 Vizemeister wurde. Er war in der Bundesliga-Saison 1992/93 bester Korbschütze der Liga und erzielte im Laufe seiner Zeit in der höchsten deutschen Spielklasse insgesamt 6582 Punkte, damit lag er zum Zeitpunkt seines Abschieds aus Deutschland auf dem zweiten Platz in der ewigen Korbjägerliste der Bundesliga.<ref name=":02">Die 200 besten Korbjäger der Bundesliga seit 1975. In: Basketball Bundesliga GmbH (Hrsg.): 50 Jahre Basketball Bundesliga. Köln, ISBN 978-3-7307-0242-0, S. 212.</ref>

Karriere

College

Nach der High School in Dearborn Heights spielte Walker ab 1985 während seines Studiums an der Ferris State University für die hochschuleigene Mannschaft „Bulldogs“ in der „Great Lakes Intercollegiate Athletic Conference“ der NCAA. Mit den Bulldogs gewann Walker drei Meisterschaften dieser Conference, die als Mitglied der zweiten Division nicht auf höchstem Niveau in der NCAA angesiedelt ist. Er führte die Mannschaft einmal bis ins Viertelfinale der landesweiten Endrunde.<ref name="Hall_of_Fame" /> Walker lag am Ende seiner Hochschulzeit in wichtigen Statistiken wie erzielten Punkten, Rebounds, Assists und Steals unter den besten zehn Spielern in der ewigen Bestenliste der Ferris State University.<ref>Men’s Basketball Individual Career Leaders. (PDF; 92 kB) Ferris State University, abgerufen am 10. Juni 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Für seine sportlichen Leistungen wurde er 2004 in die „Athletics Hall of Fame“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) seiner Hochschule aufgenommen.<ref name="Hall_of_Fame" />

Basketball-Bundesliga

1990 wechselte Walker als Profi zum SSV Ulm 1846, dessen Basketballmannschaft später aus Gründen des Sponsorings die Firma Ratiopharm mit in ihren Namen aufnahm, in die Bundesliga. Walker avancierte wegen seiner leidenschaftlichen Spielweise bald zu einem der Ulmer Publikumslieblinge. Ihn zeichneten Schnelligkeit, ein sicherer Wurf, eine gute Verteidigung sowie eine dynamische und aggressive Spielweise aus.<ref>Von Bourgain bis Walker. In: Deutscher Basketball Bund e.V. (Hrsg.): Sonderheft s.Oliver BBL Saison 2000/2001. DSV Deutscher Sportverlag GmbH, Köln 2000, S. 40.</ref> Nach dem Erlangen des Titels als bester Bundesliga-Korbschütze in der Saison 1992/93 unterschrieb Walker einen Vierjahresvertrag bei den Ulmern,<ref>Jarvis Walker Internationales Sportarchiv 21/1996, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 10. Juni 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> was damals eine ungewöhnlich lange Laufzeit bedeute, da einerseits der Verein wegen der Verletzungsgefahren der Spieler und andererseits die Spieler wegen der Option auf einen höher dotierten Vertrag in der NBA oder einer lukrativen südeuropäischen Liga eine kürzere Laufzeit bevorzugten. Nachdem man 1994 und 1995 das Pokalfinale verloren hatte, zog man 1996 erneut in das Endspiel ein, wo man erfolgreich Revanche für eine Ein-Punkt-Niederlage aus dem Vorjahr gegen Serienmeister Bayer Leverkusen nahm, den man nun seinerseits mit einem Punkt Unterschied besiegte und erstmals einen nationalen Titel gewann.

In der Bundesliga-Spielzeit 1996/97 verpasste die Ulmer Mannschaft erstmals nach mehreren Jahren den Einzug in die Play-offs um die deutsche Meisterschaft und konnte auch ihren Pokaltitel nicht verteidigen. Dafür stieß man in der folgenden Spielzeit erneut unter die besten vier Mannschaften im DBB-Pokal, schied jedoch im Halbfinale aus. Als Siebtplatzierter der Hauptrunde hatte man in den Play-offs der Bundesliga-Spielzeit 1997/98 einen erstaunlichen Lauf, als man nacheinander gegen die wegen ihrer Anfangsbuchstaben als „B-Teams“<ref name="Herzen" /> bezeichneten Vereine aus Bonn, Bamberg und Berlin spielte und in die Finalserie einzog. In der Endspielserie gegen Titelverteidiger Alba Berlin blieb man gegen die bestimmende Mannschaft der Liga jedoch sieglos. Nach der Vizemeisterschaft verlief die folgende Spielzeit 1998/99 jedoch sportlich enttäuschend, als man die Hauptrunde als Tabellenzehnter beendete. Dagegen erreichte man in einem Europapokalwettbewerb erstmals ein Achtelfinale, wo man im Saporta Cup 1999 gegen den türkischen Verein Tofaş SK Bursa ausschied, der eine Runde zuvor bereits den deutschen Vertreter Herzogtel Trier besiegt hatte. Walker verließ im Anschluss zunächst die Ulmer Spatzen.

In der Bundesliga-Saison 1999/2000 strauchelte die Ulmer Mannschaft ohne Walker sportlich und beendete die Saison auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die Klasse konnte nur durch die nicht erfolgte Lizenzerteilung für Aufsteiger Falke Nürnberg gehalten werden. Daraufhin holten die Ulmer Walker für die Bundesliga-Saison 2000/01 zurück. Doch auch mit Walker missriet die Spielzeit. Im November 2000 wurde Walker nach der Trennung von Charles Brigham zwischenzeitlich Ulmer Spielertrainer.<ref>s.Oliver BBL: Brandt Hagen und der Mitteldeutsche BC kämpfen um einen Playoff-Platz - "Lauschangriff" auf Head Coach Bauermann / Samstag "ran - SAT.1-BASKETBALL" ab 18.00 Uhr. In: presseportal.de. 23. Februar 2001, abgerufen am 25. Januar 2022.</ref> Ab Februar 2001 sprang Walker wieder als solcher ein, da sich der Verein nach kurzer Zusammenarbeit auch von Richard Lien getrennt hatte.<ref>Was alles nicht fehlt. In: Die Tageszeitung. 22. Februar 2002, abgerufen am 25. Januar 2022.</ref> Am Saisonende stieg man nach nur sechs Siegen in 26 Spielen als Tabellenletzter ab. Walker wurde als „Ulmer Denkmal“ bezeichnet.<ref>Stefan Kümmritz: Denkmal Walker zurückgeholt. In: Deutscher Basketball Bund e.V. (Hrsg.): Sonderheft s.Oliver BBL Saison 2000/2001. DSV Deutscher Sportverlag GmbH, Köln 2000, S. 41.</ref>

Nach seinem Karriereende als Sportler kehrte Walker, dessen Frau Danielle wie er Basketball an der Ferris State University spielte,<ref>Ferris State hires women’s basketball assistant with familial Hall of Fame ties to school. In: mlive.com. 13. August 2020, abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> mit seiner Familie in seine Heimat zurück und wurde in Muskegon sesshaft, wo der gelernte Sozialarbeiter in einer Chemiefabrik arbeitet.<ref>Von Freundschaften und Erinnerungen. Augsburger Allgemeine, 24. Oktober 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Juli 2024; abgerufen am 23. März 2026.</ref> Seine beiden Töchter spielten Basketball an der Western Michigan University und sein Sohn Jarvis II an der Purdue University Fort Wayne<ref>Muskegon’s basketball-playing Walker family tries to settle ‘who’s best’ debate. In: mlive.com. 15. November 2019, abgerufen am 23. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> sowie später an der University of Indianapolis.<ref>Jarvis Walker - Men's Basketball. In: University of Indianapolis. Abgerufen am 5. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Herzen"> Klaus Vestewig: Ulm hat einen Platz in meinem Herzen. Südwest Presse, 14. Mai 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. August 2009; abgerufen am 23. März 2026 (Interview mit Walker). </ref> <ref name="Hall_of_Fame"> Bulldogs Hall of Fame / Jarvis Walker – Basketball, 1985-89. Ferris State University, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Dezember 2004; abgerufen am 23. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Eintrag in der Sportler-Ruhmeshalle der Ferris State Bulldogs). </ref> </references>