Zum Inhalt springen

Latumer Bruch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. Juli 2025 um 21:16 Uhr durch imported>L. aus W. (+kat).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Latumer Bruch

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Datei:NSG Latumer Bruch (8).JPG
Grünland östlich des Latumer Bruches

Grünland östlich des Latumer Bruches

Lage Wappen Krefeld
Nordrhein-WestfalenDatei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg Nordrhein-Westfalen
DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Fläche 185,22 ha
Kennung KR-001
WDPA-ID 164382
Natura-2000-ID DE4605301
Geographische Lage 51° 19′ N, 6° 39′ OKoordinaten: 51° 18′ 59″ N, 6° 39′ 19″ O
 {{#coordinates:51,316505|6,655397|primary
dim= globe= name=Latumer Bruch region=DE-NW type=forest
  }}
Latumer Bruch (Nordrhein-Westfalen)
Latumer Bruch (Nordrhein-Westfalen)
Einrichtungsdatum 1982<ref name="NSG" />
Verwaltung Untere Landschaftsbehörde der Stadt Krefeld<ref name="Faltblatt" />

Der Latumer Bruch, lokal auch Lohbruch genannt, ist ein Bruchwald- und Feuchtgebiet im Südosten der Stadt Krefeld, welches unter gleichem Namen das zweitgrößte Naturschutzgebiet der Stadt bildet (Nr. KR-001).<ref name="NSG" /><ref name="Krefeld" />

Der Bruch liegt am südlichen Rand des Krefelder Stadtteils Linn. Im Nordwesten grenzt das Gebiet an Oppum, im Nordosten an Gellep-Stratum, im Südwesten und Südosten liegen die Meerbuscher Stadtteile Ossum-Bösinghoven und Lank-Latum. Benannt ist der Latumer Bruch nach dem Haus Latum, einem Gutshof am Ortsrand von Lank-Latum, zu dessen Ländereien das Gebiet historisch gehörte.

Schutzgebiet

Datei:NSG Latumer Bruch (6).JPG
Informationstafel

Seit 1982 steht der Latumer Bruch mit seinen Bruch- und Auwäldern, wechselfeuchten Gräben, Tümpeln und naturnahem Grünland unter Naturschutz.<ref name="NSG" /><ref name="Faltblatt" /> Zum Naturschutzgebiet zählen neben dem eigentlichen Latumer Bruch (auch Lohbruch) auch das kleinere Waldstück Der tolle Bend,<ref name="Faltblatt" /> die wilden Uferstreifen entlang des Stratumer Buschgrabens und des Lohbruchgrabens sowie einige extensiv landwirtschaftlich genutzte Wiesen und Äcker.<ref name="Krefeld" /><ref name="Faltblatt" />

Der Latumer Bruch liegt mit dem Buersbach und dem Linner Mühlenbach im Bereich von zwei Altstromrinnen im Urstromtal des mäandrierenden Rheines (am Niederrhein Kendel genannt) und ist deshalb zusammen mit den angrenzenden Donken als Landschaftsbereich auch erdgeschichtlich und landeskundlich von Interesse.<ref name="WRRL" /><ref name="BSN" /><ref name="Faltblatt" /> Wenn der Rhein Hochwasser führt, füllen sich die Rinnen mit hochdrückendem Grundwasser, das nicht abfließen kann. Die Rinnen dienen so als natürliche Wasserrückhalteräume auch dem Hochwasserschutz.<ref name="Faltblatt" />

Zusammen mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet Die Buersbach, dem Burg- und Stadtgrabensystem der Burg und Altstadt Linn, dem Greiffenhorstpark mit dem Linner Mühlengraben, dem Trinkwassergewinnungsgebiet Elt und dem Römersee bildet das NSG Latumer Bruch ein fast 300 ha großes Natura-2000-/FFH-Gebiet (Nr. DE-4605-301: Latumer Bruch mit Buersbach, Stadtgraeben und Wasserwerk).<ref name="N2000" /><ref name="WRRL" /> Weiterhin ist das Naturschutzgebiet eingebunden in den Biotopverbund Krefelder Süden.<ref>Biotopverbund Krefelder Süden mit Stadtpark Fischeln. Stadt Krefeld, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Mai 2012; abgerufen am 11. Juni 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.krefeld.de</ref>

Fachlich betreut wird das Gebiet von der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Krefeld,<ref name="Faltblatt" /> sowie von einem ehrenamtlichen Landschaftswächter<ref>Dietmar Vogel, der Hüter von Flora und Fauna. Onlineausgabe Westdeutsche Zeitung (wz newsline), 1. September 2008, abgerufen am 11. Juni 2012.</ref> und vom Naturschutzbund Deutschland (NABU)<ref>Pflegeaktion im Latumer Bruch. NABU, Bezirksverband Krefeld/Viersen, 7. November 2011, abgerufen am 11. Juni 2012.</ref><ref name="RP Storch">Storch soll heimisch werden. 28. Februar 2011, abgerufen am 11. Juni 2012.</ref>.

Tier- und Pflanzenwelt

Der Bewuchs besteht in den sumpfigen Bereichen aus feuchteliebenden Bäumen und Sträuchern, insbesondere Erlen-, Pappel- und Weidenbeständen, sowie aus feuchteliebenden Gräser und Kräutern, z. B. Röhricht-, Seggen- und Igelkolbenbeständen. Charakteristische Blumen sind hier die Sumpfiris und die Sumpfdotterblume. In den Bereichen der höherliegenden Donke und Wiesen hat sich ein Magerrasen gebildet. Typisch sind hier beispielsweise die Herbstzeitlose und das Wiesenschaumkraut.<ref name="Faltblatt" />

Der Latumer Bruch mit seinen Rückzugsgebieten bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere, darunter einige seltene und bedrohte Arten.<ref name="Faltblatt" /> Es findet sich eine reiche Vogelfauna<ref>D. Vogel: Die Vogelwelt des Krefelder Naturschutzgebietes Latumer Bruch, eine kommentierte Artenliste. In: Natur am Niederrhein. Nr. 2(1). Krefeld 1987, S. 33–38.</ref>, hier brüten u. a. zahlreiche Wasser- und Wiesenvögel (z. B. Weißstorch<ref name="RP Storch" />) sowie andere seltene Arten (z. B. Schwarzmilan). Viele Zugvögel nutzen das nahrungsreiche Gebiet als Ruhestation. Die Feuchtbereiche sind Lebensraum und Laichgebiet für diverse Amphibien, darunter auch der Kammmolch.<ref name="NSG" /> Unter den zahlreichen Insekten sind insbesondere der Schwarzblaue und der Große Moorbläuling<ref name="NSG" /> sowie der Veränderliche Edelscharrkäfer<ref>Seltene Käferart im Latumer Bruch entdeckt. Hallo Uerdingen, abgerufen am 11. Juni 2012.</ref> erwähnenswert.

Weblinks

Commons: Naturschutzgebiet Latumer Bruch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="NSG"> Naturschutzgebiet „Latumer Bruch“ (KR-001) im Fachinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-WestfalenVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="N2000"> Natura-2000-Gebiet: „Latumer Bruch mit Buersbach, Stadtgraeben und Wasserwerk“ im Fachinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-WestfalenVorlage:Abrufdatum. </ref> <ref name="BSN"> FFH-Gebiet Latumer Bruch mit Buersbach, Stadtgräben und Wasserwerk. Haus der Natur – Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss e. V., archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Juli 2013; abgerufen am 1. Juni 2012. </ref> <ref name="WRRL"> Der Landrat des Rhein-Kreis Neuss (Hrsg.): EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Umsetzungsfahrplan der Kooperation Linke Rheinzuflüsse Neuss-Uerdingen (PE_RHE_1200). Amt für Umweltschutz, Untere Wasserbehörde, Grevenbroich März 2012 (Volltext [PDF]). </ref> <ref name="Krefeld"> Landschaft Erholung. Stadt Krefeld, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Mai 2012; abgerufen am 11. Juni 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.krefeld.de </ref> <ref name="Faltblatt"> Der Oberbürgermeister der Stadt Krefeld (Hrsg.): Naturschutzgebiet Latumer Bruch (= Naturschutz in Krefeld. Faltblatt Nr. 3/6). Stadt Krefeld, Krefeld Januar 2007 (online [PDF]). </ref> </references>

Vorlage:Navigationsleiste Naturschutzgebiete in Krefeld