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Tatjana Pinto

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Tatjana Pinto Vorlage:SportPicto

Datei:Tatjana Pinto at the 2020 Triveneto Meeting in Trieste.jpg
Tatjana Pinto in Triest, 2020

Voller Name Tatjana Lofamakanda Pinto
Nation DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland (bis August 2025)
PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal (seit August 2025)
Geburtstag 2. Juli 1992 (33 Jahre)
Geburtsort Münster, Deutschland
Größe 170 cm
Gewicht 56 kg
Karriere
Disziplin 60 m, 100 m, 200 m
Bestleistung Halle: 60 m 7,06 s; 200 m 23,19 s
Freiluft: 100 m 11,00 s; 200 m 22,63 s
Verein Cologne Athletics
vorm.: Ostwestfalen-Lippe Athletics,
TV Wattenscheid 01, LC Paderborn,
LG Ratio Münster, Benfica Lissabon
Trainer Rana Reider, zuvor Thomas Prange;
Elke und Frank Bartschat; Thomas Kremer;
Nanny Wichmann
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
Deutsche Meisterschaften 4 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 3 × Bronzemedaille
Deutsche Hallenmeisterschaften 4 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
 Weltmeisterschaften
Bronze 2022 Eugene 4 × 100 m
 Europameisterschaften
Gold 2012 Helsinki 4 × 100 m
Bronze 2016 Amsterdam 4 × 100 m
Bronze 2018 Berlin 4 × 100 m
 Deutsche Meisterschaften
Silber 2012 Wattenscheid 100 m
Gold 2014 Ulm 100 m
Gold 2016 Kassel 100 m
Bronze 2016 Kassel 4 × 100 m
Bronze 2017 Erfurt 100 m
Gold 2019 Berlin 100 m
Bronze 2019 Berlin 4 × 100 m
Gold 2019 Berlin 200 m
Silber 2024 Braunschweig 4 × 100 m
 Deutsche Hallenmeisterschaften
Bronze 2012 Karlsruhe 60 m
Silber 2013 Dortmund 60 m
Gold 2016 Leipzig 60 m
Silber 2016 Leipzig 4 × 200 m
Gold 2018 Dortmund 60 und 200 m
Bronze 2018 Dortmund 4 × 200 m
Gold 2022 Leipzig 60 m
letzte Änderung: 29. August 2024

Vorlage:Hinweisbaustein

Tatjana Lofamakanda Pinto (* 2. Juli 1992 in Münster) ist eine deutsch-portugiesische Leichtathletin, die sich auf den Sprint spezialisiert hat. Sie war deutsche Meisterin 2014, 2016 und 2019 über 100 Meter sowie 2019 auf den 200 Metern und wurde 2012 Europameisterin mit der 4-mal-100-Meter-Staffel. Seit dem 16. August 2025 startet sie für Portugal.

Lebens- und Berufsweg

Tatjana Pinto ist Tochter eines portugiesischen Vaters und einer angolanischen Mutter.<ref>Westfälische Nachrichten: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tatjana Pinto aus Münster feiert Olympia-Premiere (Memento vom 6. August 2012 im Internet Archive), Welt Online 3. August 2012.</ref> Sie wuchs in ihrer Geburtsstadt Münster auf. 2012 absolvierte sie ihr Fachabitur in Sozial- und Gesundheitswesen.<ref>Martin Ilgen: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.. In: Münsterland Zeitung. 2. Juli 2012.</ref> Pinto studierte Soziale Arbeit.<ref name="portland">2016 Hallen-WM Portland Team-Broschüre des DLV, S. 13 (PDF 9,9 MB)</ref>

Sportliche Karriere

Pinto begann erst im Alter von 14 Jahren mit der Leichtathletik, nachdem sie vorher Ballett, Schwimmen und Volleyball ausprobiert hatte.<ref name="portland" />

Erste internationale Erfolge sammelte Pinto im Juniorenbereich. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2010 in Moncton (Kanada) gewann sie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel die Silbermedaille und belegte im 100-Meter-Lauf den sechsten Rang. Bei den Junioreneuropameisterschaften 2011 in Tallinn (Estland) errang sie über 100 Meter die Bronzemedaille und mit der Staffel den Titel. Dabei verbesserte die Mannschaft um Alexandra Burghardt, Katharina Grompe, Tatjana Pinto und Anna-Lena Freese den 23 Jahre alten Junioreneuroparekord auf 43,42 s.<ref>leichtathletik.de: U20-EM: Staffel löscht Uralt-Rekord, 25. Juli 2011.</ref>

2012 steigerte Pinto ihre 100-Meter-Bestleistung bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim um 27 Hundertstelsekunden auf 11,19 s. Damit erfüllte sie die Qualifikationsnorm des Deutschen Leichtathletik-Verbands für die Olympischen Spiele in London<ref>leichtathletik.de: Tatjana Pinto fliegt zur Olympia-Norm, 26. Mai 2012.</ref> und sicherte sich ihre Teilnahme.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein..</ref> Bei den Europameisterschaften in Helsinki gewann Pinto gemeinsam mit Leena Günther, Anne Cibis und Verena Sailer den Titel in der 4-mal-100-Meter-Staffel. Im 100-Meter-Lauf belegte sie den achten Platz.

Olympische Sommerspiele 2012

Bei den Olympischen Spielen in London erreichte Pinto in der 4-mal-100-Meter-Staffel mit Günther, Cibis und Sailer den fünften Platz. Über 100 Meter schied sie als Vierte ihres Vorlaufs in 11,39 s vorzeitig aus. 2013 errang sie bei den U23-Europameisterschaften in Tampere (Finnland) über 100 Meter die Bronzemedaille und mit der Staffel den Titel. In Ulm wurde sie bei den 113. Deutschen Meisterschaften 2014 mit einer Zeit von 11,20 s Deutsche Meisterin auf der 100-Meter-Strecke.

Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig wurde sie 2016 mit 7,07 s Deutsche Meisterin über die 60-Meter-Distanz und rückte damit auf den dritten Platz der aktuellen Weltrangliste hinter Dafne Schippers (7,00 s) und Marie Josée Ta Lou (7,06 s) vor.<ref name="WN_2016-02-29(2)">Westfälische Nachrichten: Tatjana Pinto fliegt zu Gold – Leichtathletik: Münsteranerin gelingt märchenhaftes Comeback / Malkus muss passen / Klehn glänzt in Padua, Lokaler Sport, Münster, wis, 29. Februar 2016.</ref> Damit lief sie die bis dato viertbeste Zeit einer deutschen Athletin.<ref name="WN_2016-02-29">Westfälische Nachrichten: Sport: Pinto holt sich Meistertitel, Titelseite, 29. Februar 2016.</ref> Lediglich die drei DDR-Sprinterinnen Marita Koch (7,04 s), Silke Möller (7,04 s) und Katrin Krabbe (7,06 s) liefen schnellere Zeiten.<ref name="WN_2016-02-29" /> Bei deutschen Hallenmeisterschaften war sogar nur Katrin Krabbe jemals schneller.<ref name="WN_2016-02-29(2)" /> Mit dieser Leistung gelang es Pinto einen Platz im Kader für die 16. Hallenweltmeisterschaften in Portland zu erhalten,<ref>Westfälische Nachrichten: Mit Pinto, aber ohne Holzdeppe – Leichtathletik: DLV nominiert zwölf Starter für die Hallen-WM in Portland, Sport, Darmstadt, dpa, 2. März 2016.</ref> wo sie als fünfte ihres Halbfinallaufs mit 7,22 s ausschied.

In Kassel konnte sie ihren Erfolg aus dem Jahr 2014 wiederholen und wurde bei den 116. Deutschen Meisterschaften 2016 mit einer Zeit von 11,22 s erneut Deutsche Meisterin auf der 100-Meter-Strecke.<ref>Westfälische Nachrichten: Tatjana Pinto mit dem Titel nach Rio: Sprinterin nach 2014 erneut Deutsche Meisterin über 100 Meter / Lena Malkus enttäuscht in Kassel, Lokaler Sport, Kassel, Jürgen Beckgerd, 20. Juni 2016.</ref> Damit qualifizierte sie sich für die Europameisterschaften in Amsterdam,<ref>Westfälische Nachrichten: Pinto zur EM, Malkus nicht, Lokaler Sport, Leichtathletik, 23. Juni 2016.</ref> wo sie über 100 Meter Sechste wurde und mit der Sprintstaffel Bronze gewann. Am 29. Juli 2016 stellte sie bei einem Meeting in Mannheim mit 11,00 s bei einem Rückenwind von 1,2 Metern pro Sekunde eine neue persönliche Bestleistung über die 100-Meter-Distanz auf.<ref>Westfälische Nachrichten: Pinto drückt eigene Bestleistung, Sport, Leichtathletik, 1. August 2016.</ref>

Olympische Sommerspiele 2016

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro belegte sie mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel den vierten Platz. Im 100-Meter-Lauf erreichte sie die Halbfinalrunde.

2017 gewann Pinto gemeinsam mit Lara Matheis, Rebekka Haase und Gina Lückenkemper die Silbermedaille in der 4-mal-200-Meter-Staffel in einer Zeit von 1:30,68 min bei den IAAF World Relays 2017 auf den Bahamas. Die Mannschaft setzte sich dabei knapp gegen das Team aus den Vereinigten Staaten durch.<ref>Bob Ramsak: Women's 4x200m final - IAAF/BTC World Relays Bahamas 2017. IAAF, 22. April 2017, abgerufen am 23. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Erfurt belegte sie bei den Deutschen Meisterschaften im 100-Meter-Lauf den 3. Platz.

2018 holte sich Pinto bei den Deutschen Hallenmeisterschaften mit persönlicher Bestleistung und Meisterschaftsrekord von 7,06 s den Titel über die 60 Meter und einen Tag später ebenfalls mit persönlicher Bestleistung von 23,19 s den Titel über die 200 Meter. Mit der 4-mal-200-Meter-Staffel des LC Paderborn kam sie auf den 3. Platz. Diesen erreichte sie auch Monate später im August bei den Europameisterschaften in Berlin mit der 4-mal-100-Meter-Staffel.<ref>Tatjana Pinto sichert sich mit der Staffel die Bronzemedaille (14. August 2018)</ref>

2019 konnte Pinto als amtierende deutsche Hallenmeisterin ihre Titel über 60 und 200 Meter wegen Problemen mit dem Sitzbeinhöcker nicht verteidigen und verzichtete wegen des Trainingsrückstandes auch auf Starts bei den Halleneuropameisterschaften und den sog. Staffelweltmeisterschaften, weil sie sich langfristig auf die Weltmeisterschaften vorbereitet.<ref>Pamela Lechner: DLV reist in Top-Besetzung zur Staffel-WM in Yokohama, Nominierung, auf: leichtathletik.de. 24. April 2019, abgerufen am 5. August 2019.</ref><ref>Pamela Lechner: @1@2Vorlage:Toter Link/www.leichtathletik.deFlash-News des Tages – Tatjana Pinto kann Hallen-DM-Titel nicht verteidigen (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, Notizen, auf: leichtathletik.de. 30. Januar 2019, abgerufen am 5. August 2019.</ref><ref>Pamela Lechner: @1@2Vorlage:Toter Link/www.leichtathletik.deFlash-News des Tages – Tatjana Pinto zurück im Training (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, Notizen, auf: leichtathletik.de. 14. Februar 2019, abgerufen am 5. August 2019.</ref> Bei den Deutschen Meisterschaften im August 2019 holte sie Doppelgold mit Saisonbestleistung über 100 und persönlicher Bestleistung von 22,65 s über 200 Meter.

Olympische Spiele 2020

Trotz einer Verletzung im Februar 2021<ref>Leichtathletik: Pinto sprintet an die Spitze. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 31. Juli 2021]).</ref> und einem darauffolgenden Abbruch der Hallensaison 2021<ref>Christina Schwanitz und Tatjana Pinto planen Saisoneinstieg. Abgerufen am 31. Juli 2021.</ref> konnte Pinto ihre Leistungsfähigkeit erhalten und im Sommer desselben Jahres bis in das Halbfinale der Olympischen Spiele laufen.

2022 gewann Pinto bei den Weltmeisterschaften in Eugene die Bronzemedaille mit der 4-mal-100-Meter-Staffel. Pinto startete als Startläuferin, es folgten Alexandra Burghardt, anschließend Gina Lückenkemper, als Schlussläuferin erreichte Rebekka Haase mit 42,03 s den Zieleinlauf.<ref>Frauen-Sprintstaffel holt Bronze. Abgerufen am 24. Juli 2022.</ref>

Nachdem Tatjana Pinto rund anderthalb Jahre lang in Kingston auf Jamaika trainiert hatte, wollte sie sich im Juni 2024 bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig ein Olympiaticket für Paris holen, doch die Wattenscheiderin schied im Halbfinale aus.<ref>Nach Jamaika-Training mit Olympiastar: Pinto scheitert bei DM (28. Juni 2024)</ref>

Tatjana Pinto hat bei einer Körpergröße von 1,70 m ein Wettkampfgewicht von 56 kg.

Nation- und Vereinszugehörigkeiten

2022 bis 2024 trat sie für den TV Wattenscheid 01 an, zuvor war sie seit 2016 für den LC Paderborn aktiv. Bis 2015 startete sie für die LG Brillux Münster, welche bis 2013 LG Ratio Münster hieß.

Ab März 2019 wurde sie von Rana Reider trainiert,<ref>Tatjana Pinto: Mit ganzem Herzen auf neuen Wegen. In: leichtathletik.de. 6. Juli 2019, abgerufen am 6. Juli 2019.</ref> nachdem sie zuvor von Thomas Prange, bis 2012 von Frank und Elke Bartschat und bis 2014 von Thomas Kremer betreut worden war.

2025 wechselte sie zum portugiesischen Verein Benfica Lissabon,<ref>Philipp Ziser: Umbruch in Wattenscheid - Tatjana Pinto vor Verbandswechsel. In: WAZ. 22. Februar 2025, abgerufen am 19. März 2026.</ref> zum 16. August 2025 wechselte ihr Startrecht bei internationalen Wettkämpfen von Deutschland zu Portugal.<ref>Pinto bei worldathletics.org. In: worldathletics.org. Abgerufen am 19. März 2026.</ref>

Auszeichnungen

Datei:2022-02-27 Leichtathletik, Deutsche Hallenmeisterschaften 1DX 5638 by Stepro.jpg
Pinto (2022)
  • Tatjana Pinto wurde vom Sportbund der Stadt Münster beim Ball des Sports 2010 als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet.<ref>Westfälische Nachrichten: Letzte Runde ist eingeläutet – Hochgeschwindigkeits-Endspurt: Viele Kandidaten geben im neuen Jahr schon wieder Vollgas, Münsters Sportler des Jahres 2012, 30. Januar 2013.</ref>
  • 2016, 2017, 2019 und 2020 erhielt Pinto Mitte Januar von der Stadt Paderborn die Auszeichnung Sportlerin des Jahres.<ref>stadtsportverband-paderborn.de</ref><ref>Pinto erneut Sportlerin des Jahres. 15. Januar 2020, abgerufen am 10. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bestzeiten

(Stand: 30. September 2019)

Halle
  • 60 m: 7,06 s, 17. Februar 2018, Dortmund
  • 200 m: 23,19 s, 18. Februar 2018, Dortmund
Freiluft
  • 100 m: 11,00 s (+1,2 m/s), 29. Juli 2016, Mannheim
  • 200 m: 22,63 s, 30. September 2019, Doha

Erfolge

national
international

Weblinks

Commons: Tatjana Pinto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Navigationsleiste Europameisterinnen im 4×100-Meter-Staffellauf