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Hermann Brandseph

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Hermann Brandseph
Datei:Hermann Brandseph - Strickende Bäuerin 1898.jpg
Hermann Brandseph: Strickende Bäuerin, 1898
Datei:Hermann Brandseph - Bäuerin am Brunnen 1898.jpg
Hermann Brandseph: Frau am Brunnen, 1898

Hermann Brandseph (* 10. September 1857 in Stuttgart; † 9. Mai 1907) war ein deutscher Porträtist sowie Landschafts- und Architekturfotograf. Er war der Sohn des Fotografen Friedrich Brandseph.

Leben und Werk

Brandseph war zunächst Lehrling bei den Gebrüdern Matter in Mannheim und bildete sich selbst zum Zeichner aus. Er ging als Volontär zu Fred Boissonnas nach Genf, wo er sich auf dem Gebiet der künstlerischen Fotografie ausbilden ließ und war dann 1879 bei Carl Backofen in Darmstadt und 1880 bei Lombardi & Co in London beschäftigt, bevor er 1881 im Atelier seines Vaters Friedrich Brandseph einstieg.<ref>Kurzer Nekrolog, in: Photographische Correspondenz, 44. Jg., 1907, S. 349–350. Zu seinem „Lehrherrn“ C. Backofen gibt es unterschiedliche Lebensdaten: Der Royal Collection Trust verfügt über zahlreiche Photographien (220 Stk., Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fwww.royalcollection.org.uk%2Fsearch%2Fsite%2FBackofen%3Fpage%3D1~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D) von „Carl Backofen (1853-1909)“. Das „Stadtlexikon Darmstadt“ benennt im Kapitel „Fotografie in Darmstadt“ „Karl Backofen (1845-1926)“, (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fwww.darmstadt-stadtlexikon.de%2Ff%2Ffotografie-in-darmstadt.html~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> Er wurde Teilhaber und übernahm 1883/84 das Geschäft in der Marienstraße 36 von Stuttgart, das damals als „bedeutendstes in Südwestdeutschland“<ref name="photo-chronik" /> galt und 20 Mitarbeiter beschäftigte. Unter seiner Leitung konnte das Atelier weiter expandieren, so dass 1887 schon 37 Mitarbeiter beschäftigt wurden.<ref name="photo-chronik">Hermann Brandseph (Nekrolog). In: Photographische Chronik</ref>

Schon 1880 war er zum Königlich württembergischen Hofphotographen ernannt worden.<ref name="Bilder machen Leute">Bilder machen Leute, 2008, S. 211.</ref> Bald galt er als führender Vertreter seiner Zunft in Deutschland.<ref>Rainer Bunz: Bürgertum und Frömmigkeit, Tredition, Hamburg, 2011, ISBN 978-3-8424-2324-4, S. 209</ref> Nicht nur das württembergische Herrscherhaus, auch vermögende Bürger und Künstler ließen sich von Brandseph ablichten.<ref>Otto Borst: Württemberg: Geschichte und Gestalt eines Landes, Stadler, 1978, ISBN 978-3-7977-0036-0, S. 112</ref> Darunter waren unter anderem Robert und Anna Bosch sowie deren Kinder, Ludwig Pfau, der armenische Anarchist Alexander Atabekian, Ludwig Uhland, Clara Zetkin und Johann Heinrich Wilhelm Dietz.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/search.iisg.nlohne Titel (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Einige seiner Werke erschienen auch auf Postkarten, so 1898 eine Wintersportkarte im Verlag von L. Schaller, Stuttgart.

In dem Nachruf in der Photographischen Chronik wird Brandseph als einer der wichtigsten Vertreter der künstlerischen Photographie im In- und Ausland gelobt, die schon früh eine künstlerische Richtung in der Photographie anstrebten.<ref name="photo-chronik" /> Als Vertrauensmann des Rechtsschutzverbandes Deutscher Photographen hatte sich Brandseph intensiv für ein Schutzgesetz für die deutschen Fotografen eingesetzt und damit der Berufsfotografie im 20. Jahrhundert den Weg geebnet.<ref name="photo-chronik" />

Nach dem frühen Tod von Hermann Brandseph übernahm Paul Mutzig das Atelier unter dem Namen Hofphotograph Hermann Brandseph Nachfolger.<ref name="Bilder machen Leute"/>

1901 hatte Karl Osterwald vom „Verein zur Pflege der Photographie und verwandter Künste in Frankfurt a.M.“ eine goldene Medaille für die 40-jährige Mitarbeiterschaft in der Firma H. Brandseph erhalten.<ref>Photographische Correspondenz, 39. Jg., 1902, S. 110</ref>

Werke

  • Album von Stuttgart und Umgebung. Scheufele, Stuttgart 1903.
  • Hermann Brandseph: Über Momentphotographien. In: Josef Maria Eder (Hrsg.): Jahrbuch für Photographie und Reproductionstechnik, 2. Jg., Wilhelm Knapp, Halle/S. 1888, S. 163–164

Auszeichnungen

Sekundärliteratur

  • Hermann Brandseph (Nekrolog). In: A. Miethe (Hrsg.), Photographische Chronik, Band 14, Verlag Wilhelm Knapp, 1907, S. 257f.
  • Verein zur Pflege der Photographie und Verwandter Künste in Frankfurt a. M. (Kurzer Nekrolog). In: Photographische Correspondenz. Bd. 45 (1907), Nr. 562, Juli 1907, S. 349f. (Digitalisat).

Literatur

  • Bilder machen Leute. Die Inszenierung des Menschen in der Fotografie, Herausgegeben vom Landesmuseum Koblenz, Hatje Cantz, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7757-2170-7, S. 211–212 (Online PDF)
  • Günther H. Oettinger: Das Königreich Württemberg 1806-1918: Monarchie und Moderne, Württembergisches Landesmuseum, Süddeutsche Verlagsgesellschaft, 2006
  • Joachim W. Siener: Von der maskierten Schlittenfahrt zum Hof-Photographen. Die Photographie und Stuttgart 1839-1900, Cantz, Stuttgart 1989, ISBN 3-89322-150-6.
  • Ursula Peters: Stilgeschichte der Fotografie in Deutschland: 1839-1900, DuMont, Köln 1979, ISBN 978-3-7701-1159-6, S. 263
  • Walter P. H. Scheffler: Dichter-Portraits in Photographien des 19. Jahrhunderts. Band 11 von Marbacher Schriften, Deutsches Literaturarchiv, 1976

Weblinks

Commons: Hermann Brandseph – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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