Zum Inhalt springen

Gottlieb Schwemmer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. Januar 2026 um 13:46 Uhr durch imported>Lubitsch2.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Gottlieb Schwemmer (* 1. Juni 1889 in Osternohe; † 5. Juni 1959) war ein deutscher Oberbaurat und im Jahr 1933 für kurze Zeit Bürgermeister von Freising.

Leben

Der aus der Nähe von Nürnberg stammende Schwemmer studierte an der Technischen Hochschule München und gehörte seit 1909 der Münchener Burschenschaft Danubia an.<ref>Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 460.</ref> Er war seit 1923 am Freisinger Landbauamt tätig. Hier wurde er durch die Planung eines Hörsaalgebäudes in Weihenstephan bekannt. Im Februar 1933 konnten die Freisinger einen Aufsatz von ihm in der örtlichen Zeitung lesen. Thema: „Altfreising im Bild“.<ref name=":0">Sonja Kochendörfer, Toni Schmid: Freising unter dem Hakenkreuz. Frisinga, 1983, ISBN 978-3-88841-003-1, S. 21 (google.de [abgerufen am 23. Februar 2025]).</ref>

Gottlieb Schwemmer war bekennender Nationalsozialist und trat der NSDAP zum 1. März 1932 bei (Mitgliedsnummer 1.012.281).<ref>Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/22440821</ref> Nachdem der langjährige Freisinger Bürgermeister Stephan Bierner zum Rücktritt gezwungen worden war, bestimmten die Nationalsozialisten Schwemmer im März 1933 zum neuen Bürgermeister. Aufgrund einer Versetzung zum Landbauamt Ansbach Anfang Juli 1933 musste er das Amt des Bürgermeisters nach etwa zwei Monaten wieder abgeben. Die Gründe hierfür sind unklar.<ref name=":0" />

In dem Buch Nürnberg. Das Bild einer politischen Stadt von 1937 äußerte sich Schwemmer dezidiert antisemitisch.<ref>Stephen Brockmann: Nuremberg: The Imaginary Capital. Camden House, 2006, ISBN 978-1-57113-345-8, S. 180 (google.de [abgerufen am 23. Februar 2025]).</ref> Der Leiter des Landbauamts Ansbach blieb nach der Entnazifizierung nach Kriegsende im Amt.<ref>StAN, Spruchkammer Nürnberg IV Sch 6. In: Findmitteldatenbank. Abgerufen am 23. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> So verantwortete er u. a. den Wiederaufbau der zerstörten Kirche St. Bartholomäus (Nürnberg-Wöhrd). Die Pläne für den Bau der Markuskirche in Erlangen wurden ebenfalls von Schwemmer erstellt.

Schwemmer war auch ein bekannter Volkskundler und beschäftigte sich mit der Bauernhausforschung. So veröffentlichte er eine 1934 eine Fränkische Baufibel<ref>Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde (BJV) 2017. Institut für Volkskunde der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1. Januar 2017, S. 87–88 (google.de [abgerufen am 23. Februar 2025]).</ref> und war aktiv beim Institut für Volkskunde der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.<ref>Suche nach Objekten von Gottlieb Schwemmer. In: bavarikon. Institut für Volkskunde der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 23. Februar 2025.</ref>

Schriften

  • Gottlieb Schwemmer: Fränkische Baufibel. Frankenverl. Sommer & Schorr, Feuchtwangen 1934
  • Gottlieb Schwemmer: Nürnberg. Das Bild einer politischen Stadt. Ludwig Voggenreiter, Potsdam 1937.
  • Hans Kreutzer, Gottlieb Schwemmer: Tausend Jahre Roßtal. Festschrift zur Tausendjahrfeier, Roßtal 1955.
  • Gottlieb Schwemmer: Problematik und Aufgabe des christlichen Kirchenbaues. Katzmann Tübingen 1964. (veröffentlicht aus dem Nachlass)

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Ignaz Zehetmayr (1802–1813) | Thomas Heigl (1813–1825) | Johann Nepomuk Einsele (1825–1831) | Johann Nepomuk Götzl (1831–1839) | Joseph Albin Parth (1839–1842) | Philipp Stauber (1842–1848) | Franz Sporrer (1848–1853) | Franz Krumbach (1853–1869) | Martin Mauermayr (1869–1899) | Stephan Bierner (1899–1933) | Gottlieb Schwemmer (komm. 1933) | Karl Lederer (1933–1942) | Hans Lechner (1942–1945) | Andreas Rasch (komm. 1945) | Emil Berg (1945–1946) | Karl Wiebel (1946–1948) | Max Lehner (1948–1970) | Adolf Schäfer (1970–1994) | Dieter Thalhammer (1994–2012) | Tobias Eschenbacher (seit 2012)

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein