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Hans Gerhard Evers

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Datei:Hans-Gerhard Evers 1956.jpg
Hans Gerhard Evers (1956)

Hans Gerhard Evers (* 19. März 1900 in Lübeck; † 8. April 1993 in Hofgeismar<ref>Evers, Hans Gerhard. In: Deutsche Biographie. Abgerufen am 15. Mai 2025.</ref>) war ein deutscher Kunsthistoriker und Hochschullehrer.

Leben

Evers war das jüngste von drei Kindern des Pastors und ab 1919 Seniors der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Lübeckischen Staate Johannes Evers (1859–1945) und seiner Frau Anna Evers, geb. Plitt (1874–1906).<ref name=":1">Evers, Hans Gerhard. Datensatz Nr. 1121. In: Hessische Biografie. Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref>

Bis zum Abitur 1917 besuchte Evers das Humanistische Gymnasium Katharineum zu Lübeck.<ref name=":1" />

Akademische Laufbahn bis 1939

Evers studierte Deutsch, Geschichte und Turnen an der Georg-August-Universität Göttingen und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und legte 1923 in Berlin das Staatsexamen für das höhere Lehrfach ab.<ref name=":9" /><ref name=":2">Lisa Beißwanger: Hans Gerhard Evers. In: Lisa Beißwanger / Alexandra Karentzos / Christiane Salge (Hrsg.): Zwischen Enklave und Vernetzung. Kunstgeschichte an der TU Darmstadt. arthistoricum.net, Heidelberg 2022, ISBN 978-3-98501-020-2, S. 329–332. Abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> Während seines Studiums in Göttingen wurde er 1918 Mitglied der Schwarzburgbund-Verbindung Burschenschaft Germania.<ref>Hermann Goebel (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis des Schwarzburgbundes. 8. Auflage. Frankfurt am Main 1930, S. 66, Nr. 695.</ref> Im Nebenfach studierte Evers später auch Kunstgeschichte bei Georg Vitzthum von Eckstädt und klassische Archäologie bei Ludwig Curtius.<ref name=":1" /> Prägend war der Kontakt mit dem Kreis von gelehrten Intellektuellen um Marianne Weber und Alfred Weber in Heidelberg. Mit dem Archäologen Ludwig Curtius, dem Ägyptologen Hermann Ranke und dem Dichter und Literaturwissenschaftler Friedrich Gundolf aus dem Stefan-George-Kreis stand er in intensiven Gedankenaustausch.<ref name=":4">Christiane Fork: Evers, Hans Gerhard. In: Metzler-Kunsthistoriker-Lexikon. 210 Porträts deutschsprachiger Autoren aus vier Jahrhunderten. Von Peter Betthausen u. a. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage (1. Aufl. 1999). Metzler, Stuttgart / Weimar 2007, ISBN 978-3-476-01535-8, S. 84–86.</ref><ref name="Familienarchiv">Hans Gerhard Evers Familienarchiv: Biografie. Abgerufen am 27. März 2026.</ref> 1924 promovierte Evers mit einer unveröffentlicht gebliebenen Arbeit zu Winkelmann und Lessing im Kampf um die Erziehung zur Kunst.<ref name=":2" /><ref>Evers, Hans Gerhard (1900–1993). In: Propylaeum-VITAE. Propylaeum. Fachinformationsdienst Altertumswissenschaften, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref>

1924/1925 war Evers Assistent am kunsthistorischen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg bei Carl Neumann.<ref name=":2" /> Ein amerikanisches Arbeits- und Reise-Stipendium für ägyptologische Studien ermöglichte ihm im Winter 1925/1926 einen sechsmonatigen Studienaufenthalt in Ägypten.<ref name=":2" /> Anschließend arbeitete er am ägyptologischen Institut bei Hermann Ranke in Heidelberg.<ref name=":2" /> Als Ergebnis erschien 1929 Staat aus dem Stein über die ägyptische Plastik des Mittleren Reichs.<ref>Hans Gerhard Evers: Staat aus dem Stein. Denkmäler, Geschichte und Bedeutung der ägyptischen Plastik während des Mittleren Reichs. 2 Bände. F. Bruckmann A.G., München 1929. Abgerufen am 1. Mai 2025.</ref><ref name=":2" /> Ab 1928 war Evers Assistent am Lehrstuhl von Wilhelm Pinder an der Ludwig-Maximilians-Universität München.<ref name=":2" /> Dort habilitierte er sich 1932 mit einer Arbeit über die Breitrichtung der Basilika, die später Teil seiner Publikation Tod, Macht und Raum als Bereiche der Architektur wurde,<ref>Hans-Gerhard Evers: Tod, Macht und Raum als Bereiche der Architektur. Neuer Filser-Verlag, München 1939, S. 1–11; 2., verbesserte und um zahlreiche Abbildungen erweiterte Auflage, Wilhelm Fink Verlag, München 1970, S. 1–11. Hans Gerhard Evers Familienarchiv, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref><ref name=":2" /> und lehrte dort von 1933 bis 1939 als Privatdozent.<ref name=":4" /><ref name=":2" />

Nationalsozialismus, Wehrmacht und militärischer Kunstschutz im zweiten Weltkrieg

1937 wurde Evers, dessen Ehefrau als „Halbjüdin“ stigmatisiert wurde,<ref name=":4" /> von seinem Dekan Walther Wüst vor die Alternative gestellt, sich von dieser zu trennen oder den Hochschuldienst aufzugeben.<ref name=":11" /> In der Folge erging im Februar 1938 ein Erlass zum Entzug seiner Lehrerlaubnis nach § 18 Reichshabilitationsordnung. Dieser wurde jedoch nicht ausgehändigt und 1939 zurückgezogen, da die Ehe inzwischen geschieden wurde.<ref>Zu den Hintergründen und Umständen der Scheidung siehe Hans Gerhard Evers Familienarchiv: Biografie. Abgerufen am 24. März 2026.</ref> Im selben Jahr trat Evers der Sturmabteilung (SA) und dem Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbund bei.<ref name=":4" /><ref name=":2" /> Mitglied der NSDAP war er nicht.<ref name=":10">Christian Fuhrmeister: Der Deutsche Militärische Kunstschutz in Italien – Forschungsstand, Fragen, Desiderate. In: Christian Fuhrmeister, Johannes Griebel, Stephan Klingen, Ralf Peters (Hrsg.): Kunsthistoriker im Krieg, Deutscher Militärischer Kunstschutz in Italien 1943–1945. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2012, ISBN 978-3-412-20804-2, S. 15–27.</ref> Daraufhin wurde Evers zum „Dozenten neuer Ordnung“<ref name=":11">Michael Grüttner: Personelle Verluste der einzelnen Universitäten. In: Vertreibungen aus den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus. De Gruyter Oldenbourg, Berlin / Boston 2023, S. 385 (degruyter.com [abgerufen am 28. März 2025]).</ref><ref>Michael Grüttner: Ausgegrenzt. Entlassungen an den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus. Biogramme und kollektivbiografische Analyse. De Gruyter Oldenbourg, Berlin/Boston 2023, ISBN 978-3-11-123678-0, S. 385.</ref> und 1942 zum außerordentlichen Professor unter dem Ordinarius Hans Jantzen ernannt.<ref name=":4" />

Am 9. August 1939 wurde Evers als Wehrpflichtiger zum Militärdienst in einer Truppenentgiftungseinheit eingezogen. Er diente an der Ostfront zunächst als einfacher Soldat, wurde am 1. November 1939 zum Gefreiten und am 30. April 1940 zum Unteroffizier befördert.<ref name="Wehrpass">Wehrpass Hans Gerhard. Hans Gerhard Evers Familienarchiv, abgerufen am 22. März 2026.</ref> 1940 wurde Evers zum Dienst beim Kunstschutz der Wehrmacht beim Oberkommando des Heeres-Generalquartiermeister mit Sitz in Paris abkommandiert, wo er an der fotografischen Dokumentation von Kunstdenkmälern mitwirkte.<ref name=":2" /> Auf Betreiben von Franz Graf Wolf-Metternich sowie von Walter Delius wurde Evers im Winter 1940/1941 sowie im Winter 1941/1942 an die Feldkommandantur Antwerpen abkommandiert,<ref name=":3">Christian Fuhrmeister: Optionen, Kompromisse und Karrieren. Überlegungen zu den Münchener Privatdozenten Hans Gerhard Evers, Harald Keller und Oskar Schürer. In: Nikola Doll, Christian Fuhrmeister, Michael H. Sprenger (Hrsg.): Kunstgeschichte im Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte einer Wissenschaft zwischen 1930 und 1950. VDG, Weimar 2005, ISBN 3-89739-481-2, S. 219–242.</ref><ref name=":6">Cecilia Ghibaudi: Pinacoteca di Brera. Mailand 1943–1945. Die Schutzmaßnahmen der Soprintendenza alle Gallerie und ihr Verhältnis zum deutschen Kunstschutz. In: Christian Fuhrmeister, Johannes Griebel, Stephan Klingen, Ralf Peters (Hrsg.): Kunsthistoriker im Krieg, Deutscher Militärischer Kunstschutz in Italien 1943–1945. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2012, ISBN 978-3-412-20804-2, S. 129–152.</ref><ref name=":2" /> um im Auftrag des Oberkommandos der Wehrmacht<ref>Hans Gerhard Evers: Peter Paul Rubens. F. Bruckmann, München 1942, Vorwort. In: Hans Gerhard Evers Familienarchiv. Abgerufen am 9. Mai 2024.</ref><ref name=":0">Ulrich Heinen: Argument – Kunst – Affekt. Bildverständnisse einer Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit. In: Helmut Neuhaus (Hrsg.): Die Frühe Neuzeit als Epoche (= Historische Zeitschrift). Beihefte N.F. 49. De Gruyter Oldenbourg, Berlin / München / Boston 2009, ISBN 978-3-11-065083-9, S. 165–234.</ref> eine Monographie zu Peter Paul Rubens zum Abschluss und zum Druck zu bringen.<ref name=":5">Hans Gerhard Evers: Peter Paul Rubens. F. Bruckmann, München 1942. Hans Gerhard Evers Familienarchiv, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Der Kölner Kunsthistoriker Wolfgang Krönig, der als Kriegsverwaltungsrat Referent beim militärischen Kunstschutz für das besetzte Belgien und Nordfrankreich mit Sitz in Brüssel und außerdem stellvertretender Direktor des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts in Brüssel (DIWI) war, sorgte dafür, dass Evers an dieses Institut geholt wurde, „um dort in Ruhe seine Rubensarbeiten abschließen zu können“.<ref>Frank-Rutger Hausmann: Wozu Fachgeschichte der Geisteswissenschaften im „Dritten Reich“? In: Olaf Peters, Ruth Heftrig, Barbara Schellewald (Hrsg.): Kunstgeschichte im „Dritten Reich“. Theorien, Methoden, Praktiken (= Schriften zur modernen Kunsthistoriographie. Band 1). De Gruyter, Berlin/Boston 2008, ISBN 978-3-05-006215-0, S. 3–24, hier S. 16.</ref> Der Direktor dieses Instituts in Brüssel, Walter Mönch, berichtet dagegen, dass Evers, den er als „originellen Kopf“ und „eigensinnigen Gelehrten“ bezeichnete, sich für die Rubensforschung überwiegend in Antwerpen aufhielt.<ref name="Mönch" />

Am 12. November 1943 wurde Evers nach der Besetzung Italiens zum Militärverwaltungsrat befördert und zum Leiter der Abteilung Kunst-, Bibliotheks- und Archivschutz in Italien sowie zum Leiter des Stabes Rom und Mittelitalien des Kunstschutzes ernannt.<ref name="Wehrpass" /><ref name=":12" /> Als Leiter dieser Abteilung wurde er im Februar 1944 mit dem deutschen Rückzug aus Mittelitalien durch den Archäologen und SS-Standartenführer Alexander Langsdorff abgelöst und stattdessen von Mai bis Juli 1944 in dem zur Abteilung Kunst-, Archiv- und Bibliotheksschutz beim Chef der Militärverwaltung umbenannten militärischen Kunstschutz in Verona sowie anschließend bis April 1945 als Leiter des Stabes Mailand eingesetzt.<ref>Lutz Klinkhammer: Die Abteilung „Kunstschutz“ der Deutschen Militärverwaltung in Italien 1943–1945. In: Deutsches Historisches Institut in Rom (Hrsg.): Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken. Band 72, 1992, S. 483–549, hier S. 490. perspectiva.net, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref><ref name=":3" /><ref>Jürgen Klöckler: Verhinderter Archivalienraub in Italien: Theodor Mayer und die Abteilung ‚Archivschutz‘ bei der Militärverwaltung in Verona 1943–1945. (PDF) In: Deutsches Historisches Institut in Rom (Hrsg.): Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken. Band 86, 2006, S. 491–537, hier S. 503 f. Abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> Zusammenfassend stellt der Kunsthistoriker Christian Fuhrmeister fest, dass in der Zeit, in der „Evers die Arbeit des Kunstschutzes zu verantworten hatte“, die „deutsch-italienische Zusammenarbeit beim Kulturgüterschutz“ „als weitestgehend erfolgreich bezeichnet werden muss.“ Insbesondere betont er, dass „keine Diebstähle, Beraubungen oder Beschlagnahmen durch den Kunstschutz“ dokumentiert sind.<ref name=":12">Christian Fuhrmeister: Die Abteilung „Kunstschutz“ in Italien - Kunstgeschichte, Politik und Propaganda 1936-1963. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2019, ISBN 979-1-22103106-5, S. 221.</ref> Und die italienische Kunsthistorikerin Cecilia Ghibaudi berichtet, dass italienische Denkmalschützer (Soprintendenti) Evers in Stellungnahmen nach Kriegsende übereinstimmend als Wissenschaftler würdigten, „der den Schutz der italienischen Kunstdenkmäler politischen und militärischen Motiven voranstellte“.<ref name=":6" />

Fortsetzung der akademischen Karriere ab 1948

Im September 1945 wurde Evers aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen.<ref name=":8">Frederike Lausch: Hans Gerhard Evers’ fotografisches Sehen und sein Architekturverständnis – Sechs Glasdias aus der Sammlung des Fachgebiets Architektur- und Kunstgeschichte. Lisa Beißwanger, Alexandra Karentzos, Christiane Salge (Hrsg.): Zwischen Enklave und Vernetzung: Kunstgeschichte an der TU Darmstadt. arthistoricum.net, Heidelberg 2022, S. 145–169. In: arthistoricum.net. Abgerufen am 1. Mai 2025.</ref><ref name=":2" /> Danach zunächst aus dem bayerischen Staatsdienst entlassen,<ref name=":4" /> wurde Evers nach einer Zeit des Berufsverbots im Rahmen der Entnazifizierung als entlastet eingestuft.<ref name=":2" /> 1948 kehrte er als außerplanmäßiger Professor an die Universität München zurück.<ref name=":4" /><ref name=":2" /> Ab 1949 unterrichtete er in Vertretung des plötzlich verstorbenen Oskar Schürer als Lehrbeauftragter für Kunstgeschichte in der Fakultät für Architektur der Technischen Hochschule Darmstadt. Im April 1950 wurde er dort auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte berufen, den er bis zu seiner Emeritierung 1968 innehatte. Der Kunsthistoriker Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth vermutete 1998, dass er als „vielleicht einziger Lehrstuhlinhaber seiner Zeit Vorlesungen über den Gesamtzeitraum von der Steinzeit über die Antike und das Mittelalter, über Renaissance und Barock bis zur Kunst der Gegenwart“ hielt, und wundert sich nicht, „dass seine Universalität von manchen Fachkollegen mitunter verkannt wurde, weil er nicht die ausgetretenen Wege der traditionellen Kunsthistorie ging.“<ref>Josef Adolf Schmoll gen. Eisenwerth: Hans Gerhard Evers und Henry Moore. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): Henry Moore 1898-1986, Eine Retrospektive zum 100. Geburtstag. Ausstellungskatalog des Kunsthistorischen Museums Wien. Wien 1998, ISBN 88-8118-364-1, S. 55–57 (Familienarchiv Hans Gerhard Evers [PDF; abgerufen am 4. April 2026]).</ref> Vom Wintersemester 1955/1956 bis zum Sommersemester 1957 war Evers Dekan der Fakultät für Architektur.<ref name=":2" /> In den 1950er Jahren übernahm Evers zudem kunsthistorische Lehrveranstaltungen an der Werkkunstschule Darmstadt.<ref name=":2" />

Familiäres

Datei:Säender Engel Hermann Haller (Bildhauer).jpg
Familiengrab auf dem Bergfriedhof in Heidelberg, Hermann Haller: Die Säende, 1915, Relief.

Evers hatte zwei Kinder aus einer ersten und vier Kinder aus einer zweiten Ehe. Der Sozialwissenschaftler Tilman Evers war sein Sohn.<ref name="Mönch">Walter Mönch: Aus meinem Leben. Erfahrungen. Gestalten. Betrachtungen,. Elztal-Dallau 1981, ISBN 978-3-88260-006-3, S. 102.</ref><ref name="Familienarchiv" />

Beigesetzt ist Evers auf dem Bergfriedhof in Heidelberg.

Werk

Publikationen

Die Themen von Evers’ Publikationen reichen von der Skulptur der alten Ägypter über den griechischen Tempel, die frühchristliche Basilika, flämische Malerei, bis zu moderner Kunst und Fotografie.<ref name=":4" />

Evers’ Dissertation Studien zu Winckelmanns Stil von 1924 gilt, wie der Winckelmannforscher Arthur Schulz 1957 festhält, neben Stilmerkmalen, Spracheigentümlichkeiten und ästhetischen Anschauungen Johann Joachim Winckelmanns vor allem deren Vergleich mit Überlegungen Gotthold Ephraim Lessings und Johann Gottfried Herders.<ref>Arthur Schulz: Vorwort. In: Hanna Koch (Hrsg.): Johann Joachim Winckelmann. Sprache und Kunstwerk (= Jahresgabe … der Winckelmann-Gesellschaft Stendal. Band 1956/1957). Akademie, Berlin 1957, S. 7 f.</ref>

Evers’ zweibändige Publikation zur ägyptischen Plastik des Mittleren Reichs von 1929 hebt sich, wie 2011 die Ägyptologin Alexandra Verbovsek betonte, von der bis dahin eher deskriptiven Ägyptologie durch eine „besondere Dichte formanalytischer und stilkritischer Hinweise“ und „größere methodische Gründlichkeit“ ab.<ref>Hans Gerhard Evers: Staat aus dem Stein. Denkmäler, Geschichte und Bedeutung der ägyptischen Plastik während des Mittleren Reichs. 2 Bände. F. Bruckmann, München 1929. Abgerufen am 17. Mai 2025.</ref><ref>Alexandra Verbovsek: „Das Ende der Kunst“? Kulturwissenschaftliche Perspektivierungen der ägyptologischen Kunstwissenschaft. In: Alexandra Verbovsek, Burkhard Backes, Catherine Jones (Hrsg.): Methodik und Didaktik in der Ägyptologie. Herausforderungen eines kulturwissenschaftlichen Paradigmenwechsels in den Altertumswissenschaften (= Ägyptologie und Kulturwissenschaft. Band 4). Wilhelm Fink, München 2011, ISBN 978-3-7705-5185-9, S. 359–401, hier S. 363.</ref> Edna R. Russmann bedauert 2003, dass Evers' Ansatz eines „systematisches Studiums der Kunst“ trotz großer Verbreitung dieser Publikation zu wenig Nachahmung in der Ägyptologie gefunden hat,<ref>Edna R. Russmann: The State of Egyptology at the End of the Millennium: Art. In: Zahi Hawass (Hrsg.): Egyptology at the Dawn of the Twenty-first Century. Proceedings of the Eighth International Congress of Egyptologists Cairo 2000. Kairo 2003, ISBN 977-424-674-8, S. Band 2, 23–28, hier S. 24 (3 Bände).</ref> und der Ägyptologe Alessio Delli Castelli würdigt das Werk noch 2025 wegen des dort herausgearbeiteten Zusammenhangs zwischen der Entstehung von Staat und Monumenten als Materialisierungen des Staates und Orten der Geschichtsschreibung sowie wegen der erstmaligen systematischen Analyse des Stils ikonographischer Elemente als Datierungskriterium als immer noch obligatorischen Bezugspunkt der Ägyptologie.<ref>Alessio Delli Castelli: Ancient Egyptian Portraiture. History of an Idea (= Harvard Egyptological Studies. Band 25). Brill, Leiden/Boston 2025, ISBN 978-90-04-71467-0, S. 37, 42, 47, 112, 141, 208, 412 f., 423, 551.</ref>

In seinem Sammelband Tod, Macht und Raum als Bereiche der Architektur von 1939<ref>Hans Gerhard Evers: Tod, Macht und Raum als Bereiche der Architektur. Neuer Filser-Verlag, München 1939, 2. erweiterte Auflage, Wilhelm Fink-Verlag, München, 1970. In: Hans Gerhard Evers Familienarchiv. Abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> untersucht Evers, inwiefern die Ordnung von Architektur den Fortbestand einer Gemeinschaft von Menschen konstituiert und kommt dabei, wie die Kunsthistorikerin Christiane Fork 2007 festhielt, dem Kunstgeschichtsbild des Nationalsozialismus teilweise besonders nahe.<ref name=":4" /> Der Kunsthistoriker Christian Fuhrmeister versteht Formulierungen von Evers dagegen als „Ausdruck der Überzeugung [...], dass Macht- und Herrschaftsverhältnisse stets eine essentielle Rolle bei Entstehung von Kunst [...] spielen, die politische Dimension also vom Kunsthistoriker immer mitgedacht werden muss“.<ref name=":12" /> 2010 wurde das Buch in die Hauptwerke der Kunstgeschichtsschreibung aufgenommen und vom Herausgeber, dem Kunsthistoriker Paul von Naredi-Rainer besprochen. Naredi-Rainer betont die „ungewöhnlichen Beobachtungen, originellen Fragestellungen und über die Fachgrenzen hinausgehenden Verknüpfungen“ mit denen Evers „als einer der ersten Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts“ der Architektur den „Sitz im Leben“ zurückgegeben habe.<ref>Paul von Naredi-Rainer: Hans Gerhard Evers, Tod, Macht und Raum als Bereiche der Architektur, München 1939. In: Paul von Naredi-Rainer (Hrsg.): Hauptwerke der Kunstgeschichtsschreibung. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-520-36401-2, S. 104–106.</ref> Auch Panagloss.de listet das Werk in der Chronik zur Geschichte der Kunstgeschichte.<ref>Panagloss.de: Chronik zur Geschichte der Kunstgeschichte. Abgerufen am 24. März 2026.</ref> Trotz der „enormen zeitlichen Spannweite von der Spätantike bis in das frühe 20. Jahrhundert“<ref>Hauke Horn: Kurzrezension zu H. G. Evers: Tod, Macht und Raum. Abgerufen am 24. März 2026.</ref> erwähnt Evers die nationalsozialistischen Monumentalarchitektur und ihre Machtsymbolik in dem Buch überhaupt nicht, obwohl das bei dem Titel hätte nahe liegen können.

Zu Rubens veröffentlichte Evers 1942 eine Monografie,<ref name=":5" /> in der, wie der Kunsthistoriker Hans-Joachim Raupp 2001 zusammenfasste, „germanische Mythen und die Blut-und-Boden-Ideologemen des Dritten Reiches eine für den heutigen Leser teils groteske, teils verstörende Rolle“ spielen,<ref name=":02">Hans-Joachim Raupp: Rubens und das Pathos der Landschaft. In: Ulrich Heinen, Andreas Thielemann (Hrsg.): Rubens Passioni. Die Kultur der Leidenschaften im Barock (= Rekonstruktion der Künste. Band 3). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-47902-6, S. 159–179, hier S. 163.</ref><ref name=":0" /> und 1943 einen Sammelband mit einzelnen Forschungsbeiträgen.<ref name=":7">Hans Gerhard Evers: Rubens und sein Werk. Neue Forschungen. De Lage Landen, Brüssel 1943. Hans Gerhard Evers Familienarchiv, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Der Kunsthistoriker und Rubenskenner Emil Kieser würdigte 1950 den Umfang der Arbeit und das Quellensstudium und erwähnt besonders, dass der zweite Band mit einer „Zeittafel“ beginnt, „für welche jeder Rubensforscher dem Verfasser Dank wissen wird“.<ref>Emil Kieser: Rezension zu Hans Gerhard Evers' Rubens-Büchern. Zeitschrift für Kunstgeschichte Nummer=13. Bd., H 1. Deutscher Kunstverlag, Walter de Gruyter, 1950, S. 134–140, abgerufen am 24. März 2026.</ref> Und Otto von Simson hielt 1996 die beiden Bänder wegen der „ausgebreiteten archivarischen Kenntnisse“ für „noch immer wertvoll“.<ref></ref> Im Lauf seines Lebens veröffentliche Evers noch zwei wissenschaftliche Aufsätze<ref>Hans Gerhard Evers: Zu einem Blatt mit Zeichnungen von Rubens im Berliner Kupferstichkabinett. In: Pantheon. Band 19, 1961, S. 93–97 und 136–140 (Nachdruck in Schriften, 1975, Download bei Hans Gerhard Evers Familienarchiv [PDF]).</ref><ref>Hans Gerhard Evers: Rubens und der Löwe . Zu einer Zeichnung in Amsterdam. In: Heinz Ladendorf (Hrsg.): Festschrift Dr. h. c. Eduard Trautscholdt zum siebzigsten Geburtstag am 13. Januar 1963. Hauswedell, Hamburg 1965, S. 127–131.</ref> sowie zahlreiche weitere Texte zu Rubens.

1938 verfasste Evers unter Nutzung wenig später im Krieg verbrannter Archivalien einen ausführlichen Beitrag zu Schlossbauten von Ludwig II. von Bayern,<ref>Hans Gerhard Evers: Herrenchiemsee. In: Tod, Macht und Raum als Bereiche der Architektur. Neuer Filser-Verlag, München 1939, S. 199–232. Hans Gerhard Evers Familienarchiv, abgerufen am 25. April 2025.</ref> dem er eine 1989 von Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth finalisierte und herausgegebene umfassende Monografie widmete.<ref>Hans Gerhard-Evers: Ludwig II. von Bayern, Theaterfürst, König, Bauherr. Hrsg.: J.A. Schmoll gen. Eisenwerth. Hirmer, München 1986, ISBN 978-3-7774-4150-4. Hans Gerhard Evers Familienarchiv, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Bernd Mohnhaupt bezeichnet dieses Buch in Arthistoricum.net als „die zentrale Ludwig-Monografie“.<ref>Bernd Mohnhaupt: Rezension zu Christine Tauber: Ludwig II. https://www.arthistoricum.net. Abgerufen am 23. März 2026.</ref> Mit seinem in fünf Sprachen übersetztem Band Vom Historismus zum Funktionalismus von 1967 trug Evers, wie Christiane Fork 2007 hervorhob, wesentlich zur Anerkennung von Historismus und Ingenieurskunst als Sachgebieten der Kunstgeschichte bei.<ref>Hans Gerhard Evers: Vom Historismus zum Funktionalismus. Holle Verlag, Baden-Baden 1967. (1980, ISBN 3-87355-121-7). In: Hans Gerhard Evers Familienarchiv. Abgerufen am 1. Mai 2025.</ref><ref name=":4" /> Über die Architektur des 20. Jahrhunderts in Hessen verfasste er 1969 nach seiner Emeritierung einen umfangreichen Bildband.<ref>Hans Gerhard Evers: Kunst des 20. Jahrhunderts in Hessen. Bd. III: Architektur. Peters Verlag, Hanau 1969.</ref> Texte zu Henry Moore aus einem unvollendet und unveröffentlicht gebliebenen Manuskript wurden wegen der „kongenialen Schau von Evers auf Moore“ und der „besonderen Gedankentiefe“ sowie des „persönlichen Engagements im Ausdeuten der Formenwelt Moores und seiner kosmischen Bezüge“ (Josef Adolf Schmoll gen. Eisenwerth) posthum in den Ausstellungskatalog zur Wiener Retrospektive zum 100. Geburtstag Henry Moores 1998 aufgenommen.<ref>Hans Gerhard Evers: Gedanken zur Kunst Henry Moores. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): Henry Moore 1898-1986, Eine Retrospektive zum 100. Geburtstag. Ausstellungskatalog des Kunsthistorischen Museums Wien. Wien 1998, ISBN 88-8118-364-1, S. 59–76 (Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv [PDF]).</ref><ref>Josef Adolf Schmoll gen. Eisenwerth: Hans Gerhard Evers und Henry Moore. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): Henry Moore 1898-1986, Eine Retrospektive zum 100. Geburtstag. Ausstellungskatalog des Kunsthistorischen Museums Wien. Wien 1998, ISBN 88-8118-364-1, S. 55–57 (Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv [PDF]).</ref>

Evers publizierte auch zu Fotografie, die er auch als eigenständige neue Kunstform interpretierte.<ref name=":8" />

Fotografie

Wo immer möglich fotografierte Evers seine Forschungsgegenstände selbst und verdeutlichte oft schon durch die Wahl des Blickwinkels und durch Detailaufnahmen seine besondere Sichtweise und Interpretation.<ref name=":2" /><ref name=":8" /> Der Kunsthistoriker und Fotograf Rolf Sachsse charakterisierte Evers’ Architekturfotografie als „Abbreviaturen und Extrakte der von ihm gesehenen Bauten“, deren Tektonik, Volumenabfolge und Ornamentik er jeweils so vereinzelt habe, dass sie einen Hinweis auf das Ganze eines Bauwerks gebe, ohne es in seiner Gesamtheit zu zeigen. In den 1930er Jahren war Evers mehrfach als Fotograf für Richard Hamann und Foto-Marburg tätig.<ref>Rolf Sachsse: Photographie als Medium der Architekturinterpretation. Studien zur Geschichte der deutschen Architekturphotographie im 20. Jahrhundert. K. G. Saur, München/NewYork/London/Paris 1984, ISBN 3-598-10564-9, S. 13 f., 196 f., 335.</ref> Sein fotografischer Nachlass befindet sich überwiegend im Kunstgeschichtlichen Institut der Technischen Universität Darmstadt und ist im Bildarchiv Foto Marburg und im Department of Art History der New York University zu finden.<ref name=":2" /><ref name=":8" /> Als Lehrstuhlinhaber an der Technischen Hochschule Darmstadt baute Evers zu Lehrzwecken eine Glasdiasammlung mit ca. 60.000 Dias im Format 6 × 9 cm auf. Ein erheblicher Teil sind Evers’ eigene Fotografien. „Die Sammlung ist sowohl aus wissenschaftsgeschichtlicher als auch aus medienhistorischer, fototheoretischer und kulturpolitischer Perspektive von großem Wert“ und wird in einem mehrjährigen „Glasdiaprojekt“ derzeit „wissenschaftlich erschlossen, digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht“.<ref>Technische Hochschule Darmstadt, Institut für Kunstgeschichte: Gasdiaprojekt. Abgerufen am 25. März 2026.</ref>

Öffentliches Wirken

Im Kulturleben Darmstadts nahm Evers eine Scharnierfunktion zwischen Hochschule, Stadt, Kulturszene und Öffentlichkeit ein. Er gehörte zu den Mitinitiatoren der Darmstädter Gespräche, organisierte aus Anlass eines allgemeinen „Unbehagens an der modernen Kunst“ das erste Gespräch Das Menschenbild in unserer Zeit 1950, das die moderne Kunst in Deutschland rehabilitieren sollte, beteiligte sich an dessen inhaltlicher Ausrichtung und leitete es. Bis 1975 gehörte er zum Ständigen Komitee der Darmstädter Gespräche, übernahm auch bei zwei weiteren Gesprächen die Gesprächsleitung und gab die Tagungsakten heraus.<ref name=":9" /><ref>Hans Gerhard Evers [Hrsg.]: Darmstädter Gespräch. Das Menschenbild in unserer Zeit. Neue Darmstädter Verlagsanstalt, Darmstadt 1950. Hans Gerhard Evers Familienarchiv, abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref>Rudolf Krämer-Badoni, Hans Gerhard Evers [Hrsg.]: Darmstädter Gespräch, Mensch und Menschenbilder. Neue Darmstädter Verlagsanstalt, Darmstadt 1968.</ref> In engem Zusammenhang damit setzte sich Evers für zahlreiche Ausstellungen in Darmstadt ein<ref name=":4" /><ref name=":9">Lisa Beißwanger: Zwischen Hochschule, Kunstinstitutionen und Stadtverwaltung – Hans Gerhard Evers und die gesellschaftspolitische Dimension der Darmstädter Gespräche. Lisa Beißwanger, Alexandra Karentzos, Christiane Salge (Hrsg.): Zwischen Enklave und Vernetzung: Kunstgeschichte an der TU Darmstadt. arthistoricum.net, Heidelberg 2022, S. 79–109. In: arthistoricum.net. Abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> wie etwa für die große Darmstädter Kunstausstellung Zeugnisse der Angst in der modernen Kunst (1963).<ref>Gottfried Sello: Wovor die Angst sich ängstigt. Die Ausstellung „Zeugnisse der Angst“ auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. In: Die Zeit. 32/1963, 9. August 1963. In: https://www.zeit.de/. Abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref></ref> Wie die Kunsthistorikerin Lisa Beißwanger zusammenfassend feststellt, war es Ziel der Darmstädter Gespräche, nach Ende des Dritten Reichs eine intellektuelle Streitkultur wiederherzustellen und zum geistigen Wiederaufbau von Stadt und Nation beizutragen. Evers habe dabei Ideologiefreiheit gefordert und eine konsensliberale Geisteshaltung vertreten. Da die jüngste Vergangenheit dort allerdings nicht angesprochen worden sei, sei Evers’ Pochen auf Sachlichkeit und Ideologiefreiheit während des Gesprächs nicht nur einem wissenschaftlichen Neutralitätsethos geschuldet gewesen, sondern auch einem politisch konnotierten Moment des Verdrängens.<ref name=":9" />

Evers nahm auch am kulturpolitischen Vereinsleben in Darmstadt aktiven Anteil: Er war u. a. Mitglied der „Förderer der Darmstädter Künstlerkolonie“, Gründungsmitglied und 2. Vorsitzender der „Freunde des Hessischen Landesmuseums“ sowie Mitglied in der städtischen Kunstankaufskommission.<ref name=":9" /> Ab 1963 war Evers neben Günter Busch, Klaus Lankheit, Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth und Stephan Waetzoldt als Mitglied der Kerngruppe des Arbeitskreises für Kunst- und Architekturgeschichte am Aufbau der Fritz Thyssen Stiftung beteiligt.<ref>Hans Günter Hockerts: Ein Erbe für die Wissenschaft. Die Fritz Thyssen Stiftung in der Bonner Republik. 2., durchgesehene Auflage (Erstausgabe 2018). Ferdinand Schöningh, Paderborn 2021, ISBN 978-3-506-76016-6, S. 244, 246.</ref>

Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Eine Bibliografie von Evers' Schriften bis 1968 findet sich in: Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth (Hrsg.): Beiträge. Für Hans Gerhard Evers anlässlich der Emeritierung im Jahre 1968 (= Darmstädter Schriften. Band 22), Justus von Liebig Verlag, Darmstadt, 1968, S. 101–106. Weitere Bibliographien siehe unten in den Weblinks.

Buchpublikationen

  • Staat aus dem Stein. Denkmäler, Geschichte und Bedeutung der ägyptischen Plastik während des Mittleren Reichs. 2 Bände. F. Bruckmann, München 1929. (Digitalisat und Hinweise zur Edition im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Tod, Macht und Raum als Bereiche der Architektur. Neuer Filser-Verlag, München 1939. 2., verbesserte und um zahlreiche Abbildungen erweiterte Auflage, Wilhelm Fink Verlag, München 1970. (Inhaltsverzeichnis, Digitalisat der 2. Aufl., und Hinweise zur Edition im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Peter Paul Rubens. F. Bruckmann, München 1942. (Flämische Ausgabe, übersetzt von Karel Ruyssinck, bei De Sikkel, Antwerpen 1946). (Digitalisat und Hinweise zur Edition im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Rubens und sein Werk. Neue Forschungen. De Lage Landen, Brüssel 1943.<ref>Rubens-Biografie und Forschungen. Info zur Entstehung und Downloadlink</ref> (Digitalisat und Hinweise zur Edition im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Das Menschenbild in unserer Zeit. Hrsg. im Auftrag des Magistrats der Stadt Darmstadt und des Komitees Darmstädter Gespräch 1950 von H. G. Evers. Neue Darmstädter Verlagsanstalt, Darmstadt 1951. (Digitalisat und Hinweise zu Tagung und Edition im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Vom Historismus zum Funktionalismus. Holle Verlag, Baden-Baden 1967. (1980, ISBN 3-87355-121-7) (Kunst der Welt. Ihre geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen. Die Kulturen des Abendlandes). (Digitalisat und Hinweise zur Edition im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Kunst des 20. Jahrhunderts in Hessen. Bd. III: Architektur. Peters Verlag, Hanau 1969.
  • Dürer bei Memling. Wilhelm Fink Verlag, München 1972. (Digitalisat des Inhaltsverzeichnisses im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Schriften. Wichtige Aufsätze aus verschiedenen Lebensperioden, nachgedruckt zu Ehren des 75. Geburtstages. Technische Hochschule Darmstadt, 1975. (Digitalisat und Hinweise zur Edition im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Ludwig II. von Bayern, Theaterfürst, König, Bauherr. Herausgegeben von Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth und besorgt von Klaus Eggert. Hirmer Verlag, München 1986. (Digitalisat und Hinweise zur Edition im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).

Andere Publikationen

Ägyptologie/Archäologie/Sinologie

  • Zu den Konstantinsbauten am Heiligen Grabe in Jerusalem. In: Zeitschrift für ägyptische Sprache. 75, 1939, S. 53–60. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Der griechische Tempel, vorher und nachher. In: Das Werk des Künstlers. Studien zur Ikonographie und Formgeschichte. Hubert Sehrade zum 60. Geburtstag dargebracht von Kollegen und Schülern. Stuttgart 1960, S. 1–35. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv)
  • mit Rolf Romero: Rotes und weißes Kloster bei Sohag. Probleme der Rekonstruktion. In: Klaus Wessel (Hrsg.): Christentum am Nil. Aurel Bongen, Recklinghausen 1964, S. 175–199 (Internationale Arbeitstagung zur Ausstellung „Koptische Kunst“, Essen, Villa Hügel, 23.–25. Juli 1963). (Veröffentlichung zu einer bauhistorischen Exkursion mit Architekturstudenten zu koptischen Klöstern in Ägypten. Digitalisat bei Deutsche Digitale Bibliothek)
  • Carl Hentze. In: Carl Hentze. Das Werk des Gelehrten und Künstlers. Ausstellungskatalog Kunsthalle Darmstadt, 3. Febr. – 10. März 1968. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Sehnsucht nach Ägypten. Festschrift Wolfgang Krönig. In: Aachener Kunstblätter. 41, Verlag L. Schwann, Düsseldorf 1971, S. 7–18. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).

Mittelalter

  • Die acht Seiten der spätgotischen Skulptur. In: Variae Formae. Festschrift F. Gerke. 1962, S. 149–162. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Entstehung des Würfelkapitells. In: Festschrift Karl Oettinger zum 60. Geburtstag am 4. 3 1966. Universitätsbund Erlangen-Nürnberg e. V., Erlangen 1967, S. 71–92. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).

Renaissance/Barock

  • De Weg geudgd door de blijde Inkomsten langs de Straten te Antwerpen. In: Irmengard v. Roeder-Baumbach: Versieringen bij blijde Inkomsten. Antwerpen 1943, S. 117–175.
  • Die Engelsbrücke in Rom von G. Lorenzo Bernini. Gebr. Mann, Berlin 1948. (= Kunstbrief. Nr. 53) (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Zur 'Scala Regia' des Vatikan. In: Rendiconti della Pontificia Accademia di Archeologia. 39, 1966/67, S. 189–215. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Einführung zu: Wendel Dietterlin, Architectura. Reprografischer Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1598 aus der Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 1965. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).

Peter Paul Rubens

  • Zu einem Blatt mit Zeichnungen von Rubens im Berliner Kupferstichkabinett. In: Pantheon. 19, 1961, S. 93–97 und 136–140. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Selbstbildnisse von Rubens; Rubens als Bürger. In: Peter Paul Rubens. Ausstellungskatalog Siegen, 28. Juni – 19. Juli 1967, S. 8–47.

19. Jahrhundert/Historismus

  • Historismus. In: Ludwig Grote (Red.): Historismus und Bildende Kunst. Vorträge und Diskussion im Oktober 1963 in München und Schloß Anif (= Studien zur Kunst des 19. Jahrhunderts. Band 1), Prestel, München 1965, S. 25–42. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Plastik des 19. Jahrhunderts. In: Rudolf Zeitler: Propyläen Kunstgeschichte. Band 11, Propyläen Verlag, Frankfurt am Main / Berlin / Wien 1966, S. 153–169, Tafeln 312–357.
  • Kann die historistische Kirchenbaukunst des 19. Jahrhunderts als Trivialkunst verstanden werden? In: Triviale Zonen in der religiösen Kunst des 19. Jahrhunderts. Klostermann, Frankfurt am Main 1971, S. 179–198 (= Studien zur Philosophie und Literatur des neunzehnten Jahrhunderts. Band. 15).
  • Die bayerischen Königsschlösser. In: Renate Wagner-Rieger, Walter Krause (Hrsg.): Historismus und Schlossbau (= Studien zur Kunst des 19. Jahrhunderts. Band 28). Prestel, München 1975, S. 119–128 (Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Gedanken zur Neubewertung der Architektur des 19. Jahrhunderts. In: Hilda Lietzmann (Zusammenstellung): Bibliographie zur Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts (= Studien zur Kunst des 19. Jahrhunderts. Band 4). Prestel, München 1968, S. 41–46.
  • Brücken. In: Ludwig Grote (Hrsg.): Die deutsche Stadt im 19. Jahrhundert. Stadtplanung und Baugestaltung im industriellen Zeitalter (= Studien zur Kunst des neunzehnten Jahrhunderts. Band 24). Prestel, München 1974, S. 247–256, ISBN 3-7913-0051-2.

20. Jahrhundert

  • Zu der Ausstellung Francis Bacon in der Kunsthalle Mannheim. In: Mannheimer Hefte. 1962, Nr. 3, S. 8–15 (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Zeugnisse der Angst in der modernen Kunst. Katalog zur Ausstellung zum 8. Darmstädter Gespräch auf der Mathildenhöhe Darmstadt vom 29. Juni bis 1. September 1963 (Herausgeber sowie „Vorwort und Nachwort“, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Gedanken zur Kunst Henry Moores. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): Henry Moore 1898–1986, Eine Retrospektive zum 100. Geburtstag. Ausstellungskatalog des Kunsthistorischen Museums Wien. Wien 1998, ISBN 3-900-325-83-3, S. 55–76 (posthum erschienen, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).

Fotografie

  • Über Architektur-Fotografie. Perutz-Mitteilungen, München, Jahrgang 1933, Heft Nr. 2, S. 54–59. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Brief über die Architektur-Fotografie. In: Baukunst und Werkform. 7, 1954, H. 9, S. 522–548. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Einleitung zu: Otto Steinert (Hrsg.): Das deutsche Lichtbild 1964. Jahresschau. Strache, Stuttgart 1963 (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Das menschliche Antlitz Europas. Vortrag zur Foto-Ausstellung, 1960. (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv).
  • Fotografie – Wirklichkeit – Bewußtsein. In: Bauwelt. 7/1976. (THEMA: Fotografie – Wirklichkeit – Bewußtheit, 1976), (Nachdruck in Schriften, 1975, Digitalisat im Hans Gerhard Evers Familienarchiv.)

Sonstiges

Literatur

  • Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth: Einzelgänger und Querdenker, Von Stonehenge bis zum Königtum Ludwig II: Eine Erinnerung an den Kunsthistoriker Hans Gerhard Evers. (Anlässlich des Todes.). In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. April 1993 (Familienarchiv Hans Gerhard Evers [PDF; abgerufen am 2. April 2026]).
  • Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth, im Auftrag des Magistrats der Stadt Darmstadt (Hrsg.): Beiträge – Für Hans Gerhard Evers (= Darmstädter Schriften. Band 22). Justus von Liebig, Darmstadt 1968.
  • Walter Mönch: Aus meinem Leben. Erfahrungen. Gestalten. Betrachtungen. Elztal-Dallau 1981, ISBN 978-3-88260-006-3, S. 102 f.
  • Christiane Fork: Evers, Hans Gerhard. In: Peter Betthausen u. a. (Hrsg.): Metzler-Kunsthistoriker-Lexikon. Zweihundert Porträts deutschsprachiger Autoren aus vier Jahrhunderten. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage. J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2007, ISBN 978-3-476-02183-0, S. 84–86 (bei Springe Nature Link [PDF]).
  • Christian Fuhrmeister: Optionen, Kompromisse und Karrieren. Überlegungen zu den Münchener Privatdozenten Hans Gerhard Evers, Harald Keller und Oskar Schürer. In: Nikola Doll, Christian Fuhrmeister, Michael H. Sprenger (Hrsg.): Kunstgeschichte im Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte einer Wissenschaft zwischen 1930 und 1950. VDG, Weimar 2005, ISBN 3-89739-481-2, S. 219–242.
  • Friedrich Wilhelm Knieß: Evers, Hans Gerhard. In: Historischer Verein für Hessen im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt (Hrsg.): Stadtlexikon Darmstadt. Theiss, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1930-3 (darmstadt-stadtlexikon.de [abgerufen am 2. April 2026]).
  • Daniela Bohde: Kulturhistorische und ikonographische Ansätze in der Kunstgeschichte im Nationalsozialismus. In: Olaf Peters, Ruth Heftrig, Barbara Schellewald (Hrsg.): Kunstgeschichte im „Dritten Reich“. Theorien, Methoden, Praktiken (= Schriften zur modernen Kunsthistoriographie. Band 1). De Gruyter, Berlin/Boston 2008, ISBN 978-3-05-006215-0, S. 189–204.
  • Christian Fuhrmeister, Johannes Griebel, Stephan Klingen, Ralf Peters (Hrsg.): Kunsthistoriker im Krieg, Deutscher Militärischer Kunstschutz in Italien 1943–1945. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2012, ISBN 978-3-412-20804-2.
  • Christian Fuhrmeister: Die Abteilung 'Kunstschutz' in Italien, Kunstgeschichte, Politik und Propaganda 1936-1963. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2019, ISBN 978-3-412-22404-2.
  • Lisa Beiswanger: Hans Gerhard Evers. In: TU-Darmstadt, 150 Jahre Kunstgeschichte, Personen. Abgerufen am 30. März 2026.
  • Verlaginfo

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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