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Michael Redgrave

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Michael Redgrave (1978)
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Michael Redgrave (1973)
Datei:Jack Metzger – Heidi 1967 ETH-BIB Com L16-0706-0005-0002.jpg
Michael Redgrave, bei den Dreharbeiten von Heidi kehrt heim (1967)

Sir Michael Scudamore Redgrave CBE (* 20. März 1908 in Bristol; † 21. März 1985 in Denham, Buckinghamshire) war ein britischer Schauspieler, Theaterregisseur und Autor, der insbesondere zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren ein bedeutender Star des britischen Kinos war.

Leben und Schaffen

Redgrave wurde als Sohn des Stummfilmstars Roy Redgrave und der Schauspielerin Margaret Scudamore geboren. Er studierte in Cambridge und wurde anschließend zunächst Lehrer, Herausgeber einer Zeitung und freier Journalist. Durch seine Mitwirkung an einem Amateurtheater fand er schließlich zur professionellen Schauspielerei.<ref>Vorlage:AllMovie</ref> 1934 ging er nach Liverpool zum Theater.

Sein Filmdebüt hatte der Schauspieler 1936 mit einer kleinen Rolle in Alfred Hitchcocks Geheimagent. Der Regisseur fand Gefallen an seiner Leistung und gab ihm zwei Jahre später die Hauptrolle eines exzentrischen Musikanten in der Kriminalkomödie Eine Dame verschwindet mit Margaret Lockwood. Diese Filmrolle machte ihn populär und fortan zählte er zu den Stars des britischen Filmes.<ref>BFI Screenonline: Redgrave, Michael (1908-1985) Biography. Abgerufen am 22. Dezember 2018.</ref> Es folgten diverse weitere Hauptrollen, sowohl in ernsten als auch komischen Stoffen. So verkörperte er etwa die Titelrolle des Kipps etwa Kipps in der Romanverfilmung Kipps – Roman eines einfachen Menschen.

1940, nach Beginn des Weltkrieges, übernahm er für die Wartime Tour des Glyndebourne Festivals die Rolle des Macheath in The Beggar’s Opera. Seine Partnerinnen als Polly waren Audrey Mildmay und Irene Eisinger. Zwischen 1941 und 1942 diente Redgrave bei der Royal Navy, ehe er wieder zur Schauspielerei zurückkehrte. Im Umfeld des Zweiten Weltkrieges spielte er in mehreren Kriegsfilmen. 1945 war er in Traum ohne Ende, einem Klassiker des britischen Horrorfilms. 1947 ging er nach Hollywood, wo er für sein amerikanisches Filmdebüt in der Eugene-O’Neill-Adaption Trauer muss Elektra tragen eine Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller erhielt. Sein Versuch, sich auch dort als Filmstar zu etablieren, war allerdings auf die Dauer eher erfolglos und so kehrte er zum britischen Film zurück.<ref>BFI Screenonline: Redgrave, Michael (1908-1985) Biography. Abgerufen am 22. Dezember 2018.</ref>

Beim Filmfestival Cannes 1951 wurde er mit dem Darstellerpreis für seine Darstellung eines scheinbar emotionslosen, gescheiterten Lehrers in dem von Anthony Asquith inszenierten Drama Konflikt des Herzens nach einem Stück von Terence Rattigan ausgezeichnet. Im nachfolgenden Jahr spielte Redgrave erneut unter Asquith Regie, dieses Mal wieder im Komödiengenre als Jack Worthing in der Oscar-Wilde-Verfilmung Ernst sein ist alles. 1955 übernahm er die Hauptrolle in dem kommerziell sehr erfolgreichen Kriegsfilm Mai 1943 – Die Zerstörung der Talsperren.

In späteren Jahren wandte sich Michael Redgrave altersbedingt zusehends Charakterrollen zu, neben Hauptrollen nunmehr auch als Nebendarsteller. Zu seinen bekannteren späteren Filmauftritten von ihm zählen Burgomil Trebitsch in Orson WellesHerr Satan persönlich (1955), der an den ihm anvertrauten Kindern eher desinteressierte Onkel in dem Horrorfilm Schloß des Schreckens (1961), der Leiter einer Anstalt für jugendliche Straftäter in Tony Richardsons British-New-Wave-Klassiker Die Einsamkeit des Langstreckenläufers (1962) und der sich an seine Kindheit zurückerinnernde ältere Mann in Der Mittler (1971) unter Regie von Joseph Losey. Häufiger übernahm Redgrave nun auch Fernsehrollen, etwa als Großvater in dem Fernsehfilm Heidi kehrt heim von 1968.

Vielbeachtet wurden am Theater in den 1960er-Jahren seine Titelrollen in Tschechows Onkel Wanja und Ibsens Baumeister Solness.<ref>Albin Krebs: Sir Michael Redgrave Dead; Head of Acting Clan Was 77. In: The New York Times. 22. März 1985, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 22. Dezember 2018]).</ref> Neben seiner Schauspielkarriere verfasste Redgrave auch insgesamt fünf Bücher, darunter zwei Autobiografien, sowie mehrere Theaterstücke. Mitte der 1970er-Jahre machte sich die Parkinson-Krankheit bei ihm zusehends bemerkbar, woraufhin er seine Schauspielkarriere beendete.<ref>Albin Krebs: Sir Michael Redgrave Dead; Head of Acting Clan Was 77. In: The New York Times. 22. März 1985, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 22. Dezember 2018]).</ref>

Privatleben

Ab 1935 war Redgrave mit der Schauspielerin Rachel Kempson verheiratet. Ihre Kinder Vanessa Redgrave (* 1937), Corin Redgrave (1939–2010) und Lynn Redgrave (1943–2010) wurden ebenfalls Schauspieler. Auch die Enkelkinder Natasha Richardson (1963–2009), Joely Richardson (* 1965) und Jemma Redgrave (* 1965) sowie die Urenkelin Daisy Bevan (* 1992) folgten ins Schauspielgeschäft. Obwohl der bisexuelle Schauspieler auch außereheliche Affären sowie eine Langzeitbeziehung mit dem Drehbuchautor und Schauspieler Bob Mitchell hatte,<ref>Bruce Weber: Corin Redgrave, Actor and Activist, Dies at 70. In: The New York Times. 6. April 2010.</ref><ref>Donald Spoto: The Redgraves: A Family Epic. Random, New York 2012, ISBN 978-0307720146, S. 183.</ref> hielt die Ehe mit Kempson bis zu seinem Tod.<ref>Richard Severo: Rachel Kempson, 92, Matriarch of Acting Family. In: The New York Times. 26. Mai 2003, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 22. Dezember 2018]).</ref>

Redgrave stand aufgrund seiner politisch progressiven Gesinnung unter Beobachtung des MI5.<ref>John Green: Britain's Communists. The Untold Story. Artery Publications, London 2016 (2. Auflage), ISBN 978-0-9558228-7-2, S. 299.</ref>

1952 wurde er zum Commander des Order of the British Empire, 1959 schließlich zum Ritter erhoben. Er starb einen Tag nach seinem 77. Geburtstag in Denham.<ref>Albin Krebs: Sir Michael Redgrave Dead; Head of Acting Clan Was 77. In: The New York Times. 22. März 1985, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 22. Dezember 2018]).</ref>

Auszeichnungen

Filmografie (Auswahl)

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Bibliografie

  • Water Music for a Botanist W. Heffer, Cambridge (1929), Gedichtband
  • The Actor's Ways and Means Heinemann (1953)
  • Mask or Face: Reflections in an Actor's Mirror Heinemann (1958)
  • The Mountebank's Tale Heinemann (1959)
  • In My Mind's I: An Actor's Autobiography Viking (1983)

Weblinks

Commons: Michael Redgrave – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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