Willowvale Motor Industries
Die Willowvale Motor Industries (Pvt.) Ltd. (von 1989 bis 2015 Willowvale Mazda Motor Industries (Pvt.) Ltd.) ist ein Automobil- und Nutzfahrzeughersteller in Simbabwe.
Geschichte
Nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung Rhodesiens war, aufgrund von UN-Sanktionen, kein Import von Komplettfahrzeugen nach Rhodesien mehr möglich. Zudem verloren die beiden inländischen Montagewerke von BMC und Ford den Zugang zu ihren Exportmärkten, so dass die Produktion stagnierte und beide Werke Anfang 1967 schließen mussten.<ref>William Minter/Elizabeth Schmidt: When Sanctions Worked: The Case of Rhodesia Reexamined, in: African Affairs 87, Nr. 347, (1988), S. 207–237.</ref>
Beide Montagewerke wurden von der rhodesischen Industrial Development Corporation aufgekauft.
Zu den Unternehmen, deren Fahrzeuge von WMI montiert wurden, gehörten Toyota, BMW, Peugeot, Citroën, Nissan (Datsun), Scania, Renault, Bedford und Alfa Romeo.<ref name="yu">Chenghua Yu: The transferability of Japanese production system in Zimbabwe: A case study of Willowvale Mazda Motor Industries, Universität Tokio 2012.</ref> Bei den montierten BMW-Modellen handelte es sich um den auf dem Glas 1700 basierenden BMW 2000 GL, der hier als Cheetah vertrieben wurde.<ref>Die Reiselimousine GLAS 1700 und 1700 TS auf den Seiten des Glas Automobilclub International e.V.</ref>
Weitere produzierte Marken waren Daihatsu und Isuzu.<ref>Jörg Bauer, The Flight of the Phoenix: Investing in Zimbabwe's Rise from the Ashes during the Global Debt Crisis, 2013.</ref> Im Juli 1980 kamen Modelle von Mazda dazu.<ref name="yu" /><ref name="Mazda In Brief 2013">Mazda In Brief 2013.</ref> Der Toyota Land Cruiser wurde von 1981 bis 1993 hergestellt.<ref>Activities by Region: Africa, Übersicht der Toyota Motor Corporation.</ref>
Zudem wurden Traktoren von Ford, Deutz, Universal (Rumänien), Fiat, John Deere und Massey Ferguson montiert.<ref>Tom Østergaard, SADCC Beyond Transportation: The Challenge of Industrial Cooperation, Nordic Africa Institute, 1989</ref>
Im Jahr 1986 kündigte die Regierung von Simbabwe eine neue Initiative für die Automobilproduktion an. Gleichzeitig musste die Produktion wegen des Devisenmangels stark eingeschränkt werden.<ref name="yu" />
Im Jahr 1989 konnte Mazda als technischer Partner gewonnen werden. Anteilseigner des in Willowvale Mazda Motor Industries umbenannten Unternehmen sind die staatliche Motec Holdings (58 %), Mazda Motor (25 %), Itōchū (8 %) und ein Belegschaftsfonds (9 %).<ref name="yu" />
In den 1990er Jahren beschäftigte WMMI rund 2000 Mitarbeiter (1997) und produzierte bis zu 9000 Einheiten pro Jahr.<ref name="yu" />
Ab dem Jahr 2000 ging die Produktion stark zurück. In den Jahren 2000 und 2010 musste die Produktion jeweils für mehrere Monate unterbrochen werden.<ref name="yu" /> Im Jahr 2012 stellte WMMI die Produktion ein.<ref name="mambo">Elias Mambo: Mazda motor industries faces collapse in: Zimbabwe Independent vom 22. Mai 2015.</ref><ref>Fidelity Mhlanga: Economic crunch hits Mazda Motors, in: Zimbabwe Independent vom 22. Mai 2015.</ref> Als Grund wurde angegeben, dass mindestens 4000 Einheiten pro Jahr produziert werden müssten.<ref name="mambo" /> Dieser Wert war bereits vorher regelmäßig erheblich unterschritten worden.<ref name="yu" />
Die zuletzt produzierten Modellen waren der Mazda 3 und der Mazda BT-50.<ref name="yu" /><ref name="Mazda In Brief 2013"/>
Im November 2015 wurde bekanntgegeben, dass das Unternehmen wieder in Willowvale Motor Industries umbenannt werden solle, ohne Beteiligungsstruktur oder Geschäftsmodell zu ändern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />WMMI to diversify ( vom 1. Juli 2016 im Internet Archive) in: The Financial Gazette vom 26. November 2015.</ref> Anfang 2017 wurde die Produktion in Zusammenarbeit mit Beijing Automotive Group und Astol Motors im Rahmen des neu gegründeten Joint Ventures Beiqi Zimbabwe wieder aufgenommen. Produziert werden Doppelkabinen-Pick-ups, die als BAIC Great Tiger oder ZX Grand Tiger vertrieben werden.<ref name="pindula-035000">Willowvale Motor Industries reopens following deal with Chinese company, venture expected to produce 3 000 units in 3 years & create 5 000 jobs. In: news.pindula.co.zw. 28. März 2017, abgerufen am 2. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="co-BAIC_Gra">BAIC Grand Tiger available at Clover Leaf Motors. In: Financial Gazette. 30. November 2017, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 2. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
GNW Duiker
Beim GNW Duiker<ref>Allcarindex (englisch, abgerufen am 12. Juni 2016)</ref><ref>autopasion18.com (spanisch, abgerufen am 12. Juni 2016)</ref> (auch G. N. W. Duiker) handelt es sich um eine auf der Salisbury Show 1972 ausgestellte Konzeptstudie. Rund 80 Prozent der für das Modell benötigten Komponenten stammten aus lokaler Herstellung. Das Fahrgestell, der Motor wie auch die Bremsanlage stammten vom Renault 12. In einer geplanten Serienfertigung hätte das Modell als zweisitziger Roadster, Pick-up und als Kombi zur Wahl gestanden. Die Höchstgeschwindigkeit wurde beim Roadster mit 137 km/h angegeben. Der Verbrauch dagegen lag bei 40 Meilen pro Gallone bei 62 mph. Der Preis für das Serienmodell hätte bei unter 2000 rhodesischen Dollar liegen sollen.<ref>Rhodesian Commentary Vol. 6 Nr. 18, September 1972.</ref> Die Bezeichnung GNW leitet sich von G. N. Ward ab, dem damaligen Leiter des Werks, während Duiker die ortsübliche Bezeichnung der Antilopenart Ducker ist.<ref>Eintrag in d'auto.</ref>
Eine Produktion kam wegen der schwierigen Devisenlage nicht zustande.<ref>Quarterly Economic Review: Rhodesia, Malawi, Ausgabe 2-1973 (1971).</ref> Ebenso wurden Sicherheitsbedenken genannt.<ref>"Rhodesian santions casualties", in: X-ray: Current Affairs in Southern Africa, Bände 1-4, 1970</ref>
Willowgate
In den Jahren 1988 und 1989 wurde durch Zeitungsberichte publik, dass Regierungsangehörige und hohe Beamte mit dem Erwerb von Fahrzeugen zu Großhandelspreisen erheblich bevorzugt wurden und sich an diesem Privileg zudem teilweise durch Weiterverkauf unrechtmäßig bereicherten. Im Rahmen dieses unter dem Namen "Willowgate" bekannten Skandals mussten mehrere Minister zurücktreten.<ref>Jane Perlez: Zimbabwe Reads of Officials' Secrets, in: New York Times vom 20. Januar 1989.</ref><ref>Michael A. Hiltzik: Uproar in Zimbabwe : Just for Once, Corruption's a Real Scandal, in: Los Angeles Times vom 20. April 1989.</ref>
Einzelnachweise
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