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Heinrich Schweitzer

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Datei:Im Dol 39 Berlin-Dahlem.jpg
Wohnhaus von Heinrich Schweitzer (1912–1932)
Im Dol 39 in Berlin-Dahlem
Datei:Gadebuscher Weg 5 Berlin-Dahlem.jpg
Wohnhaus von Heinrich Schweitzer (ab 1932)
Gadebuscher Weg 5 in Berlin-Dahlem

Heinrich Schweitzer (* 11. März 1871 in Stuttgart; † 1953 in Berlin) war ein deutscher Architekt, der in Berlin lebte und arbeitete.

Datei:Dreigeschossiges Wohngebäude. Äußere Ansicht.jpg
Dreigeschossiges Wohngebäude. Äußere Ansicht.

Mit seinen Bauten nahm Schweitzer Einfluss auf das Wachsen der damaligen Berliner Vorstädte. Zahlreiche seiner Gebäude stehen mittlerweile unter Denkmalschutz. Die nach Plänen von Schweitzer errichteten Gebäude sind keiner genauer Stilrichtung zuzuordnen, sondern passten sich dem Zeitgeist von Neorenaissance, Neobarock oder dem beginnenden Expressionismus an und stellen überwiegend einen Stilmix dar.<ref name="Bildindex"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Personen-Datensatz zu Heinrich Schweitzer (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. April 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bildindex.de auf bildindex.de, abgerufen am 6. April 2012.</ref>

Leben und Wirken

Aus- und Weiterbildung

Nach dem Architekturstudium an der Technischen Hochschule Stuttgart und der Technischen Hochschule München wurde Heinrich Schweitzer Mitarbeiter des Architekten Friedrich von Thiersch in München, anschließend bei Alfred Messel in Berlin.<ref name="Bildindex" /> 1894 unternahm er eine Studienreise nach Italien, wo er unter anderem auch Rom besuchte und Reiseskizzen machte.<ref>Zeichnung der Fontana delle tartarughe (Schildkrötenbrunnen) in Rom (vom 4. April 1894) im Bestand des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin.</ref>

Erste Arbeiten zwischen 1903 und 1913

Danach versuchte er über die Teilnahme an Architekturwettbewerben zu Aufträgen zu gelangen. Im Jahr 1903 trat er als Teilhaber in das Büro des Architekten Martin Altgelt ein und beide firmierten nun als „Architektur- und Bau-Bureau Altgelt & Schweitzer“, das seinen Sitz in der Genthiner Straße 7 in Berlin W 35 hatte.<ref>Altgelt & Schweitzer. In: Berliner Adreßbuch, 1903, Teil 1, S. 18.</ref> Im Jahr 1911 beteiligten sie sich unter anderem an einem Wettbewerb für die Raumgestaltung der Großen Berliner Kunstausstellung (1912/1913).<ref>Raum mit Säulen für die Große Berliner Kunstausstellung, im Bestand des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin</ref>

Im Jahr 1906 eröffnete Schweitzer in der Magdeburger Straße 20, Berlin W 35, ein eigenes „Bureau für Architektur“.<ref>Schweitzer. In: Berliner Adreßbuch, 1906, Teil 1, S. 2118.</ref> Um bekannter zu werden und an größere Aufträge zu gelangen, nahm er 1907 den Architekten und pensionierten Stadtbauinspektor Walther Schilbach als Teilhaber auf, das gemeinsame Büro nannte sich „Architektur-Bureau Schilbach & Schweitzer“.<ref>Schilbach & Schweitzer. In: Berliner Adreßbuch, 1908, Teil 1, S. 2227.</ref> Sie konnten in dieser Zeit unter anderem den Gewerbehof in Berlin-Kreuzberg entwerfen, der 1906/1907 nach ihren Plänen angelegt wurde.<ref>Gewerbehof (Ritterhof), Ritterstraße 11, 1906–1907 von Schilbach & Schweitzer Landesdenkmalliste</ref>

Ab dem Jahr 1907 erarbeitete Schweitzer gemeinsam mit dem Stadtplaner Hermann Jansen im Auftrag von Hugo Thiel einen Bebauungsplan für den Gemeindebereich Dahlem-Süd, um den vormaligen, heftig kritisierten Bebauungsplan des Baumeisters Walter Kyllmann den neuen Erfordernissen, wie dem Bau der U-Bahn-Linie, anzupassen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />100 Jahre Dahlem (Memento vom 27. Oktober 2008 im Internet Archive), abgerufen am 6. April 2012</ref>

Nach dem Rückzug (oder dem Tod) von Walther Schilbach übernahm Schweitzer das Büro wieder unter seinem Namen und verlegte den Sitz in die Keithstraße 18, Berlin W 62.<ref>Schweitzer. In: Berliner Adreßbuch, 1910, Teil 1, S. 2653.</ref> Inzwischen war er bekannt geworden und hatte bereits einige bedeutende Projekte ausführen können, darunter den Admiralspalast in der Friedrichstraße, einen Schulneubau in seinem Wohngebiet, das Lyzeum der Gemeinde Dahlem, die spätere Gertrauden-Schule (Einweihung am 11. September 1909)<ref>Projekt Gertrauden-Schule in Dahlem im Bestand des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin</ref><ref>Im Gehege 6/8, Lyzeum der Gemeinde Dahlem / Gertraudenschule, 1910/11 und 1916–1920 Landesdenkmalliste</ref> sowie 1909–1911 den Umbau eines großen Geschäftshauses in Berlin-Mitte, das von Alfred Messel stammte.<ref>Behrenstraße 32/33, Berliner Handelsgesellschaft, 1897–1900 von Alfred Messel; Erweiterungsbauten 1905–07 von Alfred Messel (Behrenstraße 33) und 1909–1911 von Heinrich Schweitzer (Charlottenstraße 33–33A, Französische Straße 42–44) Landesdenkmalliste</ref> Das Gebäude wurde 1997–2000 denkmalgerecht umgebaut und wird nunmehr von der KfW Bankengruppe, Niederlassung Berlin, als Historisches Archiv genutzt.<ref>Nikolaus Bernau: KfW Bankengruppe Niederlassung Berlin (= Die Neuen Architekturführer, Band 58.) Stadtwandel-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-937123-20-2. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verlagsinformation (Memento vom 25. März 2014 im Internet Archive))</ref>

Weitere Aufträge für Berlin

In seinem Wohnumfeld war sein Schaffen ebenfalls nicht verborgen geblieben, so dass ihn sowohl die Gemeinde Dahlem mit dem Entwurf kommunaler Gebäude als auch wohlhabende Privatleute aus der Umgebung mit Planungen für Wohnhäuser und Villen beauftragten, im Archiv des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin (siehe Weblinks) sind dazu Archivalien vorhanden für: Familie Fischer in Dahlem (1912), Familie Frentzel in Dahlem (ohne Jahr), Professor Friedemann in Dahlem (Wachtelstraße; 1928/1929), Bildhauer Johannes Götz in Friedenau (1904), Bankiersfamilie Jonas in Dahlem (Gadebuscher Weg 4; ohne Jahr), Familie des Chemieprofessors Jakob Meisenheimer in Dahlem (1909), Direktorenfamilie Otto in Dahlem, Familie des Direktors Schall in Dahlem (Thielallee; um 1912).

Er erstellte im Auftrag der Gemeinde Dahlem Pläne für die Anlage eines neuen Friedhofs, für dessen detaillierte Gestaltung sich eine Künstlergesellschaft, Werkstatt für Friedhofs-Kunst in Berlin’ gegründet hatte, der Schweitzer angehörte. So wurden auch Grabsteine nach seinen Ideen gefertigt.<ref>Abbildung eines von Schweitzer gestalteten Grabmals im Bestand des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin</ref> Auch für bereits vorhandene Grabanlagen lieferte er Vorlagen, so für den Botaniker Paul Sintenis auf dem St.-Annen-Kirchhof.<ref>Abbildung des Grabsteins für Sintenis im Bestand des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin</ref>

Von 1911 bis 1912 baute er auf dem Grundstück Im Dol 39/Gadebuscher Weg 5 in Dahlem ein Haus mit winkelförmigem Grundriss, das in den Folgejahren mehrfach umgebaut und erweitert wurde. 1932 verkaufte er dieses an den Rechtsanwalt Arno Wittgensteiner, da sehr hohe Grundsteuern auf das große Grundstück erhoben wurden, die nicht mehr im Verhältnis zu seinem Einkommen standen.<ref>Im Dol 39, Wohnvilla Schweitzer, 1911-12 Landesdenkmalliste</ref> Er behielt einen Teil des Grundstückes und ließ sich nach eigenen Plänen von dem Bauunternehmer August Höhne ein Wohnhaus im Gadebuscher Weg 5 errichten, das 1932 fertig gestellt wurde.<ref>Gadebuscher Weg 5, Wohnvilla Schweitzer, 1932 Landesdenkmalliste</ref>

Deutschlandweites Wirken

Auch in anderen Orten wurden Wohngebäude nach Schweitzers Plänen geplant beziehungsweise errichtet: für Otto von Krumhaar in Gremsmühlen, für Familie von Stössen im Schwarzwald, Rittergut von Zastrow im Ort Plassow (heute Płaszewko, Polen).<ref>nach der Bestandsübersicht des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin.</ref>

Privates

Am 15. November 1907 wurde sein Sohn Jürgen in Freiburg im Breisgau geboren, der später in die Fußstapfen seines Vaters treten sollte und die Architektengruppe Schweitzer und Partner gründete.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Architektengruppe Schweitzer und Partner aus Braunschweig (Memento vom 15. April 2014 im Internet Archive) (PDF; 3,0 MB) abgerufen am 6. April 2012.</ref> Heinrich Schweitzer war Mitglied im Bund Deutscher Architekten.<ref>Heinrich Schweitzer. In: archINFORM.</ref> Einer seiner später bekannten Schüler war Otto Werner.

Bauten und Entwürfe

Datei:Berlin U Podbielskiallee.jpg
Eingangsgebäude zum U-Bahnhof Podbielskiallee in Berlin-Dahlem
Datei:Waldfriedhof Dahlem1 Berlin.JPG
Kapelle auf dem Waldfriedhof

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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