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Königin-Luise-Straße

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Königin-Luise-Straße
Datei:DEU Berlin COA.svg
Wappen
Straße in Berlin
Datei:Dahlem Alter Krug-001.JPG
Gaststätte „Alter Krug“
Datei:Placeholder.svg
Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Dahlem, Lichterfelde, Steglitz
Angelegt  im 18. Jahrhundert
Neugestaltet 
Hist. Namen  Dorfstraße (18. Jh.)
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Grunewaldstraße, Clayallee
Querstraßen  (Auswahl)
Englerallee,
Altensteinstraße,
Arnimallee,
Brümmerstraße,
Pacelliallee,
Thielallee,
Vogelsang
Plätze 
Nummern­system 
Bauwerke  Siehe hier
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr Autoverkehr,

ÖPNV

Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 2250 Meter

-

Karte
Vorlage:Maplink

Die Königin-Luise-Straße ist eine rund 2,2 Kilometer lange Hauptverkehrsstraße, die die Berliner Ortsteile Steglitz und Dahlem in Ost-West-Richtung verbindet. Sie folgt der traditionellen Verbindung zwischen Steglitz und dem Jagdschloss Grunewald. Ihren Namen erhielt sie 1906 nach der in der Podbielskiallee liegenden Königin-Luise-Stiftung, die 1907 bezogen wurde.<ref>Carl-Philipp Melms: Chronik von Dahlem. 1217 bis 1945: Vom Rittergut zur städtischen Domäne. Arani Verlag, Berlin 1982, ISBN 3-7605-8528-0, S. 138.</ref><ref group="Anmerkung" name="ACC" />

Lage

Datei:Königin-Luise-Straße Gemarkungsstein-001.JPG
Grenzstein

Die Königin-Luise-Straße beginnt als Verlängerung der Grunewaldstraße an der Grenze zwischen den damaligen Gemarkungen Steglitz und Dahlem, an der sich auch heute noch der Grenzstein befindet. Ursprünglich ganz in Dahlem gelegen, wurden 1938 die Bezirksgrenzen verschoben. Östlich des Straßenzuges Englerallee – Altensteinstraße gehören heute das Straßenland und die nördlichen Grundstücke (Nummern 1–7, ungerade) zum Ortsteil Steglitz, die südlichen Grundstücke (Nummern 2–8, gerade) hingegen zum Ortsteil Lichterfelde. Nur der Königin-Luise-Platz blieb bei Dahlem.

Der Hauptteil der Straße (westlich des genannten Straßenzuges) gehört vollständig zu Dahlem. Es folgt auf südlicher Seite der Jürgen-Fuchs-Platz und der U-Bahnhof Dahlem-Dorf, wo an der Brümmerstraße die Trasse der Einschnittbahn überquert wird. Am alten Dorfkern liegt die Domäne Dahlem und die Dorfkirche. Hier quert die Nord-Süd-Verbindung PacellialleeThielallee die Straße, die nach 850 Meter in der Clayallee mündet. Dort wird der alte Verbindungsweg zum Jagdschloss Grunewald als Forstweg fortgesetzt.

Geschichte

Datei:Carte Topographique des Environs de Berlin, Potsdam & Spandow 1780.jpg
Karte von 1780

Bereits auf der Karte von 1780 ist die Straße als Verbindung zwischen Steglitz und Dahlem verzeichnet, die weiter zu den Grunewaldseen führt und lediglich aus breiteren Feld- und Waldwegen bestand. 1889 begann der Ausbau dieser Verbindung als Chaussee, zwischen Steglitz und dem Jagdschloss Grunewald, der erst 1901 abgeschlossen wurde. Der westliche Teil zwischen Dorfanger und den ehemaligen Schießplätzen an der heutigen Clayallee wurde erst 1908 gepflastert. Bereits 1905 verkehrte die Straßenbahn der Gemeinde Steglitz vom Bahnhof Steglitz bis zum Gattertor des Grunewaldes, etwa in der Nähe der Gelfertstraße. Die Straßenbahn wurde später bis zur heutigen Clayallee verlängert und 1959 durch Busse ersetzt. Im Berliner Adressbuch wird sie 1907 das erste Mal erwähnt.<ref>Königin-Luise-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1907, S. 153 (Erste Erwähnung im Berliner Adressbuch).</ref> Zuvor wurde sie als Steglitzer Chaussee aufgeführt.

Bauten und bemerkenswerte Orte

Datei:Botanischer Garten B-Dahlem 07-2017.jpg
Eingang zum Botanischen Garten
  • Nummer 1–3: Das „Zoologie-Gebäude“, ist mit seinem weitläufigen, auch die Grundstücke Haderslebener Straße 1–9 umfassenden Gelände einer von sieben Standorten<ref name="biostand" /> des Instituts für Biologie<ref name="biologie" /> der Freien Universität Berlin (FU). Schwerpunkte sind neben Zoologie auch Neurobiologie und Bioinformatik. Das Gebäude wurde 1912 als Pflanzenphysiologisches Institut erbaut.<ref name="adress" /> Diese Funktion ging 1970 an ein neuerrichtetes Gebäude (siehe Nummer 12–16) über.
  • Nummer 2–4: Das Institut für Pharmazie der FU<ref>Institut für Pharmazie. FU Berlin</ref> wurde bereits 1902 als Pharmazeutisches Institut gegründet<ref>100 Jahre Pharmazeutisches Institut in Dahlem. In: Pharmazeutische Zeitung Nr. 42 / 2002</ref> und befindet sich seither stets an dieser Adresse.<ref name="adress" /> Erst 1949 kam es zur gerade gegründeten FU.
  • Nummer 5: Auf diesem Grundstück, noch 2008 von einem Max-Planck-Institut genutzt, wurden inzwischen durch eine Immobilienfirma 209 hochpreisige Studenten-Wohnungen errichtet.
  • Nummer 6–8: Botanisches Museum, Herbarium und Bibliothek. Das zwischen 1903 und 1906 errichtete Gebäude wurde im Krieg stark zerstört und zwischen 1953 und 1959 wieder aufgebaut.
  • Nummer 7: Eckgrundstück, Nummer nicht mehr genutzt. Hier befindet sich der Seiteneingang eines Restaurants in der Englerallee.
  • Am Königin-Luise-Platz, der zu Dahlem gehört, befindet sich der Eingang zum Botanischen Garten, der selbst vollständig in Lichterfelde liegt.
    Datei:Universitätsinstitut Königin-Luise-Str 12-16.jpg
    Institut für Pflanzenphysiologie und Mikrobiologie
    Datei:Königin-Luise-Straße 13.JPG
    Wohnhaus Nr. 13, Oktober 2014
  • Nummer 9: Eckgrundstück, Nummer nicht mehr genutzt. Hier war Anfang der 1980er Jahre noch eine Tankstelle, seit Ende der 1980er Jahre steht hier eine Zahnklinik mit Eingang und Adresse in der Podbielskiallee.
  • Nummer 11: Flachbau, Nutzung als Restaurant.
  • Nummer 12–16: Das Institut für Pflanzenphysiologie, genannt „Pflaphy“, erbaut von 1966 bis 1970 als Institut für Pflanzenphysiologie und Zellbiologie der FU, besitzt einen ebenerdigen Bauteil mit weitläufiger Eingangshalle für die Lehre und darüber zwei Etagen für die Forschung. Architektonisch blieb der Architekt Wassili Luckhardt hier bei seinem letzten Werk dem Formenkanon des Neuen Bauens treu. Scharfkantige Baukuben ohne jede Verzierung brechen radikal mit der traditionellen Bauweise der Dahlemer Forschungsanstalten, insbesondere dem benachbarten Botanischen Garten und der schräg gegenüber liegenden ehemaligen Kaiserlichen Biologischen Anstalt für Land- und Forstwirtschaft.<ref>Denkmaldatenbank Berlin: Institut für Pflanzenphysiologie und Zellbiologie der FU</ref> Später umbenannt in „Institut für Pflanzenphysiologie und Mikrobiologie“, ist es heute formal nur noch einer von sieben Standorten<ref name="biostand">Karte der Standorte. FU Berlin, Institut für Biologie</ref> des „Instituts für Biologie“,<ref name="biologie">Institut für Biologie. FU Berlin</ref> allerdings der weitaus größte.
  • Nummer 13: Dieses Haus (siehe Bild rechts) war im Oktober 2014 gerade fertiggestellt, aber noch nicht bezogen.
    Datei:Königin-Luise-Straße 15.JPG
    Leerstehendes Gebäude (Nr. 15)
  • Nummer 15: Ursprünglich wie Nummer 17–19 zur Kaiserlich Biologischen Anstalt für Land- und Forstwirtschaft (Adressbuch 1915).<ref name="adress">Königin-Luise-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1909, Teil V, Dahlem, S. 174.

Königin-Luise-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1911, Teil V, Dahlem, S. 199.
Königin-Luise-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1913, Teil V, Dahlem, S. 22.
Königin-Luise-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1915, Teil V, Dahlem, S. 28.
Königin-Luise-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1916, Teil V, Dahlem, S. 26.
Königin-Luise-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1917, Teil V, Dahlem, S. 26.
Königin-Luise-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1918, Teil V, Dahlem, S. 26.
Königin-Luise-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1919, Teil V, Dahlem, S. 25.</ref> Heute (Oktober 2014, siehe Bild rechts) ein leerstehendes Nebengebäude.

Datei:Dahlem Königin-Luise-Straße 41.JPG
Wohn- und Geschäftshaus (Nr. 41/41a)
  • Nummer 41/41a: In diesem Wohn- und Geschäftshaus von 1929, Entwurf Paul Renner,<ref>Moderne Wohnbauten im Berliner Westen. In: Deutsche Bauzeitung Heft 63/1929</ref> liegen die Buchhandlung Schleicher, Mit-Initiatorin des „Dahlemer Autorenforums“,<ref>Schleichers Buchhandlung</ref> und drei kleinere Geschäfte.
  • Nummer 43: Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke zur Archivstraße mit einer Bäckerei.
Datei:Berlin U-Bf Dahlem-Dorf asv2023-06 img1.jpg
U-Bahnhof Dahlem-Dorf

Verkehr

Die Königin-Luise-Straße wird von der Buslinie X83 der BVG befahren. Mit der 1913 eröffneten Linie U3 ist Dahlem an das Berliner U-Bahn-Netz angeschlossen. Am U-Bahnhof Dahlem-Dorf ist der Endhaltepunkt der Buslinie M11. Die Buslinien 101, 110 und 115 verkehren in Nord-Süd-Richtung mit jeweils einer Haltestelle an der Königin-Luise-Straße.

Persönlichkeiten

In der Nr. 17 wohnte der Politiker Andreas Hermes, in der Nr. 49 die letzte Pächterin der Domäne Dahlem, Ottilie Kirchner, in der Nr. 89a die Schauspielerin Leny Marenbach, in der Nr. 89b der Schauspieler Hannes Stelzer.

Siehe auch

Literatur

  • Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Denkmale in Berlin Bezirk Steglitz-Zehlendorf – Ortsteil Dahlem. Michael Imhoff Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-679-4.
  • Michael Engel: Geschichte Dahlems. Berlin-Verlag, Berlin 1984, ISBN 3-87061-155-3.
  • Carl-Philipp Melms: Chronik von Dahlem, 1217 bis 1945: Vom Rittergut zur städtischen Domäne. Arani Verlag, Berlin 1957 und 1982, ISBN 3-7605-8528-0.

Weblinks

Anmerkungen

<references group="Anmerkung"> <ref group="Anmerkung" name="ACC"> Das Teltower Kreisblatt schrieb am 5. Januar 1907: „Im Bau begriffen sind zur Zeit 27 Villen und das Königin-Luise-Stift in der Podbielskiallee. (Das „Luisenstift“ ist ein Erziehungsinstitut für junge Mädchen, welches gegenwärtig noch sein Heim in Berlin, Markgrafenstraße Nr. 10, bewohnt). Nach Fertigstellung des Neubaus in der Podbielskiallee wird es nach Dahlem übersiedeln. Dieser Tage wurde bereits die Dahlemer Chaussee, die dicht an dem Neubau der Königin-Luise-Stiftung vorüberführt, nach ihr in Königin-Luise-Straße benannt.“ Mit Dahlemer Chaussee ist hier offensichtlich die Steglitzer Chaussee gemeint, während die Straße nach der Stiftung benannt wurde. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass es keinen Zusammenhang zur Stiftung bei der Benennung gab, sondern dass die Straße nach der auch damals noch populären Königin Luise benannt wurde. </ref> </references>

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 27′ 29,4″ N, 13° 17′ 16,3″ O

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