Aufkirchen (Gerolfingen)
Aufkirchen Gemeinde Gerolfingen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(298)&title=Aufkirchen 49° 3′ N, 10° 30′ O
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| Höhe: | 441 (429–479) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,36 km²<ref name="Gemarkung" /> | |||||
| Einwohner: | 298 (2016)<ref name="Einwohner">Allianz Hesselberg Limes – Integriertes ländliche Entwicklungskonzept (ILEK). (PDF; 12,3 MB) S. 31, abgerufen am 16. September 2022.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 89 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 91726 | |||||
| Vorwahl: | 09854 | |||||
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Aufkirchen (fränkisch: Aufkirch) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Gerolfingen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Aufkirchen hat eine Fläche von 3,356 km². Sie ist in 570 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5887,21 m² haben.<ref name="Gemarkung">Gemarkung Aufkirchen (093668). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 25. September 2024.</ref><ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. Oktober 2024.</ref>
Im Hoch- und Spätmittelalter war Aufkirchen eine zunächst selbstständige und später verpfändete Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich, was sich im Ortswappen widerspiegelt.
Geografie
Das Kirchdorf liegt südlich der Wörnitz und ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Nördlich, jenseits der Wörnitz liegt Gerolfingen am Fuße des Hesselbergs, im Süden Irsingen. 1 km westlich hinter dem Lohfeld liegt der Römerpark Ruffenhofen. Im Südosten liegt das Flurgebiet Mittelhöhe. Dort steht eine Baumweide, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.
Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Gerolfingen zur Staatsstraße 2218 (0,4 km nördlich), nach Reichenbach (3,1 km südöstlich), an Irsingen vorbei nach Frankenhofen (3,1 km südwestlich) und nach Ruffenhofen zur Staatsstraße 2385 (2,3 km westlich).<ref>Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 3. August 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
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Lage von Aufkirchen vor dem Hesselberg
Geschichte
Aufkirchen wurde am 23. April 1188 im Seligenstädter Vertrag als „Vfkirchin“ erstmals urkundlich erwähnt.<ref>https://www.dmgh.de/mgh_dd_f_i_4/index.htm#page/246/mode/1up (abgerufen am 24. März 2026; 01:09)</ref><ref>Peter Koblank: Vertrag von Seligenstadt 1188 auf stauferstelen.net. Abgerufen am 9. April 2017.</ref> Hier übergab Friedrich I. Barbarossa Aufkirchen zusammen mit weiteren Städten an seinen Sohn Konrad als Morgengabe für dessen Braut. In der entsprechenden Urkunde werden neben Aufkirchen auch weitere Städte und Burgen aufgeführt.<ref>August Gabler: Aufkirchen am Hesselberg – eine verfehlte Stadtgründung der Staufer? In: Nordschwaben. Der Daniel Bd. 4 (1976), 1976, S. 71</ref> Der Ortsname bedeutet „Zur hoch gelegenen Kirche“.<ref>W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 28.</ref> Zugleich wurde der Ort als „burgus“ (= befestigter Ort) bezeichnet.<ref>Peter Koblank: Vertrag von Seligenstadt 1188 auf stauferstelen.net. Abgerufen am 9. April 2017.</ref><ref>https://www.dmgh.de/mgh_dd_f_i_4/index.htm#page/246/mode/1up (abgerufen am 24. März 2026; 01:09)</ref> Vermutlich wurde der Ort um 1170 von Kaiser Friedrich Barbarossa als königliche Stadt gegründet. Gabler vertritt die These, dass der Ort trotz seines reichsfreien Status nur unzureichend befestigt gewesen sei und vermutlich lediglich über eine „Zaunstatt“ verfügt habe. Dies könnte auch erklären, weshalb sich keine baulichen Reste einer Stadtmauer nachweisen lassen.<ref>August Gabler: Aufkirchen am Hesselberg – eine verfehlte Stadtgründung der Staufer? In: Nordschwaben. Der Daniel Bd. 4 (1976), 1976, S. 71</ref> 1241 wurde Aufkirchen in der Reichssteuer-Matrikel, der precarie civitatum et villarum („Bitte an Städte und Orte“) einem der wenigen mittelalterlichen Dokumente, die Auskunft über die Organisation von Königsterritorium und Reichsgut in staufischer Zeit geben, als Reichsstadt genannt (61. Item de Rotenburc LXXXX mr. (Iudei ibidem X mr.) 62. Item Iudei de Hallis VIII mr. 63. Item de Dinckelspuel XL mr. 64. Item de Fuhtwangen XX mr. 65. Item Ufkirchen nichil, quia conbusta est. 66. Item de Wizenburc XL mr.): Aufkirchen erhielt einen Steuernachlass, da es verbrannt war.<ref>Reichssteuermatrikel von 1241 auf wikisource</ref> Kaiser Ludwig der Bayer verpfändete die Stadt 1336 an die Grafen von Oettingen. Da das Pfand nicht mehr eingelöst wurde, sank Aufkirchen zu einem zweitrangigen Marktflecken herab, der Sitz eines Oberamtes war. 1634 und 1663 äscherten Brände den Ort größtenteils ein. Am Wiederaufbau beteiligten sich nicht zuletzt die Exulantenfamilien aus Österreich, die hier eine neue Heimat fanden.<ref>Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Wassertrüdingen (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 28). GFF, Nürnberg 2014, ISBN 978-3-929865-61-5.</ref> Die weitere Entwicklung des Ortes als Reichstadt sei nach Gabler unter anderem dadurch beeinträchtigt worden, dass das Geschlecht der Staufer erlosch und mit Wassertrüdingen sowie Dinkelsbühl konkurrierende Städte in unmittelbarer Nähe lagen.<ref>August Gabler: Aufkirchen am Hesselberg – eine verfehlte Stadtgründung der Staufer? In: Nordschwaben. Der Daniel Bd. 4 (1976), 1976, S. 72</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Aufkirchen 96 Anwesen. Die Fraisch innerhalb des Marktetters wurde vom oettingen-spielbergischen Oberamt Aufkirchen wahrgenommen. Außerhalb des Marktetters war sie zwischen dem Oberamt Aufkirchen und dem ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen umstritten. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde vom Oberamt Aufkirchen und dem Rat zu Aufkirchen gemeinschaftlich übernommen. Alleiniger Grundherr war das Oberamt Aufkirchen (1 Mühle, 1 Haus mit Ziegelhütte, 1 Widemhof, 1 Bauhof, 1 Wirtshaus mit Braustatt, 2 Sölden, 77 Häuser bzw. Häuslein, 12 Halbhäuser). Neben diesen Anwesen gab es noch ein Schloss, ein Amtshaus, ein Bauhof-Haus, eine Kirche, ein Pfarrhaus, ein Rathaus, ein Torhaus, ein Schulhaus und ein Gemeindehirtenhaus.<ref name="N394">T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 394 f.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Aufkirchen. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 379 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Band 1, Sp. 81. Hiernach gab es nur 84 Untertansfamilien.</ref>
Infolge des Gemeindeedikts wurden 1809 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Aufkirchen gebildet, zu der Irsingen gehörte.<ref>T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 535.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Irsingen von der Ruralgemeinde. Aufkirchen war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Mediatuntergericht Aufkirchen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Oettingen (1850 bis 1919 Rentamt Wassertrüdingen, 1919 in Finanzamt Wassertrüdingen umbenannt, 1932–1973 Finanzamt Gunzenhausen, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung und Gerichtsbarkeit ging 1819 auf das Herrschaftsgericht Oettingen diesseits der Wörnitz über, von 1820 bis 1848 war das Herrschaftsgericht Mönchsroth zuständig, das 1848 in eine Gerichts- und Polizeibehörde umgewandelt wurde, die 1850 erlosch. Ab 1850 die Gerichtsbarkeit beim Landgericht Wassertrüdingen (1879 in das Amtsgericht Wassertrüdingen umgewandelt), von 1956 bis 1970 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig und von 1970 bis 1973 das Amtsgericht Dinkelsbühl, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist. Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Aufkirchen an den Landkreis Ansbach.<ref>T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 550 f.</ref> Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,371 km².<ref name="OV 1961" /> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 nach Gerolfingen eingemeindet und verlor den Marktstatus.<ref> </ref><ref>Gerolfingen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 21. April 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Baudenkmäler
In Aufkirchen gibt es sieben Baudenkmäler:<ref>Denkmalliste für Gerolfingen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Haus Nr. 46: Ehemaliger Bauernhof, zweigeschossiger giebelständiger Einfirsthof mit teilweise verputztem Fachwerkobergeschoss und -giebel, 18. Jahrhundert
- Haus Nr. 48: Ehemaliger Bauernhof, zweigeschossiges giebelständiges Wohnstallhaus mit Satteldach, Fachwerkobergeschoss und -giebel, 18. Jahrhundert
- Haus Nr. 50: Rathaus der ehemaligen Gemeinde mit Fachwerk von 1688 und einem Dorfbrunnen.<ref>Gerolfingen – Geschichte der Ortsteile – Aufkirchen. Abgerufen am 23. August 2022.</ref>
- Haus Nr. 53: Gasthaus, zweigeschossiger Putzbau mit Schopfwalmdach, bez. 1835.
- Haus Nr. 64: Ehemaliger Bauernhof, zweigeschossiges verputztes Wohnstallhaus mit Walmdach, bez. 1740, Anbau um 1910.
- Haus Nr. 76: St.-Johannis-Kirche mit zwiebelförmigen Kirchturm.
- Ehemaliger Schlossgarten mit Ummauerung, 18. Jahrhundert
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- ehemalige Baudenkmäler
- Haus Nr. 1: Ehemalige Mühle, zweigeschossiger massiver Satteldachbau, bez. 1854.
- Haus Nr. 51: Ehem. Amtmannsgebäude, zweigeschossiger, massiver Putzbau mit steilem Satteldach, im Kern 1688, 1737 verändert; Hoftor mit Nebenpforte, 17./18. Jahrhundert
Religion
Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Johannis und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.<ref name="N394" /> Die Katholiken sind nach Mariä Himmelfahrt (Hirschbrunn) gepfarrt.<ref name="OV 1961" />
Bei Aufkirchen befindet sich die sogenannte Wunibaldsquelle. Der Überlieferung nach taufte Wunibald, der erste Abt des Klosters Heidenheim, hier im 8. Jahrhundert die lokale Bevölkerung.<ref>gerolfingen.de, abgerufen am 18. März 2026</ref>
Sport und Vereinsleben
- FC-Bayern-Fanclub Aufkirchen/Hesselberg
- Kellerclub Aufkirchen
- Verein für Obst-, Gartenbau und Landespflege Aufkirchen/Irsingen
- Sportclub Aufkirchen e. V.
Infrastruktur
Es gibt ein Land-Gasthaus, eine Dieseltankstelle und einen überregionalen Taxibetrieb.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Aufkirchen. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 198 (Digitalisat).
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Dinkelsbühl (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 15). Deutscher Kunstverlag, München 1962, DNB 451450930, S. 111–116.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783769665628 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Erhard Nietzschmann: Die Freien auf dem Lande. Ehemalige deutsche Reichsdörfer und ihre Wappen. Melchior, Wolfenbüttel 2013, ISBN 978-3-944289-16-8, S. 12.
- August Gabler: Aufkirchen am Hesselberg – eine verfehlte Stadtgründung der Staufer? In: Nordschwaben. Der Daniel Bd. 4 (1976), 1976, S. 71–72
- Vorlage:Steichele Bisthum Augsburg
- Vorlage:MerianTopo
Weblinks
- Geschichte der Ortsteile > Aufkirchen. In: gerolfingen.de. Abgerufen am 26. Juni 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Aufkirchen in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Aufkirchen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- MediaWiki:Gadget/annotationPair
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:BibISBN
- Gerolfingen
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach)
- Ersterwähnung 1188
- Ehemaliger Markt in Bayern
- Gemeindegründung 1809
- Gemeindeauflösung 1971
- Kirchdorf (Siedlungstyp)
- Ort an der Wörnitz
- Gemarkung im Landkreis Ansbach