Milbemectine
| Milbemectine | ||
| Name | Milbemectin A3 | Milbemectin A4 |
| Strukturformel | Strukturformel von Milbemectin | |
| Rest R= | –CH3 | –CH2CH3 |
| CAS-Nummer | Vorlage:CASRN | Vorlage:CASRN |
| PubChem | 9828343 | 9959038 |
| Summenformel | C31H44O7 | C32H46O7 |
| Molare Masse | 528,7 g·mol−1 | 542,7 g·mol−1 |
| Aggregatzustand | fest | |
| Schmelzpunkt | 205,2 – 208,3 °C<ref name="spiess-urania" /> | |
| Löslichkeit in Wasser | praktisch unlöslich | |
| 2,68 mg·l−1 bei 25 °C<ref name="BPDB" /> | 4,55 mg·l−1 bei 25 °C<ref name="BPDB">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der BioPesticide Properties DataBase (BPDB) der University of HertfordshireVorlage:Abrufdatum</ref> | |
Die Milbemectine sind chemische Verbindungen aus der Gruppe der Milbemycine.
Ein Gemisch der beiden Verbindungen Milbemycin A3 und Milbemycin A4 im Verhältnis ≤ 30 % : ≥ 70 % wird als Wirkstoff im Pflanzenschutz unter der Bezeichnung Milbemectin (Handelsname u. a. Milbeknock) eingesetzt.
Vorkommen
Die Milbemectine kommen natürlich in Bakterien der Gattung Actinomyces vor, in denen sie durch Fermentation entstehen.<ref name="spiess-urania" />
Eigenschaften
Die Vertreter der Milbemectine sind weiße Feststoffe, die praktisch unlöslich in Wasser,<ref name="BPDB" /> jedoch löslich in Aceton, Dichlormethan, Ethylacetat und Methanol sind.<ref name="BVL" />
Verwendung
| Sicherheitshinweise | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Name |
Milbemycin A3 und A4 im Verhältnis 3:7<ref>alanwood.net: Milbemectin data sheet</ref> | |||||||
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| Toxikologische Daten |
762 (m) bzw. 456 (w) mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)<ref name="spiess-urania" /> | |||||||
Milbemectin wird als Akarizid und Insektizid im Obstbau verwendet.<ref name="BVL">BVL: milbemectin</ref> Es wurde von der japanischen Firma Mitsui Chemicals entwickelt.<ref name="spiess-urania"/> Es wird gegen Spinnmilben bei Kernobst, Hopfen und Erdbeeren als Akarizid und gegen Minierfliegen bei Zierpflanzen als Insektizid zur Anwendung im Gewächshaus verwendet. Es wird durch direkten Kontakt und durch Fraß bzw. beim Saugen aufgenommen. Es wirkt nicht systemisch, wird aber in die behandelten Pflanzenteile aufgenommen und translaminar verlagert. Dadurch wird der Wirkstoff vor frühzeitigem Abbau geschützt und eine anhaltende Dauerwirkung erreicht. Dies gilt insbesondere für junge Blätter, bei älteren Blättern ist dieser Effekt durch die weiterentwickelte Kutikula und ausgeprägte Wachsschichten eingeschränkt. Auf der Pflanzenoberfläche wird Milbemectin in kurzer Zeit abgebaut, was die Einsatzmöglichkeiten des Produkts im Zierpflanzenbau in Kombination mit Nützlingen erleichtert. Die Wirkung beruht auf der Unterbrechung der Reizleitung des Nervensystems von Spinnmilben und Insekten und führt somit zu einer sofortigen Lähmung und nachfolgendem Absterben der Schadtiere.<ref name="spiess-urania">Spiess-Urania: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Technische Information Milbeknock ( vom 2. September 2016 im Internet Archive), abgerufen am 1. September 2016.</ref> Es wird zum Beispiel unter dem Handelsnamen Milbeknock vertrieben.
Zulassung
Milbemectin wurde 2005 in die Liste der in den Ländern der Europäischen Union zulässigen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe aufgenommen.<ref>Richtlinie 2005/58/EG der Kommission vom 21. September 2005 zur Änderung der Richtlinie 91/414/EWG des Rates zwecks Aufnahme der Wirkstoffe Bifenazat und Milbemectin (PDF)Vorlage:Abrufdatum.</ref> Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Milbemectin sind in der Schweiz, Österreich und Deutschland zugelassen.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs (Eingabe von „Milbemectin“ im Feld „Wirkstoff“) und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref> Die europäische Zulassung wurde 2025 erneuert.<ref>Durchführungsverordnung (EU) 2025/2068 der Kommission vom 15. Oktober 2025 zur Erneuerung der Genehmigung für den Wirkstoff Milbemectin gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 der Kommission</ref>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Einatmen
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:P-Sätze fehlen
- Stoffgruppe
- 2-Alkoxyoxan
- Hydroxyoxolan
- Makrolid
- Tetraen
- Alkylcyclohexen
- Diol
- Makrocyclische Verbindung
- Insektizid
- Pflanzenschutzmittel (Wirkstoff)