Zum Inhalt springen

Landkreis Merseburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. April 2026 um 18:30 Uhr durch imported>Khatschaturjan (Norddeutscher Bund/Deutsches Reich).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Wappen Landkreis Merseburg.png
Wappen des Landkreises Merseburg

Der Landkreis Merseburg, bis 1921 Kreis Merseburg, war ein Landkreis, der in Preußen (Provinz Sachsen) und der SBZ bzw. DDR (Land Sachsen-Anhalt) von 1816 bis 1952 bestand. Die Kreisstadt Merseburg bildete von 1921 bis 1950 einen eigenen Stadtkreis. Das ehemalige Kreisgebiet gehört heute größtenteils zum Saalekreis in Sachsen-Anhalt.

Verwaltungsgeschichte

Königreich Preußen

Nach den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 der Kreis Merseburg im Regierungsbezirk Merseburg in der Provinz Sachsen eingerichtet. Das Landratsamt war in Merseburg. Der Kreis bestand zum größten Teil aus dem bisher unter kursächsischer bzw. königlich-sächsischer Verwaltung stehenden Gebiet des Hochstifts Merseburg mit den Ämtern Merseburg, Lauchstädt, Lützen und Schkeuditz. Hinzu kamen einige Gemeinden der Ämter Leipzig, Pegau und Weißenfels.<ref>Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg 1816, S. 336.</ref>

1819 wurde die Rattmannsdorfer Mark aus dem Kreis Weißenfels in den Kreis Merseburg umgegliedert. 1828 traten die Dörfer Angersdorf und Passendorf und das Rittergut Passendorf vom aufgelösten Stadtkreis Halle a./Saale zum Kreis Merseburg.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Am 15. Februar 1921 schied die Stadtgemeinde Merseburg aus dem Kreis aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Fortan führte der Kreis die Bezeichnung Landkreis Merseburg. Zum 30. September 1928 fand im Kreis Merseburg wie im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.<ref>Preußisches Ministerium des Innern (Hrsg.): Ministerialblatt für die preußische innere Verwaltung. Band 1928. Berlin, Auflösung der Gutsbezirke, Runderlass vom 10. August 1928, S. 883.</ref> Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Mit dem 1. Oktober 1937 wechselte die Gemeinde Ennewitz vom Landkreis Merseburg in den Kreis Delitzsch.

Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis seitdem zur neuen Provinz Halle-Merseburg. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die amerikanischen Alliierten Streitkräfte besetzt.

Deutsche Demokratische Republik

Am 15. Juli 1950 wurden die Landkreisgrenzen durch eine erste Verwaltungsreform geändert:<ref name="1VO-LSA-1950" />

1952 kam es in der DDR zu einer weiteren Verwaltungsreform:

Datei:Wappen Landkreis Merseburg.jpg
Wappen Landkreis Merseburg

Bundesrepublik Deutschland

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Kreis Merseburg 1990 im wiedergegründeten Land Sachsen-Anhalt zum Landkreis Merseburg, der bei der Kreisreform von 1994 im Landkreis Merseburg-Querfurt aufging.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1816 35.435 <ref>Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Merseburg, S. 347 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).</ref>
1843 51.128 <ref>Handbuch der Provinz Sachsen. Rubachsche Buchhandlung, Magdeburg 1843, Neustadt-Magdeburg, S. 221 (Digitalisat [abgerufen am 6. Juni 2016]).</ref>
1871 63.693 <ref name="vz1871">Königlich Statistisches Büro Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Sachsen. Verlag d. Königl. Statist. Bureaus, Berlin 1873 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).</ref>
1890 76.051 <ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1900 82.388 <ref name="demand" />
1910 91.918 <ref name="demand" />
1925 83.466 <ref name="demand" />
1933 94.257 <ref name="demand" />
1939 101.123 <ref name="demand" />
1946 134.197 <ref name="vz1946">Volkszählung 1946</ref>

Kommunalverfassung

Der Landkreis Merseburg gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung im Jahre 1928 – in Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab dem 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte

Persönlichkeiten

  • Emil Körner (1846–1920), deutscher Offizier, ab 1885 Militärberater in Chile und von 1900 bis 1910 Generalinspekteur des chilenischen Heeres

Städte und Gemeinden

Stand 1950

Der Landkreis Merseburg umfasste 1945 vier Städte sowie 123 weitere Gemeinden:<ref name="demand" />

Vor 1950 aufgelöste oder ausgeschiedene Gemeinden

Namensänderungen

Der Name der Stadt Lauchstedt wurde 1925 in Bad Lauchstädt geändert.<ref>Landkreis Merseburg. Gemeindeverzeichnis 1900, Amtliche Schreibweise der Stadt Lauchstedt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juli 2024; abgerufen am 7. August 2025.</ref>

1937 wurde in einigen Orten ein C durch ein K ersetzt, so zum Beispiel:

  • Caja → Kaja
  • Collenbey → Kollenbey
  • Cracau → Krakau
  • Creypau → Kreypau
  • Cursdorf → Kursdorf
  • Niederclobicau → Niederklobikau
  • Oberclobicau → Oberklobikau

Ferner erhielt Beuna den Zusatz (Geiseltal).

Weblinks

Commons: Landkreis Merseburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="1VO-LSA-1950">Erste Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 27. April 1950 (GuABl, S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 15, 22. Juni 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 226–227 (PDF).</ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang Stadtkreise: Eisleben | Halle (Saale) | Merseburg | Naumburg (Saale) | Weißenfels | Wittenberg | Zeitz. Landkreise: Bitterfeld | Delitzsch | Eckartsberga | Liebenwerda | Mansfelder Gebirgskreis | Mansfelder Seekreis | Merseburg | Querfurt | Saalkreis | Sangerhausen | Schweinitz | Torgau | Weißenfels | Wittenberg | Zeitz. 1932 aufgelöst: Landkreis Naumburg Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Vorlage:Klappleiste/Ende