Zum Inhalt springen

Helstorfer Moor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. April 2026 um 12:38 Uhr durch imported>Ulrich Kulle.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Helstorfer Moor

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Datei:Helstorfer Moor Dystrophes Stillgewässer.jpg
Lage Nordöstlich von Neustadt am Rübenberge, Region Hannover, Niedersachsen
Fläche 417 ha
Kennung NSG HA 056
WDPA-ID 81861
Natura-2000-ID {{#property:p3425}}
Geographische Lage 52° 32′ N, 9° 36′ OKoordinaten: 52° 32′ 11″ N, 9° 35′ 56″ O
 {{#coordinates:52,5364818|9,5987892|primary
dim= globe= name=Helstorfer Moor region=DE-NI type=forest
  }}
Helstorfer Moor (Niedersachsen)
Helstorfer Moor (Niedersachsen)
Meereshöhe von 42,5 bis 50 m
Einrichtungsdatum 9. Mai 1996
Verwaltung NLWKN

Das Helstorfer Moor ist ein Naturschutzgebiet in der niedersächsischen Stadt Neustadt am Rübenberge und der Gemeinde Wedemark in der Region Hannover.

Beschreibung

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG HA 056 ist 417 Hektar groß. Es ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Helstorfer, Otternhagener und Schwarzes Moor“. Das Naturschutzgebiet liegt unmittelbar nördlich des Naturschutzgebietes „Otternhagener Moor“. Nach Westen grenzt es an das Landschaftsschutzgebiet „Moorgeest“. Das Gebiet steht seit dem 9. Mai 1996 unter Naturschutz. Es ersetzt das im März 1980 ausgewiesene, gleichnamige Naturschutzgebiet. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist die Region Hannover.

Datei:Helstorfer Moor Handtorfstich.jpg
Alter Handtorfstich

Das Naturschutzgebiet liegt nordöstlich von Neustadt am Rübenberge und westlich von Mellendorf in der Hannoverschen Moorgeest, einer eiszeitlichen Geest- und Grundmoränen­landschaft. Es stellt ein Hochmoor­gebiet unter Schutz, das vor circa 4000 Jahren entstand.<ref name="NLWKN-Helstorfer-Moor" />

Das Moor wurde in der Vergangenheit entwässert und durch bäuerliche Handtorfstiche teilabgetorft. Es wird von Moor- und Bruchwald, aber auch offenen Moorflächen mit Moorheide geprägt. In den ehemaligen Handtorfstichen haben sich ausgedehnte Torfmoos-Schwingrasen­gesellschaften gebildet, die langsam verlanden und Bult-Schlenken-Komplexe ausbilden. In den Randbereichen ist insbesondere im Nordosten und Südosten auch extensiv genutztes Grünland in das Naturschutzgebiet mit einbezogen. Der Nordwesten des Schutzgebietes ist Bestandteil des Standortübungsplatzes der Wilhelmstein-Kaserne in Luttmersen.

Das Gebiet entwässert über diverse Gräben nach Süden über den Negenborner Moorgraben im Osten und den Graben vor dem Moore im Westen zur Neuen Auter und nach Norden über die Ochsenbeeke zum Jürsenbach.

Entwicklung des Gebietes

Datei:Weitgehend freie Fläche im Helstorfer Moor.jpg
Weitgehend baumfreie Fläche im Helstorfer Moor. Die Weymouth-Kiefer ist durch Wiedervernässung bereits deutlich geschädigt.

Im Rahmen des LIFE+-Projekts „Hannoversche Moorgeest“ sollen bis 2027 mehrere Moore auf einer Fläche von 2.240 Hektar, darunter das Helstorfer Moor, ökologisch aufgewertet werden.

Zur Optimierung der Regenwasserrückhaltung sollen bisherige Entwässerungen zurückgebaut und neue Verwallungen und Staue angelegt werden. Zusätzlich wurden schon Flächen entkusselt, Kleingewässer freigestellt und Grünlandbereiche extensiviert. Informationstafeln unterrichten Interessierte vor Ort.<ref name="NLWKN-Pressemitteilung-2018" />

Im Helstorfer Moor werden ab Sommer 2025 gleich mehrere Bauabschnitte parallel bearbeitet. Im Mittelpunkt steht die Wiedervernässung des Moorkörpers durch den Bau von Torfverwallungen. Zusätzlich wird am Südostrand des Moores das bisherige Entwässerungssystem leicht verändert. Damit wird die Grundlage geschaffen, die Wasserhaltefähigkeit des Helstorfer Moores zu erhöhen und die Entwicklung typischer Moorvegetation zu fördern.<ref name="NLWKN-Pressemitteilung-2025" />

Hydrologie

Datei:Helstorfer Moor Hydrologie Graphik EBT.png
Moorwasserstand und Höhenverluste

Im Frühjahr 2001 wurde eine Langzeitstudie zur Beurteilung der hydrologischen Stabilität im Helstorfer Moor begonnen. Seit März 2012 wird, zusätzlich zu den Moorwasserständen, direkt neben dem Pegelrohr die Oberfläche der Vegetation (Torfmoos) gemessen.

Die Studie beschreibt vorwiegend die hydrologische Dynamik im Bereich alter Handtorfstiche und von Schwingrasen, die auf wassergefüllten Torfkuhlen im Hochmoor gewachsen sind. Es zeigen sich synchrone Bewegungen des Moorwasserstandes und der Mooroberfläche. Die jahreszeitlich wechselnde Wasserbilanz mit den Defiziten im Sommer, die durch die Verdunstung (Evapotranspiration) verursacht wird, verschärft sich durch den Klimawandel im letzten Jahrzehnt deutlich.<ref name="Hydrologische-Studien" />

Irreversible Sackungen der Mooroberfläche wurden bereits nach den Dürrejahren 2018/2019 festgestellt, die sich durch Fortsetzung der Messungen auch nach dem Extremsommer 2022 bestätigen. Eine Regenerierung findet nach hohen Moorwasserständen nur in sehr geringem Umfang statt und wird in trockenen Folgejahren unmittelbar wieder aufgezehrt.

Weblinks

Commons: Naturschutzgebiet Helstorfer Moor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="NLWKN-Helstorfer-Moor"> Helstorfer Moor NLWKN. Abgerufen am 6. Februar 2026. </ref> <ref name="NLWKN-Pressemitteilung-2025"> Start der fünften Bauphase in der Hannoverschen Moorgeest Pressemitteilung des NLWKN vom 21. Juni 2025. Abgerufen am 6. Februar 2026. </ref> <ref name="NLWKN-Pressemitteilung-2018">Moorschutz mal vier in der Wedemark: Umweltstaatssekretär Frank Doods besucht EU-Projekt Pressemitteilung des NLWKN vom 29. Juni 2018. Abgerufen am 6. Februar 2026. </ref> <ref name="Hydrologische-Studien"> Dr. E. Gärtner, A. Heene, U. Kulle: Hydrologische Studien im NSG Helstorfer Moor, Heft 3, Hildesheim, 2019. Abgerufen am 6. Februar 2026. </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Naturschutzgebiet
Naturschutzgebiet
Wappen der Region Hannover
Wappen der Region Hannover

Altwarmbüchener Moor | Basser Holz und Werder | Bieförthmoor | Bissendorfer Moor | Blankes Flat | Bockmerholz, Gaim | Brand | Brandmoorwiesen | Düvels Kamp | Evenser Moor | Fuhse-Auwald bei Uetze (Herrschaft) | Hahnenkamp | Hallerbruch | Hämeler Wald und Sohrwiesen | Helstorfer Altwasser | Helstorfer Moor | Höhlengebiet im Kleinen Deister | Hohe Heide | Hubbelsche | Im Himmelreich | In den sieben Bergteilen | Kananohe | Kienmoor | Köllnischfeld | Laubwälder südlich Seelze | Leineaue zwischen Hannover und Ruthe | Linderter und Stamstorfer Holz | Meerbruchswiesen | Mergelgrube bei Hannover (HPC I) | Otternhagener Moor | Quellwald bei Bennemühlen | Ricklinger Entenpool | Saupark | Schilfbruch | Schwarzes Moor bei Resse | Steinbruch Holzmühle | Sundern | Totes Moor | Trunnenmoor | Wadebruch | Westufer Steinhuder Meer | Zigeunerwäldchen Vorlage:Klappleiste/Ende