Helstorfer Moor
Das Helstorfer Moor ist ein Naturschutzgebiet in der niedersächsischen Stadt Neustadt am Rübenberge und der Gemeinde Wedemark in der Region Hannover.
Beschreibung
Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG HA 056 ist 417 Hektar groß. Es ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Helstorfer, Otternhagener und Schwarzes Moor“. Das Naturschutzgebiet liegt unmittelbar nördlich des Naturschutzgebietes „Otternhagener Moor“. Nach Westen grenzt es an das Landschaftsschutzgebiet „Moorgeest“. Das Gebiet steht seit dem 9. Mai 1996 unter Naturschutz. Es ersetzt das im März 1980 ausgewiesene, gleichnamige Naturschutzgebiet. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist die Region Hannover.
Das Naturschutzgebiet liegt nordöstlich von Neustadt am Rübenberge und westlich von Mellendorf in der Hannoverschen Moorgeest, einer eiszeitlichen Geest- und Grundmoränenlandschaft. Es stellt ein Hochmoorgebiet unter Schutz, das vor circa 4000 Jahren entstand.<ref name="NLWKN-Helstorfer-Moor" />
Das Moor wurde in der Vergangenheit entwässert und durch bäuerliche Handtorfstiche teilabgetorft. Es wird von Moor- und Bruchwald, aber auch offenen Moorflächen mit Moorheide geprägt. In den ehemaligen Handtorfstichen haben sich ausgedehnte Torfmoos-Schwingrasengesellschaften gebildet, die langsam verlanden und Bult-Schlenken-Komplexe ausbilden. In den Randbereichen ist insbesondere im Nordosten und Südosten auch extensiv genutztes Grünland in das Naturschutzgebiet mit einbezogen. Der Nordwesten des Schutzgebietes ist Bestandteil des Standortübungsplatzes der Wilhelmstein-Kaserne in Luttmersen.
Das Gebiet entwässert über diverse Gräben nach Süden über den Negenborner Moorgraben im Osten und den Graben vor dem Moore im Westen zur Neuen Auter und nach Norden über die Ochsenbeeke zum Jürsenbach.
Entwicklung des Gebietes
Im Rahmen des LIFE+-Projekts „Hannoversche Moorgeest“ sollen bis 2027 mehrere Moore auf einer Fläche von 2.240 Hektar, darunter das Helstorfer Moor, ökologisch aufgewertet werden.
Zur Optimierung der Regenwasserrückhaltung sollen bisherige Entwässerungen zurückgebaut und neue Verwallungen und Staue angelegt werden. Zusätzlich wurden schon Flächen entkusselt, Kleingewässer freigestellt und Grünlandbereiche extensiviert. Informationstafeln unterrichten Interessierte vor Ort.<ref name="NLWKN-Pressemitteilung-2018" />
Im Helstorfer Moor werden ab Sommer 2025 gleich mehrere Bauabschnitte parallel bearbeitet. Im Mittelpunkt steht die Wiedervernässung des Moorkörpers durch den Bau von Torfverwallungen. Zusätzlich wird am Südostrand des Moores das bisherige Entwässerungssystem leicht verändert. Damit wird die Grundlage geschaffen, die Wasserhaltefähigkeit des Helstorfer Moores zu erhöhen und die Entwicklung typischer Moorvegetation zu fördern.<ref name="NLWKN-Pressemitteilung-2025" />
Hydrologie
Im Frühjahr 2001 wurde eine Langzeitstudie zur Beurteilung der hydrologischen Stabilität im Helstorfer Moor begonnen. Seit März 2012 wird, zusätzlich zu den Moorwasserständen, direkt neben dem Pegelrohr die Oberfläche der Vegetation (Torfmoos) gemessen.
Die Studie beschreibt vorwiegend die hydrologische Dynamik im Bereich alter Handtorfstiche und von Schwingrasen, die auf wassergefüllten Torfkuhlen im Hochmoor gewachsen sind. Es zeigen sich synchrone Bewegungen des Moorwasserstandes und der Mooroberfläche. Die jahreszeitlich wechselnde Wasserbilanz mit den Defiziten im Sommer, die durch die Verdunstung (Evapotranspiration) verursacht wird, verschärft sich durch den Klimawandel im letzten Jahrzehnt deutlich.<ref name="Hydrologische-Studien" />
Irreversible Sackungen der Mooroberfläche wurden bereits nach den Dürrejahren 2018/2019 festgestellt, die sich durch Fortsetzung der Messungen auch nach dem Extremsommer 2022 bestätigen. Eine Regenerierung findet nach hohen Moorwasserständen nur in sehr geringem Umfang statt und wird in trockenen Folgejahren unmittelbar wieder aufgezehrt.
Weblinks
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Einzelnachweise
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