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Bariumferrat(VI)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Struktur des Ba2+-Ions Struktur des Ferrations
Allgemeines
Name Bariumferrat(VI)
Summenformel BaFeO4
Kurzbeschreibung

rotvioletter Feststoff<ref name="Jander/Blasius" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
ChemSpider 57448624
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 257,17 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser<ref name="Yang Wang">Physical characteristics, electrochemical behaviour and stability of barium ferrate. doi:10.1016/j.electacta.2004.03.013.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.782">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 332​‐​302
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bariumferrat(VI) ist eine chemische Verbindung mit der Formel BaFeO4. Sie enthält Eisen in seiner höchstwertigen derzeit bekannten Oxidationsstufe +6. Bariumferrat ist isomorph mit Bariumsulfat (BaSO4) und enthält das Ferrat-Ion FeO42−, in dem das Eisen tetraedrisch von vier Sauerstoffatomen umgeben ist.<ref name="Longman">Longman A-level course in chemistry, 4th Edition, 2005. ISBN 9814105082.</ref>

Geschichte

Bariumferrat wurde erstmals 1843 von Heinrich Rose hergestellt und untersucht,<ref name="Rose">H. Rose: "Ueber die Zusammensetzung der Eisensäure" in Pogg. Ann, 1843, 59, S. 315–325. Volltext.</ref> weitere Forschungen wurden 1871 von J. de Mollins<ref name="Mollins">J. de Mollins, in Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1871, 4, S. 626–627. Volltext.</ref> und L. Moeser 1897 durchgeführt.<ref name="Moeser">L. Moeser: "Zur Kenntniss der eisensauren Salze" in Journal für Praktische Chemie, 1897, 56 (1), S. 425–437. doi:10.1002/prac.18970560133.</ref>

Darstellung

Datei:Bariumferrat-2.JPG
Bariumferrat

Ferrate werden allgemein durch Oxidation einer Eisenverbindung oder elementaren Eisens mittels eines starken Oxidationsmittels erhalten. So kann durch Glühen von Eisen mit Kaliumnitrat Kaliumferrat erhalten werden<ref name="Thompson">G. W. Thompson, L. T. Ockerman, J. M. Schreyer: "Preparation and Purification of Potassium Ferrate. VI" in J. Am. Chem. Soc., 1951, 73 (3), S. 1379–1381. doi:10.1021/ja01147a536.</ref>, das nach dem Abkühlen durch Auslaugen in Eiswasser gelöst werden kann. Die Reaktion verläuft nicht quantitativ, es werden dabei auch Eisenoxide gebildet, die sich als unlöslicher Rückstand am Boden des Gefäßes absetzen. Aus dem Filtrat dieser Lösung muss das Ferrat sofort mit Bariumchlorid als Bariumferrat gefällt werden, da es sich sonst rasch zersetzt. Der Niederschlag wird zuerst mit Wasser, dann mit aldehydfreiem Ethanol gewaschen und anschließend im Vakuumexsikkator getrocknet.<ref name="Jander/Blasius">Jandert/Blasius, Anorganische Chemie 2, 16. Auflage, 2011. Seite 314. ISBN 978-3-7776-2133-3.</ref><ref name="Gump">J. R. Gump, W. F. Wagner, J. M. Schreyer: "Preparation and Analysis of Barium Ferrate(VI)" in Anal. Chem., 1954, 26 (12), S. 1957. doi:10.1021/ac60096a027.</ref>

<math>\mathrm{Fe + 2 \ KNO_3 \longrightarrow K_2FeO_4 + N_2 + O_2}</math>
Darstellung von Kaliumferrat aus Eisen und Kaliumnitrat durch Glühen
<math>\mathrm{K_2FeO_4 + Ba(NO_3)_2 \longrightarrow BaFeO_4 \downarrow + 2\ KNO_3}</math>
Fällen von Bariumferrat mittels Bariumnitrat

Eigenschaften

Bariumferrat tritt als Monohydrat BaFeO4·H2O auf.<ref name="Firouzabadi">H. Firouzabadi, D. Mohajer, M. Entezari-moghaddam: "Barium Ferrate Monohydrate BaFeO4·H2O, A Versatile Reagent for the Oxidation of Organic Compounds under Aprotic Condition" in Synthetic Communications: An International Journal for Rapid Communication of Synthetic Organic Chemistry, 1986, 16 (6), S. 723–731. doi:10.1080/00397918608057745.</ref>

Bariumferrat ist wie alle Ferrate ein starkes Oxidationsmittel, das beispielsweise die Permanganate in ihrer Oxidationskraft übertrifft (Normalpotential für Fe3+/FeO42− bei pH 0: 2,2 V; bei pH 14: 0,55 V)<ref name="Holleman-Wiberg" />. Im sauren Bereich reagiert das Ferrat-Ion sofort mit Wasser unter Abscheidung von Eisen(III)-oxid und Sauerstoff.<ref name="Holleman-Wiberg">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1646–1665.</ref>

Einzelnachweise

<references />