Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. März 2026 um 12:28 Uhr durch imported>SteinundBaum(→Präsidentschaft: regierungsbildung 2025).
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In den Jahren zwischen 1993 und 1994 war er Stellvertreter des tschechischen Militär- und Luftwaffenattachés in Belgien. Von 1999 bis 2002 war er Verbindungsoffizier im Hauptquartier AFCENT sowie Stellvertreter des Befehlshabers des aus AFCENT hervorgegangenen Regionalkommandos AFNORTH. In der Zeit von 2007 bis 2009 war er Stellvertreter des militärischen Vertreters der Tschechischen Republik in der EU und von 2010 bis 2011 vertrat er sein Land bei SHAPE. Seine Beförderung zum Generalleutnant erfolgte am 8. Mai 2012, die zum General (Armádní generál) genau zwei Jahre später. Pavel war Mitglied einer Fachkommission, die 2011 das tschechische „Weißbuch über die Verteidigung“ erstellte.
Zum 1. Juli 2012 wurde Petr Pavel durch den damaligen Präsidenten Václav Klaus zum Chef des tschechischen Generalstabs ernannt.<ref name="ctk">Prezident jmenoval Pavla náčelníkem generálního štábu. Meldung der Nachrichtenagentur ČTK vom 29. Juni 2012, online auf: zpravy.aktualne.cz/... </ref> Aus diesem Amt schied Pavel am 30. April 2015 aufgrund seiner Berufung zum 31. Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses. Sein Nachfolger als Generalstabschef wurde Josef Bečvář.<ref>Onlinemeldung bei www.ceskatelevize.cz vom 4. Mai 2015, abgerufen am 27. Mai 2015.</ref> Pavel stand als erster Vorsitzender aus einem ehemaligen Mitgliedsstaat des Warschauer Pakts bis 29. Juni 2018 an der Spitze des höchsten militärischen Organs der NATO.<ref>Thomas Wiegold: Tscheche wird neuer Vorsitzender des NATO-Militärausschusses. In: Augen geradeaus! (Blog). 22. September 2014, abgerufen am 22. September 2014: „Der tschechische Generalstabschef Petr Pavel wird nächster Vorsitzender des NATO-Militärausschusses. Damit folgt nicht nur ein General aus einem kleinen Mitgliedsland der Allianz auf einen anderen (Pavels Vorgänger Knud Bartels kommt aus Dänemark), sondern erstmals übernimmt ein Spitzenmilitär aus einem früheren Ostblockland diese Position im Bündnis.“</ref>
Die Stichwahl zwischen Pavel und Babiš fand am 27. und 28. Januar statt, die Pavel mit 58,32 % der Wähler für sich mit einem pro-europäischen und NATO-Kurs entscheiden konnte.<ref>Ex-General Pavel gewinnt Präsidentenwahl in Tschechien. In: orf.at. 28. Januar 2023, abgerufen am 15. März 2024.</ref> Vorteile gegenüber Babiš im Wahlkampf waren hier unter anderem mehrere Vorwürfe der Korruption gegen Babiš sowie dessen Anti-NATO-Aussagen in Bezug auf den russischen Überfall auf die Ukraine.<ref name="zeit">Ex-General Petr Pavel gewinnt Präsidentenwahl. In: Zeit Online. 28. Januar 2023, abgerufen am 29. Januar 2023.</ref> Pavel wurde vor allem von jüngeren Menschen und Städtern gewählt.
Am 9. März 2023 wurde Pavel bei einer feierlichen Sitzung der beiden Parlamentskammern Senat und Abgeordnetenhaus in der Prager Burg in sein Amt eingeführt. Als Nachfolger von Miloš Zeman wurde er somit der zweite direkt gewählte Präsident Tschechiens. Eine Umfrage zeigte in der Folge einen Anstieg des Vertrauens in den Staatspräsidenten auf 58 Prozent im Vergleich zu 38 Prozent gegen Ende von Zemans Amtszeit.<ref>Důvěra v prezidenta po nástupu Pavla značně stoupla novinky.cz am 1. Juni 2023</ref>
Nach der Amtsübernahme öffnete Pavel das Burgareal wieder für den freien öffentlichen Zugang, nachdem sein Vorgänger 2016 Sicherheitsschleusen an den Zugängen eingeführt hatte.<ref>Sicherheitskontrollen auf der Prager Burg beendet. 17. April 2023, abgerufen am 3. März 2026.</ref>
Nach der Abgeordnetenhauswahl 2025 beauftragte Pavel den Wahlsieger Andrej Babiš mit der Regierungsbildung. Diese prägte eine Kontroverse um den Ministerkandidaten der Motoristen, Filip Turek, dem rassistische Onlinebeiträge vorgeworfen wurden.<ref name=":0">Carl Friedrichs, dpa: Tschechische Republik: Andrej Babiš erhält Auftrag zur Regierungsbildung in Tschechien. In: Die Zeit. 27. Oktober 2025, ISSN0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 9. Dezember 2025]).</ref> Pavel weigerte sich, Turek zum Minister der neuen Regierung zu ernennen. Das führte zu einem öffentlichen Konflikt mit Parteichef und Außenminister Petr Macinka, der schließlich einen anderen Umweltminister nominierte.
Pavel tritt für eine aktive Rolle Tschechiens in der EU wie der NATO und eine starke militärische Unterstützung der Ukraine ein.<ref name="zeit" /> Er initiierte Anfang 2024 die Tschechische Munitionsinitiative für die Ukraine. Im Mai 2024 kritisierte er die Zurückhaltung vieler europäischer Verbündeter bei der Lieferung von Waffen: „Hätten wir diese Zeit der Überlegungen und der Risikoabwägung übersprungen, dann hätte die Ukraine diese Hilfe Monate, vielleicht sogar Jahre früher erhalten.“<ref>Danko Handrick: Wie Tschechien von der Ukraine-Hilfe profitiert. Abgerufen am 3. März 2026.</ref>
Pavel ist zum zweiten Mal verheiratet. Seine Frau Eva Pavlová ist Soldatin im Rang eines Oberstleutnants. Aus der ersten, geschiedenen Ehe stammen zwei Söhne.