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Gin Basil Smash

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Gin Basil Smash

Der Gin Basil Smash (ursprünglich auch Gin Pesto; von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) und smash eindrücken, zerschlagen) ist ein Cocktail aus Gin, Zitrone, Zuckersirup und Basilikum. Das Rezept hat sich seit 2008 von Hamburg aus weltweit verbreitet und gilt inzwischen als moderner Klassiker.<ref name="mixology" /><ref name="cocktails" /><ref name="dbu" /> Die Basis ist ein Gin Sour, der mit frischem Basilikum ergänzt wird, was dem Getränk eine hellgrüne Farbe gibt.<ref name="cocktails" />

Geschichte

Smashes waren ursprünglich Mixgetränke, bei denen eine Spirituose mit Zucker und Minze kombiniert wurde. Als Smash, Smasher oder Smash-Up war Mitte des 19. Jahrhunderts ein vereinfachter Mint Julep bekannt, der einige Jahre in den Vereinigten Staaten beliebt war.<ref name="wondrich" /> Er kam in Jerry Thomas’ 1862 erschienenen Barbuch How to Mix Drinks or the Bon-Vivant’s Companion in drei Varianten vor: Als Brandy Smash, Gin Smash und Whiskey Smash. Sie bestanden aus der namensgebenden Spirituose (also Weinbrand, Gin oder amerikanischem Whiskey), Wasser, Zucker und frischer Minze. Die Minze wurde im Glas mit Zucker und etwas Wasser zerdrückt, die Spirituose hinzugefügt, das Glas mit geschabtem Eis (shaved ice) aufgefüllt und mit Minzezweigen garniert.<ref name="thomas" /> Kurz darauf gerieten die Smashes in Vergessenheit, zumal sie sich wenig von Juleps unterschieden.

Ende des 20. Jahrhunderts, als Rezepturen aus dem 19. Jahrhundert wieder populär wurden, mixten Barkeeper wie Dale DeGroff wieder Smashes. Dem zeitgleich einsetzenden Bar-Trend cuisine style folgend wurden auch frische Zutaten aus der Küche verarbeitet.<ref name="cocktails" /> So muddelte (zerdrückte) DeGroff in seinen (Whiskey) Smashes zusätzlich Zitronenstücke,<ref name="DeGroff" /> andere Barkeeper mixten Varianten mit Zitrussäften und Kräutern wie den Raspberry Thyme Smash, einen Gin-Smash mit Himbeeren und Thymian.<ref name="bamboo" />

Laut dem Magazin Mixology soll der erste Basil Smash im Frühjahr 2008<ref name="hubert" /><ref name="mixology" /> in der kurz zuvor eröffneten Ulmer Bar Blaupause von Miteigentümer Hariolf Sproll gemixt und sehr gut angenommen worden sein. Ausgehend vom Whiskey Smash habe er die Minze durch Basilikum und den Whiskey durch Gin ersetzt.<ref name="mixology" /> Wenig später und vermutlich unabhängig davon entstand in der ebenfalls neu eröffneten Hamburger Bar Le Lion ein ähnlicher Drink. Als Anregung hätten Barbetreiber Jörg Meyer die Whiskey Smashes auf einer USA-Reise und ein nicht näher bezeichneter Cocktail mit einer Basilikum-Garnitur gedient.<ref name="mixology" /> Ursprünglich nannte er den 2008 in einem US-amerikanischen Blog<ref name="bamboo" /> publizierten Raspberry Thyme Smash als Vorbild.<ref name="bittersblog" /> Anders als Sproll veröffentlichte Meyer sein Rezept Anfang Juli 2008 im damals viel beachteten Bitters-Blog,<ref name="bittersblog" /> und nannte ihn „Gin Basil Smash – Gin Pesto“.<ref name="difford" />

Rezeption

Meyers Rezept verbreitete sich nach seinem Blog-Post über soziale Netzwerke<ref name="stern-2178006" /> und war wenig später auch außerhalb Deutschlands auf zahlreichen Barkarten zu finden. Ein Jahr nach der Eröffnung, wurde das Le Lion 2008 in den Vereinigten Staaten zur Best New Cocktail Bar, der besten neu eröffneten Cocktailbar weltweit gekürt,<ref name="tales" /> was die Popularität des Gin Basil Smash förderte. Das Getränk wurde vor dem ursprünglichen Hausdrink Coquetiez du Lion zum Signature Drink der Bar. 2012 bot Meyer in seiner neuen Bar Boilerman, in der nur Highballs serviert wurden, eine schnell zu mixende Premix-Variante an. Dieser Gin Basil Highball machte 2015 40 % des Umsatzes im Boilerman aus, während im Lion in guten Monaten 1400 Gin Basil Smashes serviert wurden.<ref name="mixology" /> Inzwischen wirbt das Lion mit dem Zusatz The Cradle of the Gin Basil Smash (Die Wiege des Gin Basil Smash) und feiert das Datum der ersten Rezeptveröffentlichung, den 10. Juli 2008, als „Geburtstag“ dieses Cocktails. Als Variante bekannter klassischer Mixgetränke wie Gin Sour und Gin Smash gilt der Gin Basil Smash inzwischen als „moderner Klassiker“.<ref name="mixology" /><ref name="cocktails" /><ref name="dbu" /> Auch wenn mangels schriftlicher Quellen nicht belegt ist, in welcher Bar zum ersten Mal ein Basilikum-Sour gemixt wurde, wird der Gin Basil Smash Jörg Meyer zugeschrieben.<ref name="cocktails" />

Zubereitung

Das erste publizierte Rezept eines „Gin Basil Smash – Gin Pesto“ sah 5 cl Gin, 2 cl Zitronensaft (von einer halben Zitrone), eine Handvoll Basilikum und 2 cl Zuckersirup vor. Zunächst werden Basilikum und Zitronenhälfte in einem Cocktail-Shaker kräftig gemuddelt (mit Hilfe eines Stößels zerdrückt), dann mit den weiteren Zutaten und Eiswürfeln geschüttelt, in einen mit Eiswürfeln gefüllten Tumbler doppelt abgeseiht und mit einem Basilikumzweig garniert.<ref name="bittersblog" /> Ein Zitrus-betonter Gin sei gegenüber klassischen Sorten mit ausgeprägtem Wacholder-Aroma zu bevorzugen. Ursprünglich empfahl Jörg Meyer den erst kurz zuvor auf den Markt gekommenen G’ Vine Nouaison,<ref name="bittersblog" /> wobei die im Le Lion verwendete Marke mehrfach wechselte. Einige Jahre später (sicher seit 2016) wurde der niederländische Rutte Dry Gin verwendet. Mit dem Spruch „5 cl sind zu wenig, 6 cl sind das Rezept, 7 cl sind Liebe“ wirbt Meyer dafür, den Cocktail mit einem größeren Anteil Gin herzustellen; hinzu kommen 3 cl Zitronensaft (auf das Muddeln der Zitronenhälfte wird inzwischen verzichtet), 2 cl Zuckersirup und eine Handvoll Basilikum.

Auch in anderen Quellen bewegt sich das Mischungsverhältnis für einen Gin Basil Smash im Rahmen eines typischen Sours mit 5–6 cl Gin, 2–3 cl Zitronensaft und 1–2 cl Zuckersirup (oder einer entsprechenden Menge Zucker);<ref name="zeit-2010-04-22" /><ref name="gq" /> gelegentlich wird die Basilikummenge gegenüber dem Ursprungsrezept etwas reduziert.<ref name="stern-2178006" /><ref name="cocktails" /> In einem 2017 erschienenen Lehrbuch für die Barkeeper-Ausbildung wird empfohlen, 12 Blätter Basilikum mit 15 ml Zuckersirup zu muddeln, dann mit 6 cl Gin, 2 cl Zitronensaft und Eiswürfeln kräftig zu schütteln und doppelt auf Eiswürfel abzuseihen,<ref name="dbu" /> ebenso in Cocktails. Geschichte – Barkultur – Rezepte von Mixology (2016).<ref name="cocktails" /> Während dort nur 8 Basilikumblätter als Zutat vermerkt sind, heißt es an anderer Stelle des gleichen Buches, im Gegensatz zum klassischen Smash müsse beim Gin Basil Smash auch der Stiel in den Shaker und dürfe zerdrückt werden.<ref name="cocktails" /> Man dürfe aber, so Meyer, nicht zu kräftig muddeln, da die Farbe des Drinks sonst zu grasgrün werde und er moosig-muffig schmecke.<ref name="mixology" />

In Varianten werden zusätzlich frische Früchte wie Erdbeeren oder Himbeeren verarbeitet, die Basisspirituose ersetzt oder weitere Zutaten ergänzt.<ref name="mixology" /><ref name="borco" /> Anstatt das Basilikum im Drink zu vermixen, kann auch ein gewöhnlicher Gin Sour zubereitet und nachträglich ein Basilikumschaum aus Zitronensaft, Zuckersirup, Basilikum und Xanthan darauf gesetzt werden.<ref name="dbu" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="bamboo"> Dr. Bamboo: Raspberry-Thyme Smash -or- The Case of the Curiously Oversized Muddler. In: drbamboo.blogspot.de. 2. Juli 2008, abgerufen am 18. Juli 2016. </ref> <ref name="bittersblog"> Jörg Meyer: Gin-Basil Smash - GIN PESTO! In: bitters-blog.blogspot.de. 10. Juli 2008, abgerufen am 18. Juli 2016. </ref> <ref name="borco"> Vgl. den Signature Drink des Spirituosenimporteurs Borco: Himbeer Basilikum Smash. In: borco.com. Abgerufen am 18. Juli 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="cocktails"> Helmut Adam, Jens Hasenbein, Nils Wrage: Cocktails. Geschichte – Barkultur – Rezepte. Hallwag (Imprint von Gräfe und Unzer, Ganske Verlagsgruppe), München 2016, ISBN 978-3-8338-5725-6, S. 127 (Rezept) und 134–137. </ref> <ref name="difford"> Simon Difford: Gin Basil Smash/Gin Pesto. In: diffordsguide.com. Abgerufen am 18. Juli 2016. </ref> <ref name="DeGroff"> Vgl. Dale DeGroff: The Craft of the Cocktail, Clarkson Potter, New York 2002, ISBN 0-609-60875-4, S. 198. </ref> <ref name="gq"> GQ Cocktail des Monats: Der Gin Basil Smash. In: gq-magazin.de. 21. August 2013, abgerufen am 18. Juli 2016. </ref> <ref name="dbu"> Deutsche Barkeeper-Union (Hrsg.): Das Barhandbuch für Einsteiger. Selbstverlag, Lauffen am Neckar 2017. Fünf Rezepte „moderner Klassiker“ ab S. 143. </ref> <ref name="hubert">Steffen Hubert: Notizen aus der Provinz Part I: Bars in Ulm, schwäbische Schleckermäuler und der Ursprung des Gin Basil Smash. In: mixology.eu. 22. März 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juli 2018; abgerufen am 5. Juli 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mixology.eu</ref> <ref name="mixology"> Markus Orschiedt: Wer hat’s erfunden? Geniestreich Gin Basil Smash. In: mixology.eu. 10. Juli 2015, abgerufen am 18. Juli 2016. </ref> <ref name="stern-2178006"> So mixt man den perfekten Gin Basil Smash. In: stern.de. 19. März 2015, abgerufen am 18. Juli 2016. </ref> <ref name="tales"> Edward F. Nesta: Luxury Experience - Spirit Awards - Tales of the Cocktail 2008. In: luxuryexperience.com. Abgerufen am 18. Juli 2016. </ref> <ref name="thomas"> Jerry Thomas: How to Mix Drinks or the Bon-Vivant’s Companion. Dick & Fitzgerald, New York 1862, S. 46. Vollständiger, durchsuchbarer Scan in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.. </ref> <ref name="wondrich"> David Wondrich: Imbibe! From Absinthe Cocktail to Whiskey Smash. A Salute in Stories and Drinks to „Professor“ Jerry Thomas, Pioneer of the American Bar. Perigee (Penguin Group), New York 2007, ISBN 978-0-399-53287-0, S. 159. </ref> <ref name="zeit-2010-04-22"> Getränke: Die Drinks der Saison. In: Die Zeit, Nr. 17/2010 </ref> </references>