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Aqualith

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Aqualith
Datei:Aqualite.jpg
Rosa Aqualith-Kristallaggregat aus dem Bergwerk Kowdor im gleichnamigen Bergmassiv, Oblast Murmansk, Russland
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

2002-066<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Aq<ref name="Warr" />

Chemische Formel (H3O)8(Na,K,Sr)5Ca6Zr3[Cl|OH|{Si3O5(OH)4}2|(Si9O27 · SiO)2]<ref name="Lapis" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/E.25-005

9.CO.10<ref name="IMA-Liste-2009" />
64.01.01.15
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol trigonal-pyramidal; 3<ref name="Mindat" />
Raumgruppe Raumgruppe R3 (Raumgruppen-Nr. 146)Vorlage:Raumgruppe/146<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Gitterparameter a = 14,078(3) Å; c = 31,24(1) Å<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Formeleinheiten Z = 3<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4 bis 5<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,58(2); berechnet: 2,66<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Bruch; Tenazität muschelig<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Farbe hellrosa<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Strichfarbe weiß<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Glanz Glasglanz<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,569<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
nε 1,571<ref name="Khomyakov et al. 2007" />
Doppelbrechung δ = 0,002
Optischer Charakter einachsig positiv<ref name="Khomyakov et al. 2007" />

Das Mineral Aqualith ist ein sehr selten vorkommendes Ringsilikat aus der Eudialytgruppe und hat die chemische Zusammensetzung (H3O)8(Na,K,Sr)5Ca6Zr3[Cl|OH|{Si3O5(OH)4}2|(Si9O27 · SiO)2]<ref name="Lapis" />. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.

Aqualith kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt durchsichtige, isometrische Kristalle bis etwa drei Zentimeter Größe von hellrosa Farbe bei weißer Strichfarbe. Die Typlokalität ist ein Chromdiopsid-Vorkommen im Inagli-Massiv 30 km westlich des Ortes Aldan in der Republik Sacha (Jakutien) in Russland.

Etymologie und Geschichte

Im Jahr 2000 untersuchten I. A. Ekimenkova und Mitarbeiter die Struktur eines Oxonium-Analogs von Eudialyt.<ref name="Ekimenkova et al. 2000" /> Zwei Jahre später reichten Khomyakov, Nechelyustov und Rastsvetaeva ihre Untersuchungsergebnisse an Typmaterial vom Inagli-Massiv im Aldanhochland in Ostsibirien zur Prüfung bei der International Mineralogical Association (IMA) ein (Register-Nr. IMA 2002-066). Sie benannten es mit Bezug auf seine spezifische, chemische Zusammensetzung nach {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Aqualith. Die Anerkennung als eigenständiges Mineral mit dem Namen Aqualith (englisch: Aqualite) erfolgte am 3. April 2003. Die Publikation zum neu entdeckten Mineral folgte 2007 im Zapiski Rossiiskogo Mineralogicheskogo Obshchestva (Band 2, S. 39–55).<ref name="Khomyakov et al. 2007" />

Klassifikation

Da der Aqualith erst 2002 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der seit 2001 veralteten Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) nicht aufgeführt. Einzig das 2008 erschienene „Lapis-Mineralienverzeichnis“, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach der klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, führt das Mineral unter der System-Nr. VIII/E.25-05 auf.<ref name="Lapis" />

Die seit 2001 gültige und von der IMA verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Aqualith in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Ringsilikate (Cyclosilikate)“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach der Struktur der Ringe, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „[Si9O27]18 – Neuner-Ringe“ zu finden ist, wo es zusammen mit Alluaivit, Dualith, Carbokentbrooksit, Eudialyt, Feklichevit, Ferrokentbrooksit, Georgbarsanovit, Golyshevit, Ikranit, Andrianovit, Johnsenit-(Ce), Kentbrooksit, Khomyakovit, Labyrinthit, Manganokhomyakovit, Mogovidit, Oneillit, Raslakit, Rastsvetaevit, Taseqit und Zirsilit-(Ce) die „Eudialytgruppe“ mit der System-Nr. 9.CO.10 bildet.<ref name="IMA-Liste-2009" />

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Aqualith in die Klasse der „Silikate und Germanate“, dort allerdings in die Abteilung der „Ringsilikate: Ringe mit anderen Anionen und insularen Silikatgruppen“ ein. Hier ist er ebenfalls in der „Eudialytgruppe“ mit der System-Nr. 64.01.01 und den weiteren Mitgliedern Eudialyt, Alluaivit, Kentbrooksit, Khomyakovit, Manganokhomyakovit, Oneillit, Ferrokentbrooksit, Ikranit, Feklichevit, Rastsvetaevit, Taseqit, Carbokentbrooksit, Zirsilit-(Ce), Labyrinthit, Dualith, Raslakit, Georgbarsanovit, Johnsenit-(Ce), Golyshevit, Mogovidit und Voronkovit innerhalb der Unterabteilung „Ringsilikate: Ringe mit anderen Anionen und insularen Silikatgruppen mit gemischten Ringtypen“ zu finden.

Chemismus

Aqualith ist das Oxonium-Äquivalent von Eudialyt und hat die vereinfachte Zusammensetzung (H3O)8(Na,K,Sr)5Ca6Zr3Si26O66(OH)9Cl.<ref name="Khomyakov et al. 2007" />

Für den Aqualith aus der Typlokalität wurde folgende empirische Zusammensetzung bestimmt:

  • [(H3O)7,94Na2,74K1,20Sr0,49Ba0,46Fe0,23Mn0,12](Ca5,79REE0,19) (Zr2,92Ti0,08)(Si2,57Ti0,21Al0,19Nb0,03)[O66,46(OH)5,54][(OH)2,77Cl1,23]<ref name="Khomyakov et al. 2007" />

Kristallstruktur

Aqualith kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R3 (Raumgruppen-Nr. 146)Vorlage:Raumgruppe/146 mit den Gitterparametern a = 14,078(3) Å und c = 31,24(1) Å; sowie 3 Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Bildung und Fundorte

In seiner Typlokalität, einem Chromdiopsid-Vorkommen 30 km westlich des Ortes Aldan auf dem Aldanhochland in der Republik Sacha (Jakutien) in Russland, bildete sich Aqualith bei der hydrothermal Überprägung eines peralkalinen Pegmatites. Er tritt hier in Paragenese mit Aegirin, Batisit, Eckermannit, Galenit, Innelit, Lorenzenit, Mikroklin, Natrolith und Thorit auf.<ref name="Khomyakov et al. 2007" />

Außer an seiner Typlokalität wurde Aqualith bisher (Stand: 2023) nur noch im „Phlogopit-Bergwerk“ bei Kowdor und im hyperagpaitischen Pegmatit in der Grube Apatitovyi Tsirk am Rasvumchorr der Chibinen auf der Halbinsel Kola in Russland gefunden. Ein drittes Vorkommen ist der Kipawa Alkaline Komplex in Témiscamingue in der kanadischen Provinz Québec.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Wiktionary: Aqualith – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Aqualite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="Ekimenkova et al. 2000"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Aqualith beim Mineralienatlas und bei Mindat, abgerufen am 1. März 2026. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Khomyakov et al. 2007"> </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Aqualite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 1. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>