Zum Inhalt springen

Jerusalemsdorn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 6. April 2026 um 10:34 Uhr durch imported>AnRo0002 ((GR) File renamed: File:P.aculeata-fruto-1.jpgFile:Parkinsonia aculeata-fruto-1.jpg).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Jerusalemsdorn
Datei:Parkinsonia aculeata 3.jpg

Jerusalemsdorn (Parkinsonia aculeata)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae)
Tribus: Caesalpinieae
Gattung: Parkinsonien (Parkinsonia)
Art: Jerusalemsdorn
Wissenschaftlicher Name
Parkinsonia aculeata
L.

Der Jerusalemsdorn<ref name="deutsch" /> (Parkinsonia aculeata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Parkinsonien (Parkinsonia) in der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Nord- und Südamerika. Sie wird weltweit in tropischen Gebieten als Ziergehölz kultiviert.

Beschreibung

Datei:Galapagos plants II 32.jpg
Illustration
Datei:Parkinsonia aculeata.JPG
Habitus
Datei:Caesalpiniaceae - Parkinsonia aculeata-3.JPG
Details der Laubblätter
Datei:Parkinsonia aculeata 4.jpg
Blüten und Blütenknospen
Datei:Parkinsonia aculeata az.jpg
Blüten und Früchte
Datei:Parkinsonia aculeata-fruto-1.jpg
Hülsenfrucht und Samen

Vegetative Merkmale

Der Jerusalemsdorn wächst als laubabwerfender kleiner Baum oder Strauch und erreicht Wuchshöhen von 7 bis 9 Metern. Er ist mit Dornen bewehrt. Die überhängenden Ästen besitzen eine glatte, grüne Rinde.<ref name="TP" /><ref name="FoC" /><ref name="FoP" />

Die wechselständig angeordneten, kurz gestielten Laubblätter sind doppelt gefiedert. Der Blattstiel und die Rhachis 1. Ordnung sind reduziert. Die Fiedern 1. Ordnung sind bis zu 40 Zentimeter lang und besitzen dicke, abgeflachte und kurz geflügelte Rhachen 2. Ordnung. Die Fiedern 1. Ordnung sind in Gruppen von einem bis drei Paaren angeordnet. Die zahlreichen kleinen, kahlen und ganzrandigen, feinstachselspitzigen Blättchen sind 2,5 bis 8,5 Millimeter lang und 1 bis 3,5 Millimeter breit, verkehrt-eiförmig bis elliptisch oder länglich und stehen auf 1 bis 2 Millimeter langen Stielen. Die Fiederblättchen schließen sich bei Einsetzen der Dämmerung, sie fallen meist früh ab und nur die blättchenlosen Rhachen bleiben bestehen. Die paarigen Nebenblätter am Grund der Blätter sind als Dornen ausgebildet.<ref name="TP" /><ref name="FoC" /><ref name="FoP" />

Generative Merkmale

In achselständigen, hängenden und lockeren, traubigen Blütenständen stehen 2 bis 15 Blüten zusammen. Der schlanke Blütenstiel ist bis 20 Millimeter lang und sitzt an einem „Gelenk“.<ref name="TP" /><ref name="FoC" /><ref name="FoP" />

Die duftenden, zwittrigen und gelben Blüten sind fünfzählig und zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind bei einer Länge von etwa 6 Millimetern länglich. Die gelben Kronblätter bilden eine 2 Zentimeter breite Krone mit der typischen Form einer Schmetterlingsblüte. Die Fahne ist etwa 11 Millimeter lang, etwa 6 Millimeter breit und orange gefleckt. Die zehn Staubblätter sind orangerot mit zotteligen Staubfäden. Das einzige Fruchtblatt ist seidig behaart und enthält zahlreiche Samenanlagen.<ref name="TP" /><ref name="FoC" /><ref name="FoP" />

Die ledrigen, kahlen, nicht öffnenden Hülsenfrüchte sind 7,5 bis 12 Zentimeter lang, 6 bis 10 Millimeter breit und zwischen den Samen eingeschnürt sowie seitlich gewölbt. Jede Hülsenfrucht enthält einen bis sechs oder mehr Samen. Die bis 15 Millimeter langen, harten Samen sind länglich, glatt und teils gefleckt.<ref name="TP" /><ref name="FoC" /><ref name="FoP" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.<ref name="IPCN" />

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet Parkinsonia aculeata liegt in Nordamerika in den US-Bundesstaaten Texas sowie Arizona und in den mexikanischen Bundesstaaten Baja California Norte, Baja California Sur sowie Sonora und in Südamerika in Bolivien, Peru, auf den Galápagos-Inseln, in Argentinien, Paraguay und Uruguay. Auf den Kapverdischen Inseln, in Australien, Asien, in anderen Gebieten Nord- und Südamerikas und auf Hawaii ist Parkinsonia aculeata ein Neophyt.<ref name="GRIN" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Parkinsonia aculeata erfolgte 1753 durch Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum, 1, S. 375.<ref name="GRIN" /> Das Artepitheton aculeata stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „stechend“.<ref name="Gen" />

Verwendung

Der Jerusalemsdorn wird als Ziergehölz und Heckenpflanze verwendet. Der Absud der Rinde, der Blätter, der Blüten und der Samen gilt als fiebersenkend.<ref name="TP" />

Die Samen sind essbar.

Ökologie

Im Tropengürtel gilt der Jerusalemsdorn als invasive Art. Er ist in Australien (und anderen tropischen Regionen) als unerwünschte, invasive Art klassifiziert.<ref name="Invasiv 01"/>

Literatur

  • Andreas Bärtels: Tropenpflanzen. Zier- und Nutzpflanzen. 5., überarbeitete Auflage. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8001-3937-5, S. 84.

Weblinks

Commons: Jerusalemsdorn (Parkinsonia aculeata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="deutsch">Deutscher Name nach Bärtels: Tropenpflanzen</ref> <ref name="TP"> Andreas Bärtels: Tropenpflanzen. Zier- und Nutzpflanzen. 5., überarbeitete Auflage. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8001-3937-5, S. 84.</ref> <ref name="FoC"> Liguo Fu, Nan Li, Thomas S. Elias, Robert R. Mill: Parkinsonia aculeata. In: </ref> <ref name="FoP"> Parkinsonia aculeata. In: Flora of Pakistan Vol. 26. eFloras.org, S. 238, abgerufen am 4. Februar 2012 (englisch).</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Gen"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 37 (Nachdruck von 1996).</ref> <ref name="IPCN">Parkinsonia aculeata bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Invasiv 01">Australien, Umweltministerium Department of the Environment and Energy: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Weeds of National Significance (Memento vom 29. September 2017 im Internet Archive)</ref> </references>