Dechtow
Dechtow Gemeinde Fehrbellin
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Dechtow 52° 45′ N, 12° 49′ O
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| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 | |||||
| Postleitzahl: | 16833 | |||||
| Vorwahl: | 033922 | |||||
Lage von Dechtow in Brandenburg
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Dechtow ist ein Ortsteil der Gemeinde Fehrbellin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg. Es liegt im flachen Land zwischen Sand und Moor und ist ein Zuhause für 300 Menschen.
Orts- und Gutsgeschichte
Das Dorf ist geprägt durch das Gut, seine Bauernhöfe, die Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert und Lindenalleen mit Kopfsteinpflaster. Das Gut im Dorf entwickelte sich über die Jahrhunderte als Sitz eines landtagsfähigen Rittergutes, der Gutsherr wurde so Depurtierter der regionalen Ritterschaft mit Sitz im Kreistag und berechtigt zur Wahl zum Landrat. Gut Dechtow war zunächst allod und stand lange im Besitz und dann im Eigentum der uradeligen Familie von Zieten, beginnend mit Klaus (der Alte) von Zieten um die Jahre vor 1425, nach ihm Klaus (der Junge) von Zieten. Die Töchter des Hauses von Zieten-Dechtow wählten grundsätzlich adelige Ehepartner,<ref>Vgl. u. a. Hermann von Redern-Wansdorf: Genealogische Nachrichten aus den Kirchenbüchern des Ländchens Glien. Eigenverlag, Wansdorf 1878, S. 247.</ref> die Männer der Zieten gingen fast sämtlich zum Militär.<ref>Aus der Geschichte des Geschlechts derer von Zieten (Schluß), In: R. von Mosch: Deutsches Adelsblatt. Wochen-Schrift für die Aufgaebn des christlichen Adels. №. 23, VII. Jahrgang, G & G, Berlin, Sonntag, 9. Juni 1889, S. 389 f.</ref> Acht weitere Zieten-Generationen stand der Ritter des Johanniterordens und Rittmeister Ernst Dietrich von Zieten (1739–1798), verheiratet mit Charlotte Sophie Margaretha von Möller, dem Besitz vor und wohnte auch in Dechtow.<ref>Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 3, Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft (D.A.G.), Vaterländische Verlagsanstalt-W. T. Bruer, Berlin 1899, S. 1000 f.</ref> Ihm beerbte der 1817 in den Grafenstand erhobene Graf Ernst von Zieten, verheiratet mit der (kath.) Gräfin Josephine Klementine von Berlo-Suyŝ. Dechtow bekam ihr jüngster Rittmeister Sohn Adrian von Zieten (1803–1849). Mit seiner Frau Amalie Gräfin von der Schulenburg-Hornhausen (1807–1853) hatte dieser die Tochter Maria, die 1834 in Berlin geboren wurde. Maria wurde Erbin von Dechtow<ref>Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter. Art.: Provinz Brandenburg-II. Ost-Havelland. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 73.</ref> und war zweimal verheiratet, zuerst mit Freiherr Kuno von Zedlitz und Neukirch, geschieden 1868, und ab 1877 mit dem Oberstleutnant Arthur von Winning, Scheidung 1890.
Vor 1880 kam das Gut Dechtow im bürgerlichen Besitz der Familie Stolze, mit 772 ha Besitz. Zum Gut gehörte damals eine Brennerei.<ref>Paul Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. Mit Angabe der Besitzungen, ihrer Grösse (in Culturart), ihres Grundsteuer-Reinertrages, ihrer Pächter, Industriezweige und Poststationen. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. I: Das Königreich Preussen. I. Lieferung: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 82 f.</ref> Nach 1910 war in Dechtow der Sitz des Familienfideikommiss Dechtow-Carwesee der Familie des Hermann Stolze, Leutnant d. R. Dieser Güterkomplex bestand aus den Rittergütern in Carwesee mit 385 ha und Dechtow mit 877 ha, hinzu der Besitz Unterholz, das Gut Berlowshof sowie ein Vorwerk und weitere Flächen (Rustikalbesitz genannt) in der Gemeinde Linum, gesamt 1262 ha.<ref>Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 64 f.</ref> Ende der 1920er Jahre war dieser Gutskomplex Dechtow-Carwesee Eigentum des zu jener Zeit noch minderjährigen Wilhelm-Viktor Stolze. Als Pächter für Dechtow agierte die Familie Rudolf Ritter von Voigtländer, als Vormund, und Maria Elis. von Voigtländer. Verwalter war Rentmeister Schulze. Die Gutsfläche hatte sich nicht geändert.<ref>Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hofgrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. In: Niekammer`s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII. (Letzte Ausgabe), 4. Auflage, Hier: Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Ost-Havelland. Selbstverlag von Niekammer’s Güter-Adressbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 53.</ref>
Dechtow war von 1815 bis 1952 Teil des Landkreises Ost-Havelland, danach ein Dorf im DDR-Bezirk Potsdam, 1990 kam es zum wieder gegründeten Land Brandenburg.
Zum 26. Oktober 2003 wurde Dechtow per Gesetz in die Gemeinde Fehrbellin eingegliedert.<ref>Bravors.Brandenburg.de: Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003. (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I Gesetze), Potsdam 2003, Nr. 05, S. 82.</ref><ref>Änderung durch Gesetz vom 1. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg), I (Gesetze), Potsdam 2003, Nr. 10, S. 187.</ref>
Trivia
Der Dechtower Pfarrer Siebmann kommt 1797 über den Charakter der Dechtower Einwohner zu dem sporadischen Schluss: „Es heißt auch hier wie überall: sunt bona mixta malis“ („Die Guten und die Schlechten sind gemischt“).
Söhne und Töchter
- Hans Ernst Karl Graf von Zieten (1770–1848), preußischer Offizier
Sehenswürdigkeiten
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Gutshaus.
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Zehnfamilienwohnhaus mit Stallanlage.
Verkehr
Durch den Ort führt die Landesstraße L 173; einen Kilometer nordöstlich verläuft die A 24.
Literatur
- Dechtow, In: Gerhard Vinken, Barbara Rimpel, u. v. a.: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 2. Auflage, Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 234.
- Dechtow, In: Hans Joachim von Berkholz: Die Familie von Zieten – Stammfolgen und biographische Nachrichten. C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 2007, ISBN 978-3-7980-0580-8, S. 72 f.
Weblinks
- Dechtow auf Commons – Sammlung von Bildern
- Dechtow, Hrsg. Gemeinde Fehrbellin
Einzelnachweise
<references />
Betzin | Brunne | Dechtow | Deutschhof | Hakenberg | Karwesee | Königshorst | Langen | Lentzke | Linum | Manker | Protzen | Stadt Fehrbellin | Tarmow | Walchow | Wall | Wustrau-Altfriesack