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Landkreis Osthavelland

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Datei:LK Osthavelland (Nauen) 1'300.000 v 1940.jpg
Kreisgebiet 1940

Der Landkreis Osthavelland, ursprünglich Kreis Osthavelland, war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in der preußischen Provinz Brandenburg und im Land Brandenburg der SBZ bzw. DDR von 1817 bis 1952. Das Landratsamt befand sich in der Stadt Nauen.

Der Kreis umfasste am 1. Januar 1945 die fünf Städte Fehrbellin, Ketzin, Kremmen, Nauen und Velten, 61 weitere Gemeinden und einen Forst-Gutsbezirk. Die beiden Landgemeinden Falkensee und Hennigsdorf waren zuletzt mit über 10.000 Einwohnern die größten Orte im Landkreis. Falkensee erhielt erst 1961 das Stadtrecht, Hennigsdorf ein Jahr später im Jahre 1962.

Verwaltungsgeschichte

Königreich Preußen

Im Rahmen der Bildung von Provinzen und Regierungsbezirken in Preußen erfolgte mit Wirkung zum 1. April 1817 im Regierungsbezirk Potsdam der preußischen Provinz Brandenburg eine Kreisreform, bei der der alte Havelländische Kreis aufgelöst wurde. Seine Osthälfte wurde mit dem größten Teil des aufgelösten Kreises Glien-Löwenberg zum Kreis Osthavelland zusammengeschlossen. Das Landratsamt befand sich in der Stadt Nauen.<ref>Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam. Kreiseinteilung des Regierungsbezirks Potsdam. Band 1816, Nr. 12. Potsdam, S. 103 (books.google.de).</ref><ref>Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam. Inkrafttreten der neuen Kreiseinteilung des Regierungsbezirks Potsdam. Band 1817, Nr. 7. Potsdam, S. 51/58 (books.google.de).</ref>

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Zum 1. April 1887 wurde die Stadt Spandau zum Stadtkreis erhoben und schied damit aus dem Kreis Osthavelland aus. Zwischen 1896 und 1899 wurde der Truppenübungsplatz Döberitz angelegt. Aus dem Kreis Osthavelland gelangten 1910 die Gutsbezirke Haselhorst, Spandau Land und Sternfeld an die Stadt Spandau.

Mit dem „Groß-Berlin“-Gesetz vom 27. April 1920 wurden aus dem Kreis Osthavelland die Landgemeinden Kladow, Gatow, Pichelsdorf, Staaken und Tiefwerder sowie die Gutsbezirke Pichelswerder, Potsdamer Forst – nördlicher Teil bis zum Griebnitzsee und Kohlhasenbrück – und Spandau-Zitadelle in die neue Stadtgemeinde Berlin eingegliedert.

Gegen Ende der 1920er Jahre wurden nahezu alle Gutsbezirke im Kreis aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt.

1935 traten die Gemeinden Bornim, Bornstedt, Eiche, Geltow (teilweise) und Nedlitz aus dem Kreis Osthavelland zum Stadtkreis Potsdam über. 1939 wurden weitere sieben Landgemeinden an die Stadt Potsdam angegliedert. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

Deutsche Demokratische Republik

Mit Inkrafttreten des Gesetzes über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 erhielt der nunmehr Landkreis Osthavelland genannte Kreis die Gemeinde Lietzow vom Landkreis Westhavelland sowie die Gemeinden Alt Töplitz, Göttin a./Havel, Leest und Neu Töplitz vom Landkreis Zauch-Belzig.

Durch die Verwaltungsreform von 1952 wurde der Landkreis Osthavelland aufgelöst. Seine Gemeinden wurden auf die neuen Kreise Nauen, Neuruppin, Oranienburg und Potsdam-Land aufgeteilt.

Bundesrepublik Deutschland

1993 wurden die Kreise Nauen und Rathenow zum Landkreis Havelland mit der Kreisstadt Rathenow und den beiden Verwaltungssitzen Rathenow und Nauen zusammengelegt.

Kommunalverfassung

Der Kreis Osthavelland gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung im Jahr 1929 – in Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Landräte

Bevölkerung

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1816 33.420<ref>Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Der Regierungsbezirk Potsdam. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, S. 197 (Digitalisat in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> 1910 077.459<ref name="demand" />
1846 50.890<ref>Mittheilungen des Statistischen Bureau’s in Berlin. Band 2: Einwohnerzahlen der Kreise. Zweiter Jahrgang 1849. Hrsg.: F. W. C. Dieterici, Königliches Statistisches Bureau. E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1849, S. 313; books.google.de</ref> 1925 086.727<ref name="demand" />
1871 71.507<ref>Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871. Berlin 1873; kpbc.umk.pl</ref> 1933 102.827<ref name="demand" />
1890 67.606<ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> 1939 123.452<ref name="demand" />
1900 73.071<ref name="demand" /> 1946 143.292<ref name="vz1946">Volks- und Berufszählung vom 29. Oktober 1946 in den vier Besatzungszonen und Groß-Berlin. Deutsches Gemeindeverzeichnis, Duncker & Humblot, Berlin / München 1946; destatis.de (PDF).</ref>

Städte und Gemeinden

Stand 1945

Dem Kreis Osthavelland gehörten 1945 die folgenden Städte und Gemeinden an:

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Außerdem bestand 1945 noch der Gutsbezirk Döberitz.

Vor 1945 aufgelöste Gemeinden

Gemeinde Eingemeindet
nach
Datum
Alt Geltow Geltow 1912
Bornim Potsdam 1. August 1935
Bornstedt Potsdam 1. August 1935
Damm Spandau 1875
Eiche Potsdam 1. August 1935
Fahrland Potsdam 1. April 1939
Falkenhagen Falkensee 1. April 1923
Feldberg Fehrbellin 1922
Gatow Berlin 1. Oktober 1920
Geltow Potsdam 1. April 1939
Golm Potsdam 1. April 1939
Grube Potsdam 1. April 1939
Haselhorst Spandau 1910
Kladow Berlin 1. Oktober 1920
Krampnitz Potsdam 1. April 1939
Mangelshorst Königshorst 1928
Nattwerder Potsdam 1. April 1939
Nedlitz Potsdam 1. August 1935
Neu Geltow Geltow 1912
Nieder Neuendorf Hennigsdorf 1923
Pichelsdorf Berlin 1. Oktober 1920
Sacrow Potsdam 1. April 1939
Seegefeld Falkensee 1. April 1923
Spandau kreisfrei 1. April 1887
Staaken Berlin 1. Oktober 1920
Sternfeld Spandau 1910
Tiefwerder Berlin 1. Oktober 1920

Nach dem 1879 erstpublizierten Generaladressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer gehörten mindestens bis 1880 noch weitere, nicht kreistagsfähige, teils fiskalische Gutsbezirke zum Landkreis Osthavelland (damalige Schreibweise Ost-Havelland). Zu nennen wäre u. a. Hohenschöpping, oder Sanssouci mit Schloss, in Verwaltung der Königlichen Gärten.<ref>P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen. Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 82–87.</ref>

Literatur

  • Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg. Band 4. Hermann Cramer, Halle 1872–1889. Reprint/Faksimile: Potsdam 2011, ISBN 978-3-88372-003-6.
  • Ernst Georg Bardey: Geschichte von Nauen und Osthavelland. Verlag Max Babenzien, Rathenow 1892; google.de/books Reprint: British Library, Historical Print Editions, 2018, ISBN 978-0-274-63808-6.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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Regierungsbezirke: Regierungsbezirk Frankfurt | Regierungsbezirk Potsdam | Regierungsbezirk Berlin (bis 1821)

Stadtkreise: Berlin (bis 1920) | Brandenburg an der Havel (ab 1881) | Charlottenburg (1877–1920) | Cottbus (ab 1886) | Deutsch-Wilmersdorf (1907–1920) | Eberswalde (ab 1911) | Forst (Lausitz) (ab 1897) | Frankfurt (Oder) (ab 1827) | Guben (ab 1884) | Landsberg (Warthe) (ab 1892) | Lichtenberg (1908–1920) | Potsdam | Rathenow (ab 1925) | Rixdorf (1899–1920) | Schöneberg (1899–1920) | Spandau (1886–1920) | Wittenberge (ab 1922)

Landkreise: Angermünde | Arnswalde (bis 1938) | Beeskow-Storkow (ab 1836) | Calau | Cottbus | Crossen | Cüstrin (bis 1836) | Frankfurt (bis 1826) | Friedeberg Nm. (bis 1938) | Guben | Jüterbog-Luckenwalde | Königsberg Nm. | Landsberg (Warthe) | Lebus | Lübben | Luckau | Meseritz (ab 1938) | Niederbarnim | Oberbarnim | Osthavelland | Ostprignitz | Oststernberg (ab 1873) | Prenzlau | Ruppin | Schwerin (Warthe) (ab 1938) | Soldin | Sorau | Spremberg (ab 1825) | Spremberg-Hoyerswerda (bis 1825) | Sternberg (bis 1873) | Teltow (bis 1816; ab 1836) | Teltow-Storkow (1817–1835) | Templin | Westhavelland | Westprignitz | Weststernberg (ab 1873) | Zauch-Belzig | Züllichau-Schwiebus

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